Berufsbild: Tipps & Quellen – mehr über Jobs erfahren

Wer ein Berufsbild kennt, findet den Traumjob leichter. Und hat bessere Chancen bei der Bewerbung. Das Berufsbild (auch „Jobprofil“ genannt) beschreibt genau, welche Aufgaben und Tätigkeiten einen später im Job erwarten. Ebenso welche Ausbildung, Voraussetzungen oder Qualifikationen Berufseinsteiger mitbringen müssen. Je genauer Ihre Vorstellungen von dem späteren Beruf, desto weniger können Sie enttäuscht werden. Wir zeigen Ihnen wo und wie Sie wichtige Informationen zu einzelnen Berufsbildern finden und wie Sie diese für Ihre Berufswahl nutzen können…

Berufsbild: Tipps & Quellen - mehr über Jobs erfahren

Anzeige

Was ist ein Berufsbild?

Ein Berufsbild ist eine Auflistung der wichtigsten Tätigkeiten und Voraussetzungen eines Berufs. Synonyme für den Begriff „Berufsbild“ sind „Jobprofil“ oder „Tätigkeitsprofil“. Wer ein Berufsbild aufruft, erfährt etwas über die Inhalte des Jobs, welche Abschlüsse man braucht, um diesen Beruf ausüben zu können und alle Rahmenbedingungen dazu.

  • Qualifikationen: Welcher Schulabschluss ist Voraussetzung? Reicht eine Ausbildung? Ist ein Studium notwendig?
  • Aufgaben: Wie sieht der Berufsalltag aus, welche Tätigkeiten macht dieser Job aus?
  • Arbeitsumfeld: Wo befindet sich Ihr Arbeitsplatz (Büro, Lager, Baustelle oder in der Natur)?
  • Karriere: Welche Chancen zum Aufstieg und zur Weiterbildung bestehen?
  • Gehalt: Wie hoch ist üblicherweise die Vergütung?
  • Arbeitgeber: Wer sucht, welche Unternehmen beschäftigen üblicherweise Arbeitnehmer mit diesem Wissen?
  • Schlüsselkompetenzen: Welche sozialen Kompetenzen werden erwartet? Ist ein besonderes Maß ein Empathie (etwa bei sozialen Berufen) oder Aufgeschlossenheit (etwa im Vertrieb und Verkauf) notwendig?
  • Besonderheiten: Gibt es Zulassungsbeschränkungen wie etwa beim Medizinstudium oder Altersbeschränkungen (oft für Beamte)?

Durch diese spezifischen Bedingungen und Anforderungen grenzt sich ein Beruf von anderen Berufen ab. Teilweise legen Berufsverbände diese Berufsbilder fest. In anderen Fällen gibt es gesetzliche Vorgaben für das genaue Berufsbild.

Anzeige

Mit einem Praktikum das Berufsbild konkretisieren

Grau ist alle Theorie. Daher gehört ein Schülerpraktikum heute zum Standard. Das dauert zwei bis drei Wochen und bietet erste Einblicke in einen Beruf. Schüler sollen dabei ihre Erwartungen mit der Realität abgleichen. Praktika im Rahmen einer Berufsausbildung – etwa einer Umschulung oder im Studium – sind ebenfalls gängig. Solche Praktika sind aber Pflichtpraktika und werden in der Regel nicht vergütet.

Praktika sind eine optimale Informationsquelle für praktische Abläufe im Arbeitsalltag. Komprimierter und für einen ersten Überblick geeigneter ist das schriftliche Berufsbild. Kollegen wissen im Zweifelsfall nicht die exakten Zugangsbedingungen für Ausbildung oder Studium. Beispielsweise, weil sich die Ausbildung gewandelt hat oder der Kollege als Quereinsteiger Fuß gefasst hat.

Berufsbild erstellen: Wie schreibt man ein Berufsbild fürs Praktikum?

Falls Sie ein Berufsbild im Rahmen eines Praktikums schreiben müssen, orientiert sich das meist an folgenden Fragen:

  • Was zeichnet einen typischen Arbeitstag aus?
  • Welche Aufgaben sind mir leicht, welche schwer gefallen?
  • Was habe ich gelernt?
  • Welche Bereiche interessieren mich besonders?
  • Wie waren die Arbeitszeiten/Arbeitsbedingungen?
  • Welche Erfahrungen habe ich mit Kollegen/Vorgesetzten gemacht?

Das Berufsbild gehört zum Hauptteil des Praktikumsberichts. Hier schildern Sie Ihre Erwartungen, Anforderungen und Erfahrungen. Eine kostenlose Berufsbild Vorlage finden Sie hier:

Vorlage (Word)


Anzeige

Berufsbild erleichtert die Berufswahl

Viele Schüler, Schulabgänger oder Absolventen haben diffuse Vorstellungen davon, was Sie vom Berufsleben erwarten: „Irgendwas mit Medien“, „irgendwas mit Menschen“ soll es sein. Klar, dass solche vagen Vorstellungen die Berufswahl eher erschweren als erleichtern. Mehr noch: Sie führen zur (unnötigen) Verzögerungen und Fehlentscheidungen:

  • Hinauszögern der Entscheidung
    Nicht wenige beginnen erst eine Ausbildung oder ein Studium und versuchen dabei erst herauszufinden, welcher Beruf zu ihnen passt. Kann man machen, kostet aber wertvolle Zeit, wenn die Ausbildung später nicht zum Traumjob passt.
  • Orientierung am Umfeld
    Viele Berufseinsteiger orientieren sich bei der Jobwahl an ihrem Umfeld. Was machen die Eltern? Was die Verwandten oder Nachbarn beruflich? Welchen Beruf wird der beste Freund erlernen? Falsch ist das nicht. Aber es schränkt ein. Was man nicht kennt, danach kann man nicht suchen. Umso wichtiger ist es, möglichst viele Berufsbilder vorab kennenzulernen.

Berufsbilder schließen Wissenslücken

Die latente Prägung – so nennen Experten den Einfluss unserer Umgebung – hat einen weiteren Haken:

  • Die Interessen anderer stimmen in entscheidenden Punkten nicht unbedingt mit Ihren eigenen überein, weshalb Sie sich unbedingt selbst ein Bild von dem Job machen sollten, der für Sie infrage kommt.
  • Das Berufsbild eines Jobs wandelt sich im Laufe der Zeit. Informationen von Personen, deren Ausbildung womöglich mehrere Jahre oder gar Jahrzehnte zurückliegen, können veraltet sein. Oder sie beschreiben nur unzureichend das gegenwärtige Jobprofil.

Genau da kommen Berufsbilder ins Spiel. Sie vermitteln den aktuellen Stand und informieren darüber, wie zukunftsfähig ein Beruf ist. Die eigenen Interessen sind zwar elementar. Wichtig ist aber genauso, ob dieser Job in Zukunft noch gefragt ist. Herrscht aktuell ein Fachkräftemangel – oder aber das genaue Gegenteil?

Einige Jobs werden in den nächsten Jahren aussterben. Die Digitalisierung und Automatisierung fressen vor allem Berufe, die stark routinierte Abläufe haben. Betroffen sind aber auch Jobs im Finanzsektor oder Stellen im Einzelhandel. Das Studium mehrerer Berufsbilder und gründliche Recherche helfen, spätere Karrieresackgassen zu vermeiden.

Berufsbilder: Einstieg, Karriere & kostenlose Vorlagen
In unserer Übersicht der wichtigsten Berufsbilder und Jobprofile finden Sie alles zur Ausbildung, Studium, Karriere- und Gehaltsaussichten sowie berufsspezifische Tipps und kostenlose Bewerbungsvorlagen. Beispiele:
Krankenschwester
Sozialpädagogen
Kommissionierer
Ingenieure
Schauspieler
Heilpraktiker
Lokführer
Architekten
Zimmermann
Informatiker



Zu den Berufsbildern


Anzeige

Informationsquellen zum Berufsbild

Die gute Nachricht: Sie haben zahlreiche Optionen, sich über ein Berufsbild zu informieren. Eine erste Anlaufstelle ist das persönliche Umfeld. Um das Ganze auf solide Füße zu stellen, sollten Sie zudem Informationsangebote im Internet nutzen. Rund 400 Jobprofile finden Sie beispielsweise auf unserer Schwersterseite und Jobbörse Karrieresprung.de. Vielleicht ist auch Ihr Berufsbild dabei:

400 Berufsbilder im Überblick

Berufenet

Beliebt ist auch die Arbeitsagentur und ihre Webseiten (etwa das „BERUFENET“). Wer sich dort informiert, liest häufiger über Berufsfelder und Berufswelten. Die Datenbank der Bundesanstalt für Arbeit umfasst detaillierte Infos zu rund 1.800 Ausbildungsgängen und mehr als 4000 Berufen. Zusätzliche Orientierungshilfe zum Berufsbild bieten die bis zu 5-minütigen Videos.

BIBB

Das Bundesinstitut für Berufsbildung, kurz BIBB, hält Informationen zu Berufen des dualen Ausbildungssystems gemäß des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) und der Handwerksordnung (HwO) bereit. Mehr über das gewünschte Berufsbild erfahren Sie hier bei der alphabetischen Suche oder wenn Sie ein Berufsfeld eingeben.

BIZ

Das Berufsinformationszentrum der Arbeitsagentur, kurz BIZ, bietet eine Fülle von Informationen, die Sie an den jeweiligen Internetarbeitsplätzen oder geordnet nach sogenannten Themeninseln im Regal vorfinden. Zusätzlich gibt es eine Reihe kostenloser Broschüren und Flyer zum Mitnehmen.

Berufe Entdecker

Ebenfalls zur Arbeitsagentur gehört die Seite „Berufe Entdecker“ (entdecker.biz-medien.de), auf der mehrere hundert Ausbildungsberufe erkundet werden können. Das Tool eignet sich, wenn Sie noch keinen blassen Schimmer haben. Geeignet ist es aber auch, wenn Sie einen konkreten Traumjob anvisieren oder zumindest den Arbeitsbereich kennen.

Planet Beruf

Die Seite Planet-Beruf.de informiert in etwa fünfminütigen Überblicksfilmen zu bestimmten Berufsfeldern. Das jeweilige Berufsbild von Jobs, die Sie interessieren, erfahren Sie unter den Beschreibungen im Steckbrief.

Berufe TV

Noch mehr Videos finden Sie auf der Seite Berufe.tv. Sie können dabei bequem das Berufsbild alphabetisch suchen oder Sie steigen allgemeiner über die Berufsgruppen ein. Unter dem Menüpunkt Themenfilme finden Sie noch weitere Informationen rund um die Bewerbung.

Berufsbild Beispiel: Bürokauffrau

Zu den beliebtesten Ausbildungsberufen gehört nach wie vor derjenige zur Bürokauffrau beziehungsweise zum Bürokaufmann. Die korrekte Bezeichnung heute lautet Kaufleute für Büromanagement.

  • Tätigkeiten
    Als Kauffrau für Büromanagement erledigen Sie vor allem organisatorische und kaufmännische Aufgaben. Dazu gehört die Bearbeitung von Aufträgen, das Anlegen von Personalakten, Überwachung von Lagerbeständen, externer wie interner Briefverkehr, Zusammenstellung von Unterlagen für Meetings und Präsentationen. Auch Abrechnungen und Buchhaltung gehören zu den typisch kaufmännischen Tätigkeiten.
  • Arbeitsplatz
    Der Einsatzbereich ist in den verschiedensten Abteilungen denkbar. Kaufmännische Tätigkeiten fallen im öffentlichen Dienst und bei Behörden genauso an wie etwa im Handwerk oder in der Privatwirtschaft. Sie werden tätig in Bereichen wie Auftragsbearbeitung, Beschaffung, Rechnungswesen, Marketing und Personalverwaltung.
  • Voraussetzungen
    Klassischerweise handelt es sich bei diesem Job um einen Ausbildungsberuf, der in drei Jahren erlernt wird. Voraussetzungen für die Ausbildung ist üblicherweise mindestens die mittlere Reife. Interessenten sollten über gute Kenntnisse in Rechtschreibung und Grammatik verfügen und sich gewählt ausdrücken können. Fremdsprachenkenntnisse werden gern gesehen, gute mathematische Fertigkeiten sind unabdingbar. Ebenfalls wird ein freundliches und kundenorientiertes Verhalten erwartet, da Kommunikation mit Kunden, Geschäftspartnern und Lieferanten zum Alltag gehört.
  • Gehalt
    Das Gehalt ist von mehreren Faktoren wie der Ausbildung, dem Arbeitsort und der Berufserfahrung abhängig. Dazu kommen die jeweiligen Anforderungen und die Frage nach dem Arbeitsverhältnis. Einzelne Punkte können abweichen, wenn beispielsweise kein normaler Arbeitsvertrag, sondern ein Tarifvertrag Gültigkeit hat. Weitere Unterschiede können branchenspezifischer Natur sein. Gemäß der Arbeitsagentur liegt eine beispielhafte tarifliche Bruttogrundvergütung (monatlich) zwischen 3.060 und 3.362 Euro.
    Gehaltsvergleich Kaufleute Fuer Bueromanagement Buerokaufleute
  • Berufsperspektive
    Das Berufsbild der Bürokauffrau ist sehr abwechslungsreich und komplex. Ebenso vielfältig sind die Möglichkeiten zur Weiterbildung, so dass ein Aufstieg zur Führungskraft problemlos möglich ist. Dazu gehören Weiterbildungen wie die zum Bürofachwirt, Betriebswirt oder Bilanzbuchhalter. Ebenfalls können Sie bei entsprechenden Voraussetzungen ein Bachelorabschluss im Studienfach Betriebswirtschaftslehre, Business Administration erwerben.

Was andere Leser dazu gelesen haben

[Bildnachweis: Sentavio by Shutterstock.com]

Bewertung: 4,94/5 - 6430 Bewertungen.

Aktuelle Videos

Hier weiterlesen

Weiter zur Startseite