Mittlere Reife: Diese Chancen haben Sie

Erst Abitur mit Bestnoten, dann ein gutes Studium und im Anschluss in einen akademischen Beruf einsteigen. Diese Vorstellung gilt als Nonplusultra für den Werdegang von Schülern und den Start ins Berufsleben. Dieser Weg bringt die größten Möglichkeiten und Chancen und verspricht statistisch auch die besten Verdienstmöglichkeiten. Die vielen Loblieder auf Abitur und Studium führen aber auch dazu, dass die mittlere Reife entweder schlichtweg ignoriert und übersehen oder aber schlecht geredet wird. Motto: Mit der mittleren Reife lässt sich kaum etwas anfangen, wer etwas erreichen will, muss schon Abitur haben. Das ist jedoch schlichtweg nicht wahr! Auch mit mittlerer Reife stehen Ihnen viele Türen offen und es muss kein Hindernis für eine erfolgreiche Karriere sein. Warum die mittlere Reife besser ist als ihr Ruf und welche Chancen Sie damit haben…

Mittlere Reife: Diese Chancen haben Sie

Was ist die mittlere Reife?

Mittlere Reife Definition Realschulabschluss nachholen mit Qualifikation Erklärung Schule AbschlussDie mittlere Reife ist in Deutschland ein anderer Begriff für den Realschulabschluss, der im alltäglichen Sprachgebrauch von vielen häufiger genutzt wird. Dieser ist weit verbreitet, auch wenn abhängig von den Bundesländern verschiedene Begriffe für den mittleren Schulabschluss gültig und auch gängig sind.

So wird in Nordrhein-Westfalen und auch in Niedersachen beispielsweise vom Sekundarabschluss I gesprochen, in Brandenburg heißt es auch Fachoberschulreife und im Saarland lautet die Bezeichnung mittlerer Bildungsabschluss. Gemeint ist mit all den Namen jedoch immer ein gleichwertiger Schulabschluss.

Erreicht wird die mittlere Reife klassischerweise mit einem Abschlusszeugnis der Realschule. Das ist jedoch längst nicht die einzige Möglichkeit. Auch an der Abendschule, der Gesamtschule oder auch Förderschulen kann die mittlere Reife erworben werden. Darüberhinaus gibt es die Möglichkeit, den Abschluss an Berufsschulen, Berufsfachschulen, im Berufsvorbereitungsjahr oder in Nordrhein-Westfalen an einer Kollegschule den Realschulabschluss zu machen.

Erfolgreich mit mittlerer Reife: Braucht es immer ein Studium?

Wer erfolgreich sein möchte und es auf die oberste Sprosse der Karriereleiter abgesehen hat, braucht ein Studium. So zumindest die vorherrschende Meinung. Und fairerweise muss gesagt werden, dass ein abgeschlossenes Studium durchaus einige Türen öffnen kann, die mit mittlerer Reife möglicherweise verschlossen bleiben. Manche Stellen erfordern den Abschluss eines Studiums, einige Arbeitgeber bevorzugen Absolventen.

Zu behaupten, mit mittlerer Reife könnten sie nicht erfolgreich sein, ist jedoch schlichtweg falsch. Für den beruflichen Weg nach der Realschule stehen Ihnen verschiedene Optionen zur Verfügung, die alle zum Erfolg führen können. Viele Entscheiden sich für eine Ausbildung, sammeln Berufserfahrung und entwickeln von dort aus ihre Karriere.

Wer sich gut macht, kann im Unternehmen aufsteigen, zur Führungskraft werden und wichtige Funktionen übernehmen – auch ohne Studium. Auch handwerkliche Berufe sind mit mittlerer Reife sehr beliebt, hier gibt es sogar die Chance, einen Meistertitel zu machen und einen eigenen Betrieb zu gründen.

Zusätzlich können Sie nach der mittleren Reife auch Ihre schulische Ausbildung noch weiterführen und beispielsweise eine kaufmännische Berufsschule besuchen. So erwerben Sie Ihr Fachabitur und können – falls dies erwünscht ist – noch ein Studium nachholen. Ansonsten ist es aber auch eine gute Grundlage, um in einem kaufmännischen Beruf tätig zu werden und bereits einiges an Wissen und Erfahrung mitzubringen.

Mittlere Reife: Vorteile mit Realschulabschluss

Abitur und Studium gelten als beste Voraussetzungen, um auf das Berufsleben vorbereitet zu sein, doch auch die mittlere Reife hat durchaus einige Vorteile, die nicht ignoriert werden sollten. Das nimmt einigen Druck von den Schultern vieler Schüler, denen regelrecht eingeredet wird, dass auf jeden Fall das Abitur erreicht werden muss.

Da kann es gut tun, sich vor Augen zu führen, wo die mittlere Reife einige Vorteile mitbringt:

  • Viele unbesetzte Ausbildungsplätze

    Seit Jahren steigen die Zahlen der Studenten, jeder will an die Universität. Auf der anderen Seite bleiben jedes Jahr viele Ausbildungsplätze unbesetzt, weil es nicht genügend passende Bewerber für diese Positionen gibt. Die mittlere Reife mit guten Noten ist daher eine optimale Voraussetzung, um ohne größere Probleme eine Lehrstelle in dem Beruf zu finden, den Sie anstreben. Statt ewiger Suche und unzähligen Absagen kann es im besten Fall beim Wunscharbeitgeber klappen.

  • Früherer Einstieg in den Beruf

    Erst Abitur, dann das Studium, eventuell sogar noch Wartesemester und im Anschluss noch einen Master. Mitte bis Ende Zwanzig ist ein normaler Einstiegsalter in den Beruf, wenn zunächst die Universität abgeschlossen wird. Wer nach der mittleren Reife sofort eine Ausbildung macht, kann zu diesem Zeitpunkt bereits einige Jahre im Beruf sein, sich einen guten Ruf erarbeiten und möglicherweise sogar bereits die erste Beförderung oder Weiterbildung hinter sich haben, um noch weiter aufzusteigen. Zudem bedeutet der frühere Einstieg, dass bereits eher mit dem Geldverdienen begonnen werden kann.

  • Chancen auf Übernahme

    Nach dem Studium geht es für Absolventen auf den offenen Arbeitsmarkt, nur wenige Ausnahmen haben das Glück, schon Fuß in einem Unternehmen gefasst zu haben. Machen Sie nach der mittleren Reife hingegen eine Ausbildung, können Sie direkt im Anschluss übernommen werden. Keine lästigen Bewerbungen, keine Lücken im Lebenslauf, bessere Planungsmöglichkeiten für die Zukunft. Läuft es richtig gut, bekommen Sie sogar gleich einen unbefristeten Vertrag und müssen sich nicht von einer Befristung zur nächsten hangeln, was leider für auch nach einem Studium für viele zur Realität zählt.

  • Größerer Anteil an Praxis

    Der wahrscheinlich häufigste Kritikpunkt an einem Studium ist die fehlende Praxis. Die Wissensvermittlung findet fast ausschließlich in der Theorie statt, praktische Anwendung gehört nur selten zum Lehrplan. Nach dem Abschluss muss dann im Job erst einmal gelernt werden, das Wissen im Berufsalltag wirklich zu nutzen. Auch ist der hohe Theorieanteil nicht für jeden geeignet, manche brauchen mehr Praxis. Natürlich gehört die Theorie auch bei einer Ausbildung mit mittlerer Reife dazu, allerdings steht hier die Praxis im Vordergrund und Sie werden direkt im Betrieb ausgebildet.

[Bildnachweis: ESB Professional by Shutterstock.com]
26. April 2018 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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