Schwarzer Humor: Definition und Beispiele

Jeder Mensch mag Witze. Aber Humor ist bekanntlich eine individuelle Sache. Noch etwas spezieller ist schwarzer Humor. Während einigen Menschen angesichts von bestimmten Themen das Lachen im Halse stecken bleibt und sie sich entsetzt umschauen, können andere sich geradezu ausschütten vor Lachen. Schwarzer Humor rührt an die diskussionswürdige Frage, was man darf und was nicht – sollten alle Themen Gegenstand von Witzen und Satire sein? Oder gibt es Tabuthemen, die besser nicht angerührt werden? Und vor allem: Wer entscheidet, was gesagt werden darf und was nicht? Diesen Fragen sind wir nachgegangen…

Schwarzer Humor: Definition und Beispiele

Was ist schwarzer Humor?

Schwarzer Humor DefinitionHumor ist, wenn man trotzdem lacht – ganz so einfach ist es leider nicht. Jede Gesellschaft hat ihre Tabus. Das sind Bereiche, die gemäß bestehender Werte und Normen nicht angerührt werden, geschützt sind.

Wird über diese Themen gesprochen, werden sie oft mit unangenehmen Gefühlen wie Scham, Trauer oder Entsetzen begleitet. Meist eignen sie sich nicht, im größeren Kreis erörtert zu werden.

Hinter vorgehaltener Hand oder gegenüber Personen, denen man absolut vertraut, können bestimmte Dinge gesagt werden. Schwarzer Humor ist, wenn solche Dinge mit bitterer Belustigung behandelt werden. Oft wird er auch als kranker Humor oder Galgenhumor betitelt.

Beliebte Themenbereiche sind:

  • Krankheit
  • Behinderung
  • Tod
  • Krieg
  • Politik
  • Sexualität
  • Religion
  • Verbrechen

Politische Korrektheit ist nicht immer gewährleistet, auch Menschen anderer Nationalität und Herkunft sind nicht davon ausgenommen. Eigentlich alles Themen, die eine ernste Erörterung vermuten lassen, die aber – so Wikipedia – „in satirischer oder bewusst verharmlosender Weise“ vorgebracht werden.

Aber ist es tatsächlich bewusst verharmlosend gemeint? Das hängt vermutlich von der Intention desjenigen ab, der diese Themen satirisch aufarbeitet. Denn meist geht es darum, grausame, aber gleichzeitig absurde oder paradoxe Verhältnisse der modernen Welt zu entlarven.

Schwarzer Humor unterstützt also weder Kindesmissbrauch, Mord oder Rassismus. Aber er schert sich einen Dreck um Konventionen. Immer auf die Zwölf – so könnte das kurze Motto lauten. Schwarzer Humor geht dahin, wo es weh tut.

Was sind die Grenzen des Sagbaren?

Das Spiel mit Tabus, der ständige Tabubruch kann ein Problem sein. Normen und Werte halten eine Gesellschaft im innersten zusammen. Letztlich ist eine Gesellschaft nichts anderes als ein Zusammenschluss vieler Menschen, die dieselben Werte vertreten – grob vereinfacht natürlich.

Denn es gibt natürlich Individuen, die sich deviant, also abweichend im Sinne von kriminell verhalten. Fließen die Normen und Werte einer Gesellschaft in ein Regelwerk wie das Grundgesetz, muss das beachtet werden. Allerdings legt das deutsche Grundgesetz (GG) in Artikel 5 fest, dass das Recht zur Meinungsfreiheit (beziehungsweise exakt: Meinungsäußerungsfreiheit) zu den Grundrechten eines jeden Bürgers in Deutschland zählt.

Davon ist zunächst einmal auch schwarzer Humor abgedeckt. Heißt: Sie persönlich mögen den Witz Ihres Kollegen unglaublich geschmacklos und makaber finden, sagen darf er ihn dennoch. Genau dieser Umstand will allerdings nicht allen Menschen einleuchten, da sie sich persönlich angegriffen fühlen.

Beispiele für schwarzen Humor sind die Comics des Pariser Satiremagazins Charlie Hebdo, die sich häufig mit Religion auseinandersetzen. Traurige Berühmtheit erlangte es, als ein Großteil der Redaktion durch fanatische Islamisten ausgelöscht wurde – angeblich als Reaktion auf Jahre zuvor erschienene Mohammed-Karikaturen.

Hierzulande wurde 2016 eine große Diskussion darüber losgetreten, ob etwas noch als schwarzer Humor durchgehen kann oder aber jenseits des Sagbaren ist. Der Moderator und Satiriker Jan Böhmermann veröffentlichte als Reaktion auf eine andere deutsche Satire, die von türkischer Seite offiziell kritisiert wurde, seinerseits ein „Gedicht“, das schließlich in der sogenannten Böhmermann-Affäre mündete.

Ohne literarisch einordnen zu wollen, ob es sich dabei wirklich um ein Gedicht oder Schmähgedicht handelt: Böhmermann berief sich auf Presse-, Kunst- und Meinungsfreiheit. Dennoch hatte das Ganze ein Nachspiel, denn der türkische Staat verlangte einen Prozess gegen Böhmermann.

Grundlage der Forderung war der § 103 des Strafgesetzbuches (StGB) – ein Paragraph, der vielen Menschen verständlicherweise erstmals zu Ohren kam, denn darin ging es um „Beleidigung von Organen und Vertretern ausländischer Staaten“, kurz: „Majestätsbeleidigung“. Nach einem halben Jahr wurde das Strafverfahren gegen den Moderator eingestellt, der Paragraph wurde zum 1. Januar 2018 abgeschafft.

Beispiele für schwarzen Humor

Vorweg sei deutlich gesagt: Schwarzer Humor hat nicht zum Ziel, andere zu beleidigen. Die Empörung mancher beruht vermutlich eher auf einen Wiedererkennungseffekt. Solche Missstände gilt es allenfalls zukünftig zu beheben.

Nachfolgend haben wir einige typische Beispiele für schwarzen Humor zusammengestellt – vielleicht bringen sie Sie zum Schmunzeln…



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Ist aggressiv, wer schwarzen Humor mag?

Schwarzer Humor ist speziell. Seine Fans wissen das und schreiben es sich als Gütesigel auf die Fahnen. Wer die Schnauze voll hat von schönen Kalendersprüchen, der dreht den Spieß um und sagt sich: Jetzt erst recht!

Statt salbungsvollen Lebensweisheiten gibt es rotzfreche Sprüche in „Pechkeksen“. Manch einer vermutet gar, dass Menschen mit schwarzem Humor morbide, negativ und aggressiv sein müssten.

Mitnichten. Eine Studie der Universität Wien von 2017 kommt zu äußerst schmeichelhaften Ergebnissen: Demnach sind Liebhaber des schwarzen Humors nicht nur intelligenter, sondern auch weniger aggressiv und deutlich freudiger gestimmt, als man meinen könnte.

Für die Studie haben 156 Probanden, durchschnittlich 33 Jahre alt, zwölf Comics des Comiczeichners Uli Stein aus seinem „Schwarzen Buch“ bewertet. Im Anschluss daran fanden zwei weitere IQ-Tests statt, die sowohl die verbale als auch non-verbale Intelligenz analysierten.

Herauskam, dass diejenigen, die die Comics unlustig fanden, am negativsten und aggressivsten gelaunt waren und bei den IQ-Tests durchschnittliche Ergebnisse hatten. Ganz anders die Testpersonen mit schwarzem Humor: Super Laune, kaum Aggressionen und höhere Bildung.

Zumindest der Teil mit der Intelligenz bestätigt auch eine andere, frühere Studie (PDF), die Menschen mit Humor generell eine stärkere Cleverness bescheinigt.

[Bildnachweis: yurakrasil by Shutterstock.com]
8. November 2019 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.



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