Trauerkarte schreiben: 30 stilvolle Wege, Beileid zu wünschen

Stirbt ein geliebter Mensch, ist es üblich, den Angehörigen Mitgefühl über den Verlust auszudrücken. Indem Sie eine Trauerkarte schreiben, wünschen Sie schriftlich Beileid. Nicht immer fällt es leicht, angemessene Worte für diese traurige Situation zu finden. Wie schreibt man eine Trauerkarte? Auch sonst ist einiges unklar: Wann ist der richtige Zeitpunkt dafür? Wie adressiert man eine Trauerkarte? Wir geben zahlreiche Beispiele für stilvolle Beileidsbekundungen und praktische Hinweise, wie Sie eine Trauerkarte schreiben…

Trauerkarte schreiben: 30 stilvolle Wege, Beileid zu wünschen

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Was ist eine Trauerkarte?

Es gibt verschiedene Wege, den Hinterbliebenen eines Verstorbenen seine Anteilnahme auszudrücken. Trauerkarten zählen zu den schriftlichen Beileidsbekundungen. Sie unterscheiden sich von einem Kondolenzschreiben lediglich durch die Form.

Ein Schreiben ist meist ein längerer Brief, weshalb es synonym auch Beileidsbrief oder Trauerbrief heißt. Hingegen ist eine Trauerkarte meist eine schwarz-weiße, faltbare Klappkarte (im Gegensatz beispielsweise zu einteiligen Ansichtskarten). Klappkarten werden auf der Innenseite beschrieben und für den Versand in einen Umschlag gesteckt. Dadurch haben sie einen förmlicheren Charakter. Üblich sind sie vor allem für besondere Anlässe wie zur Hochzeit, zur Geburt oder eben auch zum Tod.

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Wann schreibt man eine Trauerkarte?

In jedem Fall sollten Sie umgehend Ihr Mitgefühl ausdrücken. Ganz gleich, ob Ihr Nachbar verstorben ist, die Mutter eines Freundes oder der Partner eines Kollegen: Wer schriftlich kondoliert, will damit Trost spenden und über den ersten Schmerz und Schock des Betroffenen hinweghelfen. Der Schock sitzt besonders in der Anfangszeit tief. Ziehen Tage oder sogar Wochen ins Land, bis Sie eine Trauerkarte schreiben, bewirken Sie womöglich das Gegenteil: Wunden werden wieder frisch aufgerissen, jede Beileidsbekundung lässt den Verlust erneut durchleben.

Trauerkarte Schreiben Beispiel2

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Wie wünscht man schriftlich Beileid?

Wenn Sie eine Trauerkarte schreiben, ist das Wichtigste, dass Sie persönlich formulieren. Natürlich ist es nicht falsch, etwas zu schreiben wie: „Mein aufrichtiges Beileid zum Verlust Ihres Mannes/Ihrer Mutter/… – Ihr Max Mustermann“. Aber so ein Kondolenzschreiben wäre äußerst dünn und floskelhaft. Es transportiert keine persönlichen Gefühle des Schreibers. Daher wird es auch den Empfänger nicht berühren. Genau das ist aber das Ziel: Mit einer Trauerkarte drücken Sie aus, wie wichtig der oder die Verstorbene Ihnen war. Das sollten Sie dabei beachten:

Nehmen Sie sich Zeit

Zwischen Tür und Angel lässt sich nur schwer eine Trauerkarte schreiben. Unter Zeitdruck wollen die richtigen Worte nicht einfallen, geht alles andere durch den Kopf. Daher sollten Sie sich in Ruhe Gedanken darüber machen, was Sie ausdrücken möchten. Was verbindet Sie mit dem Verstorbenen? Was empfinden Sie momentan, wie haben Sie vom Tod erfahren? Solche Aspekte können Sie in Ihr Schreiben fließen lassen.

Formulieren Sie die Trauerkarte vor

Die ersten Gedanken sind oft nicht „druckreif“. Um Fehler zu vermeiden, können Sie einen ersten Entwurf auf einem Blatt Papier schreiben. Dadurch können Sie auch besser einschätzen, wie viel von Ihren Gedanken sich tatsächlich auf der Trauerkarte unterbringen lässt. Meist ist kein Platz für lange Texte. Keinesfalls sollten Sie am Computer die Trauerkarte schreiben, sondern immer handschriftlich. Wichtiger als eine schöne Handschrift ist die Geste, die damit zum Ausdruck kommt.

Vermeiden Sie Ratschläge

Trauer ist etwas sehr Persönliches. Auch wenn Sie glauben zu wissen, wie es der Person momentan geht oder in zwei Jahren gehen wird: Vermeiden Sie unbedingt gutgemeinte Ratschläge dieser Art: „Das wird schon wieder“ oder „Die Zeit heilt alle Wunden“. Solche Phrasen wirken sehr lieblos und können das Gegenteil hervorrufen. Statt einfühlsamer Worte erhält der Angehörige Binsenweisheiten. Das könnte so verstanden werden, dass Ihnen der Verstorbene nicht wichtig genug ist.

Trauerkarte Schreiben Beispiel1

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Trauerkarte schreiben: Aufbau und Beispiele

Eine Trauerkarte bauen Sie nach folgendem Muster auf:

➠ Anrede
➠ Einleitung
➠ Kondolenz
➠ Persönlicher Bezug
➠ Angebot zur Unterstützung
➠ Zukunftswünsche
➠ Schluss

Anrede

Je näher Sie sich den Angehörigen verbunden fühlen und je besser Sie den Verstorbenen kannten, desto persönlicher können Sie formulieren:

➠ Liebe/Lieber Martina / Thomas
➠ Liebe Frau / Lieber Herr Mustermann
➠ Liebe Familie Mustermann
➠ Sehr geehrte Frau / Sehr geehrter Herr Mustermann
➠ Sehr geehrte Familie Mustermann
➠ Liebe Trauerfamilie

Einleitung

Die meisten tun sich mit dem Anfang schwer, wenn sie eine Trauerkarte schreiben. Zwei Kniffe können Ihnen dabei helfen, die Schreibhemmung zu überwinden. Sie können einen stilvollen Spruch als Einleitung verwenden, um von dort zu Ihrer Kondolenz überzuleiten. Ein anderer Weg ist, die Umstände und Ihre Gefühle näher zu schildern, als Sie vom Tod des Verstorbenen erfahren haben:

  • „Ich bin immer noch entsetzt über die Nachricht vom Tod Deines Mannes.“
  • „Die Nachricht vom Tode Deiner Mutter hat mich ins Mark getroffen.“
  • „Ich ringe um Worte. Mir will nichts Passendes einfallen, seit ich von Pauls Tod erfahren habe.“
  • „Wir konnten es nicht fassen, als uns Petra vom plötzlichen Tod Deiner Frau erzählte.“
  • „Mit großer Bestürzung habe ich vom tragischen Tod Deines Sohnes erfahren.“

Kondolenz

Drücken Sie an dieser Stelle Ihre Anteilnahme und Ihre Trauer über den Verlust aus:

  • „Zum Tode Ihres Ehemanns möchte ich Ihnen mein tiefstes Mitgefühl aussprechen.“
  • „Meine Gedanken sind in dieser schweren Zeit bei Ihnen.“
  • „Wir sind unendlich traurig über den Verlust Deiner lieben Mutter.“
  • „Unser herzliches und aufrichtiges Beileid zum Tode Ihres Vaters.“
  • „Seien Sie unserer Anteilnahme und unseres Beileids in dieser schweren Stunde versichert.“

Persönlicher Bezug

Wie erwähnt, sollten Floskeln nach Möglichkeit vermieden werden. Das gelingt umso besser, wenn Sie einen persönlichen Bezug in die Trauerkarte schreiben. Wie haben Sie und die verstorbene Person zueinander gestanden, wie haben Sie sich kennengelernt? Selbst bei flüchtigen Bekanntschaften sind ein paar wenige Worte dieser Art möglich. Sie machen den Unterschied zwischen einem Vordruck und aufrichtiger Anteilnahme:

  • „Ich weiß noch, wie Ihr nebenan eingezogen seid und wir das erste Mal gemeinsam gegrillt haben.“
  • „Paul habe ich in meinem ersten Jahr als Auszubildender als ruhigen, aber freundlichen Kollegen kennengelernt.“
  • „Leider haben wir nur für die Dauer des Projekts zusammengearbeitet. Aber das werde ich nie vergessen, denn Sabines trockener Humor war immer erfrischend in den teils schwierigen Situationen.“
  • „Martins Kenntnisse der Vereinsgeschichte waren beeindruckend. Alle lauschten fasziniert, wenn er von den Anfängen erzählte.“
  • „Auch nach dem Ruhestand riss der Kontakt nicht ab, war Ihr Mann ein gern gesehener Gast auf dem Sommerfest.“

Angebot zur Unterstützung

Ist ein geliebter Mensch verstorben, sind die Angehörigen meist mit der Situation überfordert. Bieten Sie Ihre Hilfe an. Das kann die Schulter zum Ausweinen bei engen Freunden oder Verwandten sein oder ganz praktische Unterstützung im Alltag. Manchmal müssen kleine Kinder gehütet, diverse Besorgungen erledigt werden – das alles neben der Organisation einer Trauerfeier und Beerdigung. Wiederholen Sie am besten Ihr Angebot persönlich, da sich die Hinterbliebenen oft scheuen, um Hilfe zu bitten.

  • „Zögere nicht, mich anzusprechen, wenn Du Hilfe brauchst.“
  • „Gerne übernehme ich die Einkäufe oder sonstige Erledigungen für Sie.“
  • „Es macht mir nichts aus, Ihren Hund mit zum Gassi gehen zu nehmen.“
  • „Solltest Du in dieser schwierigen Zeit Hilfe benötigen, bin ich jederzeit zur Stelle.“
  • „Ganz gleich, ob Du eine Schulter zum Ausweinen oder Unterstützung im Alltag brauchst: Gib mir ein Zeichen.“

Zukunftswünsche

Auch wenn Sie es nicht so plakativ ausdrücken: Natürlich geht das Leben nach einem Trauerfall weiter. Mit wenigen Worten können Sie Trost und Zuversicht signalisieren:

  • „Wir wünschen Dir viel Kraft in dieser schwierigen Zeit.“
  • „Für diese Zeit der Trauer wünsche ich Dir die nötige Kraft, den Tod zu verarbeiten und die Zuversicht, hoffnungsvoll in die Zukunft zu schauen.“
  • „Diese Zeit ist von großer Trauer geprägt. Trotzdem hoffe ich, dass Du Trost in den vielen wundervollen Erinnerungen findest.“
  • „Nehmen Sie sich die Zeit, die Sie für die Trauer brauchen. Ich wünsche Ihnen, dass Sie viel Kraft und Hoffnung aus dem Beistand Ihrer Freunde ziehen.“
  • „Ich wünsche Ihnen, dass Sie in Dankbarkeit auf die vielen schönen Erinnerungen zurückblicken können. Mögen sie Ihnen die Kraft und die Zuversicht für eine hoffnungsvolle Zukunft geben.“

Schluss

Zum Schluss setzen Sie einen dem Anlass entsprechenden Gruß und Ihre Unterschrift unter die Trauerkarte:

  • „In stillem Gedenken.“
  • „Wir trauern mit Euch.“
  • „In tiefer Trauer.“
  • „Mein herzliches Beileid.“
  • In aufrichtiger Anteilnahme.

Trauerkarte Schreiben Beispiel3

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Wie adressiert man eine Trauerkarte?

Viele sind sich unsicher, wie sie bei einer Trauerkarte den Umschlag beschriften sollen. Früher war es üblich, dass man als Adresse „An das Trauerhaus Mustermann“ schrieb. Mittlerweile ist so etwas überkommen. Im Zweifelsfall adressieren Sie eine Trauerkarte genau so, wie Sie jedes Schreiben an diese Person richten würden, also:

➠ Vorname Nachname
➠ Straße Hausnummer
➠ Postleitzahl Wohnort

Wenn Sie nicht nur eine Person ansprechen wollen, sondern Ihre Trauerkarte der gesamten Familie gilt, adressieren Sie entsprechend:

➠ Familie Mustermann
➠ Straße Hausnummer
➠ Postleitzahl Wohnort

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[Bildnachweis: Karrierebibel.de, NAPA, Luv_Dancin, electricmango by Shutterstock.com]
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6. November 2020 Anja Rassek Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der WWU in Münster. Sie arbeitete beim Bürgerfunk und einem Verlag. Hier widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.


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