Feierabend: 13 Wege den Arbeitstag richtig zu beenden

Wie machen Sie eigentlich Feierabend? Sitzen Sie bereits die letzten Minuten auf heißen Kohlen und können es kaum erwarten das Büro zu verlassen? Halten Sie noch ein Schwätzchen mit den Kollegen? Oder merken Sie gar nicht, dass Feierabend ist? Sowohl die letzte Zeit am Arbeitsplatz, aber vor allem der Feierabend im Anschluss, entscheidet darüber, wie gut Sie sich erholen und wie leistungsfähig Sie am nächsten Tag sind. Die ursprüngliche Bedeutung und Definition dieser freien Zeit wird von Arbeitnehmern immer seltener beachtet und ernst genommen. Deshalb, daher und darum: 13 Wege, wie Sie den Arbeitstag richtig beenden…

Feierabend: 13 Wege den Arbeitstag richtig zu beenden

Feierabend? Von wegen!

Feierabend Spruch Witz HumorFeierabend zu machen, fällt allerdings nicht allen leicht. Mehr als 40 Prozent der Beschäftigten können abends nicht von der Arbeit abschalten, fand das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen heraus. 23 Prozent sagten sogar, dass die anhaltenden Gedanken an den Job das größte Hindernis seien, sich zu erholen. Vor allem zu lange oder unregelmäßige Arbeitszeiten lassen die Gedanken auch nach Feierabend um den Job kreisen. Das gilt für Selbstständige übrigens genauso wie für Beamte oder Angestellte.

So manchem Workaholic fehlt das Bewusstsein: Ein entspannter Feierabend ist keinesfalls Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Auch der beste Motor verträgt keine Dauerbelastung und geht irgendwann kaputt. Wer abends nach Feierabend nicht abschaltet, riskiert nicht nur seine Gesundheit, sondern auch seine Leistungskraft, Konzentration und gute psychisches Verfassung: Sie fühlen sich schneller erschöpft, werden öfter krank und sind gestresster.

Auch wenn Sie Ihren Job wirklich gern machen, wird es Phasen geben, in denen es am Arbeitsplatz stressig wird – und die sollten Sie ausgleichen. Ansonsten haben schon die letzten Minuten des Arbeitstages Auswirkungen

  • auf Ihre Laune. Sind Sie mit Ihrer Arbeit nicht fertig geworden und verlassen das Büro mit einem unguten Gefühl, wirkt sich das auf die Stimmung aus: Sie sind gereizter und missmutiger.
  • auf Ihre Beziehungen. Wer den Stress mit nach Hause bringt, lässt diesen gerne an der Familie und Freunden aus. Streitigkeiten und Konflikte sind programmiert.
  • auf Ihren Schlaf. Die Arbeit nehmen Sie auch mit ins Bett und kommen dann schlecht zu Ruhe. Immer wieder denken Sie an nicht abgeschlossene Aufgaben oder Termine für den nächsten Tag. Viele Arbeitnehmer klagen dann darüber, schlecht einschlafen zu können oder häufig wach zu werden.
  • auf Ihre Gesundheit. Das Risiko für Schlaganfälle steigt, aber auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen nehmen zu. Selbst wer nicht gleich unter so gravierenden Folgen leidet, hat häufiger Rückenschmerzen, Migräne und ist anfälliger für Infekte.

Feierabend Definition: Woher kommt der Begriff?

Feierabend machen englisch Feierabend machen SynonymLaut Definition im Duden handelt es sich beim Feierabend um die Freizeit, die auf das Ende des Arbeitstages folgt oder den Schluss der täglichen Arbeit. Soweit ist die Bedeutung klar, doch wissen Sie auch, warum diese Zeit als Feierabend im Wörterbuch zu finden ist?

Glücklicherweise kann der Duden auch hier weiterhelfen: Das heutige Wort Feierabend geht zurück auf das spätmittelhochdeutsche vīrabent, was den Vorabend eines Feiertages oder Festtages bezeichnet, an dem die Arbeit (meist für religiöse Handlungen) ruhte. Dem Einfluss der Handwerkersprache ist es zu verdanken, dass sich die ursprüngliche Bedeutung mit der Zeit auf die allgemeinere Ruhezeit an jedem Abend ausgeweitet hat.

Die deutsche Sprache hält einige Synonyme für Feierabend und seine Bedeutung bereit, beispielsweise:

  • Arbeitsruhe
  • Arbeitsende
  • Arbeitsschluss
  • Büroschluss
  • Dienstschluss
  • Freizeit
  • Geschäftsschluss
  • Mußestunden

Auch Formulierungen wie Schicht im Schacht (eigentlich aus dem Bergbau) oder den Griffel / Stift fallen lassen teilen die Bedeutung aus dem Duden und zeigen, dass jemand mit der Arbeit aufhört und können synonym für den Feierabend verwendet werden.

Interessanterweise eignen sich sowohl eine Umschreibung für Feierabend machen als auch der Begriff selbst für verbale Drohungen beziehungsweise, um seinen Ärger auszudrücken:

  • „Jetzt ist aber Feierabend!“
  • „Jetzt ist Schicht im Schacht!“

Die deutsche Sprache bietet mit dem Begriff viele Möglichkeiten, entweder mit der Bedeutung nach Duden, den Synonymen oder auch im umgangssprachlichen Gebrauch.

In anderen Sprachen sieht dies anders aus. So gibt es im Englischen keine exakten Übersetzungen für den bei uns selbstverständlichen Feierabend. Die Briten wünschen einfach mit have a nice evening einen schönen Abend oder sprechen von der Zeit nach der Arbeit: „end of working day“, „end of work“, „after work“. Umgangssprachlich heißt Feierabend auf Englisch auch „knock-off“, Übersetzungen mit gleicher Bedeutung sucht man in der Sprache jedoch vergebens.

Warum wird kein wirklicher Feierabend gemacht?

Warum verlernen so viele Arbeitnehmer, Feierabend zu machen? Ein Grund ist oft der Stress im Beruf. Je größer die Belastung, desto schwieriger wird es, diese am Abend einfach hinter sich zu lassen. Stattdessen werden auch zu später Stunde noch berufliche Probleme gewälzt, wodurch Abschalten und Erholung im Feierabend unmöglich wird.

Ein weiteres Problem sind die Erwartungen, denen Mitarbeiter sich gegenüber sehen. Wer nicht mindestens 120 Prozent gibt, hat Angst, von der Konkurrenz überholt zu werden und den Anschluss zu verlieren. Angeheizt wird diese Einstellung von Unternehmen und Vorgesetzten, die den Konkurrenzkampf vorantreiben, Druck machen und höchste Erwartungen stellen.

So haben viele nicht nur ein schlechtes Gewissen, sondern die Befürchtung, dem Job nicht gerecht zu werden, wenn nach Feierabend nicht noch wenigstens ein bisschen Energie für die Arbeit genutzt wird. Es herrscht die Einstellung, dass Überstunden ein Zeichen für gute Leistungen und die richtige Arbeitsmoral sind – was Unsinn ist, wie Sie in diesem PDF nachlesen können.

Problematisch ist auch die ständige Erreichbarkeit. Online oder telefonisch können Unternehmen oder Kunden zu jeder Tages- und Nachtzeit weitere Informationen schicken oder darum bitten, noch kurzfristig etwas zu bearbeiten. Viele Arbeitnehmer lesen auch nach Feierabend noch E-Mails oder andere Nachrichten, aus Angst, sie könnten etwas wirklich wichtiges verpassen.

Flexibilisierung der Arbeitszeit: Fluch oder Segen?

Flexibilisierung der Arbeitszeit macht produktiverDie Zeiten, in denen Bürojobs überwiegend starre Arbeitszeiten von 8 Uhr morgens bis 17 Uhr nachmittags hatten, sind lange vorbei. Internet und Digitalisierung sei Dank können viele Arbeitnehmer ihre Arbeit online im Home Office erledigen oder durch Gleitzeit ihren Bedürfnissen anpassen. Aber ist das eigentlich ausschließlich positiv? Die Meinungen dazu gehen auseinander.

Flexibilisierung erhöht Stress

Zu diesem Ergebnis kommen Nina Pauls, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Arbeitsgruppe Wirtschaftspsychologie am Institut für Psychologie der Uni Freiburg, und ihre Kollegen Barbara Pangert und Christian Schlett. In qualitativen Interviews befragten die Forscher 43 Beschäftigte aus den IT-Bereichen von fünf deutschen Unternehmen.

Die Ergebnisse der vergleichsweise kleinen Befragung wurden durch weitere Forschungsarbeit an dem Projekt „Master“, Management ständiger Erreichbarkeit, bestätigt (Bericht über Projektergebnisse, PDF).

Herauskam, dass ein Anruf des Chefs in der Freizeit nicht nur für den Moment Stress beim Arbeitnehmer auslöst, sondern auch darüber hinaus mehrere Stunden in Anspruch nimmt. Dabei ist es unerheblich, ob es später einen Freizeitausgleich für die erledigte Arbeit gibt.

Allerdings muss diese Feststellung insofern relativiert werden, als dass das Stressempfinden davon abhängig ist, um welchen „Erreichbarkeitstypen“ es geht: Manche Arbeitnehmer schätzen die Möglichkeit der ständigen Kommunikation, andere fühlen sich dadurch unter Druck gesetzt.

Flexibilisierung macht produktiver

Studien der Soziologinnen Erin Kelly und Phyllis Moen von der Universität von Minnesota zeigen: Mitarbeiter werden produktiver, je mehr Freiheiten und Flexibilität die Arbeitgeber ihnen in puncto Arbeitszeit zugestehen. Überdies verbesserte sich der Schlaf der Mitarbeiter und sogar die Krankheitsausfälle sanken.

An der Studie nahmen rund 600 Angestellte teil. Am Ende berichteten diese, dass sie durch die flexibleren Arbeitszeiten im Schnitt 52 Minuten nachts länger schlafen konnten; dass sie tagsüber mehr Energie hätten; dass sie sich nicht mehr schlecht fühlten, wenn sie wegen Krankheit mal zuhause blieben und dort arbeiteten; dass sie überdies mehr auf ihre Gesundheit achteten; dass sich die Familienkonflikte daheim reduzierten und dass sie insgesamt am Tag mehr schafften – ohne dafür länger arbeiten zu müssen.

Wie so häufig liegt die Wahrheit also vermutlich irgendwo dazwischen und hängt von Ihrem persönlichen Empfinden und Kommunikationsverhalten ab.

Im Feierabend entspannen: 3 Phasen der Erholung

Schon 1996 entwickelte der Sportwissenschaftler Henning Allmer das sogenannte Phasenmodell der Erholung. Danach stehen Belastung und Erholung in einem dynamischen Wechselbezug. Es lässt sich aber auch als Antwort auf die Frage begreifen: Wie schaffe ich es, vom stressigen Job auf Erholung umzuschalten?

Allmer sagt, dass Erholung letztlich aus drei Phasen besteht: Zuerst muss man sich von der vorangegangen Belastung distanzieren, erst dann habe man den körperlichen und geistigen Status erreicht, um wirklich zu regenerieren. Nach dieser zentralen Erholungsphase kommt eine Phase der Orientierung, in der man sich darauf einstimmt, welche neue Belastung ansteht und wie sich diese anpacken lässt.

Konkret sieht das so aus:

  1. Distanzierungsphase

    In dieser Phase gilt es, Abstand zu gewinnen vom Leistungsdruck, von Gedanken an Belastung und belastenden Emotionen. Man orientiert sich gedanklich und emotional um auf den „Erholung“.

  2. Regenerationsphase

    In dieser zweiten Phase sollten wir bewusst unsere Leidenschaften ausleben, Beziehung pflegen, Spaß haben, Freunde treffen, die Freizeit genießen.

  3. Orientierungsphase

    Es folgt schließlich die dritte Phase und damit wieder das Vorbereiten auf die nächste Belastung. Wir orientieren uns gedanklich wieder hin zur Leistung, Motto: „Ich bin bereit, mich den neuen Aufgaben zu stellen.“

Bezogen auf die Arbeitswelt heißt das: Das Geheimnis guter Erholung liegt genau in den Übergangsphasen von Belastung zu Entspannung und wieder zurück zu Belastung.

Allerdings – das sagt etwa eine repräsentative Toluna-Umfrage unter 1045 Erwerbstätigen: Mehr als jedem dritten Arbeitnehmer (36 Prozent) reicht der Feierabend zur Erholung allein nicht aus. Viele Überstunden, lange Pendelzeiten oder Zweitjobs reduzieren die freie Zeit auf ein nicht mehr ausreichendes Minimum, kritisiert rund jeder zweite Befragte (56 Prozent), ein weiteres Drittel (36 Prozent) klagt, mit der Betreuung von Kindern oder Pflege von Angehörigen zu stark eingespannt zu sein.

Rund 45 Prozent sagten sogar, nach Feierabend „stark“ erholungsbedürftig zu sein.

In einem solchen Fall helfen dann wirklich nur noch Kurzurlaub, längere Auszeiten und öfter Pausen machen.

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13 Tipps, wie Sie entspannter in den Feierabend starten

Damit der wohlverdiente Feierabend auch so erholsam wird, wie Sie sich das wünschen, sollten Sie bereits in den letzten Minuten Ihres Arbeitstages darauf hinarbeiten. Dafür müssen Sie nicht gleich alles stehen und liegen lassen und sich frühzeitig auf den Weg nach Hause machen. Vielmehr sind es einige kleine Dinge, die Ihnen dabei helfen können, den Tag abzuschließen und sich wirklich dem Feierabend zu widmen.

Was Sie im Büro und Zuhause tun können:

  1. Aktualisieren Sie ihre To-Do-Liste.

    Nehmen Sie sich die Zeit, den Arbeitstag Revue passieren zu lassen. Knöpfen Sie sich dafür Ihre To-Do-Liste vor: Welche Punkte können Sie abhaken? Welche Aufgaben bleiben stehen? Kommen neue Aufgaben hinzu? Verschieben sich Prioritäten? Auf diese Weise verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihre Tages-Leistungen und planen bereits den nächsten Tag. Zu notieren, was noch zu tun ist, verleiht einem überdies das gute Gefühl, nichts zu vergessen und macht es einfacher abzuschalten.

  2. Sorgen Sie für Ordnung.

    Ein aufgeräumter Schreibtisch hilft, auch im Kopf die Ordnung zu behalten. Heften Sie Dokumente ab, um sie bei Bedarf schnell finden zu können; entfernen Sie alte Arbeitsunterlagen und säubern Sie Ihren Schreibtisch. Am nächsten Arbeitstag können Sie dann gleich loslegen und müssen sich nicht noch durch Aktenberge kämpfen, um Ihren Bildschirm sehen zu können. Auch das befreit gedanklich für den Feierabend.

  3. Machen Sie sich bewusst, was Sie erreicht haben.

    Gönnen Sie sich einen Moment, um innezuhalten und sich die Erfolge des Tages vor Augen zu führen. Im stressigen Arbeitsalltag nehmen sich die meisten viel zu wenig Zeit dafür. Doch wer sich seine Erfolge bewusst macht, bleibt motiviert. Sie erkennen so Fortschritte und sehen, was Sie schon geschafft haben – oft mehr, als wir denken. Ebenso wichtig ist dabei, dass Sie Ihre Erkenntnisse nach außen kommunizieren. So wissen auch Ihre Kollegen, was Sie schon alles geleistet haben, wenn Sie pünktlich Feierabend machen. Effekt: Sie schließen den Arbeitstag zufrieden und ohne schlechtes Gewissen ab.

  4. Lernen Sie aus dem vergangenen Tag.

    Wo gab es Probleme? Was ist nicht nach Plan gelaufen? Analysieren Sie all diese Dinge noch im Büro und extrahieren Sie Lektionen für sich. Damit unterziehen Sie Ihre Arbeitsweise einer kontinuierlichen Reflexion, lernen aus Ihren Fehlern und entwickeln sich weiter. Das wird sogar dem Chef positiv auffallen.

  5. Planen Sie Ihre Termine.

    Kurz vor Feierabend nehmen Anfragen von Kunden und Kollegen meistens kein Ende. Ordnen Sie Ihre Gespräche und Termine in zwei Gruppen. Erstens: Kann noch vor Feierabend erledigt werden. Zweitens: Benötigt mehr Zeit und Aufmerksamkeit und sollte auf den nächsten Tag verschoben werden. Wichtige Gespräche mit Kunden sollten Sie, soweit möglich, auf den nächsten Arbeitstag legen. Zum einen sind Sie dann ausgeruhter und zum anderen verhindern Sie auf diese Weise, dass sich aus den Telefonaten Aufgaben ergeben, die Sie noch am selben Abend fertigstellen müssen.

  6. Pflegen Sie ein Feierabendritual.

    Ein Feierabendritual kann beispielsweise das bewusste Gießen aller Pflanzen in Ihrem Büro sein. Wenn Sie das jeden Tag zum Feierabend hin tun, werden Sie bald schon durch das Gießen innerlich auf Freizeit umschalten (siehe Erholungsphasen oben).

  7. Stimmen Sie sich im Team ab.

    Wie sieht die Lage im Team aus? Tauschen Sie sich kurz mit Ihren Kollegen über den vergangenen, aber auch über den kommenden Arbeitstag aus. Auf diese Weise bleiben Sie auf dem Laufenden, wissen woran die Kollegen gerade arbeiten, aber auch wo es Engpässe gibt und wo unterstützt werden kann.

  8. Bedanken Sie sich.

    Ein einfaches Danke, mehr braucht es oft nicht, um mit einem guten Gefühl in den Feierabend zu starten. Und das gilt nicht nur für Sie, sondern auch für Ihr Gegenüber. Und Gründe, sich bei Freuden und Kollegen zu bedanken, gibt es viele. Bei Ihren Kollegen für die Zusammenarbeit, beim Vorgesetzten, weil er Ihre Idee umsetzt oder einfach beim Büronachbarn für die nette Gesellschaft.

  9. Pflegen Sie berufliche Beziehungen.

    Bleiben Sie noch einige Minuten, um sich beispielsweise mit den Kollegen über deren Feierabendpläne zu unterhalten oder eine lustige Anekdote zu erzählen. Sie lernen so die Kollegen besser kennen und zeigen Interesse an ihnen. Auf diese Weise bauen Sie mit ein wenig Smalltalk Ihr berufliches Netzwerk aus und pflegen bestehende Kontakte.

  10. Räumen Sie Ihren Arbeitsplatz auf.

    Die einen sind Anhänger der Theorie, nur das Genie beherrsche das Chaos. Die anderen hängen eher der Meinung an, dass ein unaufgeräumter Schreibtisch auch einen unaufgeräumten Geist repräsentiere. Fakt ist: Schreibtisch-Chaos mit alten Kaffeebechern und Essensresten ist nicht besonders einladend. Darüber hinaus konnten Untersuchungen zeigen, dass Angestellte im Schnitt zweieinhalb Stunden pro Tag damit verbringen, Informationen zu suchen. Zeit also, die Sie sinnvoll für Ihre eigentliche Arbeit und einen früheren Feierabend nutzen könnten. Darüber hinaus kann das Aufräumen Ihnen dabei helfen, gedanklich mit einem Arbeitsvorgang abzuschließen.

  11. Treiben Sie Sport.

    So manch einer findet die Vorstellung allein bereits anstrengend: Kaum Zuhause angekommen, schon die Sporttasche schnappen und ins Fitnessstudio rennen – wo bleibt da die Erholung? Und der Schweinehund ist oftmals riesig, lockt doch das Sofa nebenan. Sie können sich austricksen, indem Sie mit der gepackten Sporttasche zur Arbeit fahren. Wobei wir zum Laufen raten. Im Gegensatz zum Fitnessstudio sparen Sie nicht nur die Gebühren und sind unabhängig von Öffnungszeiten. Sie stärken Ihre Abwehrkräfte enorm, wenn Sie draußen Sport treiben. Wer außerdem den ganzen Tag im Büro gehockt hat, versorgt sich mit frischem Sauerstoff. Sie bauen Stress ab, kriegen den Kopf frei und der Körper schüttet Endorphine aus.

  12. Finden Sie neue Glaubenssätze.

    Oftmals sind es alte, verinnerlichte Glaubenssätze, mit denen wir uns selbst im Weg stehen. Sie halten sich womöglich für nicht wertvoll genug, wenn Sie nicht jeden Tag 1000 Prozent geben. Oder Sie haben Angst davor, sich den Unmut der Kollegen zuzuziehen, wenn Sie einmal früher in den Feierabend gehen. Dahinter steht meist eine Mischung aus Perfektionismus und geringem Selbstwertgefühl, manchmal auch das Denken, dass ohne die eigene Arbeitskraft der Laden zusammenbricht. In jedem Fall sollten Sie Ihre Denke überprüfen und schauen, ob diese Glaubenssätze so noch Gültigkeit haben.

  13. Machen Sie Entspannungsübungen.

    Wer zwar zuhause angekommen, aber gedanklich noch auf der Arbeit ist, hat nicht wirklich Feierabend. Innere Unruhe, Sorge um unerledigte Aufgaben verhindern die nötige Entspannung. Die Folgen können Nacken- und Rückenschmerzen sein. Entspannung können Sie jedoch mit Entspannungsübungen nach Jacobson, Meditation oder Yoga erreichen. Sie verschaffen sich so eine kleine Auszeit und nehmen Ihren Körper wieder bewusst wahr.

Der Feierabend beginnt, sobald Sie das Unternehmen verlassen – und die Zeit, bis Sie zuhause ankommen, sollten Sie nutzen. In diesem kostenlosen PDF haben wir drei einfache Tipps für eine entspannte Heimfahrt für Sie

Extra-Tipp: Zum Feierabend TV-Serien gucken

Es gibt Studien, die kann man glauben oder nicht. Dazu zählt zum Beispiel die Untersuchung der Psychologin Jaye Derrick von der Universität von Buffalo. Sie fand heraus: Wenn Sie nach Feierabend Ihre Akkus möglichst schnell wieder aufladen wollen, schauen Sie sich eine Folge Ihrer Lieblingsserie im TV an.

Die Begründung: Nach einem anstrengenden Tag sind die meisten von uns zunächst einmal mental völlig erschöpft. Für irgendwelche Anstrengungen – etwa noch mal um den Block zu joggen – fehlt uns jede Motivation und Kraft. Und die allgemeine Laune ist auch eher im Souterrain als im Obergeschoss zu finden. Das Beste sei dann, „in bekannte und positiv besetzte Welten einzutauchen“, sagt Derrick.

Eben wie bei einer Fernsehserie. „Wenn Sie solche TV-Serien sehen, müssen Sie nicht kontrollieren, was Sie denken, sagen oder tun. Sie benötigen keinerlei mentale Energie etwa zur Selbstdisziplin und schalten dabei ab. In derselben Zeit aber erfreuen Sie sich an der (passiven) Interaktion mit Ihren Helden im Fernsehen – und dabei lädt Ihr geistiger Akku schnell wieder auf.“

Auch wenn es fast zu schön klingt, um wahr zu sein: Fernsehen hilft beim Abschalten und Auftanken, ist Jaye Derrick überzeugt. Vor allem, wenn wir dabei leichte Kost glotzen. Verzichten sollten Sie hingegen auf Social Media wie Twitter und Facebook kurz vor dem Schlafen. Vor allem, wenn Sie diese auf Smartphone oder Tablet ansteuern, können Erholung und Schlaf darunter leiden.

Bewährt hat sich auch ein Klassiker am Abend: Lesen Sie ein Buch. Dabei kommen die meisten schnell zur Ruhe und schalten wirklich ab – viel besser als bei der späten online Lektüre von Twitter.


Gute Nachricht zum Schluss: Jeder Zweite hat freitags eher frei

Feierabend: Jeder Zweite hat freitags eher freiJeder zweite Arbeitnehmer (51,3 Prozent) in Deutschland kann früher ins Wochenende starten. Der Großteil der Arbeitnehmer macht Montag bis Donnerstag zwischen 16 und 18 Uhr Feierabend. Wer am Freitag früher gehen kann, macht meistens schon um 14 Uhr (23,2 Prozent) oder 15 Uhr (25,6 Prozent) Schluss. Das ergab eine repräsentative Indeed-Umfrage. Im Detail: Gefragt wurde…

Wann machen Sie Montag bis Donnerstag üblicherweise Feierabend?

  • 12 Uhr: 1,3 Prozent
  • 13 Uhr: 2 Prozent
  • 14 Uhr: 7,6 Prozent
  • 15 Uhr: 10,7 Prozent
  • 16 Uhr: 26,6 Prozent
  • 17 Uhr: 28,7 Prozent
  • 18 Uhr: 23,1 Prozent

Wenn Sie freitags früher gehen können, wann machen Sie am Freitag Feierabend?

  • 12 Uhr: 11 Prozent
  • 13 Uhr: 20,8 Prozent
  • 14 Uhr: 23,2 Prozent
  • 15 Uhr: 25,6 Prozent
  • 16 Uhr: 13,8 Prozent
  • 17 Uhr: 4 Prozent
  • 18 Uhr: 1,7 Prozent

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[Bildnachweis: Roman Samborskyi by Shutterstock.com]
11. September 2018 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.

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