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Work-Life-Separation: Bedeutung + Vor- & Nachteile

Work-Life-Separation ist für die Generation Z ein zentrales Thema. Wurde lange über Work-Life-Blending oder Work-Life-Balance geredet, haben sich laut Experten wie dem Wirtschaftswissenschaftler Christian Scholz die Prioritäten der jüngsten Arbeitnehmergeneration verschoben. Arbeit und Privatleben sollen nicht mehr verbunden, sondern klar getrennt werden. Zurück zur alten Volksweisheit: Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps. Wir zeigen, was Work-Life-Separation bedeutet und welche Vor- oder Nachteile das Konzept hat…



Work-Life-Separation: Bedeutung + Vor- & Nachteile

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Definition: Was ist Work-Life-Separation?

Work-Life-Separation ist ein Konzept und Lebensmodell, bei dem Arbeit und Privatleben strikt voneinander getrennt werden. Es gibt klare Grenzen von Arbeitszeit und Freizeit. Heißt: Im Feierabend, am Wochenende oder im Urlaub wird möglichst kein Gedanke an den Beruf verschwendet.

Damit steht Work-Life-Separation im Kontrast zur Verschmelzung der Lebensbereiche, die in den letzten Jahren immer stärker vorangetrieben wurde. Durch Digitalisierung und neue Arbeitsmodelle kann immer und überall gearbeitet werden. Genau diese Überschneidungen soll verhindert werden.

Work-Life-Separation: Unterschiede zu anderen Modellen

Die von jungen Arbeitnehmern angestrebte Work-Life-Balance ist ein Gegenmodell zum Work-Life-Blending und weicht auch vom bekannten Begriff der Work-Life-Balance deutlich ab. Hier die Unterschiede:

Work-Life-Blending

Work-Life-Blending ist das Gegenteil zur Work-Life-Separation. Es beschreibt die Verschmelzung von Arbeit und Privatleben, bei der es keine spürbare Trennung der beiden Bereiche mehr gibt. Eine klare Unterteilung in Arbeitszeit oder Freizeit findet nicht mehr statt. Beide gehen nahtlos ineinander über.

Work-Life-Balance

Bei der Work-Life-Balance steht der Ausgleich von beruflichen Anstrengungen durch Erholung und Privatleben im Vordergrund. Ziel ist eine möglichst perfekte Balance der beiden Bereiche. Allerdings steht das Konzept auch in der Kritik, weil die Arbeit ein wichtiger Teil des Lebens ist, viele sich mit ihrem Job identifizieren und großes Selbstwertgefühl daraus ziehen. Sie sollte nicht nur als Belastung und Stressfaktor gesehen werden.

Definition Work Life Separation Work Life Blending Work Life Balance

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Work-Life-Separation: Beispiel

Eine klare Work-Life-Separation fällt vielen Arbeitnehmern sehr schwer. Digitales Arbeiten und ständige Erreichbarkeit sind zur Gewohnheit geworden. Wie die strikte Trennung aussehen kann, zeigen dabei einfache Beispiele:

  • Werden Sie nach Feierabend beruflich angerufen, gehen Sie nicht ran – oder schalten das Diensthandy einfach aus.
  • Berufliche Mails werden am Wochenende weder gelesen noch beantwortet.
  • Sie nehmen sich keine Aufgaben mit nach Hause, die noch erledigt werden müssen.
  • Außerhalb der Arbeitszeit beschäftigen Sie sich nicht mit Ihrem Job.
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Gründe für Work-Life-Separation

Lange wurde über die Vorteile von Work-Life-Blending gesprochen. Eine strikte Trennung von Job und Privatleben galt als veraltet, weil technische Möglichkeiten und flexible Arbeitszeitmodelle neue Arbeitsweisen ermöglichen. Nun strebt die Generation Z größere Work-Life-Separation an. Aber welche Gründe stehen hinter dieser Entwicklung? Christian Scholz, Ökonom und Personalexperte, erklärt: Junge Arbeitnehmer haben gesehen, wohin die Verschmelzung der Lebensbereiche führt.

Gerade die Generation Y setzte auf Work-Life-Blending, doch der Wille zum dauerhaften Einsatz wird nur selten entsprechend entlohnt – etwa durch Gehaltserhöhungen oder Beförderungen. Diesem Schicksal will die neue Generation Z entgehen und setzt deshalb auf klare Strukturen. Die Arbeitszeit ist fest umrissen, die Abende und Wochenenden sind arbeitsfrei.

Klare Trennung statt Flexibilität

Das Zauberwort der Flexibilität, die beim Work-Life-Blending angepriesen wird, zweifelt Christianz Scholz als Mogelpackung an. Das Problem: Sie entpuppt sich oft als Einbahnstraße. Arbeitszeit und Freizeit sind nicht wirklich flexibel, vielmehr verdrängt der Job das Privatleben zunehmend. Arbeitnehmer können zwar flexibel nach Feierabend oder am Wochenende arbeiten, private Angelegenheiten während der Arbeitszeit bleiben aber aus. Es wird nicht flexibel, sondern einfach mehr gearbeitet.

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Vorteile der Work-Life-Separation

Die Erwartungen an die Work-Life-Separation sind hoch – auch weil es nicht einfach ist, die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit einzuhalten. Wenn es gelingt und richtig umgesetzt wird, sind damit aber einige Vorteile verbunden:

  • Weniger Stress
    Wenn eigentlich immer gearbeitet wird, stehen Betroffene dauerhaft unter Stress. Es fehlt die Entspannung ohne berufliche Belastungen. Durch eine strikte Trennung wird genau dies erreicht. Sie können wirklich abschalten und zur Ruhe kommen.
  • Klare Prioritäten
    Sollen berufliche und private Angelegenheiten parallel erledigt werden, kommt immer ein Bereich zu kurz. Durch Work-Life-Separation setzen Sie klare Prioritäten.
  • Bessere Leistungen
    Tatsächlich kann es zu besseren Leistungen kommen, wenn Arbeit und Privatleben getrennt werden. Während der Arbeitszeit ist der Fokus klarer und auch die Motivation größer. Für die Dauer des Arbeitstages wird sich zu 100 Prozent konzentriert und reingehangen – das zeigt sich in den Ergebnissen.
  • Mehr Zufriedenheit
    Richtig umgesetzt steigert die Work-Life-Separation die Zufriedenheit. Sie müssen keine Kompromisse in einem der wichtigen Bereiche Ihres Lebens machen, sondern können sich diesen – getrennt voneinander – widmen. So haben Sie nie das Gefühl, etwas zu vernachlässigen oder Erwartungen nicht gerecht zu werden.

Mögliche Nachteile

Work-Life-Separation kann aber auch Nachteile haben. Zum einen ist die Umsetzung schwierig. Beim privaten Blick aufs Smartphone lassen sich berufliche Mails kaum ignorieren, wenn ein Kollege nach Feierabend anruft, geht man oft doch ran, weil er eine wichtige Frage haben könnte. Auch kann es in einigen Unternehmen Ihrer Karriere schaden, wenn Sie so strikt trennen. Wenn andere Mitarbeiter sich auch außerhalb der Arbeitszeit mehr engagieren, sind diese Ihnen vielleicht einen Schritt voraus.

Work-Life-Separation: 4 Tipps

Sie wollen eine größere Work-Life-Separation? Dann können diese fünf Tipps bei der Umsetzung helfen:

  1. Problem erkennen

    Der erste Schritt: Erkennen Sie, dass die Verschmelzung für Sie ein Problem ist. Leidet Ihr Privatleben? Haben Sie zu wenig Zeit für Familie und Freunde? Arbeiten Sie viel zu viel? Wenn Sie sehen, dass eine Veränderung notwendig ist, lässt sich diese leichter umsetzen.

  2. Wünsche entwickeln

    Klären Sie, wie genau Ihre Wünsche für die Work-Life-Separation aussehen. Wollen Sie festgelegte Arbeitszeiten, statt in Gleitzeit zu arbeiten? Sollen Chef, Kollegen und Kunden Sie außerhalb der Arbeitszeit gar nicht mehr kontaktieren können? Mit genauen Vorstellungen und Erwartungen wissen Sie, woran Sie arbeiten sollten.

  3. Gewohnheiten ändern

    Sie gucken sofort auf das Smartphone, wenn eine Mail im Postfach landet? Oder Sie schauen am Wochenende auf den aktuellen Stand der Projekt im Job? Solche Gewohnheiten müssen Sie ändern, um Arbeit und Privates wirklich zu trennen. Entwickeln Sie stattdessen neue Angewohnheiten. Zum Beispiel: Schalten Sie das Diensthandy aus, sobald Sie den Arbeitsplatz verlassen. Oder entwickeln Sie eine Routine, die den Übergang von Arbeits- zu Freizeit symbolisiert.

  4. Grenzen setzen

    Work-Life-Separation funktioniert nur mit klaren Grenzen. Dem Arbeitgeber müssen sie erklären, dass Sie nach Feierabend, am Wochenende oder im Urlaub nicht erreichbar sind. Andersrum müssen Familie und Freunde verstehen, dass die Arbeitszeit wirklich fest verplant ist – kein kurzer Kaffee zwischendurch oder ein Telefonat am Vormittag. Beim Work-Life-Blending wäre dies denkbar, bei der Trennung gibt es keine Überschneidung.


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[Bildnachweis: Volha Hlinskaya Shutterstock.com]

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