Zufriedenheit lernen: Alles Einstellungssache!

Wer das Glück sucht, findet die Zufriedenheit. Hoffentlich. Denn nicht das Glück macht glücklich, sondern die Lebenszufriedenheit. „Glück ist ein Rauschzustand – Zufriedenheit aber ist Windstille der Seele“, sagt ein Bonmot richtig. Zugegeben, der Begriff selbst ist etwas unspektakulär, dafür ist das Gefühl weniger flüchtig als Glück. Zufriedenheit besitzen, ist ein wesentlicher Teil unseres biologischen, psychischen und sozialen Wohlbefindens. Die gute Nachricht: Zufriedenheit ist Einstellungssache – und sie lässt sich lernen. Wir zeigen, wovon Zufriedenheit ausmacht und geben viele Tipps, wie Sie zufriedener werden können..

Zufriedenheit lernen: Alles Einstellungssache!

Was macht Zufriedenheit aus?

Jeder Mensch möchte Zufriedenheit empfinden. Wir treffen Entscheidungen, verfolgen Ziele und setzen unsere Energie ein, um genau diesen Zustand der Zufriedenheit zu erreichen. Dabei stellen sich viel zu wenige die Frage: Was ist Zufriedenheit überhaupt? Oft werden hier Begriffe und Ideen vermischt, weshalb es sinnvoll ist, sich zunächst über die Bedeutung klar zu sein.

Wer wirklich zufrieden ist, ist innerlich ausgeglichen, einverstanden mit den Umständen und empfindet tiefe Genugtuung. Zufriedenheit ist die persönliche Überzeugung und Einschätzung, dass das aktuelle Leben den eigenen Vorstellungen und Erwartungen entspricht.

Zufriedenheit empfinden wir also immer dann, wenn unsere individuellen Bedürfnisse befriedigt werden. Das kann berufliche und finanzielle Sicherheit sein, aber auch ein erfülltes Familienleben und ein Umfeld von Freunden kann dazu gehören. Ein weiterer Faktor, der Zufriedenheit beeinflussen kann, ist die Möglichkeit, eigene Interessen, Hobbys und Leidenschaften auf dem Weg zur Selbstverwirklichung zu verfolgen.

Zufriedenheit Zitate Bedürfnisse Grafik

Wirklich zufrieden ist, wer das hat, was er zum glücklich sein braucht. Das klingt selbsterklärend, bietet aber eine große Chance: Am Ende können Sie schließlich selbst beeinflussen und entscheiden, wovon Ihre Zufriedenheit abhängt und wie viel von allem Sie wirklich brauchen.

Innere Zufriedenheit kann kein Dauerzustand sein

Innere Zufriedenheit kann kein Dauerzustand seinInnere Zufriedenheit beginnt – wie der Name schon sagt – bei uns selbst. Und damit im Kopf. Sie ist oft das Ergebnis aus unseren Erwartungen und deren Erfüllung. Wer glaubt, dieser Glückszustand ließe sich schon durch ein paar Übungen dauerhaft konservieren, sitzt allerdings einem naiven Irrglauben auf – und bleibt vermutlich unglücklich.

Setzen Sie sich damit aber auch nicht unter Druck: Dauerhaftes Zufriedensein ist biologisch gar nicht vorgesehen. Die Evolution hat es vorgemacht: Der Mensch entwickelt sich ständig weiter, unser Gehirn dürstet danach, Neues zu lernen, wir sollen wachsen. Nicht zufällig entwickeln wir Ehrgeiz und Ambitionen. Gut so! Sonst würden wir stehenbleiben. Und Stillstand ist der Anfang von Langeweile und Tod. Zahlreiche Krankheiten haben hier ihren Ursprung.

Unzufriedenheit ist also auch ein wichtiger Lebensmotor, der uns antreibt, Erfahrungen zu machen und zu wachsen. Umgekehrt bedeutet Zufriedenheit auch nicht, das man keine Wünsche mehr hat. Oder anders formuliert: Um Zufriedenheit zu erleben, brauchen wir genauso gelegentliche Unzufriedenheit. Denn Zufriedensein ist ein absoluter Zustand, er lässt sich nicht steigern.

Zufriedenheit im Job: Gehalt, Arbeitszeit, Arbeitsklima?

Wenigstens ab und an zufrieden sein, friedvoll bleiben, wie es auch heißt – das schaffen allerdings nur wenige. Erst recht im Beruf. Gerade mit rund 30 Jahren ist der Job für kein Quell der Zufriedenheit, sondern für viele Stress pur. In keiner anderen Lebensphase schieben Menschen mehr Jobfrust, fanden Forscher der Universität Groningen heraus.

Grund hierfür seien meist Kinder, wichtige Karriereweichen und eine zunehmend aus dem Gleichgewicht geratende Work-Life-Balance. Also genau genommen das Privatleben.

Wie aber sieht es im Beruf selbst aus? Eine Theorie besagt: Die Zufriedenheit im Job bestimmen genau 3 Dinge…

  • Gehalt
  • Arbeitszeit
  • Arbeitsklima

Natürlich spielen alle drei Punkte eine wesentliche Rolle für die Jobzufriedenheit, erst im Zusammenspiel entfalten sie ihre volle Wirkung:

  • Gehalt

    Wer erstklassige Leistungen erbringt und dafür drittklassig bezahlt wird, schiebt auf Dauer Frust und fühlt sich ausgebeutet.

  • Arbeitszeit

    Auch die beste Bezahlung kann einen dauerhaft nicht erfreuen, wenn man kein Leben mehr hat und nur noch schuftet. Arbeit braucht stets auch Ausgleich.

  • Arbeitsklima

    Wie heißt es so schön: Man kommt für den Job – und geht wegen des Chefs (oder der Kollegen). Nicht wenige verbringen mehr Zeit mit ihren Kollegen (Chefs eingeschlossen) als mit dem eigenen Partner. Mindestens acht Stunden am Tag. Wenn da die Chemie nicht stimmt, kann auch der schönste Job zur Hölle werden.

Aber was wenn Sie priorisieren müssten; was, wenn Sie sich entscheiden müssten, welcher der drei Punkte der wichtigste ist?

Kaum überraschend entscheidet sich die Mehrheit für das Arbeitsklima. Kein noch so hohes Gehalt kann über eine miese Atmosphäre hinwegtrösten, ebenso wenig eine 35-Stunden-Woche. Das sind dann immer noch 35 miese Wochenstunden – und 35 zu viele, mit denen Sie ganz und gar nicht zufrieden sind.

Zufriedenheit Test: Sind Sie mit Ihrem Job zufrieden?

Zufriedenheit TestApropos: Sind Sie denn überhaupt mit Ihrem aktuellen Job zufrieden? Viele Arbeitnehmer sind es nicht – aus ganz unterschiedlichen Gründen. Unser Test zur Jobzufriedenheit hilft Ihnen vielleicht weiter…

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Nun lässt sich an diesen Symptomen lange laborieren und arbeiten (was nicht verkehrt ist), Zufriedenheit im Leben muss sich dadurch dennoch nicht einstellen.

Zufriedenheit ist Einstellungssache

Zahlreiche schlaue und bekannte Köpfe haben sich bereits mit einem zufriedenen Leben befasst. Das Ergebnis sind verschiedenste Sprüche und Zitate zur Zufriedenheit:

  • Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit Søren Kierkegaard
  • Zufriedenheit bedeutet nicht alles zu haben, sondern das Beste aus allem zu machen. Unbekannt
  • Wem genug zu wenig ist, dem ist nichts genug. Epikur
  • Wenn du unzufrieden bist, ändere dein Leben oder deine Einstellung. Unbekannt
  • Der höchste Genuss besteht in der Zufriedenheit mit sich selbst. Jean Jaque Rousseau
  • Der unzufriedene Mensch findet keinen bequemen Stuhl. Benjamin Franklin

Zentrales Thema dabei ist immer wieder der Blick auf das eigene Leben. Anders ausgedrückt: Es findet kein Vergleich statt. Zzfriedenheit ist eine persönliche, nach innen gerichtete Einstellung. Was andere haben, was ein Kollege verdient, was ein Freund erreicht hat – all das sollte für die eigene Zufriedenheit irrelevant sein. Wirklich zufriedene Menschen vergleichen nicht, sondern erfreuen sich am eigenen Leben, genau so, wie es ist.

Mangelt es an einem Gefühl der Zufriedenheit, ist man somit oft selbst Schuld. Denn fest steht: Gier ist Gift für die Zufriedenheit.

Alle paar Jahre ein neues Auto, das neuste Smartphone oder anderen Elektroschnickschnack, um mit dem Nachbarn oder Kollegen mitzuhalten – dieser Konsum setzt uns nur unter zerstörerischen Druck. Derartige Dinge vor Augen, sehen die Menschen nicht mehr das Positive in ihrem Leben, sondern immer nur den Mangel.

Im Internet fast noch mehr: Dort wird einem der Erfolg der anderen und deren aufregendes Leben praktisch im Sekundentakt in der Timeline vor Augen geführt. Facebook macht neidisch und unzufrieden, lautet das Ergebnis mancher Studien. Und je zahlreicher solche Vergleichsoptionen sind, desto unerreichbarer werden sie – und desto unzufriedener wird der Mensch. Das Unglücklichsein ist dann nur noch eine Frage der Zeit.

Die Menschen sehen den Reichtum und Erfolg ihrer Freunde, Kollegen, Chefs und wollen auch ein Stück vom Kuchen abhaben. Erst nur eins, dann immer mehr. „Wir denken selten an das, was wir haben, sondern immer nur an das, was uns fehlt“, monierte schon Arthur Schopenhauer. Oder kurz:

Neid essen Seele auf. Klar, innere Zufriedenheit kann sich so nicht einstellen.

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Zufriedenheit lernen: Tipps und Wege

Die positive Grundstimmung des Zufriedenseins stellt sich ein, wenn unsere Ansprüche und Erwartungen erfüllt beziehungsweise ausgeglichen sind. Die Erkenntnis liefert allerdings schon einen wichtigen Teil zur Lösung: Wir selbst entscheiden und setzen die Messlatte, wann wir zufrieden sind. Wir allein bestimmen unsere Ansprüche und definieren damit, was und wie viel wir für unser Zufriedenheit benötigen.

Ein wichtiger Schlüssel zu diesem positiven Gefühl ist nicht, auf Ziele zu verzichten, sondern vielmehr noch während man auf dem Weg zum Ziel ist, seine gegenwärtige Lebensphase von ganzem Herzen anzunehmen.

Sie kennen sicher die Geschichte von Hans im Glück: Er bekam einen Goldklumpen, tauschte ihn ein paar Mal bis er einige Schleifsteine hatte, die ihn aber belasteten. Als sie in einen Brunnen fielen, war er erleichtert und zufrieden. Die meisten Menschen verhalten sich exakt anders herum: Sie sammeln Lasten – und werden doch nicht glücklicher.

Was also macht Menschen glücklich und zufrieden?

Die Frage ist so alt wie die Philosophie. In den letzten Jahrzehnten haben sich zunehmend Wissenschaftler damit beschäftigt, mit unterschiedlichen Ergebnissen – im Kern arber eint sie die Erkenntnis, die Hans schon im Märchen anwendete: Zufriedenheit ist Einstellungssache, eine Attitüde – nichts, das man erkaufen oder kontrollieren könnte. Es ist eine Entscheidung.

Das ist eine gute Nachricht, denn sie bedeutet, dass sich Zufriedenheit lernen lässt – durch Unabhängigkeit von den Umständen. Zusätzlich gibt es einige Tipps, mit denen sich die Zufriedenheit gerade im Alltag steigern lässt:

  • Seien Sie dankbar

    Wer nur auf andere schielt, sich vergleicht und versucht, ihrem Erfolg oder Besitz nachzuhecheln, wird nicht zufriedener, sondern unzufrieden. Seien Sie lieber dankbar für das, was Sie erreicht haben. Der Psychologe Rolf Merkle empfiehlt dazu: „Notieren Sie sich 10 Dinge, für die Sie dankbar sein können. Schließen Sie Ihre Augen, atmen einige Male tief ein und aus und denken an diese 10 Geschenke.“

  • Memorieren Sie schöne Augenblicke

    Ein Missgeschick kann einen ganzen Tag überschatten. Leider erinnern sich die meisten hauptsächlich an Negatives und peinliche Momente und verdrängen so die schönen Zeiten. Besser Sie genießen die Gegenwart, memorieren positive Gedanken und verplempern ihre Zeit nicht mit Vergangenheitsgrübelei. Darin liegt großer Frieden.

  • Denken Sie optimistisch

    Wer unter chronischem Pessimismus leidet, macht eigene Zufriedenheit nahezu unmöglich. Dauerhaftes Schwarzsehen und Schlechtreden ist kein Weg, um mit dem eigenen Leben zufrieden zu sein. Lernen Sie, die Dinge häufiger positiv zu sehen und sich auf Lösungen zu konzentrieren, statt auf Probleme zu fokussieren.

  • Seien Sie kreativ

    Kreativität macht nachweislich glücklich. Und jeder kann sich täglich durch schöpferische Ideen ausdrücken. Beim Blick auf das Erreichte, erleben Sie automatisch innere Zufriedenheit. Selbstbewusster macht es obendrein

  • Umgeben Sie sich mit Freunden und Familie

    Der Mensch ist ein soziales Wesen. Durch gute und enge Beziehungen zu Freunden und Familien schöpfen wir Kraft, fühlen uns wohl und werden zufriedener. Ungewollte Einsamkeit hingegen frustriert und macht unglücklich. Suchen Sie den Kontakt zu den Menschen in Ihrem Umfeld, die Ihnen wichtig sind und die Ihnen gut tun.

  • Bewegen Sie sich

    Wer seinen Körper bewegt, setzt Endorphine frei. Und die machen ebenfalls glücklich und zufrieden. Sie müssen nicht gleich zum Leistungssportler werden, doch regelmäßiger Sport oder zumindest ausgiebige Spaziergänge können helfen.

  • Lesen Sie Stoff, der inspiriert

    Man muss nicht jeden guten Gedanken selbst entwickeln. Es reicht, sich täglich positive Ideen durch den Kopf gehen zu lassen. Die beste Methode dafür: lesen. Positive Gedanken zu tanken, verändert übrigens auch so manch negative Einstellung.

  • Nehmen Sie sich Zeit

    Für sich selbst vor allem. Das ist nicht immer leicht, aber wirkungsvoll: Wer sich aber gewissenhaft und regelmäßig eine Auszeit nimmt, die nur ihm gehört, wird ruhiger, belastbarer – und zufriedener. Füllen Sie diese Zeit einfach mit dem, was Ihnen gut tut.

  • Seien Sie zufrieden

    Das klingt nur tautologisch. Sie können alle Punkte erfüllen, kreativ werden, sich bewegen, Gutes lesen und trotzdem griesgrämig bleiben. Glück und Zufriedenheit bleiben auch Entscheidungssache und eine innere Einstellung. Sie besitzen Zufriedenheit erst dann, wenn Sie sich dazu entscheiden. Probieren Sie es aus.

Eine Übersicht mit einigen dieser Tipps haben wir auch noch einmal als PDF für Sie zusammengestellt.

[Bildnachweis: Doppelganger4 by Shutterstock.com]
6. September 2019 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.



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