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Betriebsklima: Definition, Einflussfaktoren + Tipps zum Verbessern

Ein gutes Betriebsklima wünschen sich sowohl Arbeitnehmer als auch Unternehmer. Dennoch sind viele Arbeitnehmer froh darüber, eine anstrengende Arbeitswoche geschafft zu haben. Bei einem schlechten Betriebsklima gehen Motivation und Spaß im Job verloren und die Arbeit wird zu einem notwendigen Übel. Wir zeigen, was das Betriebsklima eigentlich ist, woran Sie ein gutes oder schlechtes Arbeitsklima erkennen und geben Tipps, wie Sie es verbessern können…



Betriebsklima: Definition, Einflussfaktoren + Tipps zum Verbessern

Betriebsklima: Definition und Synonyme

Der Begriff Betriebsklima beschreibt die subjektive Wahrnehmung einer Person bezüglich der Qualität der Zusammenarbeit in einem Unternehmen. Dabei geht um die sozialen Beziehungen im Betrieb, die Interaktion zwischen den Mitarbeitern, Kollegen und Vorgesetzten sowie die allgemeine Zufriedenheit. Ähnlich wie beim klimatisch bedingten Wetter unterscheidet man hier zwischen einem „sonnigen“, weil gutem Betriebsklima, und einem „verhangenem“, weil schlechtem Betriebsklima.

Beeinflusst wird das Betriebsklima dabei von verschiedenen Faktoren, die sich in Umgangsformen und Arbeitsatmosphäre widerspiegeln. Soziale Kompetenzen, soziale Inkompetenz und Führungsstile haben hier entscheidenen Einfluss auf die Mitarbeiterzufriedenheit.

Betriebsklima beschreiben: Beispiele

Wo regelmäßig gegen andere gelästert oder ausgegrenzt wird, ein rüder Umgangston herrscht, Gerüchte verbreitet werden und Druck ausgeübt wird, herrscht eine Atmosphäre von Angst und Stress, in der auch Mobbing gedeiht. Ein derartig schlechtes Betriebsklima wirkt sich sowohl negativ auf den Unternehmenserfolg als auch auf die Gesundheit der Mitarbeiter aus.

Herrschen hingegen gute Arbeitsbedingungen und ein wertschätzender, höflicher und freundlicher Umgang, bei dem auch Vorgesetzte sensibel für die Stimmungslage ihrer Mitarbeiter sind, ist dies ein Beispiel für ein gutes Betriebsklima, das zum Wohlbefinden bei der Arbeit beiträgt.

Synonyme für Betriebsklima

Vielfach werden die Begriffe Arbeitsklima, Corporate Identity oder Unternehmenskultur synonym für Betriebsklima verwendet. (Englisch: Working atmosphere, Working climate)


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Gutes Betriebsklima: Einflussfaktoren

Ein gutes Betriebsklima hat einen positiven Einfluss auf die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter. Sie sind motivierter, engagierter und gehen gerne zur Arbeit. Auch trägt eine gute Arbeitsatmosphäre wesentlich dazu bei, die Stressbelastung und krankheitsbedingte Ausfälle zu senken. Damit trägt ein gutes Betriebsklima direkt zum Unternehmenserfolg bei und wirkt sich positiv auf die Gesundheit der Mitarbeiter aus.

In einer Studie der Hochschule Niederrhein aus dem Jahr 2022 gaben die meisten befragten Beschäftigten an, dass ihnen das Betriebsklima und die Gleichbehandlung der Mitarbeiter am wichtigsten sind. Dabei waren nur etwas über die Hälfte der Befragten mit ihrer Arbeit zufrieden. Die wichtigsten Einflussfaktoren für ein gutes Betriebsklima setzen sich aus einigen „harten“ und einigen „weichen“ Faktoren zusammen:

Harte Faktoren

  • Ausreichend Mitarbeiter zur Bewältigung der Aufgaben
  • Geregelte und flexible Arbeitszeiten
  • Angemessene, marktgerechte und leistungsgerechte Vergütung
  • Ausstattung des Arbeitsplatzes
  • Individuelle Förderung und attraktive Mitarbeiterangebote
  • Zukunftsperspektive des Unternehmens

Weiche Faktoren

  • Verhalten und Umgang der Geschäftsführung
  • Werte und Philosophie der Unternehmenskultur
  • Umsetzung der Unternehmenskultur durch Führungskräfte
  • Respektvoller Umgang mit den Mitarbeitern und Wertschätzung
  • Offene Kommunikation und eine gute Gesprächskultur
  • Gute soziale Beziehungen zwischen den Mitarbeitern

Wir haben einen Fragebogen entwickelt, den Sie HIER als kostenloses PDF-Dokument herunterladen können. Gehen Sie die einzelnen Punkte durch: Wenn Sie die Mehrheit der Fragen bejahen können, arbeiten Sie in einem guten Betriebsklima. Trifft hingegen die Mehrheit der Punkte nicht zu, sollten Sie das Gespräch suchen.

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Schlechtes Betriebsklima: Anzeichen

Ein schlechtes Betriebsklima zeigt sich besonders in der negativen Gesamtstimmung der Belegschaft. Es wirkt sich negativ auf die Motivation, das Engagement und die Produktivität der Mitarbeiter aus und führt zu höheren Krankenständen und psychischer Belastung der Mitarbeiter, zu Burnout und auch Depressionen. Nicht zuletzt kann ein schlechtes Betriebsklima auch ein Kündigungsgrund für Mitarbeiter sein oder zumindet zu einer inneren Kündigung führen. Das alles wirkt sich negativ auf den Unternehmenserfolg aus und auch auf die Arbeitgeberattraktivität.

Ein Forscherteam von der Universität Bielefeld, der Universität Trier und der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin kam in seiner 2020 veröffentlichten Studie zu dem Entschluss, dass insbesondere schlechte Unternehmensführung und inkompetente Führungskräfte für das negative Betriebsklima verantwortlich sind. Es gibt wichtige Anzeichen für ein schlechtes Betriebklima, die sich ebenfalls durch harte und weiche Faktoren darstellen können:

Harte Faktoren

  • Starre Hierarchien in der Unternehmensorganisation
  • Ungeregelte Arbeitszeiten und viele Überstunden
  • Unfaire Entlohnung und wenig Zusatzleistungen
  • Chaos in der Arbeitsorganisation
  • Unklare Unternehmensziele und Aufgaben
  • Hohe Fluktuation und hohe Krankenstände

Weiche Faktoren

  • Unzufriedenheit der Mitarbeiter
  • Streitigkeiten und Unstimmigkeiten im Team
  • Schlechte oder fehlende Kommunikation
  • Respektloser Umgang mit Mitarbeitern
  • Hoher Druck durch Vorgesetzte
  • Fehlende Wertschätzung der Mitarbeiter
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Betriebsklima verbessern: Die Vorteile eines guten Betriebsklimas

Viele Unternehmen haben bereits erkannt, welchen Stellenwert das Betriebsklima für ihre Mitarbeiter hat. Einige Arbeitgeber gehen sogar soweit, einen Feel Good Manager zu beschäftigen, der, wie sein Name schon andeutet, dafür sorgt, dass es den Mitarbeitern gut geht.

Feel Good Manager kümmern sich um die Bedürfnisse und Belange der Mitarbeiter. Sie organisieren Teamevents, haben auch ein ein offenes Ohr für die Anliegen der Mitarbeiter und tragen diese in die Führungsebene weiter. Auch Neuankömmlingen in Unternehmen erleichtern sie den Einstieg.

Dieser Aufwand kann sich für Unternehmen durchaus bezahlt machen, denn ein positives Betriebsklima bringt viele Vorteile mit sich:

  • Identifikation steigt
    Wenn das Betriebsklima stimmt, können Arbeitnehmer sich eher mit den Werten und Zielen des Arbeitgebers identifizieren. Dies fördert unter anderem die Motivation, das Engagement, die Leistungsfähigkeit und die Produktivität.
  • Geringere Fluktuation
    Wer sich am Arbeitslpatz wohlfühlt, hat keinen Anreiz, sich nach einem neuen Job umzusehen. Kommt aber jeder Arbeitstag einer Qual gleich, ist der Schritt zum Jobwechsel nicht mehr weit entfernt.
  • Bessere Leistungen
    Höchstleistungen können Mitarbeiter nur erbringen, wenn auch das Umfeld stimmt. In einem positiven Betriebsklima ist man engagiert, motiviert und bereit, sein Bestes zu geben.
  • Work-Life-Balance
    Ein Angebot an flexiblen Arbeitszeitmodellen, Remote und Homeoffice verhelfen Mitarbeitern zu einer ausgeglichenen Work-Life-Balance und führen zu mehr Mitarbeiterzufriedenheit.
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Betriebsklima verbessern: Was Sie als Chef tun können

Sind Sie Chef, Vorgesetzter oder Führungskraft in einem Unternehmen, können Sie eine Reihe von Maßnahmen ergreifen, um das Betriebsklima deutlich zu verbessern:

  • Beteiligen Sie am Unternehmenserfolg
    Beteiligen Sie Ihre Mitarbeiter an den Erfolgen der Firma, indem Sie ihnen die Bedeutung ihrer Arbeit verdeutlichen und wie diese dazu beiträgt, die Unternehmensziele zu erreichen.
  • Seien Sie offen für Vorschläge
    Seien Sie offen für Ideen und Vorschläge von Ihren Mitarbeitern. Dies fördert ein Gefühl der Wertschätzung und des Engagements.
  • Praktizieren Sie offene Kommunikation
    Beziehen Sie Mitarbeiter in Entscheidungsprozesse ein und lassen Sie sie daran teilhaben. Sprechen Sie Probleme offen an und suchen Sie gemeinsam nach Lösungen. Eine offene Kommunikationskultur hilft, Missverständnisse zu vermeiden und Konflikte zu lösen.
  • Respektieren Sie die Privatsphäre
    Stellen Sie sicher, dass Ihre Mitarbeiter in ihrer Freizeit Ruhe haben und nicht ständig erreichbar sein müssen. Dies unterstützt ihr Wohlbefinden und ihre Produktivität.
  • Bieten Sie flexible Arbeitszeitmodelle
    Schaffen Sie flexible Arbeitszeiten, die es Ihren Mitarbeitern ermöglichen, ihr Privatleben und ihre berufliche Tätigkeit besser zu vereinbaren.
  • Bieten Sie Weiterbildungsmöglichkeiten
    Geben Sie Ihren Mitarbeitern die Chance, sich weiterzubilden und ihre Fähigkeiten zu erweitern. Dies fördert die Motivation und das Engagement.
  • Unterstützen Sie private Belange
    Stellen Sie sich Ihren Mitarbeitern zur Seite, wenn sie persönliche Probleme haben. Eine Unternehmenskultur der Unterstützung kann das Team stärken.
  • Gestalten Sie angenehme Büroräume
    Sorgen Sie für saubere und gut ausgestattete Büroräume, in denen sich die Mitarbeiter wohlfühlen. Ein angenehmes physisches Umfeld kann das Betriebsklima positiv beeinflussen.
  • Etablieren Sie eine positive Fehlerkultur
    Akzeptieren Sie Fehler als Teil des Lernprozesses und schaffen Sie eine offene Kultur der Verbesserung. Dies fördert Mut und Innovation.
  • Feiern Sie Erfolge gemeinsam
    Feiern Sie gemeinsame Erfolge und belohnen Sie Teams oder einzelne Mitarbeiter für ihre Leistungen. Dies stärkt das Teamgefühl und motiviert die Mitarbeiter.
  • Spenden Sie Lob und Anerkennung
    Anerkennen Sie die Leistungen Ihrer Mitarbeiter öffentlich. Ein positives Feedback kann die Moral erhöhen und das Engagement fördern.

Tipps für Mitarbeiter und Kollegen

Auch Mitarbeiter und Kollegen untereinander können maßgeblich zur Verbesserung des Betriebsklimas durch ihr Verhalten im Arbeitsalltag beitragen. Hier einige wichtige Tipps, wie das gelingen kann:

Kommunikation

Wo ein schlechtes Betriebsklima herrscht, dort ist auch die Kommunikation ins Stocken geraten. Sie arbeiten mit unterschiedlichen Persönlichkeiten zusammen. Achten Sie auf die Arbeitsweise sowie den bevorzugten Kommunikationsstil Ihres Kollegen. Zieht sich dieser gerne zurück, um konzentriert zu arbeiten, schreiben Sie ihm lieber eine E-Mail statt ihn zu unterbrechen.

Hat der Kollege in der Regel wenig Zeit, greifen Sie kurz zum Telefonhörer. Missverständnisse und Fehler können vermieden werden, wenn jeder sich zum Ziel macht, seine Kollegen bestmöglich über den aktuellen Stand der Arbeit zu informieren. Treten Schwierigkeiten auf und werden diese frühzeitig kommuniziert, können diese besser bewältigt werden.

Respekt

In Gesprächen spielt der Ton die Musik. Lassen Sie Ihren Frust nicht an Ihren Kollegen aus. Akzeptieren Sie deren Meinung, auch wenn Sie mit dieser nicht übereinstimmen. Persönliche und verletzende Angriffe schädigen nur die Beziehung untereinander. Respektvoller Umgang beginnt bereits mit dem Anklopfen an der Bürotür des Kollegen.

Konstruktivität

Hat Ihr Kollegen einen Fehler gemacht, suchen Sie das Gespräch unter vier Augen und klären Sie die Situation. Tödlich für ein gutes Arbeitsklima ist es, Kollegen vor dem gesamten Team bloßzustellen. Damit demütigen Sie die betreffende Person.

Auch der Chef sollte nicht jedes Mal eingeschaltet werden. Ein Fehler muss dann dem Vorgesetzten gemeldet werden, wenn dieser weitreichende Folgen hat und der Chef schadensbegrenzende Maßnahmen einleiten muss. Doch viele Fehler, die im Arbeitsalltag passieren, können auch untereinander geklärt werden. Sprechen Sie auf einer sachlichen und lösungsorientierten Ebene miteinander.

Austausch

Lernen Sie Ihre Kollegen besser kennen. Kollegen, die sich gut verstehen, helfen einander auch wenn es schwierig wird. Führen Sie beispielsweise eine Kaffeepause ein oder einen Feierabendstammtisch. Regen Sie gemeinsame Aktivitäten wie Team-Building-Events oder gemeinsame Betriebsausflüge an. Gründen Sie eine Sportmannschaft oder feiern Sie Geburtstage zusammen. Auch eine ehrenämtliche Tätigkeit als Team fördert die Gemeinschaft.

Engagieren sich die Mitarbeiter bei der Planung solcher Aktivitäten, wird auch der Chef diese unterstützen. Bei solchen Gelegenheiten lernt man die Kollegen von einer anderen Seite kennen und findet Gemeinsamkeiten. Außerdem wird auf diese Weise der Zusammenhalt in der Gruppe gesteigert. Für ein gutes Betriebsklima ist es auch wichtig, dass gemeinsam gelacht werden kann.

Wettbewerb

Konkurrenz kann auch positive Seiten haben, weil sie dazu führt, über sich selbst hinauszuwachsen. Wenn Ihr Verhältnis im Team wirklich gut ist, können Sie auch einen internen Wettstreit ausrufen und sich gegenseitig durch kollegial-freundschaftliche Konkurrenz pushen.

Natürlich sollten Sie darauf achten, dass die Qualität Ihrer Arbeit nicht unter der Konkurrenz leidet. Doch wenn alle Beteiligten diesen internen Wettstreit als Motivation und Spaß nehmen, können Stimmung und Leistungsfähigkeit davon massiv profitieren.

Erfolge

Allzu häufig ertrinkt man in Arbeit und vergisst dabei, sich über Erfolge und Dinge, die gut funktionieren, zu freuen. Doch Erfolge sind gleich viel schöner, wenn man Sie mit jemandem teilen kann. Etablieren Sie Rituale, um diese zu feiern.

Sprechen Sie gegenseitig über ihre Arbeit und erzählen Sie von positiven Erlebnissen. Machen Sie beispielsweise nach Feierabend eine Flasche Sekt auf und stoßen auf ein abgeschlossenes Projekt oder einen gewonnenen Kunden an. Damit steigt das Gefühl, dass die eigene Leistung im Team Wertschätzung erfährt.

Drei Gründe, warum im Team mehr gelacht werden sollte

Damit schlechte Laune im Büro nicht von Dauer ist und auf das Betriebsklima drückt, sollten Sie etwas dagegen unternehmen. Damit das Arbeitsklima stimmt, muss auch der Umgang mit dem Chef und den Kollegen stimmen. Zusammen lachen ist dabei ein gutes Mittel, um den Zusammenhalt im Team zu stärken. Drei Gründe, wieso mehr gelacht werden sollte:

  1. Lachen verbindet uns
    Wer mitlacht oder nicht, zeigt allen anderen, wer zur Gruppe gehört. Es wirkt deeskalierend und kann angespannte Gespräche und Situationen entkrampfen.
  2. Lachen macht kreativer
    Heiterkeit hilft dabei, weitsichtiger und komplexer zu denken, freier zu assoziieren und neue gedankliche Verknüpfungen zu entdecken. Es erhöht die geistige Flexibilität und trägt so enorm zur Problemlösung bei.
  3. Lachen macht gesund
    Es baut Stress ab, steigert das Wohlbefinden und fördert so die körpereigenen Heilungskräfte. Heitere und gut gelaunte Belegschaften sind gesünder, seltener krankgeschrieben und daher produktiver.



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[Bildnachweis: wavebreakmedia by Shutterstock.com]

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