Produktivität Definition
Produktivität ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl und beschreibt das Verhältnis zwischen der Menge der erzeugten Güter oder Dienstleistungen (Output) und den dafür eingesetzten Produktionsfaktoren (Input). Kurz: Je weniger Input nötig ist, um einen bestimmten Output zu erzielen, desto höher die Produktivität. Im Gegensatz zur Wirtschaftlichkeit betrachtet die Produktivität aber nur mengenmäßige Größen (z.B. Stückzahlen, Arbeitsstunden, Kilogramm) – keine Geldwerte.
Produktivität Formel – einfach erklärt:
Rentabilität wiederum vergleicht den Gewinn mit dem ursprünglich investierten Kapital – etwa um die Effizienz und den Erfolg einer Investition oder eines Geschäfts zu bewerten.
Unterschied: Produktivität vs. Effizienz
Während die Produktivität lediglich das mengenmäßige Verhältnis zwischen Input und Output misst, bewertet Effizienz die Qualität und Wirtschaftlichkeit des Prozesses. Kurz: Produktivität beantwortet die Frage: „Wie viel wurde mit den Mitteln geschafft?“, während Effizienz hinterfragt: „Wie gut wurden die Ressourcen genutzt?“ Ein Prozess kann hochproduktiv sein, wenn in kurzer Zeit eine große Menge entsteht – er ist aber nur dann effizient, wenn dabei so wenig Verschwendung wie möglich anfällt. Wahre Wirtschaftlichkeit entsteht daher erst aus dem Zusammenspiel von hohem Mengenertrag und optimaler Ressourcennutzung.
Welche Produktivität Arten gibt es?
Unternehmen müssen in verschiedenen Bereichen ihre Produktivität berechnen. Sie ist maßgeblich für wirtschaftliche Entscheidungen und kann Probleme ebenso wie Potenziale aufdecken. Abhängig vom betrachteten Produktionsfaktor werden verschiedene Arten der Produktivität unterschieden:
1. Arbeitsproduktivität
Hierbei wird die erbrachte Leistung der Mitarbeiter ins Verhältnis zur eingesetzten Arbeitszeit gesetzt. Grundlage können Teams, Abteilungen oder einzelne Mitarbeiter sein. Die Formel dazu:
2. Maschinenproduktivität
Diese Berechnung zeigt, wie produktiv eine Maschine arbeitet. Damit können Produktionsmaschinen und deren Effizienz untereinander verglichen werden. Die Formel dazu:
3. Materialproduktivität
Weniger Materialaufwand bei gleichem Ergebnis kann viele Kosten einsparen. Durch bessere Verarbeitungsmethoden und moderne Prozesse kann die Materialproduktivität verbessert werden. Die Formel hierfür:
Produktivitätssteigerung berechnen
Interessant für Unternehmen ist aber nicht nur die gegenwärtige Produktivität, sondern deren Veränderung – also, ob es durch entsprechende Maßnahmen eine Produktivitätssteigerung und Produktivitätsgewinne gibt. Dazu benötigen Sie zunächst einen Referenzwert als Benchmark. Dieser wird anschließend mit dem neuen Ergebnis verglichen und eine prozentuale Veränderung gemessen bzw. berechnet. Solche Produktivitätsgewinne sind essenziell für Unternehmen, um steigende Kosten abzufedern oder den Gesamtgewinn zu steigern. Die Formel zur Berechnung lautet:
Wie lässt sich Produktivität steigern?
Egal, ob Unternehmen oder einzelner Mitarbeiter: Das Ziel ist praktisch immer, die eigene Produktivität zu steigern und so den Gewinn zu maximieren. Dafür gibt es grundsätzlich drei effiziente Ansätze:
-
Minimalprinizip
Beim Minimalprinzip versuchen Sie, mit einer möglichst geringen Einsatzmenge ein vorgegebenes Ziel zu erreichen. Kurz: minimaler Input, gleicher Output. Beispiel: Sie kaufen möglichst günstige Ressourcen oder Rohstoffe ein.
-
Maximalprinzip
Beim Maximalprinzip (auch: Ergiebigkeitsprinzip) holen Sie aus einer festgelegten Einsatzmenge das Maximum heraus. Kurz: fixer Input, maximaler Output. Beispiel: Mit den vorhandenen Mitarbeitern versuchen Sie, möglichst viel zu erzeugen oder zu verkaufen.
-
Extremumprinzip
Weil Minimal- und Maximalprinzip nicht kombinierbar sind, gibt es noch das Extremumprinzip. Hierbei versuchen Sie, aus möglichst wenigen Mitteln das Meiste herauszuholen. Kurz: Input und Output sind variabel. Typische Beispiele sind Zeitmanagement-Methoden wie das Pareto-Prinzip.
Wie lässt sich die Mitarbeiterproduktivität steigern?
Die Arbeitsproduktivität ist in den meisten Betrieben von besonders hoher Bedeutung. Sie lässt sich häufig besonders schnell und effektiv steigern. Zum Beispiel durch:
- Effizientere Prozesse
- Bessere Maschinen
- Modernere Technik
- Steigerung der Qualifikationen
- Verbesserung der Kommunikation (kurze Wege)
- Gesundheitsvorsorge und Arbeitsschutz
- Höhere Motivation
- Faire Bezahlung
- Besseres Betriebsklima
Diverse Studien zeigen: Die gefühlte Wertschätzung für erbrachte Leistungen sowie Transparenz und ein als fair empfundenes Gehalt haben den größten und nachhaltigsten Effekt auf die Arbeitsproduktivität. Hinzu kommen oft flexible Arbeitszeitmodelle, ein ergonomischer Arbeitsplatz, ausreichende Pausen und ein angemessener Führungsstil.
Produktivität ist nicht beliebig steigerbar!
Ein häufiges Missverständnis im Management ist jedoch, dass mehr Arbeitszeit oder Arbeitsverdichtung automatisch die Produktivität steigert. Das Gegenteil ist oft der Fall, wie das Yerkes-Dodson-Gesetz beweist. Schon im Jahr 1908 entdeckten die US-Psychologen Robert Yerkes und John D. Dodson bei ihren Studien einen Zusammenhang zwischen Zeiteinsatz und kognitiver Leistungsfähigkeit bzw. Arbeitseinsatz und Produktivität, der einem umgedrehten U gleicht: Anfangs steigt die Leistung noch durch Mehreinsatz. Ist der Scheitelpunkt aber erreicht, bringen mehr Engagement, Lerneifer oder Arbeitseinsatz gar nichts, im Gegenteil: Die Leistungsfähigkeit nimmt nur umso rapider ab.
Bestätigt wird das durch eine inzwischen berühmte OECD-Studie. Danach sinkt die Produktivität von Mitarbeitern ab 48-50 Wochenstunden deutlich. Alles, was über 56 Stunden Wochenarbeitszeit hinausgeht, bezeichnen die Forscher gar als pure „Zeitverschwendung“ (siehe Grafik):
Produktivität ist kein Dauerzustand
Hinzu kommt, dass Menschen während eines 8-Stunden-Tages nicht konstant produktiv sind. In unserer Karrierebibel-Umfrage gaben knapp 40 % der Leserinnen und Leser zu, am Tag maximal 5-6 Stunden wirklich produktiv zu arbeiten. Ein weiteres Drittel (34 %) gestand, nur 3-4 Stunden produktiv zu sein. Tatsächlich folgt die persönliche Arbeitsproduktivität einer typischen Leistungskurve, die im Tagesverlauf – je nach Chronotyp – unterschiedliche Hoch- und Tiefphasen hat.
Wer seine individuelle Leistung und Produktivität verbessern will, sollte allein deshalb möglichst mit seinem Körper und Biorhythmus und nicht dagegen arbeiten.
Wie kann ich meine Produktivität steigern?
Wer im Job mehr erledigen und erreichen will, muss vor allem sein Zeitmanagement verbessern und klare Prioritäten setzen. Eine kluge und effiziente Planung ist der Weg zu echter Höchstleistung. Hierbei haben sich folgende Zeit- und Selbstmanagement-Methoden schon vielfach bewährt:
-
To-Do-Listen
Erstellen Sie schon morgens einen Tagesplan oder eine To-Do-Liste mit Ihren wichtigsten Aufgaben. So behalten Sie den Überblick und können diese schrittweise abarbeiten.
-
Eisenhower-Prinzip
Nutzen Sie das Eisenhower-Prinzip, um wichtige und dringende Aufgaben zu unterscheiden bzw. weniger Dringendes zu delegieren. Auch diese einfache Methode hilft, sich zuerst auf die wichtigsten Aufgaben zu fokussieren.
-
Timeboxing
Beim Timeboxing strukturieren Sie Aufgaben, indem Sie für jeden Task ein Zeitfenster (sog. Timebox) festlegen, um Zeitverschwendung zu vermeiden. Die 2-Minuten-Regel wiederum sagt: Alles, was Sie in weniger als 2 Minuten schaffen, erledigen Sie sofort.
-
Batching
Legen Sie gleichartige Aufgaben möglichst zusammen – z.B. E-Mails beantworten. Durch das Bündeln (engl. Batching) werden Sie sofort schneller und die Produktivität steigt deutlich.
-
Pomodoro-Technik
Die Pomodoro-Technik ist eine effektive Zeitmanagement-Methode, die Arbeit in 25-Minuten-Intervalle („Pomodori“) unterteilt, gefolgt von kurzen 5-Minuten-Pausen. Sie wurde in den 1980er Jahren von Francesco Cirillo entwickelt, um Prokrastination zu bekämpfen und durch regelmäßige Pausen die Konzentration und Produktivität zu fördern.
-
Monotasking
Studien beweisen: Multitasking macht weder produktiv, noch funktioniert es. Wer versucht, zehn Dinge gleichzeitig zu erledigen, macht nichts davon richtig und braucht nur länger. Auch die Fehlerquote steigt. Die bessere Strategie ist Singletasking oder „Monotasking“ – also eine Aufgabe nach der anderen.
Wie kann ich meine Produktivität im Homeoffice verbessern?
Arbeiten von zu Hause wünschen sich viele Arbeitnehmer. 25 % der Arbeitnehmer in Deutschland arbeiten bereits ganz oder teilweise im Homeoffice. Das bringt viele Freiheiten, stellt sie aber gleichzeitig vor neue Herausforderungen. Wollen Sie Ihre Produktivität im Homeoffice verbessern, empfehlen wir folgende Maßnahmen:
-
Fester Arbeitsplatz
Schaffen Sie sich einen festen Platz zu Hause, der Ihr Gehirn auf „Arbeitsmodus“ programmiert und eine klare Trennung zwischen Job und Privatleben ermöglicht. Ein fester Arbeitsort steigert nachweislich die professionelle Disziplin.
-
Klare Arbeitszeiten
Legen Sie gemeinsam mit dem Chef verbindliche Kernarbeitszeiten fest. Dadurch entgehen Sie der Falle der permanenten Erreichbarkeit und schützen Ihre eigene Work-Life-Balance.
-
Kleine Etappenziele
Motivieren Sie sich, indem Sie große Projekte in smarte Etappenziele unterteilen und erreichte Meilensteine bewusst feiern. Die Erfolgserlebnisse setzen Glückshormone frei, die das Durchhaltevermögen verbessern.
-
Ablenkungen minimieren
Identifizieren Sie Ihre persönlichen Fokus-Killer und ziehen Sie klare Grenzen gegenüber Mitbewohnern oder der Familie, um ungestörte Deep-Work-Phasen zu garantieren.
-
Technische Ausstattung
Ein professionelles Set-up mit stabiler Internetverbindung und aktueller Hardware ist das Fundament für hohe Produktivität im Homeoffice und verhindert unnötigen Stress durch Technik-Aussetzer.
-
Regelmäßiger Austausch
Pflegen Sie aktiv die Kommunikation mit den Kollegen und Vorgesetzten, um trotz räumlicher Distanz als wertvoller Teamplayer sichtbar zu bleiben. Regelmäßige Updates verhindern zudem die soziale Isolation.
-
Gleichmäßige Pausen
Betrachten Sie Pausen nicht als Zeitverschwendung, sondern als Investition in Ihre Konzentrationsfähigkeit und mentale Frische. Nutzen Sie die Zeit für Bewegung oder einen kurzen Gang an die frische Luft, um Ihren Akku aufzuladen und den Kopf frei zu bekommen.
Hinweis: Nutzen Sie für mehr Ordnung an Ihrem Arbeitsplatz zusätzlich die 5S-Methode.
Was sind die größten Produktivitätskiller?
Produktivität lässt sich nicht nur gezielt steigern – sie lässt sich ebenso sabotieren. Einige Produktivitätskiller verschwenden enorm viel Zeit und Energie. Diese sollten Sie so gut es geht vermeiden:
-
Multitasking
Wie bereits erwähnt: Wer versucht, alles gleichzeitig zu erledigen, verliert den Fokus. Konzentrieren Sie sich stattdessen auf eine Aufgabe nach der anderen, um die Fehlerquote zu senken.
-
Unterbrechungen
E-Mails, Telefonate oder spontane Anfragen von Kollegen reißen Sie aus dem Workflow. Es dauert oft bis zu 11 Minuten, bis Sie nach einer Störung wieder die volle Konzentrationstiefe erreicht haben.
-
Unklare Prioritäten
Ohne eine logische Reihenfolge und Struktur der Aufgaben verzetteln Sie sich schnell in unwichtigen Kleinigkeiten. Nutzen Sie Methoden wie die Eisenhower-Matrix oder das Pareto-Prinzip, um das Wesentliche vom Dringenden zu trennen.
-
Fehlende Pausen
Wer durcharbeitet, riskiert einen Leistungsabfall und geistige Erschöpfung. Kurze, bewusste Auszeiten sind notwendig, um Ihre Leistungsfähigkeit über den gesamten Tag stabil zu halten.
-
Perfektionismus
Der Versuch, jede Aufgabe zu 120 % zu erfüllen, blockiert den Fortschritt bei anderen Projekten. Oft ist ein „gutes“ Ergebnis wirtschaftlicher als ein „perfektes“, das unverhältnismäßig viel Zeit frisst.
-
Meetings
Unnötige oder schlecht strukturierte Besprechungen ohne klare Agenda rauben Ihnen wertvolle Arbeitszeit. Hinterfragen Sie kritisch, ob Ihre Teilnahme wirklich einen Mehrwert bietet oder ein kurzes Protokoll ausreicht.
Wie kann ich meine Produktivität messen?
Produktivität lässt sich durch unterschiedliche Kennzahlen messen. Geht es dabei um Ihre persönliche Leistung, sollten Sie nicht nur Input und Output vergleichen, sondern ebenso die Verbindung von Quantität und hoher Qualität. Im Berufsalltag zeigt sich der Erfolg oft erst durch diese Kombination. Führen Sie zum Beispiel ein Erfolgstagebuch und nutzen Sie dieses zur systematischen Selbstreflexion, um die eigene Effizienz bewusster zu steuern. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass sich langfristiger Erfolg erst durch gutes Zeitmanagement, klare Prioritäten und kontinuierliche Optimierung einstellt. Finden Sie also die für sich passenden Methoden und verbinden Sie diese Werkzeuge, um Ihre Produktivität dauerhaft zu verbessern.
Was andere dazu gelesen haben

