Human Resources: Definition, Aufgaben, Ziele

Die Bezeichnungen mögen variieren. Gleichbleibend ist jedoch die Bedeutung von Human Resources. Unabhängig vom Namen oder der Unternehmensgröße spielt dieser Bereich eine entscheidende Rolle für den Unternehmenserfolg. Er ist das (oft administrative) Bindeglied zwischen Belegschaft und Führungsebene in einem Unternehmen. Die Aufgaben sind dabei äußerst vielfältig und längst nicht nur in der Verwaltung zu finden. Vielmehr kümmert sich das Human-Resources-Management um die Bündelung der verschiedenen Ressourcen und Kompetenzen einer jeden Belegschaft. Mehr über Aufgaben, Ziele, Jobs und Gehalt in Human Resources…

Human Resources: Definition, Aufgaben, Ziele

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Definition: Was bedeutet Human Resources?

Der englische Begriff Human Resources (HR) lässt sich nicht ohne Weiteres übersetzen. Gemeint sein können damit Wissen, Fähigkeiten und Motivation eines jeden Mitarbeiters.

Allerdings bezeichnet er mal die personellen Ressourcen (Achtung: Ressourcen im Deutschen mit Doppel-S), also Arbeitskräfte, dann wieder den Bereich, der dafür zuständig ist oder die Tätigkeit als solches. Der Begriff Human Resources muss in jedem Fall weit gefasst werden.

Synonym wird von Human Resources gesprochen als:

  • Humankapital
  • Human Capital
  • Humanressourcen
  • Humanvermögen
  • Manpower

Allen diesen Begriffen ist gemeinsam, dass sie etwas umschreiben, das die immatrielle Ressource eines Unternehmens meint. Im Gegensatz dazu stehen die finanziellen und physischen Ressourcen, also Kapital, Maschinen und Gerätschaften, Anlangen und Gebäude.

HR in der Kritik: Menschliche Ressourcen oder Human Resources?

Dass Human Resources gerne mit Humankapital oder Humanressourcen übersetzt wird, bringt diesem Bereich regelmäßig Kritik ein.

Der Vorwurf lautet, dass Mitarbeiter eines Unternehmens somit nicht als Menschen, sondern lediglich als Masse gesehen würden, über die nach eigenem Gutdünken verfügt werden darf. Der Streit um die richtige Bezeichnung für den Begriff Humankapital gipfelte im Jahre 2004 in der Wahl zum Unwort des Jahres.

Fürsprecher hingegen rücken bei Human Resources die positiven Nutzeffekte in den Vordergrund, um die es ihrer Meinung nach geht: nämlich die Förderung und Motivation von Mitarbeitern. Die Fokussierung auf zentrale Themen, die individuelle Bedürfnisse und Wünsche berücksichtigt, bewirke häufig eine persönliche Entwicklung.

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Aufgaben des Human Resources Managements

Human Resources stehen im direkten Zusammenhang mit den Mitarbeitern eines Unternehmens. Nicht nur die pure Präsenz der Belegschaft, sondern ihre Arbeitskraft, ihre Kompetenzen und Fähigkeiten sind Bestandteil von Human Resources. Um all dies für ein Unternehmen gezielt einsetzen zu können, bedarf es des Human Resources Management.

Die Begriffsunterscheidung ist nicht immer ganz eindeutig. Teilweise wird der Bereich als HRM abgekürzt, im Deutschen ist von Personalwesen oder Personalmanagement (PM) die Rede. Ebenfalls wird das Human Resource Management auch als HR oder HR Consulting bezeichnet.

Ursprünglich umfassten die Aufgaben der Personalabteilung im Wesentlichen Personalverwaltung, Lohnabrechnungen und Personalbetreuung.

In Zeiten des Fachkräftemangels sind viele weitere Aufgabenbereiche dazu gekommen, denn eine strategische Personalentwicklung ist nun notwendig, um im Wettbewerb um hochqualifizierte Arbeitskräfte und potenzielle Führungskräfte gegen die Konkurrenz bestehen zu können.

Das heißt, alle Belange, die in irgendeiner Form mit der Belegschaft zu tun haben, werden in Human Resources gemanagt. Zu den Aufgaben des Human Resources Management gehören die zwei Kernbereiche Personalführung und Personalverwaltung, die sich weiter untergliedern:

  • Personalführung

    Hauptaugenmerk liegt darauf, das Unternehmen mit den benötigten und entsprechend qualifizierten Arbeitskräften versorgen zu können:

    • Personalrekrutierung

      Auch als Personalbeschaffung bezeichnet, geht es hier beispielsweise um interne Stellenausschreibungen, Beförderungen und Maßnahmen jeglicher Art, mit denen der Personalbedarf gedeckt wird. Hierzu klärt Human Resources, wie viele Mitarbeiter mit welchen Qualifikationen zu welchem Zeitpunkt an welchem Ort benötigt werden.

    • Personalplanung

      Das rekrutierte Personal gemäß seiner Fähigkeiten und Kenntnisse sinnvoll einzusetzen, ist Aufgabe der Personalplanung.

    • Personalentwicklung

      Durch Human Resources werden Maßnahmen entwickelt, organisiert und bereit gestellt, die der weiteren Förderung der Mitarbeiter dienen. Beispielsweise können Veränderungen im Tätigkeitsbereich Weiterbildungen zur Folge haben.

    • Personalkommunikation

      Schwarzes Brett, Mitarbeiterzeitung, Intranet und Betriebsversammlungen sind Teil der internen Personalkommunikation. Für externe Kommunikation arbeitet Human Resources beispielsweise mit den Arbeitsagenturen, Handwerkskammern und Universitäten zusammen.

  • Personalverwaltung

    Die Personalverwaltung im Human Resources zielt vor allem auf die Mitarbeiterbindung ab:

    • Personalentlohnung

      Human Resources entwickelt orientiert an den Tätigkeiten verschiedene Vergütungsmodelle wie Zeitlohn, Akkordlohn und Prämienlohn. Dazu kommen weitere Leistungen für das Personal wie geldwerte Vorteile. Die Personalentlohnung ist außerdem für Fragen rund um die Gehaltsabrechnung wie etwa Lohnnebenkosten zuständig.

    • Personalbeurteilung

      Anhand verschiedener Instrumente wie Mitarbeiterbefragung, Assessment Center oder Feedbackgespräche klärt Human Resources den Stand der Mitarbeiter, Führungskräfte oder aussichtsreicher Kandidaten.

    • Zusammenarbeit mit Personal- und Betriebsrat

      Als Bindeglied zwischen Führungsetage und Basis kommt Human Resources eine wichtige Rolle in der Kommunikation mit dem Betriebsrat zu. Dieser muss nämlich informiert werden – bei allen Maßnahmen, die Personalplanung, Personalbeschaffung, sowie Aus- und Weiterbildungsangebote anbelangen.

Welche Abteilung sich im Einzelnen um welche Funktionsbereiche in Human Resources kümmert, hängt im Wesentlichen von der Größe eines Unternehmens ab. Bei einem zehnköpfigen Familienunternehmen von Human Resources oder gar einer Personalabteilung zu sprechen, wäre vermutlich etwas überdimensioniert.

Andererseits führt die Vielzahl der notwendigen Maßnahmen gerade bei Großkonzernen dazu, dass im Bereich Human Resources die vielen verschiedenen Berufspositionen immer stärker ausdifferenziert werden. Durch den Konkurrenzdruck kommt beispielsweise dem Human Resources Marketing eine große Bedeutung zu.

Ziele im Personalmanagement

Im Wesentlichen verfolgt Human Resources ein Hauptziel: Reibungslose Abläufe in einem florierenden Unternehmen. Um dies sicherzustellen, bedarf es vieler Maßnahmen. Neben der Rekrutierung neuer Arbeitnehmer geht es ebenso um die Mitarbeiterbindung.

Je mehr sich ein Arbeitnehmer wertgeschätzt fühlt (etwa durch ein eigenes Büro), je mehr er einen Sinn in seiner Arbeit erkennt, desto größer die Mitarbeiterzufriedenheit.

Die wird mit verschiedenen Maßnahmen gefördert:

Diese wichtigen Maßnahmen im Bereich Human Resources zahlen sich in barer Münze aus. Schafft ein Unternehmen es, eine gute Arbeitsatmosphäre aufzubauen, fördert das die Identifikation mit dem Unternehmen.

Umgekehrt verursacht eine hohe Fluktuationsrate Kosten. Zum einen ist sie häufig ein Indiz dafür, dass sich die Mitarbeiter nicht wohl fühlen – das wirkt sich auf die Arbeitsmoral aus und verstärkt Leistungseinbrüche. Gleichzeitig sind Stellenausschreibungen und Bewerbungsverfahren ein hoher Kostenfaktor.

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Welches Studium eignet sich für Human Resources?

Ein Studium ist nicht zwingend vorgeschrieben – es handelt sich nicht um eine geschützte Berufsbezeichnung. Mit einer kaufmännischen Ausbildung, Berufserfahrung sowie entsprechender Weiterqualifizierung können auch Quereinsteiger als Human Resources Manager tätig werden.

Die meisten Human Resources Manager haben allerdings ein entsprechendes Studium absolviert. Viele Universitäten und Fachhochschulen bieten direkt das Studium Human Resources Management an. Interessenten sollten sehr gute Kenntnisse in Deutsch, Mathematik Englisch, Wirtschaft, Recht und Sozialkunde mitbringen.

Daneben ist ein klassischer Einstieg über das Studium der Wirtschaftswissenschaften möglich, hier sind folgende Schwerpunkte vorteilhaft:

  • Personal
  • Psychologie
  • Soziologie

Aber auch Absolventen anderer Studiengänge wie Jura, Soziologie, Psychologie oder Pädagogik kommen im Bereich Human Resources unter.

Gewöhnlich steigt kein Uniabsolvent direkt als Human Resources Manager ein – Erfahrung im Personalwesen sowie Empathie und Menschenkenntnis sind weitere Voraussetzungen.

Um leichter im Bereich Human Resources Fuß fassen zu können, bieten sich bereits Praktika oder eine Tätigkeit als Werkstudent während des Studiums an. So gewinnt man bereits erste Eindrücke vom späteren Arbeitsbereich und kann ein Netzwerk aufbauen, das sich bei der Jobsuche auszahlt.

Wesentlich bessere Aussichten haben Hochschulabgänger, die als Trainee beispielsweise ein fachspezifisches Traineeprogramm im Bereich Human Resources absolvieren.

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Verdienst: Jobs und Gehalt in Human Resources

Die Verdienstmöglichkeiten im Bereich Human Resources hängen von verschiedenen Faktoren ab:

  • Aufgabenbereich
  • Berufserfahrung
  • Branche
  • Region

Einen Unterschied machen auch die fachlichen Qualifikationen: Absolventen mit Bachelorabschluss werden weniger verdienen als solche mit einem Master in Human Resources.

Die höchsten Gehälter verdienen laut Stepstone Gehaltsreport Arbeitnehmer in der HR-Beratung, die niedrigsten werden in der Verwaltung gezahlt. Am Anfang liegen die Gehälter bei Berufseinsteigern noch relativ dicht beieinander, aber bereits nach sechs bis zehn Jahren lassen sich deutliche Unterschiede feststellen:

Mit etwa 52.000 Euro brutto sind Angestellte im Recruiting und Personalmarketing die Schlusslichter. Wer Human Resources Beratung ausübt, kann nach mehr als zehn Jahren Berufserfahrung und mit akademischen Abschluss mit annähernd 75.000 Euro brutto rechnen – je nach Unternehmen.

Das Einstiegsgehalt von HR Managern liegt bei 30.000 bis 45.000 Euro, langfristig und branchenabhängig sind Jahresgehälter von 60.000 Euro bei Angestellten ohne akademischen Abschluss möglich.

Spitzenverdiener im Human Resources Bereich sind Personalleiter in Großkonzernen (mit mindestens 1.000 Mitarbeitern) – dort sind bis zu 125.000 Euro keine Seltenheit.

[Bildnachweis: baranq by Shutterstock.com]
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22. Juni 2020 Anja Rassek Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der WWU in Münster. Sie arbeitete beim Bürgerfunk und einem Verlag. Hier widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.


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