Soft Skills: Liste Top10 + 30 Beispiele und Training

Soft Skills sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor bei der Bewerbung und für die Karriere. Auf die „weichen“ Fähigkeiten legen Arbeitgeber und Personaler seit Jahren zunehmend mehr Wert. Sie ergänzen nicht nur die sogenannten Hard Skills. In ihnen stecken fachübergreifende Schlüsselkompetenzen im Umgang mit anderen Menschen und mit sich selbst. Aber welche Soft Skills sind wichtig? Insbesondere in der Bewerbung? Wir zeigen Ihnen, worauf es ankommt – inklusive einer Liste mit 30 Beispielen der wichtigsten Skills sowie Tipps, wie Sie diese lernen können…

Soft Skills: Liste Top10 + 30 Beispiele und Training

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Definition: Was sind Soft Skills?

Soft Skills umfassen unterschiedliche Fähigkeiten, Eigenschaften und Verhaltensweisen einer Person. Sie werden unterschieden in methodische, soziale und persönliche (oder „personale“) Kompetenzen. Letztere spiegeln sich vor allem im Umgang mit sich selbst.

In Abgrenzung zu den Soft Skills basieren Hard Skills auf harten, nachweisbaren Fähigkeiten und Qualifikationen, wie zum Beispiel einem Studienabschluss, einer absolvierten Fortbildung oder einem Zertifikat. Auch Sprachkenntnisse sind Hard Skills. Nachgewiesen werden diese in der Regel durch entsprechende Abschlusszeugnisse, durch Noten oder eine Beurteilung des Vorgesetzten (siehe: qualifiziertes Arbeitszeugnis).

Die 3 Arten der Soft Skills

  1. Methodische Kompetenzen
    Diese Kompetenzen helfen, Aufgaben und Probleme zu lösen oder sich dafür erforderliche Methoden und Fähigkeiten anzueignen. Sie sind eine wesentliche Voraussetzung zum Erwerb von Hard Skills.
  2. Soziale Kompetenzen
    Diese Fähigkeiten helfen beim Umgang mit anderen Menschen. Sie sind bei jedem zwischenmenschlichen Kontakt von Bedeutung und entscheiden darüber, wie positiv, sympathisch und harmonisch die Beziehung oder Zusammenarbeit empfunden wird.
  3. Personale Kompetenzen
    Hierzu gehören Soft Skills, die sich auf die eigene Person beziehen und über sich selbst oder die eigenen Ziele im Klaren zu sein.

Warum sind Soft Skills so gefragt?

Hinter den Soft Skills verbirgt sich das Potenzial eines Menschen. Wissen und Kompetenzen lassen sich durch Lernen erwerben. Zum Erfolg führen sie aber erst im Umgang mit anderen Menschen. So steckt in den Soft Skills letztlich die sogenannte Employability – die generelle Einsatzfähigkeit und das langfristige Entwicklungspotenzial eines Menschen.

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Soft Skills Liste: 30 Beispiele wichtiger Kompetenzen

Eine Reihenfolge im Sinne einer Rangfolge gibt es bei den Soft Skills nicht. Dafür sind die Anforderungen verschiedener Branchen, Arbeitgeber oder Situationen zu unterschiedlich. Dennoch haben sich einige Fähigkeiten und Eigenschaften immer wieder herauskristallisiert, die besonders häufig gesucht werden und mit denen Sie in den meisten Bewerbungen punkten können. Die folgende Soft Skills Liste enthält mehr als 30 der gefragtesten Soft Skills.

(Vertiefende Artikel zu den Soft Skills Beispielen haben wir verlinkt.)

Methodische Kompetenzen

Soziale Kompetenzen

Persönliche Kompetenzen

Hard Skills

(Beispiele / Auswahl)

  • Fachkompetenzen
  • Ausbildung / Studium
  • Berufliche Qualifikationen
  • Erfahrungen
  • Sprachkenntnisse / Fremdsprachen
  • Zertifikate
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Top10: Die wichtigsten Business-Skills

Um Karriere, sind nach Meinung von Experten zehn Eigenschaften besonders entscheidend – die sogenannten Top-Skills (oder „Business Skills“). Wer diese Soft Skills erwirbt und verbessert, hat im Beruf beste Chancen.

  1. Eigeninitative
    Eigeninitiative rangiert in vielen Umfragen bei Personalern an erster Stelle. Wer diesen Soft Skill besitzt, handelt selbstständig, aus eigenem Antrieb heraus. Oder salopp gesagt: Diese Menschen muss man nicht zum Jagen tragen. Solche Menschen treffen zudem zügige Entscheidungen und übernehmen für ihr Handeln Verantwortung.
  2. Kommunikationsfähigkeit
    Kommunikationsfähigkeit ist leider oft ein Buzzword, das in vielen Stellenanzeigen steht und irgendwie alles beeinhaltet. Gemeint ist aber meist die Stärke, Botschaften klar und deutlich zu formulieren, die Signale anderer zu interpretieren oder im Meeting zu überzeugen.
  3. Teamfähigkeit
    Teamfähigkeit zählt zu den Top-Skills im Berufsleben. Wo immer Menschen zusammenarbeiten, müssen sie konkurrieren wie kooperieren, debattieren und Kompromisse schließen. Teamfähig ist, wer konstruktiv und rücksichtsvoll mit anderen umgeht, bei Meinungsunterschieden respektvoll bleibt oder sich in der Gruppe engagiert und mithilft, wo es nötig ist.
  4. Begeisterungsfähigkeit
    Wer mit Freude seiner Arbeit nachgeht, hat mehr Erfolg. So ein jemand widmet sich voller Elan seinen Aufgaben und geht darin auf. Begeisterungsfähigkeit ist die positive Grundeinstellung, die Herausforderungen willkommen heißt und dynamisch anpackt. Sie ist eine Form der intrinsischen Motivation – und die kann Berge versetzen.
  5. Belastbarkeit
    Hohe Belastbarkeit wird von Arbeitgebern gern gesehen. Sie zeigt sich im richtigen Umgang mit Stress. Belastbare Menschen können diesen besser verarbeiten, kanalisieren und ausgleichen – und kennen ihre Grenzen.
  6. Anpassungsfähigkeit
    Als Anpassungsfähigkeit wird das Vermögen verstanden, sich schnell auf neue Situationen und Herausforderungen einzustellen. Im Beruf bedeutet das, seine Verhaltensmuster oder Arbeitsstile bei Bedarf zügig und flexibel zu verändern (siehe: „survival of the fittest“).
  7. Empathie
    Dahinter steckt die Fähigkeit, Gedanken, Emotionen oder Motive seines Gegenübers zu erkennen, zu verstehen und nachzuvollziehen, sich darauf einzulassen und angemessen zu reagieren. Es ist eine Art vorausschauende Emotionsreaktion. Damit zählt Einfühlungsvermögen zu den wesentlichen Karrierefaktoren.
  8. Charisma
    Diese Stärke verleiht Menschen eine nahezu magische Ausstrahlung, Aura und Anziehungskraft. Vor allem im Management und in der Außenwirkung gilt Charisma als Motor, der andere inspiriert, motiviert und überzeugt. Sie macht manche sogar zur Marke.
  9. Interkulturelle Kompetenz
    Die meisten Unternehmen agieren heute international und haben Standorte im Ausland. Oder eine bunt gemischte Belegschaft aus unterschiedlichen Kulturen und Nationen. Entsprechend wichtig ist es, sich auf die jeweiligen kulturellen Hintergründe und Mentalitäten einzustellen. Interkulturelle Kompetenz kann Unterschiede respektieren, Besonderheiten beachten und Rücksicht nehmen.
  10. Durchsetzungsvermögen
    Gemeint ist nicht, jede Diskussion zu gewinnen. Der Soft Skill meint echte Überzeugungskraft und Umsetzungsstärke. Man könnte auch von Zielorientierung sprechen. Durchsetzungsvermögen ist die Fähigkeit, eigene Interessen, Ziele und Absichten wahrzunehmen, zu verfolgen und für sie einzustehen – auch gegen Widerstände.
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Soft Skills und Hard Skills in der Bewerbung

Um in der Bewerbung zu punkten, müssen Sie Soft Skills und Hard Skills miteinander verbinden.

Bei der schriftlichen Bewerbung stehen allerdings zuerst die Hard Skills im Vordergrund. Das Rückgrat dazu bildet der Lebenslauf. In ihm stehen alle wichtigen Muss-Qualifikationen aus der Stellenanzeige. Fehlen sie, hat ein Bewerber kaum noch eine Chance auf den Job. Die Hard Skills bestätigen schließlich, ob der Kandidat fachlich überhaupt in der Lage ist, seine späteren Aufgaben zu erledigen.
Soft Skills Bewerbung Anschreiben Lebenslauf

Die schriftliche Bewerbung ist aber nur der erste Teil im Bewerbungsprozess. Auf ihn folgt das Vorstellungsgespräch. Und diese Hürde überspringen Bewerber dank relevanter Soft Skills. Im Bewerbungsgespräch interessieren sich Personaler vor allem für…

  • Teamgeist und Teamfähigkeit
  • Leidenschaft für den Beruf
  • Lernbereitschaft
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Konflikt- und Kritikfähigkeit
  • Belastungsfähigkeit
  • Eigenmotivation
  • die sprichwörtliche Chemie, die stimmen muss.

All diese Eigenschaften heben Bewerber aus der Masse heraus, machen ihre Persönlichkeit spannend, individuell und einzigartig. Oft können ausgeprägte Soft Skills bessere fachliche Kompetenzen anderer Kandidaten ausstechen. Sie sind damit ein deutlicher Wettbewerbsvorteil.

Soft Skills Bewerbung: Welche nennen?

Kurze Antwort: Längst nicht alle, die Sie besitzen. „Viel hilft viel“, stimmt in der Bewerbung nicht. Tatsächlich kommt es nicht auf die Quantität, sondern auf die Qualität der Soft Skills an. Daher sollten Sie genau auswählen, was Sie in Anschreiben und tabellarischem Lebenslauf erwähnen:

  • Auf Stärken konzentrieren
    Fokussieren Sie sich in der Bewerbung auf Ihre fünf größten Stärken. Natürlich sollten Sie diese Fähigkeiten wirklich besitzen. Damit müssen Sie noch die Probezeit überstehen.
  • Nur relevante Skills nennen
    Die Bewerbung ist umso erfolgreicher, je exakter Sie diese auf den angestrebten Job ausrichten. Heißt für die Soft Skills: Genannt wird nur, was für die Stelle relevant ist. Das ergibt sich teils aus der Stellenanzeige, teils aus dem Berufsbild.
  • Soft Skills durch Beispiele belegen
    „Ich bin teamfähig, belastbar, motiviert…“ – Behaupten lässt sich Vieles. Damit Sie mit den genannten Skills punkten, sollten Sie diese durch Beispiele im Anschreiben belegen. Bleiben Sie dabei so knapp wie möglich, aber so konkret wie nötig. Worthülsen sind tabu.

Formulierungen & Beispiele

  • „Um Kunden langfristig zu binden, habe ich bei meinem letzten Arbeitgeber ein Projekt vorgeschlagen und umgesetzt, das die Kundenzufriedenheit steigern konnte. Das eigenständige Durchführen dieses Projekts hat mir großen Spaß gemacht. Am Ende konnte ich die Kundenzufriedenheit um 17 Prozent steigern.“
  • „Zudem engagiere ich mich ehrenamtlich für einen Verein, der Kleiderspenden sammelt und sortiert. Neben dem guten Zweck reizt mich an dem Job besonders die Arbeit mit einem großen Team und vielen unterschiedlichen Persönlichkeiten.“
  • „Schon während meines Studiums war ich bereit, mich voll und ganz reinzuhängen, um die besten Ergebnisse zu erzielen. Erst wenn ich weiß, dass ich mein Bestes gegeben habe, bin ich auch mit mir selbst zufrieden.“

Soft Skills lernen: Tipps fürs Training

Soft Skills sind eng mit unserem Charakter verbunden. Viele davon werden schon in der Kindheit und Jugend erworben und trainiert. Aber auch im Erwachsenenalter lassen sich Soft Skills lernen und trainieren. Zum Beispiel durch gezieltes Coaching. Oder in Seminaren und Kursen zu Selbstmanagement, Zeitmanagement, Präsentationstechniken oder Rhetorik.

Die meisten Soft Skills lassen sich ebenso im Alltag üben. Im Selbstcoaching. Ihr Training erfordert jedoch Zeit und Ausdauer. Ähnlich wie Gewohnheiten brauchen Sie die tägliche Praxis, damit wir sie verinnerlichen. Die folgenden Tipps helfen Ihnen dabei:

  • Defizite identifizieren
    Am Anfang stehen immer Selbstanalyse und Selbstreflexion: Wo liegen meine Stärken? Welche Soft Skills beherrsche ich schon? Woran will ich noch arbeiten? Eine Potenzialanalyse kann ebenfalls helfen. So haben Sie einen soliden Startpunkt für Ihre Persönlichkeitsentwicklung.
  • Ziele definieren
    Im nächsten Schritt richten Sie den Blick in die Zukunft. Fragen Sie sich, WOZU Sie die methodischen, sozialen oder personalen Kompetenzen trainieren wollen. Vielleicht steigert es Ihre Bewerbungschancen im Assessment Center. Vielleicht bringt es Sie einer Beförderung näher. Erst mit dem Ziel vor Augen können Sie die für Sie relevanten Soft Skills identifizieren. Ansonsten bleibt das Training willkürlich und nicht fokussiert.
  • Üben, üben, üben
    Smalltalk zum Beispiel können Sie wunderbar bei einer Tasse Kaffee trainieren oder auf einer Party üben. Arbeiten Sie wiederum beim Sport oder auch bei privaten Projekten an Ihrer Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit oder Zielorientierung. Trainieren Sie, aktiv zuzuhören, versuchen Sie andere zu motivieren und geben Sie Freunden oder Kollegen konstruktives Feedback.
  • Ausdauer beweisen
    Das Training der Soft Skills ist ein permanenter Prozess. Die meisten Fähigkeiten verbessern und vertiefen sich durch zunehmende Lebenserfahrung. Nicht über Nacht. Entscheidend ist also, dass Sie für das Training eine langfristige Perspektive entwickeln.

Das alles klingt vielleicht nach Arbeit, nach lebenslangem Lernen (was es auch ist). Machen Sie sich aber bitte bewusst: Von Ihren Soft Skills profitieren Sie ein Leben lang! Nicht nur im Arbeitsleben.

In allen Lebenssituationen haben Sie mit Menschen zu tun. Mit sich selbst sowieso. Soziale Kompetenzen und emotionale Intelligenz sind DIE Schlüsselkompetenzen des 21. Jahrhunderts. Hierbei in sich selbst zu investieren, wird Sie enorm weiterbringen – persönlich wie beruflich.

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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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22. November 2020 Jochen Mai Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Der Autor mehrerer Bücher doziert an der TH Köln und ist gefragter Keynote-Speaker, Coach und Berater.

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