Wie sieht der Aufbau einer Bewerbung genau aus? Das fragen sich vor allem Schulabgänger und Berufsanfänger, aber auch Arbeitnehmer, die sich erstmals nach langer Zeit wieder bewerben. Schließlich gibt es im Laufe der Zeit immer mal ein paar neue Spielereien, die hinzukommen. Oder Sie haben die einzelnen Punkte nicht direkt abrufbereit - macht nichts. Wir haben für Sie den Bewerbung Aufbau hier zusammengefasst...

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Bewerbung Aufbau: Allgemeine Hinweise zur Sorgfalt

Auch wenn eine Vielzahl der folgenden Tipps Ratschläge sind und es vor allem auf Ihre individuelle Note ankommt, gibt es im Bereich Sorgfalt keinen Spielraum. Wer die grundlegenden Basics einer Bewerbung nicht beherrscht, landet schnell auf dem Stapel mit den Ablehnungen.

Dabei ist es auch unerheblich, ob Sie eine Online Bewerbung verfassen oder eine klassische - der Aufbau und die Anforderungen daran sind identisch.

Sind es bei der herkömmlichen Papierbewerbung die gern zitierten Kaffeeflecken und Eselsohren, die Sie vermeiden sollten, so sind es bei der elektronischen Form nachlässig benannte Dateien, ungebräuchliche Dateiformate oder viel zu große Anhänge.

Mehr dazu, was Sie bei Online Bewerbungen und Bewerbungen per E-Mail beachten müssen, lesen Sie hier:

Es gibt beim Bewerbung Aufbau also einiges falsch zu machen. Wie sich Ihre Bewerbungsmappe zusammensetzt, ist schnell erklärt.

Aufbau Bewerbungsmappe

Sie haben bei der Gestaltung Ihrer Bewerbungsmappe einen gewissen Spielraum, was beispielsweise die Farbe und Gestaltung anbelangt. Wer sich auf einen Ausbildungsplatz bewirbt, kann problemlos auf einen Klemmhefter mit Sichtfenster zurückgreifen.

Für Berufe, die einen akademischen Abschluss erfordern, werden üblicherweise hochwertigere Mappen aus Karton verwendet. Die können dreiteilig sein und sind mit oder ohne Sichtfenster erhältlich. Für den Ausdruck Ihrer Unterlagen sollten Sie auf hochwertige, schwere Papierqualität (mindestens 90 Gramm) achten.

Inhaltlich sind lediglich drei Bestandteile verpflichtend: Das Anschreiben, der Lebenslauf und die Zeugnisse. Typischerweise sieht der Aufbau einer Bewerbung wie folgt aus:

  • Anschreiben: Das Herzstück Ihrer Bewerbung, das lose auf der Bewerbungsmappe aufliegt und so gemeinsam in den Versandumschlag gesteckt wird. Es sollte auf eine DIN-A4-Seite passen.
  • Deckblatt: Dieses zusätzliche Blatt ist optional und eignet sich, wenn Sie einen sehr vollen Lebenslauf haben (bei langjähriger Berufserfahrung) und den Platz fürs Bewerbungsfoto sparen wollen.
  • Bewerbungsbild: Achten Sie auf gute Qualität, keinesfalls sollte das Bewerbungsfoto aus einem Automaten stammen.
  • Lebenslauf: Er sollte zwei Seiten auf keinen Fall überschreiten, anderenfalls sollten überfüssige Details gekürzt werden.
  • Inhaltsverzeichnis: Wer viele Zeugnisse, Zertifikate und Arbeitsproben hat, kann dem Personaler so einen Überblick geben.
  • Zeugnisse: Ausbildungs- und Arbeitszeugnisse werden immer nur als Kopie hinzugefügt.

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Aufbau des Anschreibens: Klassisch in 10 Schritten

Das Anschreiben ist für viele Bewerber immer die größte Herausforderung, da es auf die Stelle und das Unternehmen zugeschnitten sein muss. Hier präsentieren Sie sich mit Ihrem Wissen und Ihrer Motivation. Wer das Anschreiben den Vorgaben entsprechend gestaltet, hat bereits die halbe Miete.

Achten Sie peinlichst auf Grammatikfehler, zur Not lassen Sie eine andere Person gegenlesen. Verwenden Sie eine gut lesbare Schriftgröße - Schriftgrad 11 oder 12 - und eine gängige Schriftart, beispielsweise Arial oder Verdana. Andere bevorzugen lieber Schriften mit Serifen, hier wären Times oder Georgia zu empfehlen.

Insgesamt umfasst das Anschreiben etwa drei bis fünf Absätze, bei anderthalbzeiligem Zeilenabstand wirkt das Schreiben luftiger und ist gut lesbar. Für den Abstand der Seitenränder sollten Sie jeweils zwei Zentimeter einkalkulieren.

Aufbau-Bewerbungsanschreiben-Beispiel-Schema

  • Absender

    Enthält Ihre persönlichen Informationen wie Namen, Adresse, Telefonnummer (im Bild rechts gedacht).

  • Ort und Datum

    Angegeben wird Ihr derzeitiger Wohnort nebst aktuellem Tagesdatum.

  • Adressat

    Hier steht der Name des Empfängers. Achten Sie ganz besonders hier auf Rechtschreibfehler, Beispielsweise gibt es regional unterschiedliche Varianten des Nachnamens "Meier" - eine Schreibung mit ey, ay oder ai (teilweise fällt auch das zweite e weg) ist ebenfalls möglich; auch "Schmid" kann "Schmidt" geschrieben werden.

  • Betreffzeile

    Ohne das Wörtchen "Betreff" am Anfang. Hier steht die exakte Stellenbezeichnung der Stellenanzeige. Beachten Sie auch, dass Sie ebenfalls die Referenznummer angeben, sofern eine genannt wird.

  • Anrede

    Die sollte immer persönlich sein, also "Sehr geehrter Herr Meier...", nicht: "Sehr geehrte Damen und Herren".

  • Einleitung

    Der erste Satz sollte bereits das Interesse des Personalers wecken - das tut er allerdings nicht, indem Sie auf Formulierungen zurückgreifen, die völlig überholt sind: "Hiermit bewerbe ich mich..." und "Mit großem Interesse habe ich gelesen, dass Sie...". Stattdessen punkten Sie, wenn Sie Ihre Motivation hervorheben: "Ihr Unternehmen ist mir bereits aus der Zusammenarbeit bei meinem bisherigen Arbeitgeber gut bekannt."

  • Hauptteil

    Auf diesen Teil kommt es an: Hier präsentieren Sie sich mit Ihren Vorzügen - sowohl die fachlicher Art, als auch Ihre sozialen Kompetenzen. Die Kunst besteht allerdings darin, nicht einfach Ihren Lebenslauf nachzuerzählen, sondern zuvor exakt die bisherigen Tätigkeiten zu identifizieren, die für die anvisierte Stelle wichtig sind. Dafür sollten Sie auf Ihre derzeitige Tätigkeit zu sprechen kommen, beispielsweise: "Das Jura-Studium an der XY-Universität werde ich zum Wintersemester XY beenden..." oder falls Sie bereits berufserfahren sind, können Sie kurz Ihre persönliche Motivation ansprechen, beispielsweise, wenn Sie im Ausland arbeiten wollen oder neue Herausforderungen suchen.

  • Unternehmensbezug

    Daran sollten sich idealerweise Erfahrungen Ihrerseits anschließen, in denen Sie das Geforderte bereits unter Beweis stellen konnten. Für Berufsanfänger ist das mangels Erfahrung nicht ohne Weiteres umzusetzen, daher sind in solchen Fällen auch Parallelen zu Erfahrungen beispielsweise im Verein oder vergleichbaren Ehrenämtern möglich. Sobald Lebenslauf und Stellenanzeige matchen, haben Sie das Richtige herausgearbeitet.

  • Schlussteil

    Den Anschreiben-Aufbau beenden Sie, falls gewünscht, mit Ihren Gehaltsvorstellungen und dem Hinweis, dass Sie sich auf das Vorstellungsgespräch freuen.

  • Anlagen

    Am Ende steht lediglich das Wort "Anlagen", das dem Leser signalisiert, dass noch Lebenslauf und Zeugnisse folgen.

Bewerbung Aufbau: Inhalt des Anschreibens

Hierin vermitteln Sie dem Personaler, welche Fähigkeiten Sie haben, welche Persönlichkeit Sie mitbringen und warum beides ausgerechnet so gut zu seinem Unternehmen passt. Achten Sie darauf, dass Ihr Anschreiben keine Wiederholung des Lebenslaufs wird; arbeiten Sie stattdessen die Punkte heraus, die von Belang sind.

Neben fachlichen Kenntnissen spielen hier Ihre Soft Skills eine große Rolle.

Den Fehler, den viele Bewerber leider begehen: Sie verschicken lieblose Standardbewerbungen an etliche Firmen mit ähnlichen Stellenausschreibungen - leider sind diese total unpersönlich. Das Wörtchen "Bewerbung" drückt es ja eigentlich schon aus:

Sie werben um die Gunst des Unternehmens. Würde nach Schema F um eine Person geworben, wäre die auch wenig entzückt. Ebenso verhält es sich mit wenig aussagekräftigen Bewerbungen. Hier ist also eine genaue Analyse gefragt, und zwar der eigenen Stärken und Schwächen, aber ebenso der Stellenanzeige:

Was wird hier gefordert? Welche fachlichen Qualifikationen werden erwartet, welche wären wünschenswert? Zu unterscheiden ist hier zwischen den so genannten Kann- und Muss-Anforderungen, erkennbar an entsprechenden Formulierungen:

  • Kann-Anforderungen

    Werden vom Arbeitgeber vager formuliert, etwa "Idealerweise sprechen Sie...", "Gerne auch..." oder "Hilfreich für diese Tätigkeit wäre..."

  • Muss-Anforderungen

    Das sind solche, bei denen der Arbeitgeber Formulierungen wählt wie "Sie bringen Folgendes mit...", "Sie haben Ihre Ausbildung zum.../Ihr Studium in... abgeschlossen" oder auch "Wir erwarten von Ihnen..."

Nur wer sich über seine Vorzüge genau im Klaren ist, kann diese auch gezielt hervorheben. Und wer sich intensiv mit den Anforderungen auseinandergesetzt hat, weiß auf die Anforderungen des Arbeitgebers einzugehen.

Richtig bewerben-Wie schreibe ich eine Bewerbung

Lebenslauf Aufbau: Formale und inhaltliche Gestaltung

Der Lebenslauf wird heutzutage meist amerikanisch, das heißt umgekehrt chronologisch verfasst. Sie listen hierbei tabellarisch Ihre letzte Position an oberster Stelle auf. Dabei ordnen Sie in zwei Spalten jeweils links den Zeitraum und rechts die jeweiligen Tätigkeiten, die Sie ausgeübt haben.

Von der Länge sollte der Lebenslauf zwei DIN-A4-Seiten umfassen, mehrere Seiten sind lediglich bei mehrjähriger Berufserfahrung oder häufigen Jobwechseln üblich. Sofern Sie ohne Deckblatt arbeiten, gehört in den Lebenslauf ein Bewerbungsbild.

Lebenslaufaufbau-Grafik

Der Lebenslauf Aufbau erfolgt nach den Kategorien:

  • Persönliche Daten

    Hierzu gehört Ihr Name, Geburtsdatum, Geburtsort, Anschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Zu Ihrer Konfession oder Nationalität müssen Sie keine Angabe machen.

  • Werdegang (Berufliche Erfahrung)

    Auf Ihre persönlichen Daten folgen die bisher ausgeübten Tätigkeiten, wobei jede berufliche Station einen eigenen Block in Ihrem Lebenslauf einnimmt und sich folgendermaßen zusammensetzt:

    • Zeitraum
    • Stellenbezeichnung
    • Name des Unternehmens mit Ortsangabe (Branchenangabe möglich)
  • Ausbildung (Studium, Schule)

    Nach der beruflichen Erfahrung folgt nach demselben Schema die Ausbildung beziehungsweise das Studium:

    • Zeitraum
    • Bezeichnung der Ausbildung beziehungsweise des Studiums
    • Unternehmen / Organisation / Hochschule
    • Ausbildungsinhalte oder Studienschwerpunkte
    • Abschlussnote
  • Praktika

    Wer noch keine berufliche Erfahrung sammeln konnte, kann mit Praktika punkten. Hier kommt es darauf an, vor allem die Bedeutung für die anvisierte Stelle herauszuarbeiten.

  • Kenntnisse (Weiterbildungen)

    Hier haben Sie die Möglichkeit, das Augenmerk des Personalers auf zusätzliche Kenntnisse zu lenken, die möglicherweise besonders nützlich für die ausgeschriebene Stelle sind. Von Interesse können hier Seminare über PC-Kenntnisse, Sprachnachweise, Managementkurse oder spezielle Führerscheine sein.

  • Hobbys

    Ihre Freizeitaktivitäten mögen auf den ersten Blick wenig mit beruflichen Qualifikationen zu tun haben, aber viele Unternehmen legen Wert darauf, etwas über die Persönlichkeit Ihres Bewerbers zu erfahren. Darüber hinaus kann das Engagement in einem Verein sehr wohl Aufschluss darüber geben, ob jemand beispielsweise Führungsqualitäten besitzt. Vorsicht ist allerdings bei der Angabe von Extremsportarten mit hohem Verletzungsrisiko geboten, da hier ein Personaler unfallbedingten Ausfall befürchten könnte.

[Bildnachweis: Dean Drobot by Shutterstock.com]

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