Flüchtigkeitsfehler: Diese sabotieren die Bewerbung

Flüchtigkeitsfehler sind besonders ärgerlich. Manche lassen einen völlig dumm aussehen und können bei Bewerbungen das Aus bedeuten. Dabei sind sie absolut menschlich – jedem kann mal ein Buchstaben- oder Zahlendreher passieren. Im Job kann das jedoch drastische Konsequenzen haben. Hier lesen Sie, wie Sie Flüchtigkeitsfehler vermeiden können. Außerdem: Was Menschen wirklich in die Bewerbung schreiben – die kuriosesten Fehler, die US-Personalern bislang untergekommen sind…

Flüchtigkeitsfehler: Diese sabotieren die Bewerbung

Flüchtigkeitsfehler Definition: Was ist das?

Flüchtigkeitsfehler Beispiele vermeiden im Beruf reduzieren Arbeit Synonym Ursache Ein Fehler liegt vor, wenn eine festgesetzte Anforderung nicht erreicht wurde. Das ist bei einem Flüchtigkeitsfehler nicht anders, nur passiert dieser durch „Flüchtigkeit“.

Darin steckt Schnelligkeit, Vergänglichkeit und vor allem Oberflächlichkeit, mangelnde Sorgfalt. Synonym ist auch vom Patzer, Ausrutscher oder Schnitzer die Rede. Wer einen Flüchtigkeitsfehler begeht beziehungsweise einen vorgehalten bekommt, ist einerseits fein raus.

Denn dann ist klar, dass es nicht mangelnde Kenntnis des Vorgangs war. Grundsätzlich kann diese Aufgabe also korrekt bewältigt werden. Im konkreten Fall nützt diese Erkenntnis trotzdem nichts, wenn die schiere Anzahl an Flüchtigkeitsfehlern so gravierend ist, dass sie das Ergebnis negativ beeinflussen oder die Auswirkungen so eklatant sind.

Ein Schüler, der beispielsweise den Unterschied in der Verwendung von dass (Konjunktion) und das (Relativpronomen) kennt, kann in der Aufregung in der Klassenarbeit dennoch darüber hinwegkommen. Je nach Quantität der Fehler fällt die Note schlechter aus als sie hätte sein müssen.

Gehirn trickst bei Fehlern aus

Flüchtigkeitsfehler Synonym UrsacheFälle wie das Beispiel von der schlechteren Klassenarbeit gehören noch zu den harmlosen. Wer würde sich jedoch freiwillig bei einem Chirurgen unters Messer legen, dem hier und da Flüchtigkeitsfehler passieren? Und dennoch gibt es sie, die Fälle von zugenähten Wunden mit vergessenem Tupfer im Körper.

Auch die verrutschte Kommastelle kann in der Buchhaltung für Schweißausbrüche sorgen. Woher kommen Flüchtigkeitsfehler? Geht es um Bürotätigkeiten wie schriftliche Korrespondenz und Buchhaltung, wobei dem Lesen und Schreiben eine wichtige Rolle zukommt, liegt die Antwort recht nahe.

Unser Gehirn erfasst Dinge, die wir kennen, sehr schnell – wir überfliegen uns bekannte Texte und Aufgaben und erfassen dennoch den Inhalt, denn Fehlendes wird im Gehirn ergänzt. Bereits eine 1976 erschienene englische Doktorarbeit beschäftigte sich mit dem Phänomen, dass für das Textverständnis ausreichend ist, wenn der erste und letzte Buchstaben eines Wortes korrekt sind.

Dies gilt zwar nur, wenn wir die Worte gut kennen – aber genau das ist das Problem bei selbstverfassten Texten. Wir wissen, was wir schreiben wollten. Daher ist es als Verfasser von Schriftstücken, ganz gleich, ob Sie einen Geschäftsbrief, eine Bewerbung oder eine Examensarbeit schreiben, besonders schwer, Fehler zu entdecken.

Anders hingegen, wenn Sie Texte, Mails oder Briefe von anderen lesen. Sie wissen nicht, was Sie als nächstes lesen werden und die Flüchtigkeitsfehler fallen deutlich schneller auf.

Gründe für Fehler im Beruf

Es gibt Umstände, die Flüchtigkeitsfehler begünstigen. Dazu zählt beispielsweise:

Muss alles schnell gehen, bleibt zwangsläufig die Sorgfalt auf der Strecke. Kritisch sind Konzentrationsstörungen, denn Konzentration ist die Hauptanforderung, wenn es nicht nur um die Anfertigung, sondern auch Kontrolle der Tätigkeit geht. Dass diese umso schwerer fällt, wenn sich jemand völlig übermüdet oder krank zur Arbeit schleppt, ist einleuchtend.

Auch Jobs mit Routinetätigkeiten begünstigen Flüchtigkeitsfehler. Monotone Arbeit lädt geradezu dazu ein, das Gehirn auszuschalten. Mitarbeiter, die sich unterfordert fühlen, kämpft vor allem mit akuten Müdigkeitsattacken.

Denn es existiert keinerlei Herausforderung, die Aufgaben sind hinlänglich bekannt, die Abläufe eingespielt. Gerade dann können manche Jobs besonders gefährlich sein, da Routine in der Altersgruppe von 45 bis 54 Jahren das Gefahrenbewusstsein senkt.

Flüchtigkeitsfehler sind da noch das kleinste Problem – Arbeitsunfälle (mit tödlichem Ausgang) können ebenso die Folge sein.

Flüchtigkeitsfehler in der Bewerbung: Don’t!

Der erste Eindruck zählt. In einer aktuellen Umfrage des US-Jobportals Carreerbuilder sagen zwei von fünf HR-Leuten, dass sie sich weniger als eine Minute Zeit nehmen, um den Lebenslauf eines Bewerbers zu scannen. Jeder Vierte befasst sich sogar nur maximal 30 Sekunden damit.

Wenn ihm oder ihr in dieser Mikro-Spanne dann noch ein dummer Fehler ins Auge sticht, kann es die entscheidenden Punktabzüge in der A-Note geben. Ein kleiner Flüchtigkeitsfehler im Anschreiben genügt. Mal nicht nachgedacht oder aufgepasst — und schon klopft sich das HR-Büro vor Freude auf die Schenkel.

Zum Beispiele berichteten die Personaler über folgende 10 Flüchtigkeitsfehler, mit denen sie sich tatsächlich konfrontiert sahen. Oder waren es schlicht und einfach Torheiten? Entscheiden Sie selbst …

Diese 10 Patzer sind Bewerbern wirklich unterlaufen

  1. Auto-Korrektur

    Auto-Korrektur is a bitch… dachte sich vermutlich der Bewerber Freddi Flin. Sein Familienname wurde in Flintstone verschlimmbessert. Freddie Flintstone, der englische Originalname von Fred Feuerstein also – als Personaler kommt man sich nicht nur hochgradig veräppelt vor. Sondern muss leider auch einen Minuspunkt wegen mangelnder Sorgfalt vergeben.

  2. Hobbys

    Lesen und Reisen? Wundervoll, aber eben auch sehr gewöhnlich. Urban Climbing und Parkour? Ein bisschen drüber vielleicht. Aber welches Hobby im Lebenslauf wirkt denn originell und unterstreicht zugleich meine Stärken, wertet meine Bewerbung insgesamt auf? Antwort: Ganz bestimmt nicht Rauchen! Ein Kandidat zählte das gepflegte Quarzen zu seinen Hobbys. Ungesund – auch für die Bewerbung!

  3. Fähigkeiten

    Spezielle Skills können den Unterschied ausmachen. Sowas wie Python oder C++ oder eine andere Programmiersprache. Oder wenigstens gute Word-Kenntnisse. Oder auch verhandlungssicheres Englisch. Aber lange Spaziergänge? Ein Bewerber zählte zu seinen Stärken ernsthaft: „Lange Spaziergänge nehmen“. Tipp für potenzielle Nachahmer: Den Punkt hätte er einfach als Wandern unter Hobbys angeben sollen.

  4. Katzenbilder

    Eine Bewerbung lässt sich auch optisch pimpen. Zum Beispiel könnte man ja als Grafiker oder Mediengestalter dezent andeuten, was man so drauf hat. Cat Content aber gehört in KEINE professionelle Bewerbung. Ein Kandidat ließ sich dennoch nicht davon abhalten, eine Vorlage zu nutzen, in der kleine süße Miezekätzchen in den Ecken platziert waren. Süß, aber unklug…

  5. Esoterik

    Aberglaube ist nichts, was Sie im Job weiterbringt. Es sei denn, Sie wollen als Moderator zu Astro-TV wechseln. Daher ist der Hinweis, man wäre in einem früheren Leben ein Prinz gewesen, in einer Bewerbung unangebracht. Tat ein Bewerber aber trotzdem. Vielleicht ja auch aus religiösen Überzeugungen. In dem Fall sollte umso mehr gelten: Religion ist Privatsache.

  6. Geld

    Ein Thema, das oft über Wohl oder Wehe einer Bewerbung entscheidet. Sind die Gehaltsvorstellungen exorbitant hoch, fliegt der Kandidat raus. Sind sie zu niedrig, wecken sie Zweifel an seinen Qualitäten. Was man aber nicht schreiben sollte: „Ich würde härter arbeiten, wenn ich mehr Geld bekomme.“

  7. Gefängnis

    Lücken im Lebenslauf wollen gefüllt werden. Ein Bewerber probierte es so: Er habe in dieser Zeit in einem Bundesgefängnis gearbeitet. Die Wahrheit war: Er saß in besagtem Zeitraum selbst im Knast. Das ergab ein Background-Check.

  8. Ehrlichkeit

    Ist eine Tugend, sollte aber nicht in Dummheit übergehen. Am Ende seines Lebenslaufes schrieb ein Bewerber: „Ich hab das hier gar nicht ausgefüllt, sondern habe es ausfüllen lassen.“ In solchen Fällen ist das Verschweigen der Wahrheit stets die bessere Alternative…

  9. Augenmerk

    Sorgfalt und Gründlichkeit – zwei Gefährten, die im Bewerbungsprozess gute Dienste leisten. Auch gut, wenn man ein Auge fürs Detail hat. Sich selbst beschrieb ein Kandidat so, auf englisch: Er verfüge über „great attention to detail“. Dann aber sollt man auf die Details auch achten, nicht das zweite t unterschlagen und „Atention“ schreiben.

  10. Zitate

    Eine Bewerbung ist keine Star-Wars-Convention. Ein Bewerber vergaß das wohl – und fügte diverse Zitate aus der Sternentrilogie ein. Welche das genau waren, wissen wir leider nicht. Nur spekulieren wir können: „Nein, Luke. Ich bin dein Vater“ wird es wohl nicht gewesen sein. Ein heißer Tipp dagegen: „Möge die Macht mit Ihnen sein“.

Tipps, wie Sie Flüchtigkeitsfehler vermeiden

Wie lassen sich also Flüchtigkeitsfehler im Beruf vermeiden? Zunächst einmal, indem Sie die obigen Ursachen ausschalten, also gesund, ausreichend gesättigt und ausgeschlafen an Ihren Arbeitsplatz gehen. Das sind Selbstverständlichkeiten.

Im Idealfall gehen Sie einer Tätigkeit nach, die Ihnen meistens Spaß macht, weil sie die nötige Mischung aus Erfahrungswissen und Herausforderung ist. Dann steigt nämlich die Wahrscheinlichkeit, dass Sie irgendwann im Flow sind. Wer im Flow arbeitet, ist völlig auf eine Sache fokussiert, die Wahrscheinlichkeit von Flüchtigkeitsfehlern sinkt.

Dennoch kann es auf der Arbeit passieren, dass die Rahmenbedingungen konzentriertes Arbeiten erschweren. Der Kollege nebenan, der lauthals lacht, so dass Sie ihn noch im eigenen Büro hören, unerwartete Störungen durch Telefonate, zusätzlich einberufene Meetings, Kollegen, die unaufgefordert im Türrahmen stehen – mit all diesen Ablenkungen müssen Sie fertig werden.

Daher folgende Tipps, wie Sie Flüchtigkeitsfehler vielleicht nicht völlig vermeiden, aber zumindest reduzieren können:

  • Notizen

    Wer schreibt, bleibt. Notieren Sie sich Abläufe, um die Reihenfolge zu behalten, Besonderheiten, Namen und dergleichen. Am besten, Sie legen sich ein System zurecht (zum Beispiel die Cornell-Methode) – eine Ansammlung von Post-its rund um den Monitor eignet sich nicht für wichtige Dinge und bestenfalls vorübergehend.

  • Erinnerungen

    Nutzen Sie die Erinnerungsfunktion von Programmen, elektronischen Kalendern und dergleichen, um beispielsweise Termine, Orte und Namen nicht durcheinanderzubringen.

  • Konzentrationsübungen

    Wer merkt, dass er ein generelles Problem hat, sich länger am Stück zu konzentrieren, kann das mit Konzentrationsübungen trainieren.

  • Kontrolle

    Richten Sie ein für Sie passendes System zur Kontrolle Ihrer Dokumente ein. Mails an Kollegen können einen Flüchtigkeitsfehler verkraften – Mails an Kunden und Geschäftspartner sollten lieber kontrolliert werden, erst recht längere Texte. Vielleicht kann Ihnen beim Korrekturlesen ein Kollege helfen, dem Sie dafür eine andere Aufgabe abnehmen?

  • Pausen

    Ganz wichtig: Machen Sie regelmäßige Ruhepausen. Körper und Geist brauchen Erholung, wenn Sie mit neuer Energie wieder an die Arbeit wollen.

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9. November 2018 Autor: Sebastian Wolking

Sebastian Wolking ist Redakteur der Karrierebibel. Er hat Geschichte, Politikwissenschaften und Germanistik studiert und als Online-Redakteur gearbeitet. Sein Interesse gilt den Veränderungen des Arbeitsmarktes durch die digitale Revolution.

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