Kurzbewerbung per E-Mail: Das muss rein

Zahlreiche Stellenanzeigen beinhalten heute eine E-Mail-Adresse, an die die Bewerbung geschickt werden soll. Die klassische Bewerbungsmappe auf dem Postweg stirbt deswegen nicht aus (Viele Mittelständler – und das ist die Mehrheit der Arbeitgeber – nutzt sie weiterhin). Als Bewerber aber sollte man beide Varianten beherrschen. Vor allem die Kurzbewerbung per E-Mail ist in dem Zusammenhang interessant. Sie bringt gleich einige Vorteile mit – birgt aber auch ein paar Fallstricke. Was Sie bei der Kurzbewerbung per E-Mail beachten sollten, wie sie aufgebaut wird und welche wichtigen Unterlagen sie enthalten muss – das erfahren Sie hier…

Kurzbewerbung per E-Mail: Das muss rein

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Kurzbewerbung per E-Mail: Die Vorteile

Vor allem Personaler in großen Unternehmen und Konzernen schätzen die digitale Bewerbung per E-Mail oder Online-Formular. Die erspart ihnen nicht nur Papierstapel auf dem Schreibtisch, sondern lässt sich meist auch elektronisch vorsortieren und filtern. Ganz anders als das endlose Blättern durch unzählige Papierbewerbungen.

Keine Frage, das hat Vorteile für die tägliche Arbeit, bedeutet im Umkehrschluss für Bewerber aber auch: Die Vorauswahl übernimmt vermutlich eine Maschine. Und die ist gnadenlos: Fehlen Unterlagen, bestimmte Qualifikationen und Schlüsselbegriffe, kassiert die Bewerbung postwendend eine Absage. Maschinen sind eben nur so intelligent, wie die Filterbegriffe, mit denen sie gefüttert wurden…

Trotzdem hat die Kurzbewerbung per E-Mail auch ein paar Vorteile für Bewerber:

  • Schnellerer Versand

    Sie finden kurzfristig eine freie Stelle, doch die Bewerbungsfrist endet bereits in einem oder zwei Tagen? Eine Bewerbung per Post würde es vermutlich nicht mehr rechtzeitig bis zum Empfänger schaffen. Die Kurzbewerbung per E-Mail hingegen können Sie noch einmal in Ruhe kontrollieren bevor Sie diese abschicken.

  • Geringere Kosten

    Kein Ausdrucken auf hochwertigem Papier, keine teuren Bewerbungsmappen, keine Versandkosten bei der Post. Was für ein paar Bewerbungen noch kein Problem ist, kann wirklich teuer werden, wenn 50 oder gar 100 Bewerbungen verschickt werden sollen. Kurzbewerbungen per E-Mail sind hingegen kostenlos, egal wie viele Sie verschicken wollen.

  • Schnellere Bearbeitung

    Über diesen Punkt lässt sich streiten. Denn auch wenn Arbeitgeber dank digitaler Vorauswahl den Bewerbern ihre Entscheidungen – theoretisch – per E-Mail grundsätzlich schneller mitteilen könnten, dauert es de facto häufig trotzdem lange, bis die ersehnte Antwort kommt. Wenn Sie denn überhaupt kommt. Aber das ist ein anderes Thema.

Risiken der Kurzbewerbung per E-Mail

Es gibt freilich nicht nur Vorteile, sondern auch einige Nachteile und Risiken bei der Kurzbewerbung per E-Mail. An diese sollten Sie ebenfalls denken – und natürlich vermeiden:

  • Rechtschreibfehler. Diese beschädigen jede Bewerbung – auch die in Papierform. Doch gerade bei Kurzbewerbungen per E-Mail ist die Versuchung groß, die gebotene Sorgfalt schleifen zu lassen. Sowohl Anschreiben als auch der Lebenslauf müssen aber fehlerfrei sein. Es sind schließlich Ihre ersten Arbeitsproben.
  • Form. Betreffzeilen, die nur das Wort „Bewerbung“ enthalten oder eigene E-Mail-Adressen der Sorte hasimausi123@e-mail.de, kommen tatsächlich immer noch vor und reduzieren die Erfolgsaussichten der Bewerbung auf Null. Besser: Seien Sie spezifisch im Betreff und seriös im Profil.
  • Inhalt. Was gehört rein? Was bleibt draußen? Diese Frage müssen Bewerber sich immer wieder stellen. Eine zu dünne Kurzbewerbung kann das Aus bedeuten. Auf der anderen Seite dient gerade die Kurzbewerbung der schnellen Übersicht und soll zunächst nur Interesse (für ein Vorstellungsgespräch) wecken. Personaler mit unwichtigen Informationen zu überladen, wäre also genauso falsch. Ideal: Anschreiben und Lebenslauf finden jeweils auf einer Seite Platz (siehe folgende Tipps).
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Kurzbewerbung per E-Mail: Das muss rein

Wenn Sie mit einer Kurzbewerbung per E-Mail überzeugen wollen, muss neben der formalen und fehlerfreien Gestaltung vor allem der Inhalt stimmen. Fehlen in einer Stellenanzeige aber konkrete Angaben darüber, welche Unterlagen und Informationen mitgeschickt werden sollen, sind viele Bewerber verunsichert.

Müssen Sie aber nicht. Entweder, Sie schicken in dem Fall vollständige Unterlagen. Diese setzen sich so zusammen:

Wie schreibt man eine Bewerbung Vollstaendige Bewerbungsmappe Bewerbungsunterlagen Muster

Oder aber Sie schicken zunächst eben nur eine kurze Bewerbung per Mail. Die ist deutlich abgespeckter und besteht aus nur zwei Teilen:

  1. Anschreiben

    Ob klassische Bewerbungsmappe oder Kurzbewerbung per E-Mail: Das Anschreiben ist ein Muss und gehört bei der Kurzbewerbung schon in das Textfeld der E-Mail. Sie können es auch zusätzlich in den Anhang der Mail packen. In der Regel aber reicht der Mailtext hierfür völlig. Überzeugen Sie hierbei durch Ihre Motivation und einen konkreten Bezug zum Unternehmen. Massenmails haben keine Chance.

  2. Lebenslauf

    Der Lebenslauf ist der zweite und wichtigere Teil der Kurzbewerbung per E-Mail. Er wird auf jeden Fall gelesen und gehört in den Anhang. Es gelten die gleichen Regeln wie für die klassische Bewerbung: Achten Sie auf eine klare und übersichtliche Gestaltung, einen aussagekräftigen Inhalt und eine lückenlose Darstellung Ihrer Laufbahn – und das möglichst auf einer Seite (Kurzbewerbung!). Ein professionelles Bewerbungsfoto muss zwar nicht sein, wird aber durchweg gerne gesehen.

Arbeitszeugnisse hingegen müssen Sie bei einer Kurzbewerbung per E-Mail nicht mitschicken. Allerdings sollten Sie – etwa im PS der E-Mail, einen Satz formulieren, dass Sie die Zeugnisse bei Interesse gerne nachreichen oder zum Vorstellungsgespräch mitbringen.

Die Idee der Kurzbewerbung ist ja gerade, diese auf das Nötigste zu reduzieren. Wer dann anbeißt, bekommt gerne auch die vollständigen Unterlagen zugeschickt.

Für den Fall, dass Sie auch Ihr Anschreiben anhängen, packen Sie bitte beides – Lebenslauf und Anschreibeb – in EINE Datei, die Sie als PDF mitschicken.

Und ganz wichtig: Unterlagen können schon mal durcheinander geraten. Achten Sie deshalb darauf, dass der Dateiname nicht einfach nur „Lebenslauf.pdf“ lautet, sondern besser „Lebenslauf-Susanne-Mustermann.pdf“. So kann das Dokument später leichter wiedergefunden und sofort zugeordnet werden.

Aus demselben Grund sollten im Lebenslauf-Kopf auch nochmal alle Ihre Kontaktdaten stehen (in der Signatur der E-Mail bitte auch).

Zum Schluss: Auch der Kurzlebenslauf wird bitte unterschrieben – zum Beispiel mithilfe einer eingescannten und als Bild importierten Unterschrift.

[Bildnachweis: lightwavemedia by Shutterstock.com]
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29. Juni 2020 Jochen Mai Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Der Autor mehrerer Bücher doziert an der TH Köln und ist gefragter Keynote-Speaker, Coach und Berater.


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