Bewerbung nach Kündigung: Tipps, Formulierungen, Muster

Kündigungen gehören zur Karriere dazu. Sei es, weil Sie (freiwillig) den Job wechseln. Oder weil das Unternehmen umstrukturiert wird. Natürlich ist es nie schön, wenn einem gekündigt wird und man sich mit diesen Knitterfalten im Lebenslauf bewerben muss. Zugegeben, leicht ist das nicht. Die Bewerbung nach einer Kündigung ist aber auch kein Hexenwerk.

Tatsächlich sehen Personaler regelmäßig Kündigungen in der Bewerbung. Das ist keine Schande – solange Sie mit der Kündigung professionell umgehen und diese in der Bewerbung richtig unterbringen.

Wir geben Ihnen hier Tipps, Beispiele und Muster, wie Sie die Bewerbung nach der Kündigung überzeugend in den Bewerbungsunterlagen formulieren und sich beim Vorstellungsgespräch optimal verkaufen…

Bewerbung nach Kündigung: Tipps, Formulierungen, Muster

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Die Kündigung: Ein Teil der Karriere

Egal, wie tief der Schock sitzt oder wie groß der Frust über den Arbeitsplatzverlust ist: Die wichtigste Voraussetzung, um eine Kündigung in der Bewerbung glaubhaft zu erklären, sind weder schlaue Formulierungen, noch die richtigen Argumente – es ist Ihre Haltung und Ihr Umgang mit der Kündigung.

Auch wenn sich der Rauswurf schlecht anfühlt, sollten Sie ihn als normalen Teil Ihrer Karriere betrachten. Jobwechsel oder eine berufliche Neuorientierung gehören zur Laufbahn dazu. Ebenso wie gelegentliche Brüche im Lebenslauf.

Das hängt damit zusammen, dass Karrieren heute nicht mehr linear verlaufen. Berufswechsel sind allgemein leichter geworden. Die Menschen nehmen sich Auszeiten, machen sich mal selbstständig, wechseln die Branche, erfinden sich neu. Kündigungen gehören deshalb unausweichlich dazu.

Blicken Sie also nach vorn – und sehen Sie darin eine Chance: Es ist die Gelegenheit, dem eigenen Werdegang einen neuen Kurs zu geben. Wohin wollen Sie beruflich entwickeln? Was sind Ihre Lebensziele? Möchten Sie sich noch einmal weiterbilden? Oder gar umschulen? Jetzt ist die Chance dazu.


Wie die Kündigung in der Bewerbung erwähnen? Nie lügen!

Eine Kündigung lässt sich in der Bewerbung zwar richtig kommunizieren – nur eines sollten Sie dabei nie: lügen! Das wird immer zum Boomerang: Fällt die Unwahrheit noch in der Bewerbungsphase auf, ist Ihr Ruf ruiniert und Sie sind raus. Kommt man Ihnen erst im Job auf die Schliche, ist das ein handfester Grund für eine fristlose Kündigung.

Bewusst falsche Angaben im Lebenslauf sind ein schwerer Täuschungsversuch, der das Vertrauen des Arbeitgebers zerstört. So sehen es auch Arbeitsrichter regelmäßig. Daher sollten Sie die Kündigung nie verschleiern, sondern konstruktiv damit umgehen.


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Bewerbung nach Kündigung: Lebenslauf optimieren

Sobald Sie für sich Klarheit gewonnen haben, wie es beruflich weitergehen soll, müssen Sie natürlich noch Ihre Bewerbungsunterlagen aktualisieren und optimieren. Vor allem im Lebenslauf lässt sich die Kündigung perfekt erwähnen.

Wie Sie das begründen, hängt allerdings auch von den Kündigungsgründen ab. Vor allem davon, ob die Kündigung Ihr Wunsch war, ob sie selbstverschuldet oder unverschuldet war.

Entsprechend unterschiedlich wird die Kündigung in der Bewerbung formuliert:

  1. Die unverschuldete Kündigung

    Ihre Leistungen waren tadellos. Dennoch wurde Ihre Abteilung geschlossen. Zum Beispiel infolge einer Firmenfusion oder Umstrukturierung. Manchmal bauen Unternehmen auch im großen Stil Stellen ab, weil sie in wirtschaftliche Schieflage geraten oder die Konjunktur kriselt. Manche müssen gar Konkurs anmelden. Wie etwa in der Corona-Krise.

    Glück im Pech: In diesem Fall können Sie die Entlassung erhobenen Hauptes erwähnen und der Bewerbung womöglich gar einen Pressebericht beilegen. Die Kündigung hat schließlich nichts mit Ihrem Verhalten oder Ihren Kompetenzen zu tun.

    In diesem Fall haben Sie gleich mehrere Möglichkeiten, die unverschuldete Kündigung überzeugend im Lebenslauf zu formulieren.

    Die jeweiligen Varianten sind mit einem „➠“ gekennzeichnet:


    MM/JJJJ – MM/JJJJ Senior Account Manager
    Flop AG, Flensburg (700 Mitarbeiter)
    – Entwicklung von Vertriebsstrategien
    – Neukundengewinnung
    – Betreuung von Premium-Kunden
    ➠ (Kündigung wegen Insolvenz)
    ➠ (Schließung der Filiale aus Gründen der Konsolidierung)
    ➠ (Umstrukturierung des Unternehmens mit verbundenem Stellenabbau)
    ➠ (Stellenabbau und Entlassung aufgrund von Covid-19)
  2. Die selbstverschuldete Kündigung

    Dieser Grund ist natürlich weniger gut. Ob Sie überfordert oder unbeliebt waren, Ärger mit dem Team oder dem Vorgesetzten hatten, Ihre Leistung unterdurchschnittlich oder gar schädlich für das Unternehmen waren, spielt dabei keine Rolle: Sie wurden entlassen. Punkt. Ein Lebenslauf beschränkt sich nunmal auf die Fakten.

    Jede noch so gewundene Beteuerung oder Begründung beweist nur: Sie haben ein schlechtes Gewissen und machen sich deswegen Sorgen (vermutlich sogar zurecht). Dann lieber ganz sachlich bei den Fakten bleiben. Sie können allerdings etwas Schadensbegrenzung betreiben, indem Sie dies nur kurz und knapp thematisieren.

    Beispiele, wie Sie die selbstverschuldeten Kündigung im Lebenslauf angeben können:


    MM/JJJJ – MM/JJJJ Senior Account Manager
    Flop AG, Flensburg (700 Mitarbeiter)
    – Entwicklung von Vertriebsstrategien
    – Neukundengewinnung
    – Betreuung von Premium-Kunden
    ➠ (Einvernehmliche Trennung aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über die berufliche Entwicklung)
    ➠ (Einvernehmliche Kündigung wegen beruflicher Neuorientierung)
  3. Die Eigenkündigung aus eigenem Wunsch

    Die dritte Variante ist die typische bei einem freiwilligen Jobwechsel: Sie kündigen selbst und aus eigenem Wunsch heraus. Nur bitte schreiben Sie nie, dass der Job mies, der Chef doof und die Bezahlung unterirdisch war – selbst wenn es der Wahrheit entspricht. Das ist nicht professionell – und negative Aussagen wirken immer auch negativ auf den Absender.

    Wer indes eine Kündigung ausspricht, ohne einen neuen Job in Aussicht zu haben, erzeugt Erklärungsbedarf. Sie sollten sich im Lebenslauf für die Entscheidung nicht rechtfertigen. Nach überstürzter Flucht sollte es aber ebenfalls nicht aussehen.

    Hüten Sie sich also davor, in der Bewerbung eine defensive Haltung einzunehmen und sich fast schon für Ihre Kündigung zu entschuldigen. Rechtfertigungen vermitteln immer die Subbotschaft, dass die Ursachen für die Kündigung in erster Linie bei Ihnen zu suchen sind. Formulieren Sie die Bewerbung nach der Kündigung also lieber selbstbewusst. Zum Beispiel so:


    MM/JJJJ – MM/JJJJ Senior Account Manager
    Flop AG, Flensburg (700 Mitarbeiter)
    – Entwicklung von Vertriebsstrategien
    – Neukundengewinnung
    – Betreuung von Premium-Kunden
    ➠ (Kündigung auf eigenen Wunsch)
    ➠ (Berufliche Neuorientierung und Kündigung auf eigenen Wunsch)
    ➠ (Berufliche Neuorientierung mit dem Ziel einer Position im Bereich Sales Management)

Die Faustregel lautet: Die genauen Gründe für die Kündigung – egal ob selbst gekündigt oder vom Arbeitgeber ausgesprochen – müssen Sie in der Bewerbung nie ausführlich erwähnen. Rechnen Sie aber damit, dass im Vorstellungsgespräch Fragen dazu kommen.


Was tun bei einer Kündigung in der Probezeit?

Während der maximal 6-monatigen Probezeit können beide Seiten – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – innerhalb von 2 Wochen und ohne Angabe von Gründen kündigen. Diese Übergangsphase ist zum besseren Kennenlernen gedacht. Deshalb ist eine Kündigung in der Probezeit zunächst auch nicht schädlich für Ihren Lebenslauf. Es hat halt nicht gepasst.

Falls dabei eine Lücke im Lebenslauf entsteht, ist diese oft nicht einmal erwähnenswert. Erst ab einer Arbeitslosigkeit von drei Monaten und mehr spricht man von einer „Lücke“. Berufseinsteigern werden zur Orientierung sogar sechs Monate zugestanden. Falls die Kündigung doch noch erklärungsbedürftig werden sollte, können Sie das mit den oben schon erwähnten Formulierungen tun.


Die wichtigsten Tipps für den Lebenslauf

Noch unauffälliger können Sie die Kündigung integrieren, indem Sie die folgenden kleinen Tricks und Handgriffe einsetzen. Damit können Sie Defizite geschickt klein wirken lassen und den Vita-Fleck zumindest etwas aufpolieren:

  • Bei der Wahrheit bleiben
    Wie oben erwähnt, muss der Lebenslauf wahr sein. Andernfalls schaffen Sie einen neuen Kündigungsgrund im neuen Job.
  • Knapp und sachlich formulieren
    Sollte durch die Kündigung eine Lücke im Lebenslauf entstanden sein, müssen sie das trotzdem nicht ausschweifend erklären. Eine kurze, kompakte Erklärung (nie Rechtfertigung!) reicht. Der Rest kommt im Bewerbungsgespräch
  • Als „arbeitsuchend“ bezeichnen
    Schreiben Sie bitte nicht, dass Sie „arbeitslos“ sind. Viel zu passiv! Außerdem bewerben Sie sich ja gerade. Sie sind also aktiv und „suchend“. Füllen Sie die Lücke lieber mit Weiterbildungen und ehrenamtlichen Engagement. Überdies sollten Sie Ihre Qualifikationen in den Vordergrund rücken – nicht die Kündigung.
  • Lebenslauf-Layout umstellen
    Ein weiterer Trick kann sein, den tabellarischen Lebenslauf umzustellen. Standard ist heute der antichronologische Aufbau – mit der aktuellen Station zuerst. Das ist aber dummerweise die mit der Kündigung. Indem Sie in chronologisch aufbauen, erfolgt diese später. Alternative: Sie stellen die „Besonderen Kenntnisse“ vor den „Beruflichen Werdegang“.
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Bewerbung nach Kündigung: Muster für das Anschreiben

Die Kündigung muss im Anschreiben nicht explizit erwähnt werden. Wichtig ist, dass Sie Ihre Kompetenzen, mehr aber noch Ihre Motivation für den neuen Job in den Vordergrund rücken. Diese sogenannte Hin-zu-Motivation ist für den künftigen Arbeitgeber entscheidend. Sie kann Sie – neben Ihrem Profil – deutlich von anderen Bewerbern abheben.

Das Bewerbungsschreiben sollte nicht länger als eine DIN A4-Seite sein. Für lange Erklärungen ist also sowieso kein Platz. Umso wichtiger ist, darin den Fokus auf Ihre Eignung für die Stelle und Ihre Stärken und Fähigkeiten zu legen. Lange Ausführungen zur Kündigung gehören daher nicht ins Anschreiben. Sie stellen sich lieber voller Tatendrang neuen Herausforderungen…

Um Ihnen dennoch die Bewerbung nach einer Kündigung zu erleichtern, haben wir für Sie ein Muster-Anschreiben formuliert, an dem Sie sich gerne orientieren können. Nur bitte nie wortwörtlich kopieren.

Dafür können Sie die Anschreiben-Vorlage gleich hier online im Browser editieren und nach Ihren Vorstellungen umschreiben. Dazu einfach irgendwo in den Kasten klicken, schon können Sie den Text darin überschreiben, anschließend kopieren und ausdrucken.


Max Mustermann
Beispielstraße 1
12345 Musterhausen
Mobil: 0170/12 34 56 78
Mail: mm@mustermann.de

Arbeitgeber GmbH
z.Hd. Peter Personaler
Gewerbestraße 5
12345 Musterhausen
TT.MM.JJJJ


Bewerbung auf Ihre Stelle als Mechatroniker


Sehr geehrter Herr Personaler,

ich habe mich sehr gefreut, als ich Ihre Stellenanzeige auf Karrieresprung.de las: Ihre Beschreibung eines erfahrenen Mitarbeiters im Bereich Entwicklung in der Automobil-Branche passt hervorragend zu meinem Profil.

In den vergangenen Jahren habe ich bei zwei renommierten Automobil-Zulieferern nicht nur Steuermodule entwickelt und entworfen, sondern auch Teams und Projekte erfolgreich geleitet.

Ein Auszug meiner wichtigsten Projekte:

  • Entwicklung einer neuen Steuereinheit vom Prototypen-Stadium bis zur Serienreife.
  • Optimierung bestehender Steuerungseinheiten und Steigerung der Effizienz des Produktionsprozesses.
  • Maßgebliche Mitwirkung bei Entwurf und Konzept innovativer Steuerungsmodelle für die nächste Automobil-Generation.

Ihr Unternehmen, meine Chance

Diese Berufserfahrungen sowie mein umfassendes Know-how möchte ich nun gewinnbringend in Ihrem Unternehmen einsetzen. Vor allem die enorme Bandbreite Ihrer Abteilungen und Arbeitsfelder reizen mich sehr: Ich bin davon überzeugt, nicht nur mich und meine Talente hier weiterentwickeln zu können, sondern so auch in den kommenden Jahren einen großen Mehrwert zu schaffen.

Mit mir erhalten Sie einen Mitarbeiter, der nicht nur hoch motiviert, selbstständig und kreativ nach neuen Lösungen sucht, sondern auch Probleme schnell identifiziert und teamorientiert angeht. Gerne beantworte ich Ihre Fragen in einem persönlichen Gespräch und freue mich auf die Einladung.

Da mein Arbeitsverhältnis zum TT.MM.JJJJ endet, stehe ich ab dem TT.MM.JJJJ zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Unterschrift Lebenslauf Bewerbung Beispiel



Sie merken: Das Musteranschreiben für die Bewerbung nach einer Kündigung unterscheidet sich kaum von einem normalen Anschreiben aus einem bestehenden Arbeitsverhältnis. Mit dem letzten Satz deuten Sie eine Kündigung lediglich an. Mehr muss nicht sein.

Ihre Kündigung wird im Bewerbungsprozess vor allem im Vorstellungsgespräch thematisiert. Vorher aber stehen dem Grundsatz nach Ihre Qualifikationen, Ihre Motivation und die Persönlichkeit im Vordergrund.

Die Kündigung kann hier und da eine Rolle spielen. Sie dürfen aber nie zulassen, dass diese Ihre Bewerbung dominiert.


WORD Download Icon

Bewerbungsvorlagen:
120+ kostenlose Muster

Nutzen Sie zur Bewerbung unsere professionellen Designs und kostenlosen Bewerbungsvorlagen. Mehr als 120 professionelle Vorlagen für Lebenslauf, Anschreiben und Deckblatt als WORD-Datei. Inklusive Mustertexte für verschiedene Berufe und Jobs. Sorgen Sie für den perfekten ersten Eindruck Ihrer Bewerbung.

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Bewerbung nach Kündigung: Tipps für das Bewerbungsgespräch

Wenn das Thema später kommt, stellen Sie sich vermutlich die Frage: „Wie erwähne ich die Kündigung im Bewerbungsgespräch?“ Keine Sorge: Sie müssen die Kündigung im Vorstellungsgespräch gar nicht selbst ansprechen. Wenn sie tatsächlich interessiert, werden Sie von einem der Personalverantwortlichen darauf angesprochen. Aber eben nur dann.

Manchmal fragen Personaler auch indirekt danach, zum Beispiel: „Warum suchen Sie gerade einen neuen Job?“ Oder: „Wie lange sind Sie schon arbeitssuchend?“ Oder: „Was hat Ihnen an Ihrem bisherigen Job nicht gefallen?“ In all diesen Fällen bewahren Sie bitte einen kühlen Kopf und lassen Sie sich nicht aus der Ruhe bringen oder verunsichern.

Gehen Sie dem Interviewer bitte nicht auf den Leim und lassen sich gedanklich in die Vergangenheit drängen – selbst wenn dieser Sie damit (bewusst) provoziert oder auf die Probe stellt. Sie wollen den Personaler schließlich von Ihren Vorzügen begeistern und nicht mit all den Frustrationen und vergangenem Ärger volljammern.

Um weiterhin selbstsicher aufzutreten und im Bewerbungsgespräch zu überzeugen, sollten Sie vielmehr die Frage dankbar, sachlich und professionell aufnehmen – aber nur, um den Blick ganz nüchtern gleich wieder nach vorne zu richten.

Bleiben Sie bei Ihren Antworten stets Ehrlichkeit, beweisen Sie aber zugleich konstruktive Selbstreflexion und Zukunftsorientierung. Schon wirken Sie enorm souverän dabei.

Die folgenden Tipps und Formulierungen helfen…

Gute Antworten bei einer Eigenkündigung

➠ Ich hatte in meiner bisherigen Position zunehmend das Gefühl, unter meinen Möglichkeiten zu bleiben. Auch wenn mir das Arbeitsklima dort zugesagt hat, spürte ich, dort perspektivisch an Grenzen zu stoßen. Es wurde also Zeit für eine berufliche Neuorientierung.

➠ Ich schätze meinen aktuellen Arbeitgeber wirklich sehr und bin auch dankbar für die bisherige Zusammenarbeit. In jüngster Zeit hat sich aber gezeigt, dass meine internen Entwicklungsmöglichkeiten begrenzt sind. Das ist zwar bedauerlich. Trotzdem möchte ich mich beruflich weiterentwickeln und mein Wissen und Können woanders einsetzen…

➠ Ich suche derzeit eine Stelle mit mehr Verantwortung und neuen Aufgaben, bei denen ich mein Potenzial besser ausschöpfen kann.

➠ Ich konnte bei meinem bisherigen Arbeitgeber schon einige wertvolle Erfahrungen sammeln und war mit der Entwicklung bisher zufrieden. Seit einiger Zeit aber kann das Unternehmen keine Karrieremöglichkeiten mehr bieten. Deshalb möchte ich mich einem aufstrebenden und zukunftsgerichteten Unternehmen anschließen, um mich weiter zu entwickeln und meine bisher gewonnenen Kenntnisse hier langfristig einzubringen.

➠ Teamarbeit und ein offenes Arbeitsklima sind mir wichtig. Leider haben einige Umstrukturierungen in der Vergangenheit zu großen personellen Veränderungen geführt. Das war nicht immer optimal. Ihre Unternehmenskultur passt besser zu meinen persönlichen Werten und Zielen. Das hat mich überzeugt, den Job zu wechseln.

➠ Ich bin meinem Lebenspartner in diese Region gefolgt. Nachdem mein Partner einen neuen Job angenommen hat, suche ich nun ebenfalls nach Chancen, mich weiterzuentwickeln.

➠ Mein jetziger Arbeitgeber legt den Schwerpunkt vor allem auf ______. Ich möchte mich allerdings mehr auf den Bereich ______ fokussieren und spezialisieren. Genau das bieten Sie. Ich bin daher überzeugt, optimal zu Ihrem Unternehmen zu passen und meine Kompetenzen hier perfekt einbringen zu können.

➠ Offen gestanden, ich wollte meinen Job gar nicht wechseln. Aber dann habe ich von dieser Stelle gehört und sie hat mich sofort begeistert. Ich glaube, meine Fertigkeiten und Talente hier optimal einbringen zu können.

Gute Antworten falls Ihnen gekündigt wurde

➠ Das Unternehmen wurde umstrukturiert, dabei wurde leider auch meine Stelle wegrationalisiert.

➠ Aufgrund einer weitreichenden Umstrukturierung des Unternehmens wurde leider meine Niederlassung geschlossen. Aufgrund familiärer Verpflichtungen kommt für uns ein Umzug derzeit aber nicht infrage.

➠ Mein bisheriger Arbeitgeber hat einen neuen Manager eingestellt, der unser bisheriges Team neu ausgerichtet und zum Teil ergänzt hat. Für dessen Strategie war dies sicher ein richtiger Schritt. Ich denke aber nicht, dass diese Neuausrichtung optimal zu meinen Kompetenzen passt. Ihre Stelle dagegen…

➠ Ich hatte in der Vergangenheit eine kurze Krise, in der ich mich neuorientiert habe. Das hat dazu geführt, dass ich mich auch beruflich verändern und neu fokussieren möchte. Diese Prozess ist nun abgeschlossen und ich denke, dass diese Stelle perfekt zu mir passt.

➠ Offen gestanden wurde mir nur gekündigt, um eine Sperre bei der Arbeitsagentur zu vermeiden. Tatsächlich haben wir uns nach langen Jahren guter Zusammenarbeit einvernehmlich getrennt. Und zwar weil…


Schärfen Sie Ihr Profil

Bei Jobsuche und Bewerbung geht es letztlich immer um Ihr Profil, Ihre Kompetenzen, Ihre Motivation für die neue Stelle. Entscheidend ist daher auch im Vorstellungsgespräch, was Sie dem neuen Unternehmen zu bieten haben und was Sie an dem neuen Job reizt. Ihr Schwerpunkt im Gespräch sollte daher darauf liegen, deutlich zu machen, …

  • warum und wie die neue Stelle zu Ihnen passt.
  • wie Sie zum Unternehmen passen.
  • mit welchen Alleinstellungsmerkmalen Sie sich positionieren.
  • welchen Mehrwert Sie dem Unternehmen bieten.

Sie wurden oder haben gekündigt und das war kein schönes Erlebnis. Das ändert aber nichts an Ihren Kompetenzen, Stärken und Vorzügen, die Sie in ein neues Arbeitsverhältnis mit- und einbringen. Diese Haltung sollte Priorität haben. Die Kündigung in der Bewerbung ist dann nur noch einer von vielen Faktoren im Lebenslauf.


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Was tun bei einem schlechten Arbeitszeugnis?

Grundsätzlich muss das Arbeitszeugnis „wahr“ („Wahrheitspflicht“) und „wohlwollend“ („Wohlwollenspflicht“) sein. Leider hat sich aus diesem gesetzlichen Anspruch heraus eine Art Geheimsprache mit versteckten Noten gebildet. Wer dann zur Kündigung noch ein schlechtes Arbeitszeugnis erhält, ist doppelt gekniffen: Der Job ist weg und die Bewerbung wird dadurch nicht einfacher.

Allerdings können Sie etwas dagegen unternehmen:

➠ Note muss mindestens „befriedigend“ sein
Das haben unlängst Gerichte entschieden (BAG-Urteil, 9 AZR 584/13). Weil 86,6 Prozent der erteilten Zeugnisse „gut“ oder besser sind, muss das Arbeitszeugnis mindestens die Note „befriedigend“ haben. Bei einem schlechteren Zeugnis liegt die Beweislast beim Arbeitgeber. Der muss ein „ausreichend“ oder „mangelhaft“ begründen. Wer hingegen ein mindestens „gutes“ Zeugnis will, muss das selbst belegen.

➠ Korrektur verlangen
Ist Ihr Zeugnis formal fehlerhaft, voller Rechtschreibfehler oder sind Sie mit der Note nicht einverstanden, können Sie das Arbeitszeugnis formal anfechten und Korrektur verlangen. Allerdings sollten Sie damit nicht zu lange warten: Der Anspruch auf Zeugniskorrekturen verfällt nach fünf bis 15 Monaten.

➠ Tätigkeitsbeschreibung statt Zeugnis
Liegt die Kündigung noch nicht allzu lange zurück, können Sie in der Bewerbung darauf verweisen, dass Sie noch kein Zeugnis ausgestellt bekommen haben. Stattdessen fügen Sie den schriftlichen Unterlagen eine sogenannte Tätigkeitsbeschreibung bei. Die können Sie selber schreiben und sie stellt nochmals Ihre Qualifikationen und bisherigen Aufgaben und Erfahrungen in den Vordergrund. Alternativ gehen auch Empfehlungsschreiben und Referenzen.

Wir wünschen viel Erfolg bei der Bewerbung!

[Bildnachweis: baranq by Shutterstock.com]
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16. Juli 2020 Jochen Mai Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Der Autor mehrerer Bücher doziert an der TH Köln und ist gefragter Keynote-Speaker, Coach und Berater.


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