Entlassungen: Achten Sie auf diese Warnzeichen

Kein Arbeitsplatz ist hundertprozentig sicher, auch wenn Mitarbeiter sich dies wünschen würden. Die Festanstellung vermittelt zwar ein Gefühl der Sicherheit, doch mit tatsächlicher Unkündbarkeit hat dies nicht viel zu tun. Kommen dann die Entlassungen, sind viele Arbeitnehmer erst einmal überrascht – schließlich haben sie sich bis vor kurzem noch in einem sicheren Job gesehen. Aber war die Entlassung wirklich so unvorhergesehen? Es macht vielleicht den Anschein und fühlt sich für Betroffene so an, doch oft gibt es bereits einige Zeit im Vorfeld Warnzeichen, auf die Sie achten sollten, um mögliche Entlassungen frühzeitig zu erkennen…

Entlassungen: Achten Sie auf diese Warnzeichen

Darum sollten Sie drohende Entlassungen frühzeitig erkennen

Ob ich sie kommen sehe oder nicht: Entlassung bleibt Entlassung. Eine Einstellung, die sich leider immer wieder findet. In Wahrheit ist es aber alles andere als unwichtig, wann Sie von einer möglichen Entlassungswelle in Ihrem Unternehmen erfahren: Je eher Sie die Vermutung haben, dass Ihr Job in Gefahr sein könnte, desto mehr Zeit haben Sie, um auf die Entwicklungen zu reagieren.

  • Sie können noch etwas daran ändern. Solange die Entlassung noch nicht endgültig ist, haben Sie immer noch die Chance, etwas daran zu ändern und Ihren Job zu behalten. Vielleicht müssen Sie Ihre persönliche Leistung verbessern oder das Unternehmen brauch neue Ideen und neuen Schwung. Nutzen Sie die Zeit und kämpfen Sie um Ihren Job.
  • Sie können sich darauf vorbereiten. Eine Entlassung aus heiterem Himmel ist wie ein Schlag in die Magengrube. Es scheint, als würde der Boden unter den Füßen weggerissen und man weiß nicht, wie es weiter gehen soll. Haben Sie Zeit, sich auf eine Entlassung vorzubereiten, können Sie den ersten Schock bereits verarbeiten, bevor das Arbeitsverhältnis endgültig endet.
  • Sie können rechtzeitig planen. Was kommt nach der Entlassung? Die Jobsuche nimmt in der Regel einige Zeit in Anspruch, umso besser, wenn Sie frühzeitig damit beginnen können, sich auf neue Positionen bei anderen Unternehmen zu bewerben. Im Idealfall haben Sie so schon eine Folgeanstellung in Aussicht und können ohne Lücke im Lebenslauf weitermachen.

Um davon profitieren zu können, müssen die Warnzeichen einer möglichen Kündigung erkannt und auch als solche akzeptiert werden. Viele machen lieber die Augen zu, um sich den Problemen nicht stellen zu müssen, doch damit bringt man sich selbst nur in eine noch unangenehmere Lage. So zu tun, als wäre alles in Ordnung, führt nur dazu, dass Sie sich selbst Chancen und Zeit nehmen, um aktiv zu werden.

6 Warnzeichen, auf die Sie achten sollten

Kaum ein Chef ist so offen und direkt, dass er anstehende Entlassungen frei heraus anspricht. Für Mitarbeiter würde dies zwar die Gewissheit bedeuten, dass der sicher geglaubte Job vielleicht bald der Vergangenheit angehört, doch wollen viele dies auch gar nicht wahrhaben. Aber auch ohne konkrete Ansprache des Chefs gibt es einige Warnzeichen, bei denen Sie aufmerksam werden sollten, da sie zeigen, dass Entlassungen im Raum stehen können. Bleiben Sie jedoch vorsichtig mit voreiligen Reaktionen. Nicht immer bedeuten Warnzeichen zwangsläufig, dass der Worst Case auch wirklich eintritt. Dennoch sollten Sie auf die Anzeichen achten und die Situation genau beobachten

  1. Das Unternehmen befindet sich in einer Krise

    Die Auftragslage wird immer schlechter, große und wichtige Kunden springen ab, statt Gewinnen wird seit geraumer Zeit immer mehr Minus gemacht. Je schlechter es dem Unternehmen geht, desto größer das Risiko, dass früher oder später Personal abgebaut wird. Gerade eine langfristige Flaute kann ein Warnsignal sein, dass Entlassungen nötig sind, um wieder schwarze Zahlen zu schreiben.

  2. Ihr Unternehmen fusioniert oder wird verkauft

    Werden mehrere Unternehmen oder Abteilungen zusammengelegt, bedeutet dies meist, dass ein Teil der Belegschaft überflüssig wird und es somit vermutlich Entlassungen geben wird. Fusionieren zwei Unternehmen, braucht es eben keine zwei Marketing oder Finanzabteilungen – stattdessen bleibt eine übrig, die vielleicht etwas größer ist, aber selten Platz für alle bietet.

  3. Es gibt Gerüchte über Personalkürzungen

    Sie sollten nicht alles glauben, was über die Gerüchteküche am Arbeitsplatz getuschelt wird, doch wenn es um Entlassungen geht, sollten Sie zumindest hellhörig werden. Fast immer sickern Informationen auf die ein oder andere Art durch und verbreiten sich anschließend unter den Mitarbeitern. Diese müssen nicht immer wahr sein, können aber eine Art Frühwarnsystem darstellen.

  4. Sie haben Probleme mit dem Chef

    Ein relativ direktes Warnzeichen: Sie kommen einfach nicht mit Ihrem Chef klar. Ständig gibt es Meinungsverschiedenheiten, mit Ihren Arbeiten ist er scheinbar nie zufrieden und es fühlt sich an, als würde er alle anderen bevorzugen. Mit einem solchen Verhältnis zum Vorgesetzten laufen Sie Gefahr, bei Entlassungen als erstes an der Reihe zu sein – das ist nicht unbedingt professionell, der Nasenfaktor spielt aber immer eine Rolle.

  5. Informationen kommen nicht mehr bei Ihnen an

    Kommunikation am Arbeitsplatz ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für gute Zusammenarbeit. Im Idealfall sind wichtige Informationen immer für alle zugänglich, damit alle auf dem gleichen Stand sind, um gemeinsame Ziele zu erreichen. Dringen immer weniger Informationen bis zu Ihnen durch, könnte dies ein Warnzeichen sein, dass Sie langsam aber sicher aus Aufgaben und Arbeitsabläufen abgezogen werden.

  6. Einige Kollegen wurden bereits entlassen

    Nicht immer bedeuten einzelne Kündigungen, dass gleich eine Entlassungswelle folgen muss, doch wenn die Lage bereits so schwierig ist, dass ein Teil des Personals entlassen werden musste, ist es durchaus möglich, dass weitere Kürzungen vorgenommen werden.

[Bildnachweis: Dmytro Zinkevych by Shutterstock.com]
17. August 2016 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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