Entlassungswelle: Wie Sie jetzt den Job behalten

Wenn die Konjunktur flaut und die Wirtschaft schwächelt, ist es nicht mehr weithin, bis die ersten Unternehmen Stellen abbauen. Dann drohen Entlassungswellen, und immer mehr Menschen bangen um ihren Job. Eines sollte jedem Arbeitnehmer heute klar sein: Sicher ist kein Job mehr. Eine Jobgarantie ist Illusion, treffen kann es jeden einmal. Das Gute daran: Der Jobverlust ist deshalb auch keine Schande mehr. Das Schlechte: Sie müssen rechtzeitig gegensteuern, um Ihren Arbeitsplatz zu erhalten und der Entlassungswelle vorzubeugen. Zum Beispiel so…

Entlassungswelle: Wie Sie jetzt den Job behalten

Wie Sie in der Entlassungswelle den Job behalten

In Krisenzeiten fragen sich viele: Wie sicher ist mein Job eigentlich? Die Standard-Antwort darauf lautet: So sicher, wie Sie ihn gestalten!

Natürlich kann der Einzelne wenig ausrichten, wenn ein ganzes Werk geschlossen wird oder ein Betrieb Pleite macht. Dann ist der Job weg. Schicksal.

Etwas anderes aber gilt, wenn Unternehmen abspecken und sich von einzelnen Mitarbeitern trennen, also eine Auswahl treffen müssen. Hier gibt es durchaus Verhaltensweisen und Strategien, die den eigenen Arbeitsplatz sicherer oder unsicherer machen.

Die vier wichtigsten Empfehlungen dazu lauten:

  • Zusatzaufgaben übernehmen.

    Die Rechnung ist simpel: Je mehr Sie sich engagieren, desto schmerzlicher der Verlust für das Unternehmen, sollte es sich von Ihnen trennen. Sind es obendrein verantwortungsvolle oder für die Zukunft relevante Projekte, die Sie betreuen, steigt Ihr interner Marktwert automatisch – erst recht, wenn Sie sich dafür freiwillig gemeldet haben. Sie signalisieren so, dass man selbst in der Krise auf Sie zählen kann. Umgekehrt: Wer sich vor Mehrarbeit drückt, beweist geringe Solidarität, dokumentiert seine Entbehrlichkeit und steht bald ganz oben auf der Abschussliste.

  • Früh netzwerken.

    Idealerweise knüpft man Beziehungen nicht erst in der Krise, sondern vorher – intern wie extern. Das Netzwerken hilft einem dann, etwa über Jobalternativen informiert zu bleiben. Es fungiert aber auch als kollektiver Mentor sowie als Referenz und Botschafter, wenn es darum geht, die eigenen Qualitäten im Haus oder bei potenziellen Arbeitgebern bekannt zu machen.

  • Intern umorientieren.

    Wenn die eigene Abteilung zunehmend unter Druck gerät, kann man abwarten und hoffen – oder sich rechtzeitig nach Alternativen umsehen, zunächst intern. Womöglich werden die eigenen Fertigkeiten gerade woanders im Konzern händeringend gesucht. Womöglich sogar in einem florierenden Bereich. Gut, wenn man dort schon bekannt ist und einen guten Ruf besitzt.

  • Auf Gehalt verzichten.

    Wenn es ganz übel kommt, setzen Manager als Erstes den Rotstift an: Kosten killen, um jeden Preis. Je teurer ein Mitarbeiter ist, desto gefährdeter ist auch seine Position. Deshalb sind zum Beispiel auch Gehaltserhöhungen in guten Zeiten immer ein zweischneidiges Schwert: Sie erhöhen zugleich den Rechtfertigungsdruck in der Krise, ob man auch verdient, was man verdient.

In den genannten Strategien steckt allerdings auch eine defensive Grundhaltung, die letztlich auf geringem Selbstwert und Angst basiert: Mach deinem Arbeitgeber wenig Mühe, arbeite mehr, koste weniger, dann behältst du deinen Job – so die Maxime. Das Ergebnis sind Arbeitnehmer, die Bittsteller, Opfer und Abhängige bleiben, auch wenn sie bei diesen Strategien die Zügel zunächst in die Hand nehmen.

Die Unabhängigen werden meist mehr respektiert. Auch müssen sie sich seltener anpassen, weil sie einen hohen (Selbst-)Wert ausstrahlen. Es gibt eben auch Grenzen: Jede Zusatzaufgabe zu schultern, Gehaltseinbußen hinzunehmen oder gar anzubieten, mag kurzfristig attraktiver machen. Es entwertet aber auch. Und wird der Job trotzdem gestrichen, ist man erst recht angeschmiert.

Wenn überhaupt sollten Sie es mit der Maxime jeder Verhandlung halten: Gib nie etwas ohne dafür auch etwas zu nehmen!

Oder anders formuliert: Mehrarbeit und Lohnverzicht sind in der Krise solidarische Signale – falsch sind sie also nicht. Ihnen sollte am Krisenende aber eine Gegenleistung gegenüberstehen, die mehr beinhaltet als Joberhalt. Tatsächlich verhandeln Sie in einer solchen Situation über mehr als Ihren Arbeitsplatz:

Sie verhandeln über Ihren Wert.

[Bildnachweis: Dragon Images by Shutterstock.com]
30. Januar 2008 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.

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