Cool bleiben: Kein Stress, keine Hektik – egal, was passiert

Hektik, Frust und Stress gehören in vielen Branchen zum Arbeitsalltag. Leider können Sie nicht alle Faktoren abstellen – es liegt aber an Ihnen, ob Sie cool bleiben oder sich von all dem Ärger fertig machen lassen. Das ist allerdings leichter gesagt, als getan. Cool bleiben bei Konflikten ist herausfordernd – aber bringt Sie weiter. Wir zeigen, warum es sich lohnt, gelassen zu bleiben und wie es Ihnen gelingt…

Cool bleiben: Kein Stress, keine Hektik - egal, was passiert

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Was bedeutet cool bleiben?

Wer cool bleibt, ist durch nichts aus der Ruhe zu bringen. Er verliert nicht die Nerven. Das gilt fürs Cool bleiben bei Konflikten: Etwa wenn Ihnen jemand eine Beleidigung an den Kopf wirft. Ruhig bleiben bei Provokation, aber auch in anderen Stresssituationen: Etwa durch äußere Umstände hervorgerufen, wenn beispielsweise die Produktionsanlage ausfällt und klar ist, dass es zu Lieferverzögerungen kommt.

Wer die Contenance wahrt, strahlt Souveränität aus. Das ist nicht nur gut fürs eigene Befinden, sondern hat positive Effekte auf andere. Man denke etwa an eine Führungskraft, die in Notfällen keinen klaren Kopf bewahren kann – wie soll sie Vorbild für Mitarbeiter sein? Fakt ist: Sie können besser mit der Situation umgehen, wenn Sie cool bleiben. Je aufgeregter und emotionaler Sie reagieren, desto eher treffen Sie schlechte Entscheidungen, die nicht zielführend sind und die Sie möglicherweise im Anschluss sogar bereuen.

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10 Tipps, mit denen Sie cool bleiben

Gehören Sie eher zu denen, die sich schnell aufregen und denen es schwerfällt, cool zu bleiben? Dafür müssen Sie sich nicht schämen. Es ist vor allem eine Frage der Persönlichkeit, wie Sie reagieren. Zum Glück können Sie lernen, die Ruhe zu bewahren und cool zu bleiben, statt an die Decke zu gehen. Wir haben die besten Tipps zusammengestellt, die Ihnen zu mehr Gelassenheit verhelfen:

  1. Gehen Sie auf Abstand

    Der erste Tipp für den Ernstfall, wenn Sie spüren, wie Ärger und Stress in Ihnen aufsteigen, funktioniert immer: Gehen Sie auf Abstand, ziehen Sie sich aus der aktuellen Situation zurück und reagieren Sie nicht sofort darauf. Momentan sind Sie aufgebracht, geben Sie sich selbst ein wenig Zeit, um wieder zur Ruhe zu kommen. Machen Sie eine kurze Pause, ziehen Sie sich zurück und kommen Sie erst zurück, wenn Sie das Gefühl haben, cool bleiben zu können.

  2. Sprechen Sie mit jemandem darüber

    Eine zweite Perspektive kann Ihnen helfen, die Lage besser einzuschätzen. Zusätzlich können Sie Ihren Frust zur Sprache bringen, was dabei hilft, cool zu bleiben und die Emotionen im Griff zu behalten. Für das Gespräch empfiehlt sich eine Person, die nichts mit der Situation zu tun hat und sich ein Bild von außen machen kann.

  3. Beurteilen Sie die Situation möglichst neutral

    Versuchen Sie, objektiv zu bleiben und neutral zu beurteilen. Vielleicht fühlt sich eine Ungerechtigkeit nur für Sie so an, obwohl es für einen neutralen Beobachter eine faire und logische Entscheidung ist. Das bedeutet auch, dass Sie nicht alles persönlich nehmen und als Angriff auf sich selbst werten. Versuchen Sie Ihren Blick zu öffnen – dann wird es Ihnen leichter gelingen, in hitzigen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren.

  4. Atmen Sie tief durch

    Klingt trivial, funktioniert aber tatsächlich! Ärger und Stress lassen sich regelrecht wegatmen. Schon ein paar tiefe Atemzüge wirken spürbar beruhigend und bringen Sie zurück auf den Boden, bevor Sie an die Decke gehen können. Gleichermaßen können Sie mit anderen Entspannungsübungen cool bleiben, wenn diese besser zu Ihnen passen. Probieren Sie einfach aus, was Ihnen am besten hilft.

  5. Entlarven Sie innere Antreiber

    Oft lassen wir uns von alten Glaubenssätzen und inneren Antreibern leiten: „Ich muss dies und das tun“, „Jetzt aber schnell“, „Mal eben“ – all das fördert eher Hektik und verhindert, dass wir cool bleiben. Wer sich dabei ertappt, wie er diese Antreiber nutzt, sollte innerlich einen Schritt zurücktreten: Statt sich selbst noch Druck zu machen, sollten Sie sich Langsamkeit erlauben. Und bestimmen, dass Sie etwas tun wollen – um Ihr Ziel zu erreichen, nicht müssen.

  6. Ändern Sie Ihre Sichtweise

    Vielleicht sehen Sie nur, was schief läuft. Das setzt mächtig unter Druck und Stress. Stattdessen sollten Sie mehr auf das schauen, was gut läuft. So lässt sich Zuversicht bewahren und stressige Phasen überwinden. Zumal bei nüchterner Betrachtung viele kleinere Lappalien die Aufregung nicht wert sind.

  7. Stärken Sie den Glauben an sich selbst

    Nicht selten zeigt sich im lautstarken Poltern ein Gefühl der Ohnmacht. Anders weiß die Person mit der Situation gerade nicht umzugehen – womöglich ein Zeichen von mangelndem Selbstvertrauen. Das sollten Sie unbedingt wiedergewinnen. Ein Weg dorthin ist Autosuggestion: Die Macht der Gedanken, die Gewissheit, dass Sie Dinge erreichen können, lässt Sie gelassener sein.

  8. Lächeln Sie, auch wenn Ihnen nicht danach ist

    Wenn es darum geht, cool zu bleiben, ist Lächeln wahrscheinlich nicht das, woran Sie denken. Lieber wollen Sie schreien, sich aufregen und wütend sein. Trotzdem sollten Sie lächeln, auch wenn Sie sich nicht danach fühlen und keinen guten Grund für einen freudigen Gesichtsausdruck sehen. Lächeln macht erwiesenermaßen sofort gute Laune – egal ob Sie aus Spaß und Freude lächeln oder einfach grundlos die Mundwinkel nach oben ziehen. Es werden Glückshormone ausgeschüttet und mit denen im Körper ist es ein Kinderspiel, cool zu bleiben.

  9. Wenden Sie Reframing an

    Ganz gleich, ob Sie sich über nervige Kollegen ärgern oder über eine Situation: Fragen Sie nach „wozu“ statt „warum“. Also statt zu jammern: „Warum immer ich?!“ könnten Sie sich fragen, wozu es gut ist. Was können Sie aus dieser Situation lernen? Betrachten Sie das Ärgernis aus einem anderen Blickwinkel. Sie könnten einen schwierigen Kollegen als Testobjekt für Ihre Geduld sehen, an dem Sie das Cool bleiben perfektionieren.

  10. Lernen Sie loszulassen

    Aufregung und Ärger entsteht vor allem dort, wo wir glauben, etwas ändern zu können. Es gibt aber Dinge, die sich unserem Einflussbereich entziehen. In solchen Fällen sollten Sie loslassen und cool bleiben. Das gilt für Beziehungen ebenso wie für selbstgesteckte Ziele.

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Häufige Fragen und Antworten zu Stress

Was ist Stress?

Mit Stress reagiert jemand auf eine Phase der Anspannung. Es ist eine natürliche Reaktion auf Situationen, die man als herausfordernd wahrnimmt. Hier spult der menschliche Organismus ein uraltes Programm ab, das ihn zu Höchstleistungen antreibt, ursprünglich aber auf Kampf oder Flucht vorbereitete.

Gibt es kein Ventil, um die Anspannung abzubauen, wird der Stress zur Belastung. Der Körper befindet sich dann auf durchgehend hohem Stresslevel, was zu psychischen und körperlichen Erkrankungen führen kann.

Welche Symptome bei Stress?

Psychische Symptome wie Gefühle der Überforderung, Gereiztheit und Ängste sind möglich, die sich in Burnout oder Depression manifestieren können.

Zu den körperlichen Symptomen gehören Tinnitus, Schlafmangel, Kopf- und Rückenschmerzen, Magen-Darm-Probleme und Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems wie Bluthochdruck.

Was sind Auslöser von Stress?

Die Ursachen für Stress können im Privaten ebenso wie im Job liegen und sind höchst individuell. Unterscheiden lässt sich außerdem zwischen inneren und äußeren Stressfaktoren. Betroffen sind Schüler ebenso wie Führungskräfte oder Rentner.

Zu den häufig genannten Auslösern von Arbeitnehmern zählen ständige Erreichbarkeit, Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Auch Zeitdruck, Krankheit, hohe Ansprüche an sich selbst und finanzielle Sorgen können stressig sein.

Welcher Stress ist positiv?

Positiver Stress (Eustress) entsteht, wenn wir einer Aufgabe gewachsen sind. Für eine gewisse Zeit mobilisieren wir zusätzliche Kräfte, aber grundsätzlich besteht die Zuversicht, die Herausforderung zu bewältigen. Beispiele dafür sind sportliche Leistungen im Wettkampf, eine bestandene Prüfung oder das Gefühl der Verliebtheit.

Fühlt sich jemand über längere Zeit überfordert, spricht man von negativen Stress (Disstress). Lange Phasen der Prüfung, ständige Konflikte mit dem Partner oder traumatische Erlebnisse verhindern die dringend benötigte Entspannung.

Wie lässt sich Stress bewältigen?

Manche Menschen verfügen von Natur aus über eine höhere Stressresistenz. Eine geringere psychische Widerstandskraft lässt sich aber stärken. Dazu gehören Entspannungsübungen wie Meditation, Yoga oder Achtsamkeit.

Sie helfen dabei, zu innerer Ruhe zu gelangen. Weitere Bausteine für Stressbewältigung sind ein gutes Zeitmanagement, Sport und genügend Pausen.

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Cool bleiben bei Konflikten: Nicht immer einfach

Es gibt einige Gründe, warum cool bleiben und Ruhe bewahren schwerfällt. Beispielsweise das Gefühl von Ungerechtigkeit. Es ist ohnehin schwer zu ertragen, aber noch schlimmer fühlt es sich an, wenn man Sie nicht nur benachteiligt, sondern jemand anderen bevorzugt. Auch bei Enttäuschungen ist es schwierig, gelassen und cool zu bleiben. Wird die Vorfreude auf etwas zunichte gemacht, steigen Frust und Wut.

Nicht jeder kann cool bleiben und so bahnt sich die Enttäuschung oftmals einen Weg nach außen. Sie zeigt sich im Verhalten, beispielsweise Tränen, lauter Stimme oder Beleidigtsein. Auch ist cool bleiben umso schwieriger, je wichtiger eine Sache für Sie persönlich ist. Ist Ihnen die Angelegenheit mehr oder weniger egal, ist es leicht, darüber hinwegzusehen und die Dinge so hinzunehmen, wie sie sind. Steckt hingegen viel Arbeit und Leidenschaft dahinter, regen Sie sich schneller auf, reagieren emotionaler und können sich nicht so leicht kontrollieren.

Ruhig bleiben bei Provokation

Es gibt Situationen im Arbeits- und Privatleben, da sind Menschen verbaler oder sogar körperlicher Gewalt ausgesetzt. Die kleinste Regung kann dann zur Konflikteskalation führen. Dabei legen es manche Personen durch Provokation geradezu darauf an. Begehen Sie auf gar keinen Fall den Fehler, darauf einzusteigen!

Selbst wenn Sie sich nicht in unmittelbarer Gefahr befinden: Ausufernde Konflikte können Türen für immer verschließen. Freundschaften brechen auseinander, im Arbeitskontext können fristlose Kündigungen die Folge sein. Das heißt nicht, dass Sie sich alles gefallen lassen müssen. Aber es erfordert Deeskalationsstrategien und eine gute Portion Schlagfertigkeit, Provokationen angemessen zu begegnen.

Cool bleiben lohnt sich

Bevor Sie nun glauben, Sie müssten ständig cool bleiben und dürften sich nie aufregen: Das stimmt nicht – tatsächlich kann es sogar sehr gut tun, seinem angestauten Ärger freien Lauf zu lassen, ein wenig zu fluchen und sich kurzzeitig aufzuregen. Solange es im Rahmen bleibt, Sie dies am besten für sich alleine tun und niemanden anbrüllen, ist es ein sehr befreiendes Gefühl.

Auf der anderen Seite hat es Vorteile, wenn Sie cool bleiben und nicht an die Decke gehen, auch wenn mal es stressig, hektisch oder ärgerlich wird. Vor allem tun Sie damit etwas für Ihre persönliche Zufriedenheit. Wer cool bleibt, statt sich aufzuregen, hat weniger Ärger und kommt mit Stress besser klar. Gleichzeitig hängt Ihr Wohlbefinden nicht mehr davon ab, was andere tun oder was in Ihrem Umfeld geschieht.

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[Bildnachweis: ClassicVector by Shutterstock.com]

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