Stressformel
Stress ist heutzutage leider fast schon in jedem Bereich Normalität. Wer sich für einen Job bewirbt und die Zusage erhält, bekommt ungefragt und unausgesprochen zusätzlich mit dem Arbeitsvertrag auch den mit der Positionen verbundenen Stress übertragen. Gesondert erwähnen, dass die Stelle mit großer Belastung verbunden ist? Kaum noch nötig, das sollte für Bewerber doch mittlerweile selbstverständlich sein. Kein Stress? Für die meisten unvorstellbar und so finden sie sich mit dem Schicksal ab und ergeben sich dem täglichen Stress. Es geht aber auch anders: Mit einer einfachen Stressformel können Sie die Belastung durch den allgegenwärtigen Stress reduzieren, Ihre Zufriedenheit steigern und etwas für Ihre Gesundheit tun...

Stressformel: Es braucht nicht viel, für weniger Stress

Ein häufiges Problem der Stressbewältigung ist die Einstellung. Viele finden sich einfach mit der Situation ab, reden sich ein, dass sich nichts an der Situation ändern können oder versuchen sich die eigene Lage schön zu reden und sich so weiß zu machen, dass der Stress noch gar nicht so schlimm ist. Andere geben sich selbst die Schuld an der Situation, schieben den Stress auf die eigene zu geringe Belastbarkeit oder schlechte Arbeit.

Solche Reaktionen führen meist nur dazu, dass sich die Situation weiter verschlimmert. Der Stress wächst und wächst, bis er ein solches Ausmaß erreicht hat, dass er nicht nur die Zufriedenheit belastet, sondern auch zur Gefahr für die Gesundheit wird. Wer über einen längeren Zeitraum unter Stress steht, leidet unter Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsproblemen und auch Herz-Kreislauf-Beschwerden, da die Stresshormone den Blutdruck erhöhen und dadurch sogar das Risiko für einen Herzinfarkt erhöhen können.

Viele Menschen glauben zudem, dass große Einschnitte notwendig sind, um dem Stress den Kampf anzusagen. Den Job kündigen oder wenigstens die Arbeitszeit verkürzen, mehrere Wochen in den Urlaub fahren, um sich eine Auszeit zu gönnen oder den gesamten Tagesablauf umstellen, um für eine bessere Organisation und weniger Stress zu sorgen.

Der Psychologe Markus Heinrichs hat aber zusammen mit einem Team von Freiburger Wissenschaftlern gezeigt, dass es auch anders geht. Er stellte eine Art Stressformel auf, mit der nachweislich eine deutliche Reduzierung von Stressymptomen nachgewiesen werden konnte. Diese vielversprechende Stressformel sieht dabei so aus:

Doppelganger4/shutterstock.com

  • 30 Minuten Ausdauersport sollte man betreiben, um weniger unter dem dauernden Stress zu leiden.
  • 2 Mal pro Woche reicht dabei vollkommen aus, um die positiven Effekte zu erzielen. Niemand muss gleich täglich Sport treiben.
  • 3 Monate lang. Ein wenig Durchhaltevermögen sollte man mitbringen, denn das Sportprogramm sollte man drei Monate lang durchziehen.

Hört sich nicht nach viel an, hat aber eine große Wirkung. Die Forscher konnten zeigen, dass Studienteilnehmer, die sich an einen solchen Trainingsplan hielten, in stressigen Situationen eine geringere Dosis des Stresshormons Cortisol im Körper hatten. Durch den regelmäßigen Sport reagierten die Probanden weniger stark auf Stressauslöser und es wurden weniger Stresshormone produziert. Zusätzlich wurde trotz Stress eine niedrigere Herzfrequenz gemessen.

Wer sich an die Stressformel hält, profitiert gleich somit gleich mehrfach. Sie reduzieren ohne großen Aufwand den empfundenen Stress, wodurch Sie einen klareren Kopf bewahren können, kritische Situationen nicht nur entspannter, sondern auch besser meistern und weniger unter der Belastung leiden. Zusätzlich beugen Sie automatisch auch den negativen Konsequenzen von Dauerstress vor.

Durch die geringere Konzentration von Stresshormonen im Blut sinkt das Risiko für die Gesundheit, das Herz-Kreislauf-System wird entlastet und auch die anderen klassischen Stresssymptome lassen nach. Sie haben sogar die Wahl, für welche Aktivität Sie sich entscheiden. Solange es sich um eine Ausdauersportart handelt, können Sie nichts verkehrt machen. Joggen, Radfahren, Schwimmen... Wählen Sie, was Ihnen am meisten Spaß macht und wozu Sie sich motivieren können.

Nur den inneren Schweinehund müssen Sie noch überwinden, um wirklich durchzuhalten und das einmal begonnene sportliche Programm durchzuziehen.

[Bildnachweis: Andrzej Wilusz, Doppelganger4 by Shutterstock.com]

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