Das Leben als Student hat durchaus einige Vorzüge und wird von vielen als eine der schönsten Zeiten des Lebens bezeichnet. Es gibt durchaus viele Freiheiten, eine Vertiefung in Themen, die wirklich interessieren und natürlich auch die ein oder andere Party am Abend. Mit dem Spaß ist es allerdings zum Ende jedes Semesters hin sehr schnell vorbei. Statt guter Laune und vielen Freiheiten gibt es dann nur noch Prüfungsstress. Es sind die Zeiten des Jahres, die jeder Student verflucht, in denen soziale Kontakte vernachlässigt werden und Studenten nur noch selten außerhalb der Bibliothek gesehen werden. Der Druck ist enorm und viele leiden sehr unter dem großen Prüfungsstress, was immer häufiger auch die Gesundheit beeinträchtigt. Doch zum Glück sind Sie dem Prüfungsstress nicht hilflos ausgeliefert. Wir zeigen, was Sie tun können und wie Sie selbst den größten Prüfungsstress bewältigen...

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Prüfungsstress kann ein ernsthaftes Problem sein

Prüfungsstress wird oft belächelt. Studenten haben es doch so gut und sollen sich nicht beschweren, im späteren Berufsleben wird es noch viel härter und anstrengender. Statt den Stress ernst zu nehmen, wird es auf Faulheit beim Lernen und eine grundsätzlich falsche Einstellung geschoben.

Ein Fehler, denn Prüfungsstress ist für viele Studenten ein ernsthaftes Problem. Der Inhalt, der in einem Semester behandelt wird, wird gerne mit der Menge des gesamten Abiturs verglichen. Das gilt wohlgemerkt für ein Fach oder Modul und somit für eine Klausur am Ende des Semesters. Je nach Studiengang stehen jedoch drei, fünf oder auch mehr Prüfungen an. Mit Glück in einer Zeitspanne von zwei Wochen, mit Pech innerhalb von 5 Tagen und manchmal gleich zwei Klausuren an einem Tag.

Das Lernpensum liegt also beim drei- bis fünffachen des Abiturs, zusätzlich ist der Zeitraum noch kürzer, da nicht wie in der Schule mehrere Jahre Vorbereitung durchlaufen werden, sondern innerhalb von ein paar Monaten das Wissen vorhanden sein muss.

Zu diesem enormen Lernpensum kommt der Erfolgsdruck. Um das Studium erfolgreich zu bestehen bleiben meist nur eine bestimmte Anzahl von Versuchen pro Klausur. Hinzu kommt der Druck, den viele Studenten aus dem sozialen Umfeld verspüren. Niemand möchte sich und anderen eingestehen müssen, dass mehrere Prüfungen richtig daneben gegangen sind. So wird der Prüfungsstress immer größer und belastet Körper und Psyche.

Tipps gegen den Prüfungsstress

Nun könnten wir behaupten, der Prüfungsstress wäre gar nicht so schlimm, wie alle immer sagen. Eine solche Beschönigung hilft Ihnen allerdings auch nicht wirklich weiter. Fakt ist: Ein Studium ist zum Teil hart und stressig - und die Klausurphasen verlangen einiges ab, um erfolgreich zu sein. So gehört auch Prüfungsstress dazu und ganz ohne werden Sie vermutlich nicht durch die Universität kommen.

Doch Sie müssen den Stress nicht einfach aussitzen und hoffen, dass es bald wieder vorbei ist. Prüfungsstress lässt sich minimieren, bewältigen und überwinden. Wir haben einige Tipps gesammelt, die Ihnen dabei helfen können:

  • Lassen Sie es erst gar nicht so weit kommen

    Prüfungsstress lässt sich kaum vollkommen verhindern und je näher die Klausuren rücken, desto angespannter werden Sie aller Voraussicht nach sein. Doch Sie können dafür sorgen, dass der Prüfungsstress nicht übermächtig wird. Die einfachste Methode: Beginnen Sie so früh wie möglich mit der Vorbereitung auf die heiße Phase der Prüfungen.

    Professoren predigen es immer wieder, doch fast immer ist die Zeit dann doch viel zu knapp. Die Sorgen steigen, das Kopfkino beginnt. Wenn Sie früh genug mit dem Lernen beginnen, werden Sie vielleicht nicht die Ruhe in Person sein, doch werden Sie sich deutlich besser fühlen und den Prüfungsstress leichter bewältigen können.


  • Entwerfen Sie einen langfristigen Plan

    Auf den ersten Blick scheint es absolut unmöglich, den gesamten Stoff aus dem Semester zu lernen. Dies bestätigt noch einmal den obigen Punkt, erfordert aber auch eine gute Planung, um sich selbst nicht noch mehr Prüfungsstress zu machen, als ohnehin schon auftritt. Bevor Sie sich also kopfüber in den Lernmarathon stürzen, überlegen Sie zunächst, wie Sie vorgehen wollen.

    Ein solcher Lernplan erfordert ein wenig organisatorisches Geschick. Sammeln Sie zunächst alle Themen und Bereiche, die Sie lernen müssen. Schauen Sie sich dann an, wie viel Zeit Ihnen noch bis zu den Prüfungen bleibt und verteilen Sie den Lernstoff möglichst gleichmäßig auf die Wochen. So gehen Sie die Sache strukturiert an, anstatt planlos in Prüfungsstress zu verfallen.


  • Passen Sie sich Ihrem Lerntypen an

    Hier ist ausnahmsweise nicht gemeint, ob Sie eher durch visueller oder auditiver Lerntyp sind. Dies sollten Sie zwar auch berücksichtigen, aber um den Prüfungsstress bestmöglich zu reduzieren und zu bewältigen, sollten Sie vor allem wissen, in welchem Umfeld Sie am besten lernen.

    Viele Studenten zieht es wie automatisch in die Bibliothek. Das kann der beste Ort sein - ist es aber nicht zwangsläufig für jeden. Manch einer lernt zuhause viel schneller und deutlich entspannter, ohne sich selbst zu stressen. Andere sind an der frischen Luft oder in einem Cafe am besten aufgehoben. Ihr Stresslevel vor Prüfungen sinkt, wenn Sie so lernen, wie es für Sie am besten ist.


  • Suchen Sie sich im Vorfeld Unterstützung

    Die Prüfungsphase an der Uni kann zugegeben ganz schön einschüchternd wirken. Niemand kann in allen Themen gleichermaßen gut sein und so hat jeder Student Angstfächer, mit denen er auf Kriegsfuß steht und zu denen einfach kein richtiger Zugang gelingen will.

    Der Prüfungsstress wird dadurch nur noch größer. Abhilfe können Sie schaffen, indem Sie sich dem Problem nicht alleine stellen, sondern Unterstützung vor den Prüfungen suchen. Gründen Sie eine Lerngruppe und sprechen Sie mit Kommilitonen, die Ihnen Dinge erklären können, die Sie selbst noch nicht verstanden haben. Das steigert Ihr Verständnis und Sie werden weniger Prüfungsstress empfinden. Zudem tut es gut, mit anderen zu reden, die vielleicht ebenfalls unsicher sind.


  • Gönnen Sie sich regelmäßige Pausen

    Was zunächst widersprüchlich klingen mag, ist unerlässlich, um Prüfungsstress zu überwinden. Sie haben vermutlich das Gefühl, gar nicht genug machen zu können, um bestmöglich vorbereitet zu sein und auch wirklich alle Klausuren zu bestehen, aber damit schaden Sie sich am Ende nur selbst.

    Es bringt nichts, wenn Sie stundenlang ohne Pause in Ihre Unterlagen blicken. Nach spätestens 90 Minuten lässt Ihre Konzentration und Aufnahmefähigkeit ohnehin nach. Legen Sie deshalb regelmäßige Pausen ein, in denen sich das Gelernte verankern kann. Am besten für die Pausen ist ein Spaziergang an der frischen Luft oder eine andere Entspannung, ohne große Ablenkungen.


  • Lernen Sie nicht die Nächte durch

    Gerade wenn der Tag der Klausur kurz bevor steht, gehen viele Studenten dazu über, die Nacht zum Tag zu machen und auf Schlaf zu verzichten, um auch die letzte Stunde noch zu nutzen. Damit steigern Sie Ihren Prüfungsstress allerdings und erreichen damit das genaue Gegenteil von dem, was Sie anstreben.

    Auch wenn es schwer fällt: Behalten Sie Ihren Schlafrhytmus bei. Ihr Körper braucht die Erholung und im Schlaf werden Informationen ins Langzeitgedächtnis verlagert - genau das, was Sie für die Prüfung brauchen. Außerdem kann Schlafmangel in der Klausur ein ernstes Problem werden, da Konzentrationsprobleme die Folge sein können.


  • Senken Sie Ihre Erwartungen

    Für einen Großteil des Prüfungsstresses ist man selbst verantwortlich. Sicherlich spielen die Umstände eine Rolle und machen es Ihnen nicht leicht, doch der meiste Stress entsteht durch hohe Erwartungen - teils Ihre eigenen an sich selbst, teils von außen an Sie herangetragene.

    Gelingt es Ihnen, diese Erwartungen zu senken und mit einer realistischeren Einstellung in die Klausurenphase zu gehen, wird auch der Prüfungsstress sofort spürbar nachlassen. Natürlich ist es wünschenswert und für die Zukunft durchaus wichtig, dass Sie bestehen und gute Noten schreiben - aber es geht eben die Welt auch nicht unter, wenn es nicht nur Bestnoten gibt oder eine Prüfung daneben geht.

Prüfungsstress: Hinterfragen Sie Ihre Motivation

Prüfungsstress bewältigen überwinden Symptome Depression Prüfung TippsMit dem Prüfungsstress kommen in der Regel auch die Zweifel. Das kann sogar soweit gehen, dass das gesamte Studium angezweifelt und überlegt wird, ob es wirklich die richtige Entscheidung war, an die Universität zu gehen. Voreilig und unbedacht sollte ein solch großer Schritt nicht gemacht werden, denn im akuten Prüfungsstress sind Anstrengung und Anspannung ganz normal.

Nutzen Sie den Prüfungsstress deshalb, um Ihre Motivation noch einmal genau zu hinterfragen. Wenn die Situation Sie zu sehr belastet, kann dies durchaus daran liegen, dass Sie sich im Studium nicht so wohl fühlen, wie Sie am Anfang vielleicht geglaubt haben. Die Frage, die Sie sich stellen und ehrlich beantworten müssen, ist eigentlich ganz simpel:

Lohnt es sich für mich, den Prüfungsstress für das Studium durchzustehen?

Ist der Stress vor und während der Klausurphase größer als Ihre Motivation, das Studium zu beenden, kann es der richtige Weg sein, sich nach einer Alternative umzusehen. Viele kommen aber auch zu dem Ergebnis, dass der Prüfungsstress zwar hart und anstrengend ist, das große Ziel, den Wunschstudiengang abzuschließen, es aber wert ist.

[Bildnachweis: Kaspars Grinvalds by Shutterstock.com]

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