Studienformen: Übersicht und Wege zum Studium

Die Lebensformen und die Arbeitswelt haben sich innerhalb weniger Jahrzehnte stark verändert. Dem tragen auch die Studienformen Rechnung. Wer studieren will, hat die Qual der Wahl. Den klassischen Weg einschlagen und ein grundständiges Vollzeitstudium absolvieren? Oder doch lieber eine Ausbildung? Vielleicht besser nacheinander, erst Ausbildung, dann Studium? Oder beides gleichzeitig? Auch das Wie und das Wo ist nicht klar. Noch heute profitieren Studienwillige vom großen Gründungsboom deutscher Hochschulen in den sechziger und siebziger Jahren. Binnen weniger Jahre wurde das Ruhrgebiet zur am dichtesten besiedelten Hochschullandschaft in Europa. Studieren vor der Haustür – das ist seitdem oftmals möglich. Daneben gibt es eine Reihe anderer Studienformen, die wir hier vorstellen werden…

Studienformen: Übersicht und Wege zum Studium

Studienformen: Welche gibt es?

Innerhalb weniger Jahrzehnte hat sich die Hochschullandschaft in Deutschland deutlich verändert. Galt früher ein Studium ohne Abitur beispielsweise unmöglich, wurden 2009 die Rahmenbedingungen geändert. So wurden beruflich Qualifizierten ein Einstieg ins Hochschulstudium ermöglicht, ohne zuvor den Umweg über eine Abendschule gehen zu müssen.

Aber nicht nur die Zugangsberechtigungen wurden vereinfacht. Das Recht auf Bildung ist die eine Sache. Gleichzeitig wurden die Chancen dafür in einem völlig neuen Umfang erweitert, indem starre Strukturen abgeschafft wurden. Auch das Internet hat dazu beigetragen.

Für welche Studienform sich jemand entscheidet, ist in erster Linie von den persönlichen Erwartungen und Anforderungen abhängig. Gewählt werden kann zwischen diesen Studienarten:

  • Vollzeitstudium

    Die Mehrzahl der Studienwilligen strebt ein sogenanntes ordentliches Studium in Vollzeit an. Ordentlich (oder auch regulär genannt) bedeutet, dass Sie alle notwendigen Veranstaltungen im Rahmen des Studiums besuchen, um durch Prüfungen schließlich einen Abschluss zu erwerben.

    Hierbei handelt es sich in der Regel um ein Erststudium mit Präsenzpflicht, das wie ein normaler Job etwa 40 Stunden die Woche beansprucht. Dazu zählt nicht nur die Zeit, die in Vorlesungen, Seminaren und Kursen verbracht wird, sondern auch das Selbststudium zu Hause oder die Recherche in der Bibliothek.

    Wer das Abitur gemacht hat, erfüllt automatisch die Zugangsvoraussetzungen. Ein Studium ohne Abitur ist unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls möglich.

    Allerdings gibt es hier häufig Einschränkungen bezüglich der Wahl der Studienfächer oder es müssen zuvor Eignungstests absolviert werden. Für den Erwerb des Bachelors muss mit einer Regelstudienzeit von sechs bis acht Semestern, für den Master mit zwei bis vier Semestern gerechnet werden.

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  • Teilzeitstudium

    Der große Vorteil des Teilzeitstudiums ist die Flexibilität. Wer keine 40 Stunden die Woche fürs Studium zur Verfügung hat – etwa, weil er einem Beruf nachgehen oder eine Familie versorgen muss – der kann die Stunden um die Hälfte reduzieren.

    Ansonsten führt das Teilzeitstudium ebenso wie das Vollzeitstudium zum Erwerb eines akademischen Grades. Klar ist aber auch, dass Sie hierbei mehr Zeit einkalkulieren müssen. Dauert der Bachelor üblicherweise schon zwischen sechs und acht Semestern, können Sie hier davon ausgehen, dass der Abschluss doppelt so lange dauert.

    Im Gegenzug müssen Sie weniger Veranstaltungen pro Semester absolvieren. Dennoch sind ein langer Atem und Selbstdisziplin gefragt.

    Ermöglicht wird diese Studienform durch einen hohen Anteil an E-Learning nebst Blockveranstaltungen am Wochenende. Auch das Abendstudium ist auf Studierwillige ausgelegt, die sich neben anderen Verpflichtungen weiterbilden wollen.

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  • Fernstudium

    Dem ordentlichen Vollzeitstudium absolut gleichwertig, dennoch eine andere Studienform ist das Fernstudium. Der große Unterschied ist, dass Sie sich im Wesentlichen im Selbststudium das Wissen aneignen müssen.

    Dazu passt die Wissensvermittlung via Blended Learning. Lerninhalte werden als Studienbriefe zum Selbststudium per Post oder als Studium online auf speziellen Plattformen vermittelt. Diese Studienformen bieten sich für Interessenten an, denen aus verschiedensten Gründen kein Präsenzstudium möglich ist.

    Der Aufwand ist nicht zu unterschätzen und ist bei einem Vollzeit-Fernstudium genauso intensiv wie das „normale“ Vollzeitstudium, gleiches gilt für das Teilzeit-Fernstudium. Es ist ein hohes Maß an Selbstdisziplin und Selbstmanagement gefragt.

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  • Berufsbegleitendes Studium

    Wer bereits im Berufsleben steht und einer Vollzeitarbeit nachgeht, hat logischerweise nicht die Kapazitäten, ein Vollzeitstudium absolvieren. Wer seinen Beruf nicht aufgeben und die Stundenzahl nicht reduzieren kann oder will, für den eignet sich diese Studienform.

    Verschiedene Möglichkeiten bieten sich hier an: Sie arbeiten tagsüber ganz normal in Ihrem Job und entscheiden sich für ein Teilzeit- oder Abendstudium. Hier werden die Studieninhalte ans Wochenende (Blockseminare) oder in den Abend verlagert. Wem die Präsenz vor Ort nicht möglich ist, kann alternativ ein Fernstudium absolvieren.

    Der Vorteil bei dieser Studienart: Sie erhalten sich Ihre finanzielle Unabhängigkeit, teilweise übernehmen die Arbeitgeber sogar die Studiengebühren. Auf der anderen Seite ist aufgrund der Doppelbelastung eine gute Selbstorganisation und Disziplin gefragt.

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  • Duales Studium

    Der große Nachteil bei den meisten Studienformen: Es kommt kein Geld rein, im Gegenteil: Sie brauchen welches. Abhängig ist das zum Teil durch die Hochschule selbst – staatliche Hochschulen sind günstiger als private. Aber auch so müssen Sie Semesterbeitrag und Lebenshaltungskosten irgendwie finanzieren.

    Bafög und Stipendien sind eine Möglichkeit. Wer sich für wirtschaftliche, kaufmännische, technische oder soziale Studienfächer interessiert, liegt bei einem dualen Studium womöglich genau richtig. Hier werden Theorie und Praxis gleichzeitig vermittelt, quasi eine Mischung aus Ausbildung und Studium.

    Unterschieden wird zwischen zweierlei Formen: Einerseits dem ausbildungsintegrierten dualen Studium, bei dem der Bachelor neben einer staatlich anerkannten Ausbildung erworben wird. Andererseits existiert das sogenannte praxisintegrierende duale Studium. Hier wird neben dem Studium Praxiserfahrung in kooperierenden Unternehmen gesammelt, allerdings kein Abschluss für eine Ausbildung erworben.

    Vermittelt das Wissen im zweiwöchigen Wechsel zwischen Unternehmen, anschließend wieder Hochschule. Der große Vorteil dieser Studienart liegt darin, dass Sie bereits ein Einkommen haben. Durch Ihre Kontakte zum Unternehmen während des Studiums steigen die Übernahmechancen deutlich.

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  • Internationales Studium

    Ein Studium erweitert den Horizont – ungleich mehr, wenn es ein internationales Studium ist. Dafür absolvieren Sie einen Teil (in der Regel mindestens zwei Semester) Ihrer Studienleistungen im Ausland an einer Partneruni.

    Die während des Studiums erworbenen Leistungen werden gegenseitig anerkannt, so dass Sie einen doppelten Abschluss erwerben können. Hier liegt der Unterschied zu einem anderen Auslandsaufenthalt wie beispielsweise mit dem Erasmus-Programm.

    Voraussetzung für diese Studienform sind sehr gute Sprachkenntnisse in der jeweiligen Landessprache (in der Regel mindestens Englisch). Ebenfalls werden Interesse und Kenntnisse über das Gastland erwartet. Interessenten sollten klare Vorstellungen davon haben, welche Ziele sie mit dem Abschluss verbinden und wie die Finanzierung aussieht. Häufig ist ein Auslandsstudium mit Studiengebühren verbunden.

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Planung und Selbstreflexion für den Erfolg

Wer für sich bereits geklärt hat, dass er oder sie studieren will, ist zwar bereits einen großen Schritt weiter, aber längst nicht am Ziel. Rein theoretisch können für Studienwillige mehrere Studienformen infrage kommen.

Inwieweit die eine Studienart mehr oder weniger geeignet ist, hängt von Ihren persönlichen Umständen und Wünschen ab. Folgendes sollten Sie klären:

  • Wohnen Sie bereits an einem Hochschulort oder ist ein Umzug möglich? Dann kann ein Vollzeitstudium das Mittel der Wahl sein. Hier haben Sie Präsenzpflicht. Das bietet sich besonders für Studieninteressierte an, die sich gut einschätzen können und wissen, dass die notwendige Selbstdisziplin für ein Fernstudium fehlen würde. Oder aber die den Austausch mit anderen Studierenden vermissen würden – der soziale Kontakt gerade in einem fremden Umfeld ist nicht zu unterschätzen.
  • Müssen Sie Verpflichtungen nachkommen? Wer einen Familienangehörigen pflegt, kleine Kinder zu versorgen hat oder noch arbeiten geht, braucht Studienformen, die Flexibilität ermöglichen. Tut sich ein Zeitfenster auf, kann schnell eine Einheit gelernt werden – hier eignet sich das Fernstudium oder ein Studium online, so dass Sie sich Ihre Zeit frei einteilen können. Das gilt ebenso, wenn Sie an einen Ort gebunden sind und keine Hochschule in der Nähe haben.
  • Sind Sie finanziell unabhängig? Dann stehen Ihnen mehrere Türen offen. Der Vorteil bei (meist teuren) privaten Hochschulen ist der, dass die Betreuung der Studierenden engmaschiger, die technische Ausrüstung besser ist. Wer hier ein Vollzeitstudium plant, braucht sich in der Regel nicht mit überfüllten Hörsälen herumplagen, kann die angestrebten Veranstaltungen besuchen und ist oftmals zügiger fertig.
[Bildnachweis: lithian by Shutterstock.com]
21. September 2018 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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