Studienplatztausch: Tipps, wie es doch noch klappt

Hat es mit der Wunschuni nicht geklappt, bleibt immer noch der Studienplatztausch. Vor allem diejenigen, die Medizin, Pharmazie, Zahnmedizin oder Tiermedizin studieren, betrifft es: Ihnen weist die Stiftung für Hochschulzulassung den Studienort zu, an dem es freie Plätze gibt. Die Option zum Studienplatztausch steht übrigens auch Studierenden offen, die aus anderen Gründen den Studienort wechseln wollen. Etwa aufgrund anderer Schwerpunkte oder persönlicher Gründe. Welche Voraussetzungen Sie erfüllen müssen, wie ein Ringtausch funktioniert und welche Studienplatztauschbörsen Ihnen helfen…

Studienplatztausch: Tipps, wie es doch noch klappt

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Wozu den Studienplatz tauschen?

Jahr für Jahr bemühen sich tausende Studierende in zulassungsbeschränkten Fächern um einen Hochschulwechsel. Sie müssen ihren Studienplatz tauschen, da es nur ein bestimmtes Kontingent freier Studienplätze gibt. Besonders betroffen: Studierende der Fächer Medizin, Jura oder Psychologie. Anders bei sogenannten Orchideenfächern: Sie sind oft so unbekannt und wenig gefragt, dass sich die Studierenden direkt bei der Uni einschreiben können.

Fürs Medizinstudium sowie für Pharmazie, Zahnmedizin oder Tiermedizin existiert hingegen eine bundesweite Zulassungsbeschränkung. Über das Portal Hochschulstart können Studierende den gewünschten Hochschulort angeben.

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Wie läuft ein Studienplatztausch ab?

Übers Schwarze Brett an der Hochschule, überregionale Tageszeitungen oder Online-Tauschbörsen finden sich Tauschwillige. Wer seinen Studienplatz an einen anderen Hochschulort verlegen möchte, hat mehrere Optionen:

Direkttausch mit Tauschpartner

Das Ideal: Sie finden jemanden, der in Ihrer bevorzugten Stadt für exakt den gleichen Studiengang eingeschrieben ist und genau an Ihre Hochschule wechseln möchte. Ihr Tauschpartner hat vergleichbare Studien- und Prüfungsleistungen erbracht. Dies ist übrigens ein Punkt, warum ein Studienplatztausch während des Bachelorstudiums nicht immer möglich ist: Die Studiengänge sind an den verschiedenen Universitäten zu stark ausdifferenziert.

Meist müssen die Tauschwilligen lediglich die erforderlichen Unterlagen zusammentragen (manche Fächer setzen eine Unbedenklichkeitsbescheinigung voraus). Dann handelt es sich für die beteiligten Hochschulen lediglich um eine Formalie, bei der ein Name durch einen anderen ersetzt wird.

Ringtausch mit mehreren

Finden Sie keinen direkten Tauschpartner ist manchmal ein sogenannter Ringtausch möglich. Bei dem sind mehrere Hochschulen beteiligt, da beispielsweise drei Studenten untereinander ihre Studienplätze tauschen. Im Vorfeld sollten Sie sich aber direkt bei Ihrer Universität über die Möglichkeiten informieren. Die meisten Universitäten – darunter ausdrücklich Hamburg, Göttingen, München und Augsburg – ermöglichen einen Ringtausch. Derzeit scheinen nur die FU Berlin, Konstanz, Leipzig und Tübingen sich aus organisatorischen Gründen zu sträuben.

Übrigens Vorsicht: Die Universität Augsburg warnt vor sogenannten fingierten Täuschen – wenn etwa nur ein Tauschpartner den neuen Studienplatz annimmt, der andere sich jedoch nicht einschreibt oder nach kurzer Zeit seine Immatrikulation wieder zurücknimmt. Dies hat die Zwangsexmatrikulation zur Folge.

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Studienplatztausch per Studienplatztauschbörse

Selbst Studierende, die den oft hohen Numerus clausus erfüllen, haben keine Garantie: Der zugewiesene Studienplatz ist abhängig vom jeweiligen Andrang und den Kapazitäten der Universität. Die Nachfrage bei medizinischen Fächern ist regelmäßig groß, daher gibt es zum Teil spezialisierte Tauschbörsen für den jeweiligen Studiengang.

Wer am Schwarzen Brett nicht fündig wurde, kann auch selbst ein Angebot einstellen. Dazu geben Sie Ihren Studiengang, Semester und Wunschstudienort an und hoffen, dass sich ein passender Tauschpartner meldet. Nachfolgend finden Sie Seiten, bei denen Sie sich für einen Studienplatztausch anmelden oder Inserate veröffentlichen können:

Studienplatztausch Medizin

Als Tauschbörsen fürs Medizinstudium bieten folgende Seiten einen Studienplatztausch an:

  • medi-learn.de/studienplatztausch/
  • studienplatztausch.de/
  • studi-info.de/studienplatztausch

Studienplatztausch Zahnmedizin

  • uni24.de/studienplatztausch/
  • studienplatztausch.de/
  • studi-info.de/studienplatztausch

Studienplatztausch Pharmazie

  • pharma4u.de/studenten/pharmazie-studieren/studienplatztausch/
  • studienplatztausch.de/
  • studi-info.de/studienplatztausch

Studienplatztausch Tiermedizin

  • studis-online.de/studienplatztausch/#tauschboerse
  • studienplatztausch.de/
  • studi-info.de/studienplatztausch

Kosten für den Studienplatztausch?

In jedem Fall sollten Studierende Abstand von unseriösen Angeboten nehmen, bei denen Tauschpartner ihren Studienort gegen Geld anbieten. Die meisten Studienplatztauschbörsen bieten ihren Service kostenlos an. Ausnahme: Die Seite studienplatztausch.de nimmt eine einmalige Vermittlungsgebühr von 5,10 Euro. Außerdem können weitere 4,90 Euro hinzukommen, wenn Sie auf dem „Schwarzen Brett“ der Seite Ihr Inserat veröffentlichen wollen.

Eine andere kostenlose Alternative ist übrigens die öffentliche Facebookgruppe „Studienplatztausch Tauschbörse“ mit derzeit rund 4.000 Mitgliedern.


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Wann kann man einen Studienplatz tauschen?

Voraussetzung ist, dass die Hochschulen dem Studienplatztausch zustimmen. Da es sich um einen Service der jeweiligen Hochschulen handelt, können die Voraussetzungen individuell abweichen. Auch haben Sie keinerlei Rechtsanspruch darauf. Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, Ihren Studienplatz zu tauschen, sollten Sie sich auf jeden Fall vorher mit den Voraussetzungen Ihres Studienfachs beschäftigen, damit Sie keine bösen Überraschungen erleben.

Informationen bieten die jeweiligen Homepages, Ansprechpartner an den Hochschulen sind in der Regel Sekretariate und Dekanate. Hier werden Einstufungen und Anerkennungen von Studienleistungen vorgenommen. Häufig setzen sie für einen Studienplatztausch Folgendes voraus:

  • Sie müssen eingeschrieben sein

    Häufig erlauben die Hochschulen keinen Studienplatztausch zum ersten Semester. Das hat den Grund, dass in der Vergangenheit Abiturienten mit sehr guten Noten sich für ein zulassungsbeschränktes Fach eingeschrieben haben, um anschließend den heißbegehrten Studienplatz teuer zu verscherbeln. Ebenfalls wäre diese Bedingung nicht erfüllt, wenn einer der Tauschwilligen seinen Prüfungsanspruch durch endgültiges Nichtbestehen einer Prüfung verloren hat.

  • Sie müssen den gleichen Studiengang belegen

    Ein Studienplatztausch ist nur dann möglich, wenn Ihr Tauschpartner das gleiche Fach wie Sie studiert. Sind Sie beispielsweise im Studiengang Medizin eingeschrieben, können Sie nur mit einem anderen Medizinstudenten den Studienplatz tauschen – nicht aber mit einem BWLer oder Juristen.

  • Sie befinden sich im gleichen Semester

    Um zu tauschen, müssen beide Studenten im gleichen Semester an ihrer jeweiligen Universität sein. Dies muss durch einen Einstufungsbescheid nachgewiesen werden.

  • Sie benötigen den gleichen Leistungsstand

    Im besten Fall werden in den beiden Studiengängen ähnliche Leistungsnachweise benötigt, so dass sich bereits erbrachte Leistungen anrechnen („Scheingleichheit“) lassen.

  • Sie halten die entsprechenden Fristen ein

    An den Universitäten kann es unterschiedliche Fristen für den Tausch geben. Informieren Sie sich daher rechtzeitig, wann diese Möglichkeit für Sie besteht.

Beschäftigen Sie sich vorab mit den Semesterverlaufsplänen des Faches an Ihrer Wunschuni: Nur bei möglichst ähnlichen Bedingungen und erfüllten Voraussetzungen, erfolgt der Studienplatztausch kapazitätsneutral. Das heißt, Sie haben gute Aussichten. Wollen Sie hingegen an eine Hochschule wechseln, die gerade einen Modellstudiengang ausprobiert, haben Sie eher schlechte Karten.

Doch kein Studienplatztausch: Ihre Alternative

Wie erwähnt, muss vor einem möglichen Tausch die Immatrikulation erfolgt sein. Aber soweit schaffen es nicht mal alle Erstsemester, da sie den Notendurchschnitt nicht vorweisen können. Bisher konnten sie über Wartesemester oder eben einen Tausch Glück haben. Aber auch das klappt nicht immer, denn manche Orte sind einfach weniger beliebt; sei es die Reputation oder die Lage der Universität.

Wer bei seinen Bemühungen erfolglos ist, hat womöglich noch die Option auf eine Studienplatzklage. Prüfen lassen sollten Sie zunächst, ob die Absage überhaupt rechtens war. Das ist nämlich nur in diesen beiden Fällen gegeben:

  • Ihre Abiturnote entspricht nicht dem derzeitigen NC.
  • Die Bewerberzahlen übersteigen die Kapazitäten der Universität.

Haben Sie Ihre Absage direkt von Hochschulstart bekommen, ist eine Studienplatzklage erfolglos, dann bleibt Ihnen tatsächlich nur eine der oben aufgeführten Möglichkeiten. Bei örtlichen Zulassungsbeschränkungen ist der Grund für eine Absage allerdings in den mangelnden Kapazitäten der Universität zu suchen – und die gilt es überprüfen zu lassen.

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[Bildnachweis: VoodooDot by Shutterstock.com]

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