Studienmesse: So treffen Sie die richtige Wahl

Der Schulabschluss rückt immer näher und mit ihm die quälenden Fragen: Was soll ich nur werden? Und vor allem: Wie kann ich das herausfinden? Eine Studienmesse kann bei diesen entscheidenden Fragen zur Studienorientierung hilfreich sein. Denn bei vielen angehenden Abiturienten existieren weder genaue Vorstellungen über die Fachrichtung, noch über die Möglichkeiten eines anvisierten Studiums. Zu groß ist einerseits die Auswahl, zu gering die Kenntnisse über Anforderungen und Gestaltung. Damit Sie sich besser orientieren können, geben wir Ihnen hier die wichtigsten Infos zu Studienwahlmessen…

Studienmesse: So treffen Sie die richtige Wahl

Was ist eine Studienmesse?

Studienmesse Studienwahlmesse Hochschulmesse Absolventen Bachelormesse MastermesseEs existiert eine Vielzahl an Messen rund um das Thema Ausbildung, Studium und Beruf. Unterteilen lassen sich Jobmessen grob in drei Kategorien:

  • Zielgruppe

    Hier geht es darum, Messebesucher anzusprechen, auf die bestimmte Kriterien zutreffen. Das können Schüler sein, die in Kürze ihr Abitur machen und sich auf einer Studienmesse informieren wollen. Oder etwa junge Berufserfahrene, sogenannte Young Professionals auf einer Recruitingmesse.

  • Thema

    Manche Messen rücken ein bestimmtes Thema in den Mittelpunkt. Bei einer Studienmesse könnte das beispielsweise Studieren im Ausland oder Studieren mit Behinderung sein.

  • Fachbereich

    Einige Studienmessen richten sich vor allem an Interessenten sogenannter MINT-Fächer, also Schüler, die Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft oder Technik studieren wollen. Andere Messen sprechen vermehrt Geistes- und Sozialwissenschaftler an und dritte sind fachübergreifend ausgelegt.

Inwieweit Sie zur angesprochenen Zielgruppe zählen, hängt einerseits von Ihren persönlichen Interessen und Anliegen ab. Andererseits davon, für welche weiteren beruflichen Schritte Sie sich bereits qualifiziert haben. Eine allgemeine Studienmesse richtet sich an Menschen, die ein Studium in Erwägung ziehen und bei der Studienwahl noch unschlüssig sind.

Hier können Interessierte etwas über Berufsbilder erfahren und sich über die Modalitäten eines Studiengangs informieren. Beraten werden Sie von Hochschulen, Unternehmen und Beratungs- und Vermittlungsorganisationen aus dem In- und Ausland. Dies geschieht durch ein vielfältiges Rahmenprogramm, das folgende Elemente umfassen kann:

  • Vorträge von Hochschulvertretern,
  • Diskussionsrunden mit Experten,
  • Erfahrungsberichte von Studierenden,
  • Workshops zur Studienorganisation.

In der Mehrzahl wird eine Studienmesse junge Menschen kurz vor dem Schulabschluss ansprechen. Aber natürlich können sich auch Arbeitnehmer informieren, die nach einer Ausbildung ihren derzeitigen Berufsweg überdenken und sich für ein Studium interessieren.

Wer hingegen eine Richtung eingeschlagen hat und sich auf dem Arbeitsmarkt umschauen möchte, ist auf einer Studienmesse eher falsch. Für „Fortgeschrittene“ empfiehlt sich die Bachelor- oder Mastermesse.

Studienmessen und mehr

Studienmesse Studienwahlmesse Hochschulmesse Absolventen Bachelormesse MastermesseAktuelle Termine für Studienmessen und allgemein auch Job- und Bewerbermessen entnehmen Sie bitte unserem Karrierekalender 2018. Er wird regelmäßig aktualisiert und gilt jeweils fürs ganze Jahr.

Was erfahren Sie auf Studienwahlmessen?

Wie der Name bereits sagt, geht es bei einer Studienmesse oder Studienwahlmesse um die erste wichtige Entscheidung nach dem Abitur. Grundsätzlich sind Sie mit diesem Abschluss dazu berechtigt, an einer Hochschule zu studieren. Aber viele Schulabgänger sind sich unsicher, ob sie eine Ausbildung oder ein Studium machen sollen.

Oder doch lieber Freiwilligendienst? Vielleicht auch als Au-pair nach Amerika? Die vielfältigen Chancen heutzutage im Gegensatz zu den Auswahlmöglichkeiten früherer Generationen machen es nicht einfacher.

Studienmessen werden daher auch als Studien- und Ausbildungsmessen bezeichnet, da sie generell über die Möglichkeiten nach dem Schulabschluss informieren und die Wahl erleichtern wollen.

Selbst wenn die Entscheidung für ein Studium gefallen ist: Welches Fach und wo? Fachhochschule oder Universität, wegziehen von Zuhause – auf angehende Studenten warten viele Entscheidungen, die einen überfordern können. Genau aus diesem Grund existieren Studienmessen.

Daneben erwarten Messebesucher häufig solche Themen:

  • Alternativen

    Einige Alternativen zur Ausbildung oder zum klassischen Studium wurden bereits angesprochen, denn die Zeit nach dem Abitur ist eine Übergangsphase, die sich für viele Schüler als Orientierungsphase oder Auszeit eignet. Statt FSJ wäre Work and Travel ebenfalls eine Möglichkeit, Berufserfahrungen nach der Schule zu sammeln. Wer vor allem die Vorzüge des selbständigen Lernens mit einem Verdienst ab dem ersten Semester kombinieren möchte, entscheidet sich womöglich für ein duales Studium.

  • Zulassungsbedingungen

    Haben Interessierte beispielsweise die Fachhochschulreife oder Hochschulreife anders als über das Abitur erworben, kommen je nach Studienwunsch unter Umständen Beschränkungen auf sie zu. So müssen angehende Studienbewerber meist einige Jahre Berufserfahrung vorweisen oder Eignungstests absolvieren, um sich für einen Studiengang zu qualifizieren. Besondere Bedingungen warten auch auf Interessenten von bundesweit zulassungsbeschränkten Studiengängen wie Medizin, Pharmazie, Tiermedizin und Zahnmedizin. Diese sind so begehrt, dass sie nur über Hochschulstart, einer Plattform der Stiftung für Hochschulzulassung, vergeben werden.

  • Studienfinanzierung

    Ein wichtiger Aspekt für angehende Studis und vor allem ihre Eltern: Wie können wir das Ganze finanzieren? Denn im Gegensatz zum dualen Studium wird das Studium an Universitäten und privaten Hochschulen nicht vergütet, Neben Semestergebühren können Studiengebühren anfallen, Kosten für einen Umzug und Miete und Lebenshaltungskosten sowieso. Bafög und Stipendien können Studierenden dann helfen, finanziell über die Runden zu kommen.

  • Organisation

    Auf einer Studienmesse erfahren Sie außerdem etwas übers Zeit- beziehungsweise Selbstmanagement. Denn das ist der große Unterschied zur Schule: Hier treibt Sie niemand an, im Gegensatz zur Schulpflicht besteht keine Hochschulpflicht (höchstens eine Anwesenheitspflicht, wenn Sie einmal eingeschrieben sind). Niemand sagt Ihnen im Detail, welche Seiten Sie lesen müssen, was im Test abgefragt wird. Fächer müssen selbst kombiniert, Stundenpläne selbst zusammengestellt werden. Typische Anfängerfehler dabei: Hochmotiviert wird der Stundenplan völlig überfrachtet, der Biorhythmus ignoriert.

  • Stressvermeidung

    Letzteres leitet direkt zum nächsten Punkt über: Die Unerfahrenheit in der Selbstorganisation führt nicht selten zu Stress. Auch dieser lässt sich vermeiden. So können Sie lernen, einen realistischen Lernplan zu erstellen. Sie bekommen Tipps, wie Sie die zur Verfügung stehende Zeit nicht nur mit Lernen verbringen, sondern für Ausgleich und Erholung sorgen.

Risiko der Fehlentscheidung minimieren

Alle diese Informationsangebote sollen im Wesentlichen eins bewirken: Je gründlicher eine Entscheidung getroffen wird, desto wahrscheinlicher, dass sie nicht später bereut wird. Wer die vielfältigen Beratungsangebote wahrnimmt, kann besser abschätzen, was auf ihn zukommt.

Mit den Informationen durch eine Studienmesse können also bereits im Vorfeld notwendige Unterlagen – etwa Einkommens- und Vermögensbescheide – gesammelt werden, etwa wenn es ums Beantragen von Bafög geht. Ebenso ist natürlich auch der umgekehrte Weg denkbar: Ihnen kommt das ursprünglich anvisierte Studium plötzlich zu theorielastig, zu abgehoben vor.

Gerade bei geisteswissenschaftlichen Fächern sind die Berufsperspektiven nicht gerade üppig, das Berufsbild oft sehr unklar. Kommt eine Karriere als Lehrer oder wissenschaftlicher Mitarbeiter für Sie nicht in Frage, kann das Informationsangebot auf einer Studienmesse dazu beitragen, den Nebel der Möglichkeiten zu lichten und ein realistisches Bild zu zeichnen.

Letztlich geht es darum, einen Studienabbruch zu verhindern, denn die Abbrecherquoten sind immer noch recht hoch. Neben dem Gefühl des Scheiterns verlieren Studienabbrecher vor allem wertvolle Zeit, von Geld und Aufwand ganz zu schweigen.

Tipps zum Besuch von Messen

Die Gründe, sich für ein Studium zu entscheiden, sind vielfältig. Neben persönlichen Interessen und Entwicklungsmöglichkeiten ist ein Studium immer noch ein guter Schutz gegen Arbeitslosigkeit. Dennoch sollte die Wahl eines geeigneten Studienfachs nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Gerade vor dem Hintergrund einer nahezu unüberschaubaren Anzahl von Studienfächern sollten Sie sich Zeit für die Informationen nehmen. Eine Studienmesse ist daher nur ein Baustein im Rahmen Ihrer Berufsorientierung.

Die berufliche Orientierung ist ein Prozess. Wer clever ist, bereitet sich vor Besuch einer allgemeinen Studienmesse oder Bachelormesse vor. Die Seiten verschiedener Anbieter stellen bereits Themen zu verschiedenen Aspekten auf ihrer Homepage vor.

Das ermöglicht Ihnen, nicht erst am Tag des Messebesuchs sich hastig Notizen zu machen und völliges Neuland zu betreten. Stattdessen können Sie sich gezielte Fragen zu den Bereichen notieren, die Sie interessieren, die jedoch möglicherweise nicht angesprochen werden.

Gleichzeitig vermeiden Sie so Fragen zu stellen, deren Beantwortung sich mit etwas Mühe vorab leicht hätte recherchieren lassen.

Ausbildungs- und Hochschulmessen im Überblick

  • Bachelor and more: Eine Studienmesse für Schulabgänger, die sich über die Möglichkeiten nach der Schule informieren wollen.
  • Beruf und Bildung: Richtet sich an Schüler, Auszubildende, Studierende ebenso wie an Arbeitnehmer, die sich zu Weiterbildungen informieren wollen.
  • Horizon: Eine Messe für die berufliche Orientierung nach dem Abitur. Richtet sich auch an Studenten, die ihr Studium abbrechen wollen.
  • Master and more: Vom selben Anbieter wie Bachelor and more die Studienmesse für Interessierte, die Informationen rund um die Bewerbung für einen Masterstudiengang brauchen.
  • Stuzubi: Unter diesem Namen firmieren mittlerweile sowohl Studienmessen zu Ausbildung und Studium als auch Karrieremessen für Masterstudenten und Young Professionals.
  • Vocatium: Zusammen mit der Nordjob vom gleichen Anbieter ermöglichen diese Fachmessen Schülern Kontakte zu Firmen und Hochschulen. Daneben können Interessierte das direkte Gespräch zu Leuten suchen, die exakt die Fächer studiert haben, die von Interesse sein könnten.
[Bildnachweis: WAYHOME studio by Shutterstock.com]
21. August 2018 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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