Einstellungstest: 30 Fragen zum Üben, Tipps zur Vorbereitung

Der Einstellungstest wird von Behörden, Unternehmen und Hochschulen zur Bewerberauswahl eingesetzt. Er soll das Risiko von Fehlbesetzungen verhindern und ist entweder Teil des Vorstellungsgesprächs oder wird diesem sogar vorgelagert. Für Bewerber bedeutet der Einstellungstest vor allem eines: Stress.

Ob Assessment Center oder Bewerbungsgespräch: Wir zeigen Ihnen hier, was Sie in Einstellungstests erwartet; geben Tipps, wie Sie diese meistern und bieten dazu kostenlose Tests zum Üben (mit Lösungen)…

Einstellungstest: 30 Fragen zum Üben, Tipps zur Vorbereitung

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Was versteht man unter einem Einstellungstest?

Der Einstellungstest soll den Bewerber auf Herz und Nieren prüfen und das Bild abrunden, das durch die Bewerbung beziehungsweise die eingereichten Bewerbungsunterlagen und das Bewerbungsgespräch mit dem Personaler entstanden ist. Dabei gehen Unternehmen unterschiedlich vor:

  • Einstellungstest mit Extra-Termin Manchmal gibt es für diesen Test ein eigenes Assessment Center. Oder es wird ein eigener Termin vereinbart, sodass Vorstellungsgespräch und Einstellungstest getrennt voneinander stattfinden.
  • Einstellungstest im Vorstellungsgespräch Vor allem bei der Bewerbung für eine Ausbildung ist der Einstellungstest Teil des Vorstellungsgesprächs. Die Dauer des Tests ist dabei deutlich kürzer aus bei einem separaten Einstellungstest.

Alle Einstellungstests haben gemeinsam, dass Sie Bewerber in verschiedenen Kategorien abfragen: Allgemeinwissen, Logik-Fragen, Fragen aus der Mathematik, Allgemeinwissen. Fragen über die Firma und den Beruf.

Letztlich soll der Einstellungstest Gewissheit bringen, wo die Stärken und Schwächen des Bewerbers liegen. Ziel ist den perfekten Kandidaten zu identifizieren, der die besten Voraussetzungen (für den Beruf oder die Ausbildung) mitbringt und für die Position optimal geeignet ist.


Berufsbilder: Einstieg, Karriere & kostenlose Vorlagen

Berufe Rubrik: In der Übersicht der wichtigste Berufsbilder und Jobprofile finden Sie alles zur Ausbildung, Studium, Karriere- und Gehaltsaussichten sowie berufsspezifische Tipps und kostenlose Bewerbungsvorlagen mit Beispieltexten.

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Warum Einstellungstests: Die Vor- und Nachteile

Aus Sicht des Arbeitgebers kostet eine Fehlbesetzung einer freien Stelle viel Geld. Schon der Auswahlprozess selbst ist mit Zeit und Kosten verbunden. Neben den Kosten für die Stellenanzeige, für externe Fachleute (zum Beispiel Psychologen, die den Einstellungstest entwickeln und betreuen), Fahrtkostenübernahme der Kandidaten, Gesprächszeit und Einarbeitungsphase fallen auch später noch zahlreiche Kosten an, wenn die Fehlentscheidung – durch Versetzung, Weiterbildung oder Kündigung – korrigiert werden muss.

Verständlich also, dass sich mancher Arbeitgeber mit bisher schlechten Erfahrungen, absichern will. Der Einstellungstest bietet hierbei einige Vorteile (im Idealfall). Nachteile gibt es aber auch. Sie liegen vor allem in der Methodenkritik und Aussagekraft solcher Tests.

Hier die wesentlichen Argumente im Überblick:

Vorteile

+ Tiefere Bewerbereinblicke
+ Umfangreiches Persönlichkeitsprofil
+ Normierte Abläufe
+ Mehr Objektivität
+ Höhere Vergleichbarkeit
+ Schutz vor Irrtümern
Nachteile

– Aufgaben ohne Bezug zum Job
– Tests zeigen nur Momentaufnahme
– Keine Potenzialanalyse
– Künstlicher Druck verfälscht
– Fragwürdige Methoden
– Fehler nicht ausgeschlossen


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Was wird in einem Einstellungstest gefragt?

Welche Aufgaben Sie im Einstellungstest erwarten, lässt sich nicht genau vorhersagen. Dafür sind die Kategorien, Themen und Anforderungen zu verschieden.

Meist zielen solche Tests darauf ab, Qualitäten und Fähigkeiten zu erkennen, die bisher und im Bewerbungsgespräch nicht deutlich wurden. Grundsätzlich lassen sich Einstellungstests in 4 Kategorien und Arten unterteilen:

  • Wissenstest

    Hier geht es in erster Linie um Allgemeinwissen: „Wer war der erste deutsche Bundeskanzler?“ „Wie heißt die Hauptstadt von Australien?“ „Wer gewann zuletzt die Formel 1?“ Ebenso Politik, Geschichte, Sport – aus diesen Bereichen kommen viele Fragen. Auch Mathe-Kenntnisse werden abgefragt: Dreisatz, Bruchrechnen und die Grundrechenarten (Addieren, Subtrahieren, Multiplizieren, Dividieren).

    Fast immer prüfen Arbeitgeber das Sprachverständnis der Bewerber. Vor allem wenn Kommunikation im Job eine große Rolle spielt – zum Beispiel bei Kundenkontakt. Manchmal wollen Personaler auch etwas zu Berufsbild und Branche wissen.


    TIPP: Zur Vorbereitung auf einen Wissenstest sollten Sie aufmerksam die Medien verfolgen, um über aktuelle Entwicklungen in Politik und Gesellschaft auf dem Laufenden zu sein. Auch die Fragen in „Wer wird Millionär?“ sind eine gute Vorbereitung auf den Wissenstest.
  • Intelligenz- und Logiktest

    Hierfür können Sie nichts auswendig lernen, nur üben, üben, üben. Es geht um logisches Denken. Bewerber müssen unter Zeitdruck und Stress Knobelaufgaben und Brainteaser lösen. Oft sind das Wort- und Zahlenreihen, die vervollständigt werden müssen, Schätzfragen oder Rätsel, bei denen der Lösungsweg wichtiger ist, als die richtige Antwort.


    TIPP: Um sich an die Belastungssituationen zu gewöhnen, hilft nur üben. Testen Sie sich immer wieder selbst mit Logik-Aufgaben und Brainteasern. Vor allem unter Zeitdruck.

    HIER finden Sie zahlreiche Beispiele zum Üben (mit Lösungen).
  • Persönlichkeitstest

    Hierbei müssen Bewerber mit Fragen zur Selbsteinschätzung rechnen: „Was sind Ihre Werte und Interessen?“ „Was Ihre größten Stärken und Schwächen?“ „Wie lösen Sie Konflikte?“ Sowas. Personaler wollen sich so ein Bild von Ihrem Charakter, der Arbeitsweise und den Verhaltensweisen machen. Die Kernfrage dahinter: Passen Sie in das Unternehmen und dessen Kultur?


    TIPP: Setzen Sie sich im Vorfeld schonungslos ehrlich mit Ihren Vorlieben, Erfolgen, Niederlagen, Denkweisen und Ihrer Mentalität auseinander. Es handelt sich dabei buchstäblich um einen „Einstellungstest“. Selbstreflexion ist der Schlüssel zum Erfolg. Wer sich und seine Fähigkeiten genau kennt und authentisch bleibt, überzeugt.
  • Sporttest

    Insbesondere Bewerber bei der Bundeswehr, Feuerwehr oder der Polizei müssen körperlich fit sein. Deswegen enthält der Einstellungstest für diese Ausbildung meist eine Sportprüfung. Dazu gehören zum Beispiel bei der Polizei ein Koordinationstest (Zick-Zack-Parcours mit Überspringen, Unterkriechen, Umlaufen und Rolle vorwärts), ein 12-Minuten-Lauf und ein Pendellauf (4 Mal zehn Meter hin und herlaufen – in rund 11 Sekunden).


    TIPP: Zur optimalen Vorbereitung hilft nur regelmäßiges Training und entsprechende Fitness.

Einstellungstest Fragen: 30 Aufgaben zum Üben

Einstellungstests lassen sich – zum Teil – üben. Also machen wir das jetzt: Wir haben einen Übungstest entwickelt, den Sie gleich hier online absolvieren können. Er ist absolut frei und kostenlos.

Darin: Fragen aus allen typischen Bereichen – Politik, Gesellschaft, Mathe, Sprache, logisches Denken, Allgemeinbildung. Am Ende gibt es die Lösungen zum Test.

TIPP: Bei dem Test stehen Sie nicht unter Zeitdruck. Für eine realistischere Übung sollten Sie sich daher einen Timer stellen. Der Probe-Einstellungstest sollte in 20 Minuten zu schaffen sein.

Um den Test zu beantworten, können Sie einfach auf den folgenden Kasten klicken. Dann lässt er sich gleich hier im Browser online editieren. Anschließend löschen Sie entweder die falschen Antworten raus oder machen sich ein Zeichen an die richtige Antwort. Viel Spaß und Erfolg!


1. Wer wählt den Bundespräsidenten?
a) Der Bundeskanzler
b) Der Bundesrat
c) Der Bundestag
d) Die Bundesversammlung

2. Wie alt muss der Bundespräsident mindestens sein?
a) 18 Jahre alt
b) 30 Jahre alt
c) 40 Jahre alt
d) 50 Jahre alt

3. Vervollständigen Sie die Zahlenreihe: 1 – 5 – 3 – 12 – 10 – 30 – 28 – ?
a) 48
b) 56
c) 64
d) 72

4. Welche Wirtschaftsordnung hat die Bundesrepublik Deutschland?
a) Kapitalismus
b) Soziale Marktwirtschaft
c) Freie Marktwirtschaft
d) Planwirtschaft

5. Zu welchem Begriff passt die Definition: „Es misst die Produktion von Waren und Dienstleistungen im Inland nach Abzug aller Vorleistungen“?
a) Bruttoinlandsprodukt
b) Bruttonationalprodukt
c) Bruttosozialprodukt
d) Bruttowertschöpfungsprodukt

6. In welchem Jahrhundert wurde Johann Wolfgang von Goethe geboren?
a) 16. Jahrhundert
b) 17. Jahrhundert
c) 18. Jahrhundert
d) 19. Jahrhundert

7. Welches Wort passt nicht zu den anderen?
a) scharf
b) sauer
c) süß
d) salzig

8. Welche Stadt passt nicht zu den anderen?
a) München
b) Düsseldorf
c) Frankfurt
d) Schwerin

9. Wie viele Meter sind 25.000 Millimeter?
a) 2,5 Meter
b) 25 Meter
c) 250 Meter
d) 2.500 Meter

10. Wie viele Sekunden ergeben insgesamt 13,5 Minuten?
a) 630 Sekunden
b) 720 Sekunden
c) 810 Sekunden
d) 890 Sekunden

11. Was bedeutet „Inflation“?
a) Verringerung der Kaufkraft des Geldes
b) Stabilisierung des Preisniveaus
c) Senkungen der Preise
d) Stärkung der Konjunktur

12. Wie viele Planeten hat unser Sonnensystem?
a) 6
b) 7
c) 8
d) 9

13. Nennen Sie mindestens vier Naturwissenschaften.

14. Wie viel Blut sind durchschnittlich im menschlichen Körper?
a) 3 bis Liter
b) 5 bis 6 Liter
c) 8 bis 10 Liter
d) 12 bis 14 Liter

15. Was ist das Gegenteil von „generös“?
a) langweilig
b) witzig
c) großzügig
d) geizig

16. Welche Rechtschreibung ist korrekt?
a) Akupunktur
b) Akkupunktur
c) Ackupunktur
d) Akupuncktur

17. Beim Kauf eines Fernsehers zahlen Sie für die Mehrwertsteuer (19 Prozent) insgesamt 95 Euro. Wie teuer war der Fernseher?
a) 400 Euro
b) 450 Euro
c) 500 Euro
d) 550 Euro

18. Wie viele Bit sind ein Byte?
a) 4
b) 8
c) 16
d) 32

19. Wie heißt der größte See Deutschlands?
a) Bodensee
b) Chiemsee
c) Ammersee
d) Starnberger See

20. Welches Bundesland ist das größte?
a) Niedersachsen
b) Nordrhein-Westfalen
c) Bayern
d) Berlin

21. Welches Bundesland hat die meisten Einwohner?
a) Niedersachsen
b) Nordrhein-Westfalen
c) Bayern
d) Berlin

22. Wie hoch ist der Mindestlohn in Deutschland? (Stand: Juli 2020)
a) 8,64 Euro
b) 9,00 Euro
c) 9,35 Euro
d) 10,45 Euro

23. Womit beschäftigt sich das Kyoto-Protokoll?
a) Armut
b) Klimaschutz
c) Hunger
d) Krieg

24. Wer war der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland?
a) Konrad Adenauer
b) Ludwig Erhard
c) Theodor Heuss
d) Willy Brandt

25. Wenn in elf Tagen Dienstag ist, welcher Tag war dann gestern?
a) Montag
b) Dienstag
c) Mittwoch
d) Donnerstag

26. Bruchrechnung: Was ergibt 1/4 + 2/3?
a) 1/2
b) 3/4
c) 9/10
d) 11/12

27. Welches Stück beginnt mit den Worten „Wer reitet so spät durch Nacht und Wind“?
a) Schillers „Die Glocke“
b) Goethes „Der Erlkönig“
c) Storms „Der Schimmelreiter“
d) Brechts „Die Dreigroschenoper“

28. Das Bundespräsident ist das deutsche Staatsoberhaupt. Aber wer kommt in der Rangfolge an zweiter Stelle?
a) Der Bundestagspräsident
b) Der Bundeskanzler
c) Der Bundesratspräsident
d) Der Präsident des Bundesverfassungsgerichts

29. Auf 375 Kilometer hat ein Auto 26,25 Liter Benzin verbraucht. Wie groß ist der Verbrauch auf 100 Kilometer?
a) 5 Liter
b) 6 Liter
c) 7 Liter
d) 8 Liter

30. Ein Mann steht vor einem Foto und sagt: „Ich habe keinen Bruder und keine Schwester, aber der Vater dieses Mannes ist der Sohn meines Vaters“. Wer ist auf dem Bild zu sehen?



Einstellungstest Lösung
Konnten Sie alles beantworten? Die Lösung zu den 30 Testfragen finden Sie im verlinkten PDF:

Lösungen zum Test

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Psychotest Übersicht: 40 kostenlose Selbstanalysen

Zusätzlich haben wir für Sie Links zu externen Einstellungstests recherchiert. Darin finden Sie weiterführende Fragen, Aufgaben, Tipps:


Wie lange dauert ein Einstellungstest?

Das ist unterschiedlich. Einstellungstests können 20 Minuten dauern. Manchmal auch 3 Stunden. Je nachdem, ob sie als eigenständiger Test ablaufen oder in ein Interview eingebettet sind.

Der Test für Verwaltungsfachangestellte dauert zum Beispiel stolze 7 Stunden. Bei der Bundeswehr dauert er hingegen „nur“ zwischen 2,5 und 3,5 Stunden.

Wie schwer ist ein Einstellungstest?

Das hängt von der eigenen körperlichen und geistigen Fitness und den Testfragen selbst ab. Einige Aufgaben lassen sich gut vorbereiten und üben, die Fitness kann man trainieren. Logikrätsel folgen meist einem typischen Aufbau. Wer das Prinzip dahinter versteht, kann sie leichter knacken.

Bei Tests zur Persönlichkeit oder Brainteasern („Wie viele Klavierstimmer leben in Chicago?“ „Wie schwer ist New York?“ „Warum sind Kanaldeckel rund und nicht eckig?“) gibt es hingegen kein „Richtig“ oder „Falsch“. Die Lösung interessiert auch niemanden. Vielmehr, wie Sie darauf reagieren, wie Sie vorgehen und das Problem bewältigen.

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Einstellungstest Tipps: Wie kann man sich vorbereiten?

Vorbereitung schadet nie. Auch wenn Sie nicht alles üben oder auswendiglernen können. Ob Sie nun einen Einstellungstest oder ein Assessment Center absolvieren – mit den folgenden Tipps machen Sie mindestens einen guten Eindruck:

  1. Training

    Wird der Einstellungstest im Vorfeld angekündigt, sollten Sie ein paar Tests (siehe Liste oben) trainieren. Das gibt Ihnen mehr Sicherheit und Routine. Selbst wenn später andere Aufgaben kommen, haben Sie Prinzipien und Lösungswege verinnerlicht. Das spart Zeit. Deshalb: Wenn Sie üben – immer mit Zeitbegrenzung.

  2. Auftreten

    Denken Sie nicht nur an die Mathe- oder Logik-Aufgaben. Personaler achten bei den Übungen auch auf Umgangsformen, Verhalten im Team und wie Sie sich selbst präsentieren. Ihre Kleidung, Ihr Auftreten, Ihre Sprache, der Blickkontakt, die Körpersprache – all das zählt mit. Üben Sie auch das. Vor dem Spiegel oder vor Freunden.

  3. Zeit

    Vermeidbare Flüchtigkeitsfehler sorgen immer für Punktabzug. Ebenso mangelhafte Sorgfalt. Noch schlimmer aber ist, die Zeitvorgaben nicht einzuhalten. Deadlines sind auch im Job verbindlich. Beweisen Sie lieber gute Selbstorganisation, indem Sie die Aufgaben priorisieren und Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden. Solange Sie das später begründen können, also bewusst entschieden haben, ist das kein Beinbruch.

  4. Souveränität

    Prüfungssituationen mag niemand. Im Einstellungstest gilt aber noch mehr als sonst: Lassen Sie sich nicht aus der Ruhe bringen. Wenn Sie auf Anhieb eine Antwort wissen, machen Sie bei der nächsten weiter. Manche Tests sind in der vorgegebenen Zeit ganz bewusst nicht zu schaffen. Hier will man zudem wissen, wie Sie unter Druck reagieren. Bleiben Sie daher immer freundlich-professionell oder bitten Sie um Bedenkzeit. Besser als panisch oder aggressiv zu werden.

  5. Ruhe

    Gehen Sie mit der richtigen Einstellung in den Test. Auch wenn es sich um den absoluten Traumjob handelt: Bleiben Sie locker. Es gibt auch noch andere Jobs. Wer sich selbst zu sehr unter Druck setzt, riskiert nur einen Blackout. Wie Sie im Einstellungstest mehr Gelassenheit gewinnen, zeigen die folgenden Tipps:

    • Senken Sie Ihre Erwartungen
      Indem Sie Ihre eigene Erwartungshaltung senken, nehmen Sie viel Druck aus der Prüfungssituation. Der Test muss gar nicht perfekt sein. Der Arbeitgeber ist an Ihnen interessiert, sonst hätte man Sie nicht eingeladen. Ein gutes Signal. Wenn Sie Ihr Bestes geben, reicht das.
    • Wackeln Sie mit den Zehen
      Der Trick funktioniert immer: Wackeln Sie mit den Zehen! Kein Scherz. Um sie bewusst zu bewegen, muss das Gehirn etwas von der durch Stress geblockten Energie abzweigen. Effekt: Sofort tritt Ruhe in der Oberstube ein, sie entspannen. Zweiter Vorteil: In Ihren Schuhen sieht das niemand.
    • Behalten Sie Alternativen im Blick
      Machen Sie sich klar: Selbst wenn Sie beim Einstellungstest durchfallen, ist das nicht das Ende der Welt. Es gibt weiterhin Alternativen, andere Arbeitgeber, bessere Jobs. In der Rückschau verlieren die meisten Niederlagen ihre Relevanz.

Wie viel muss man bei einem Einstellungstest richtig haben?

Als Faustregel können Sie sich merken: Wer in mehr als 70 Prozent der Fragen besteht, besteht auch den Einstellungstest. Ist der Andrang auf die Stellen hoch, kann die Latte auch höher liegen.

Dann müssen sie vor allem besser sein als die anderen Kandidaten und die Konkurrenz. Ist der Einstellungstest vorgelagert, werden anschließend nur noch die besten drei bis zehn Bewerber zum Vorstellungsgespräch eingeladen.

Was passiert wenn man den Einstellungstest nicht besteht?

Dann sind Sie in der Regel raus. Eine Absage ist die Folge. Ja, das tut erstmal weh, ist aber kein Weltuntergang.

Machen Sie sich bewusst: Ihre schriftliche Bewerbung war immerhin so gut, dass Sie zum Einstellungstest (oder gar Bewerbungsgespräch) eingeladen wurden. Und sie hatten Gelegenheit einen solchen Test unter Realbedingungen zu üben.

Die nächste Chance kommt bestimmt. Bewerben Sie sich daher unbedingt weiter. Sie können nur besser werden.

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Welche Einstellungstest-Arten gibt es?

Trotz großer Bandbreite und vielfältiger Bezeichnungen gibt es einige Kategorien, Bereiche und Arten von Aufgaben, die sich in fast jedem Einstellungstest wiederfinden:

  1. Zahlen

    Mathe ist nicht gerade eine Lieblingsdisziplin. Im Einstellungstest wird diese Fähigkeit aber fast immer geprüft. In vielen Branchen ist es wichtig, mathematisches Verständnis mitzubringen und gut mit Zahlen umgehen zu können. Bevor der Angstschweiß ausbricht: Sie brauchen keine Formeln auswendig lernen. Was Sie aber können sollten: Kopfrechnen, Prozentrechnen, Dreisatz sowie Rechnungen, bei denen Sie das Ergebnis schätzen sollen.

  2. Logik

    Fang-, Stressfragen und Brainteaser sind häufig nur durch logisches Denken zu lösen. Dabei müssen Sie aus den Textaufgaben zum Teil auch Informationen herausfiltern, die nur verwirren sollen. Gemein – aber auch im Berufsleben eine Kernkompetenz. Entscheidend ist, dass Sie nicht zufällig, sondern strukturiert und zielgerichtet vorgehen.

  3. Sprache

    Deutschkenntnisse und Verständnis für Wortpaare sind hierbei Standard. Wird im späteren Job eine Fremdsprache vorausgesetzt, wird auch diese im Einstellungstest geprüft. „Let’s talk English!“ heißt es dann zum Beispiel mittendrin. Neben Vokabeln kommt es dann auf die korrekte Grammatik an. Sie sollten verschiedene Zeiten erkennen oder Verben konjugieren, vielleicht sogar in der Fremdsprache verhandeln können.

  4. Konzentration

    Fokussiertes Arbeiten ist für den Erfolg unerlässlich. Deshalb wird die Konzentrationsfähigkeit in Einstellungstests geprüft. Oft geht es bei den Aufgaben darum, wie viel Sie sich in kurzer Zeit merken können. Oder Sie schauen sich Videos an und werden zu Details daraus befragt. Ein weiterer Klassiker sind Bilder von verschiedenen Formen oder unterschiedlichen Flächen, die Sie sich einprägen und Fragen dazu beantworten müssen.

  5. Allgemeinbildung

    Die Allgemeinbildung steht nicht im direkten Zusammenhang zur Tätigkeit im Beruf. Trotzdem gehört sie zu vielen Einstellungstests. Der Grund: Personaler wollen wissen, wie vielseitig interessiert und gebildet der Bewerber ist. Das hängt oft damit zusammen, dass die Kandidaten später Kundenkontakt haben oder mit Geschäftspartnern sprechen – und dabei nicht dumm wirken sollten.

Ist Eignungstest und Einstellungstest dasselbe?

In der Regel: ja. Beide Begriffe – Eignungstest und Einstellungstest – werden oft synonym verwendet.

Einzige Differenzierung:

  • Während es bei einem Einstellungstest häufiger um grundsätzliche Fragen (Mathe, Logik, Sprache) und Allgemeinbildung geht,
  • stehen beim Eignungstest mehr die Fragen zum erlernenden Beruf und dazugehörige Qualifikationen im Vordergrund.


Wird man immer zum Einstellungstest eingeladen?

Nein. Die erste Hürde im Bewerbungsverfahren ist die schriftliche Bewerbung – klassisch auf Papier oder online.

Wer diese Hürde nimmt, wird entweder zu einem Einstellungstest eingeladen oder direkt zum Vorstellungsgespräch (mit oder ohne Einstellungstest). Das schaffen in der Regel rund zehn Prozent aller Bewerber.

Wenn Sie zum Einstellungstest eingeladen werden, ist das allerdings schon eine Art Kompliment und Zusage unter Vorbehalt: Ihre Bewerbungsmappe und Unterlagen haben überzeugt. Die Qualifikationen im Lebenslauf passen grundsätzlich. Jetzt möchte man Sie besser kennenlernen, testen und hinter die Fassade blicken. Das ist legitim. Schließlich wollen und sollen Sie beide später noch Jahre möglichst gut zusammenarbeiten.

Rechte von Bewerbern beim Einstellungstest

Leider kommt es vor, dass Persönlichkeitstests gegen die Würde des Bewerbers verstoßen. Personaler stellen zum Beispiel unzulässige Fragen nach der sexuellen Orientierung, fragen nach der Familienplanung oder mutmaßen über das Selbstwertgefühl des Kandidaten. Erlaubt ist das nicht. Ebenso wenig wie die Frage an Bewerberinnen, ob sie schwanger seien.

Um Einstellungstests einen rechtlichen Rahmen zu geben und die Qualität zu gewährleisten, entstand vor Jahren die DIN 33430 – „Richtlinien zu den Anforderungen an Verfahren und deren Einsatz bei berufsbezogenen Eignungsbeurteilungen“.

Diese wurde von Psychologen für Prüfungen entwickelt. Es gibt zwar keine Garantie, dass Ihr Einstellungstest diese Kriterien erfüllt. Unternehmen sind nicht verpflichtet, sich beim Einstellungsverfahren an die DIN 33430 zu halten.

Aber Sie sollten zumindest Ihre Rechte als Bewerber kennen.

Grundsätzlich gilt:

Werden persönliche Fragen gestellt, die in keinerlei erkennbarem Zusammenhang zur späteren Tätigkeit stehen, dürfen Sie zur Notlüge greifen.

Konkret: Auf die Frage nach einer bestehenden oder geplanten Schwangerschaft antworten Sie mit „Nein“. Wird nach Ihrer Religion, politischen Gesinnung oder sonstwas, dass das Antidiskriminierungsgesetz (AGG) berührt, gefragt, antworten Sie nicht oder ausweichend.

Heikel ist Lügen nur, wenn Ihnen die Frage im Einstellungstest nicht gefällt, diese aber zulässig ist.

Kommt später heraus, dass zum Beispiel der Lebenslauf frisiert wurde, kann das zur fristlosen Kündigung führen. Auch nach Jahren im Job.

Generell haben Sie bei psychologischen Persönlichkeitstests das Recht, sich über das Testverfahren und die zu ermittelnden Daten zu informieren. Ohne Ihr Einverständnis zu diesem Test passiert nichts. Überdies muss er von ausgebildeten Psychologen durchgeführt werden.

Und Sie haben – selbst bei einem erfolglosen Versuch – stets das Recht auf Herausgabe der Ergebnisse.


[Bildnachweis: Karrierebibel.de]
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25. September 2020 Jochen Mai Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Der Autor mehrerer Bücher doziert an der TH Köln und ist gefragter Keynote-Speaker, Coach und Berater.


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