Potenzialanalyse: Wie Bewerber ihre Stärken erkennen

Mit einer Potenzialanalyse können Schüler und Arbeitssuchende ihre Potenziale erkennen. Spätestens nach der Schule muss sich jeder die Frage stellen: Was kann ich eigentlich wirklich gut? Immerhin stehen wichtige Entscheidungen an, die das weitere Leben bestimmen. Genauso wichtig ist die daran anschließende Frage: Wie nutze ich das, was ich kann, für meinen Beruf? Die eigenen Erfahrungen, Kompetenzen und Stärken einschätzen zu können, ist für Bewerber essentiell. Sie entscheiden darüber, wer am Ende einen Arbeitsvertrag in den Händen hält. Was Potenzialanalysen leisten und wie Bewerber sie für sich nutzen können…

Potenzialanalyse: Wie Bewerber ihre Stärken erkennen

Definition: Was ist eine Potenzialanalyse?

Potenzialanalyse Definition Test Kostenlos Beispiel SchuleDer Begriff Potenzialanalyse ist eine Zusammensetzung und leitet sich von Lateinisch potentia für Stärke, Macht oder Analyse ab. Es handelt sich dabei um eine strukturierte Untersuchung, anhand derer die Ausprägung verschiedener Eigenschaften festgestellt wird.

In erster Linie bekannt ist die Potenzialanalyse als ein Instrument der Personalwirtschaft, das in der Personalauswahl eingesetzt wird, um die bestmöglichen Kandidaten für eine bestimmte Stelle zu finden und somit den Unternehmenserfolg zu fördern.

Mittlerweile werden Potenzialanalysen äußerst vielfältig verwendet und ermöglichen so den Einsatz von Personal im passenden Bereich oder aber aus Bewerbersicht die passgenaue Bewerbung.

Eine Potenzialanalyse, ob nun durch professionelle Anbieter und Coaches oder durch entsprechende Lektüre zuhause, kann neue Einblicke liefern und Richtungswechsel sichtbar machen. Bestimmte Ansätze werden vorgeschlagen oder bekräftigt und es wird der Person Mut gemacht, eine Entscheidung weiterzuverfolgen.

Potenzialanalyse in der Schule: Warum sollte ich das machen?

Potenzialanalyse Personal Potenzialanalyse Schule Potenzialanalyse UnternehmenViele Bewerber kennen ihre Stärken nicht, sind sich unsicher, ob sie diese richtig einschätzen oder wissen schlichtweg nicht, in welchen Bereichen diese Stärken am besten eingesetzt werden können. Schüler sind da keine Ausnahme.

Die eigenen Stärken und Schwächen kann fast keiner ohne vorherige Beschäftigung mit dem Thema identifizieren, erst recht keine Achtklässler. So ist es wenig verwunderlich, wenn Kinder sich an ihren unmittelbaren Vorbildern orientieren und Berufe nennen, die ihnen aus nächster Umgebung vertraut oder durch anderweitige Vorbilder positiv besetzt sind.

Das bedeutet allerdings noch längst nicht, dass diese Berufe den tatsächlichen Fähigkeiten und Neigungen der Kinder entsprechen. Diese herauszufinden, ist ebenfalls Ziel einer Potenzialanalyse. Sie ist daher mittlerweile ein Mittel zur Berufsorientierung und Studienorientierung.

Das Land Nordrhein-Westfalen führte die Potenzialanalyse vor wenigen Jahren im Rahmen der Initiative „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (KAoA) ein. Sie ermöglicht Schülern ab der 8. Klasse, anhand einer Analyse ihrer individuellen Fähigkeiten gezielte Praktika in Betrieben anzubieten. So gibt es im Anschluss daran genügend passende Anschlussmöglichkeiten für die spätere Berufsausbildung.

Der Vorteil der Potenzialanalyse liegt darin, dass sie nicht von vornherein festgelegt auf eine Schiene zu Ergebnissen kommt, die den einen Job ausspucken. Vielmehr startet sie mit einem schriftlichen Interessen- und Neigungstest und geht dann in praktische Aufgabenstellungen über, die mit Hilfe der Abenteuer- und Erlebnispädagogik entwickelt wurden.

Das mag aus Schülerperspektive irritierend sein, wenn eine eindeutige Antwort erwartet wird. Die Potenzialanalyse hilft den Schülern eher spielerisch die eigenen Interessen zu erkunden und so die Selbstreflexion anzukurbeln.

In Einzelgesprächen werden anschließend die Auswertungsbögen besprochen. So werden Jugendlichen befähigt, zukünftig besser berufliche Entscheidungen treffen zu können.

Potenzialanalyse als Tool für Unternehmen

Arbeitgeber wollen sichergehen, dass neue Mitarbeiter alle nötigen Qualifikationen, Fähigkeiten, Eigenschaften und Einstellungen mitbringen, die für eine erfolgreiche Arbeit erwartet werden. In Unternehmen kann eine Potenzialanalyse unterschiedlich eingesetzt werden:

  • Zur Selektion

    Bei verschiedenen Kandidaten, etwa bei der Bewerberauswahl, bei der Besetzung von Führungspositionen oder Beförderungen. Hier kann mithilfe der Potenzialanalyse die geeignete Person aus der Masse an Bewerbungen herausgefiltert werden. Ebenso kann die Potenzialanalyse ein Tool sein, bei internen Kandidaten zu prüfen, ob sie die notwendigen Voraussetzungen erfüllen.

    Das Ziel dabei ist klar: Je besser ein Aspirant grundsätzlich für eine Position geeignet ist, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass langfristige Ziele erreicht werden. Fehlbesetzungen sind immer ein Kosten- und Zeitfaktor und können so vermieden werden.

  • Zur Mitarbeiterförderung

    Hier geht es darum, bei einem bestehenden Mitarbeiterstamm oder Teams zu schauen, welche Eigenschaften und persönlichen Merkmale die Angestellten mitbringen. Aus den so erstellten Mitarbeiterprofilen lässt sich ablesen, für welche Tätigkeitsfelder jemand besonders geeignet ist und mit welchen Kollegen er oder sie sich beispielsweise gut ergänzt. So können Kompetenzen gezielt genutzt werden, statt dass sie unerkannt brachliegen.

    Gleichzeitig ist die Potenzialanalyse ein Instrument der Mitarbeiterbindung: Wer dort eingesetzt wird, wo er sich auskennt und gute Arbeit leisten kann, ist motiviert und engagiert. Demotivation der Mitarbeiter kann sich in Zeiten des Fachkräftemangels kaum ein Unternehmen leisten.

Die Potenzialanalyse findet dabei mit ausgebildeten Beobachtern, umfangreichen Fragebögen und je nach Arbeitgeber unter Anwendung unterschiedlicher Kriterien und Schwerpunkte statt und am Ende steht – im besten Fall – ein aussagekräftiges Profil inklusive Stärken und Entwicklungsmöglichkeiten.

Diese Personenkreise profitieren davon

Potenzialanalyse Schule UnternehmenDie meisten Menschen sind nicht wirklich gut darin, sich gleichermaßen ehrlich und selbstkritisch zu analysieren. Nicht ohne Grund folgt auf die Frage Was sind Ihre größten Stärken? meist erst einmal Schweigen oder eine Antwort, die der Gefragte selbst kaum zu glauben scheint.

Viele Schüler, Bewerber und auch Arbeitnehmer dem Thema fast schon ablehnend gegenüber: Potenzialanalyse? Brauch ich nicht…

Die Gründe dafür sind vielfältig: Manche halten es schlichtweg für unnötig oder zweifeln die Ergebnisse an, andere glauben selbst zu wissen, was sie können und was dementsprechend das Beste für sie ist und wieder andere haben Angst vor den Resultaten und den damit verbundenen Veränderungen. So bleibt aber eine Menge Potenzial ungenutzt.

Eine Potenzialanalyse können Sie für sich einsetzen, um Ihren eigenen Stärken und Schwächen besser auf die Spur zu kommen. Interessant ist das beispielsweise für diese Arbeitnehmer:



Berufsanfänger

Nicht wenige Studenten studieren nach Neigung. Das ist grundsätzlich in Ordnung, erschwert aber gerade Absolventen geisteswissenschaftlicher Fächer die Frage danach, wie es nach dem Studium weitergeht. Meist sind diese Fachrichtungen nicht berufsqualifizierend. Eine Potenzialanalyse hilft Berufsanfängern, die Eignung für bestimmte Branchen und Berufe zu entdecken. Darüber hinaus ist sie eine gute Möglichkeit, die eigenen Stärken für eine Bewerbung deutlicher herausarbeiten und im Vorstellungsgespräch überzeugend präsentieren zu können.

Umschüler

Ganz gleich, ob es gesundheitliche Probleme sind, die Sie zur beruflichen Neuorientierung veranlassen oder sich im Laufe der Jahre Ihre Interessen verschoben haben: Wenn Sie wissen wollen, ob Ihr alter Job Ihnen noch Möglichkeiten passend zu Ihren Interessen bietet oder ob Sie besser eine neue Tätigkeit aufnehmen sollten, können Sie die Potenzialanalyse dafür nutzen. Hier lässt sich feststellen, ob Sie das Zeug zur Führungskraft haben und wie teamorientiert Sie sind.

Rückkehrer

Arbeitnehmer, die beispielsweise bedingt durch Krankheit oder Elternzeit längere Zeit nicht gearbeitet haben und nun in den Arbeitsalltag zurückkehren, können mit der Potenzialanalyse herausfinden, ob der alte Arbeitsplatz auch wirklich der neue für sie sein sollte. Es gibt Gründe, warum Sie diese Auszeit genommen haben. Vielleicht haben sich einige Umstände nun geändert, die damals Auslöser dafür waren. Genauso gut kann sich das Aufgabenfeld Ihrer alten Stelle verändert haben. Sie müssen für sich entscheiden, inwieweit die Stelle Ihren jetzigen Kriterien entspricht.

Förderschüler

Im Rahmen der nordrhein-westfälischen Initiative „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (KAoA) (siehe Kasten) werden außerdem Jugendliche mit (Schwer-)Behinderung und/oder Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung gezielt gefördert. Das Projekt „STAR“ – kurz für: Schule trifft Arbeitswelt – sorgt dafür, dass Jugendliche, die zuvor fast schon automatisch in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen gelandet wären, andere Perspektiven entwickeln können. KAoA-STAR ist als modularisiertes System mit verschiedenen Bausteinen aufgebaut, so unter anderem Potenzialanalysen, Berufsfelderkundungen, Praktika, dem Training arbeitsrelevanter sozialer Kompetenzen oder der abschließenden Übergangsbegleitung von der Schule in den Betrieb.


Vorbereitung für eine Potenzialanalyse

Sie planen eine Bewerbung und wollen vorab Ihre Fähigkeiten und Potenziale testen? So gehen Sie in drei Schritten vor:

  • Testen Sie sich online

    Es gibt zahlreiche kostenlose Tests, die Sie online machen können und die einen guten ersten Eindruck Ihrer Kompetenzen bieten. Nachfolgend haben wir einige sinnvolle Tests für Sie zusammengestellt, die sich teils in anderen Artikeln zum Thema, teils direkt auf den Seiten der Universität Zürich sowie bei der Gesellschaft für psychologische Eignungsdiagnostik und Unternehmensberatung (Gepedu) befinden.

  • Beobachten Sie sich im Alltag

    Ein Online-Test kann nur ein Einstieg sein. Die zweite Phase der Potenzialanalyse besteht aus Beobachtung: Wie gehen andere Menschen mit Ihnen um, wie verhalten sich Kollegen, Vorgesetzte und Kunden? Welche Kritik und welches Lob wird Ihnen vermittelt? Notieren Sie sich Bemerkungen und Aussagen, die Sie bei der Selbstreflexion und der Analyse Ihrer Fähigkeiten unterstützen oder weiterbringen können.

  • Holen Sie sich Feedback

    Im nächsten Schritt sollten Sie dann aktiv das Gespräch mit Freunden, Familie und Mentoren suchen und um Feedback bitten. Vergleichen Sie Ihre bisherigen Erkenntnisse – und die bisher getätigten Aussagen der Kollegen und Freunde – mit dem neuen Feedback und nutzen Sie die Unterschiede als Anhaltspunkt für weitere Analysen und Erkenntnisse.

    Tipp: Wählen Sie Ihre Feedbackgeber mit Bedacht. Sie sollten sich unbedingt auf deren Verschwiegenheit verlassen können. Sonst könnte Ihr Chef von Ihren möglichen Wechselabsichten erfahren oder diese zumindest annehmen – auch wenn Sie vielleicht gar nicht wechseln wollen.

    Wichtig auch, dass diese Menschen zwar ehrlich ihre Eindrücke schildern, dennoch Ihnen grundsätzlich wohlgesinnt sind. Bei eher missgünstigen Menschen kann es sonst passieren, dass Sie eine „Retourkutsche“ für etwas bekommen, das nichts mit einer Potenzialanalyse und Ihren Fähigkeiten zu tun hat.

Entscheidende Kompetenzen für Bewerber

Den Aufwand, den Unternehmen bei der Potenzialanalyse ihrer Mitarbeiter betreiben, können und müssen Sie zum Glück auch nicht nachmachen, um vom Nutzen profitieren zu können. Ob Sie in eine professionelle Potenzialanalyse investieren möchten, bleibt Ihnen selbst überlassen.

Für manche kann dies durchaus sinnvoll sein, doch auch kostenlos und in Eigenregie lässt sich bereits eine Menge über die eigenen Stärken, Eigenschaften und Kompetenzen herausfinden.

Und das ist gar nicht so kompliziert, wie Sie vielleicht glauben: Im Grunde werden bei der Potenzialanalyse primär fünf Kompetenzbereiche genauer beleuchtet:

Als Bewerber empfiehlt es sich, den Fokus vor allem auf die ersten drei Kompetenzen zu legen. Sie benötigen allerdings Reflexionskompetenz, wenn Sie eine Potenzialanalyse auf sich selbst anwenden wollen. Diese wird also gleich einem Praxistest unterzogen.

Veränderungskompetenz ist für Ihre Selbstanalyse hingegen erst zu einem späteren Zeitpunkt von Bedeutung, wenn es darum geht, die Ergebnisse der Analyse tatsächlich in die Praxis umzusetzen, wobei Rahmenbedingungen möglicherweise angepasst oder Schritte eingeleitet werden, um Ihre persönlichen Wünsche und Ziele in die Tat umzusetzen.

Wie funktionieren solche Analysen?

Potenzialanalyse Personal Schule UnternehmenEs gibt nicht die eine Potenzialanalyse, weshalb auch der Ablauf völlig unterschiedlich ist. Abhängig ist das sowohl von der Zielgruppe als auch vom Ziel: Will ein Unternehmen einen geeigneten Mitarbeiter wählen, kann die Potenzialanalyse im Rahmen eines Eignungstests oder eines Assessment Centers erfolgen.

Natürlich wird des Weiteren unterschieden, ob ein neuer Auszubildender oder eine Führungskraft eingestellt werden soll. In jedem Fall sind diese Analysen auf die Bedürfnisse des jeweiligen Unternehmens ausgelegt und testen anhand bestimmter Aufgaben, wie wahrscheinlich sich ein Kandidat in der Praxis bewährt.

Wer für sich hingegen eigene Potenziale herausfinden möchte, stößt auf deutlich allgemeinere Tests, da sie unmöglich individuelle Erfordernisse von potenziellen Arbeitgebern abdecken können. Die genannten Kompetenzen lassen sich nur schwer direkt testen, benötigen teils ausgiebige und gezielte Beobachtung oder zeigen sich erst in der Praxis. Deshalb beinhalten einige Potenzialanalysen praktische Abschnitte, Aufgaben und Übungen.

Allerdings gibt es einige beispielhafte und typische Abläufe, die in den meisten Potenzialanalysen sehr ähnlich sind. Typische Beispielfragen, die auftauchen können:

  • Analyse der Ist-Situation

    Was haben Sie bisher gemacht und was machen Sie jetzt? Was wollen Sie ändern? Womit sind Sie glücklich? Womit sind Sie unzufrieden? Was wollen Sie erreichen?

  • Analyse Ihrer Persönlichkeit

    Was ist Ihnen wichtig? Welche Eigenschaften zeichnen Sie aus? Worauf achten Sie bei sich und anderen besonders? Welche Soft Skills sind besonders stark ausgeprägt?

  • Analyse der Jobmöglichkeiten

    Welche Qualifikationen bringen Sie mit? Was sind Ihre Stärken? Welche Arbeitsweise liegt Ihnen am meisten? Sind Sie ein Teamplayer oder Einzelkämpfer?

  • Analyse der Ergebnisse

    Welche Erkenntnisse haben Sie gewonnen? Wie lassen sich diese umsetzen? Welche Branchen und Arbeitgeber passen zu Ihnen? Besteht möglicherweise Fortbildungsbedarf?

Auswertung und Interpretation von Analysen

Durch eine Potenzialanalyse und Feedbackgespräche mit Ihrem Umfeld erhalten Sie umfangreiche Einsichten und wertvolle Informationen über sich und Ihre Stärken. Klar ist aber auch: Dies geht nicht in kurzer Zeit, sondern stellt einen Prozess dar, der mehrere Wochen dauern kann.

Wie können Sie nun mit diesen Informationen umgehen und sie so auswerten, dass Sie die Ergebnisse für sich nutzen können? Rufen Sie sich die drei Kompetenzbereiche ins Gedächtnis, die für Ihre Analyse entscheidend sind:

Methoden-, Sozial- und Fachkompetenz. Alle gesammelten Informationen werden dann mit Blick auf diese drei Schwerpunkte geprüft.

Die folgenden vier Tipps helfen Ihnen dabei, die Ergebnisse Ihrer Potenzialanalyse zu nutzen:

  1. Informationen kategorisieren

    Am Anfang haben sehen Sie sich einer wahren Informationsflut gegenüber, die aus unterschiedlichen Quellen stammt und geordnet werden will. Sammeln Sie all diese Daten und ordnen Sie die gewonnen Erkenntnisse den unterschiedlichen Kompetenzbereichen zu. Konkret: Was haben Sie beispielsweise über Ihrer Fachkompetenz erfahren? Fehlt eine wichtige Qualifikation oder können Sie mit dem nötigen Know-how punkten?

  2. Selbstbild überprüfen

    In einem zweiten Schritt sollten Sie all die (neuen) Erkenntnisse mit Ihren bisherigen Annahmen und Ihrer Selbstwahrnehmung vergleichen. Hier kann sich zeigen, ob Ihr Selbstbild wirklich der Wahrheit entspricht. Dies ist für Bewerbungen ein wichtiger Punkt, da Sie Ihre Stärken und Potenziale nur dann glaubhaft vermitteln können, wenn Ihre Selbstwahrnehmung stimmt.

  3. Situation einschätzen

    Mit dem Wissen, wo Ihre Stärken, aber auch Wünsche liegen, können Sie Ihre Situation besser einschätzen. Wo können Sie sich bewerben, wie sehen Ihre Chancen in der aktuellen Situation aus? Betrachten Sie auch Ihre noch ungenutzten Potenziale und das Feedback von außen, um herauszufinden, wo Sie stehen und was alles möglich ist.

  4. Ziele erstellen

    Alle Erkenntnisse können Sie zusammenführen, um ein Bild Ihres Wunschjobs zu erhalten. Dies hilft nicht nur bei der Orientierung und Auswahl möglicher Arbeitgeber oder Ausbildungstellen, sondern gibt Ihnen auch die Chance, Ihre Bewerbungen gezielt zu optimieren und Ihre Stärken und Potenziale einzusetzen, um Personaler von sich zu überzeugen.

Potenzialanalyse Test: Vergeuden Sie Ihr Potenzial?

Potenzialanalyse Test kostenlosAbhängig davon, was bei einer Potenzialanalyse getestet werden soll, kann sie sehr unterschiedlich ausfallen. Bei manchen stehen Intelligenz und Fachwissen im Vordergrund, andere dienen der Erfassung von Neigungen, Motivation und Persönlichkeitsmerkmalen des Mitarbeiters.

Dementsprechend kann eine Potenzialanalyse wie ein Kompetenz-, Persönlichkeits-, Berufsorientierungs- oder Intelligenztest ausfallen. Und ob Sie ungenütztes Potenzial haben, entscheidet sich nicht daran, welchen Schulabschluss Sie haben oder welche Ausbildung.

Es zeigt sich oft unbewusst im Berufsalltag: Jemand kann schlicht überqualifiziert sein für seinen Job. Vielleicht aufgrund der Funktion, die er übernimmt. Oder weil es das falsche Unternehmen ist. Oftmals sind es nur einige Fragen, die den Anstoß zum Nachdenken über die eigene Situation beflügeln können.

Wie Sie erkennen, ob Sie Ihr Potenzial vergeuden und ob Sie es besser woanders einsetzen sollten, können Sie mit dem folgenden kurzen Selbsttest leicht überprüfen. Schauen Sie, ob Sie sich darin wiederfinden – eine Empfehlung folgt am Ende.



Langeweile

Hier ist nicht die Routine gemeint, die sich bei dem einen oder anderen Ablauf einschleicht. Sie müssen auch gar nicht untätig dafür sein – vielleicht besorgen Sie sich häufiger Arbeit, erledigen Sie jedoch genauso zügig und freudlos? Wenn der komplette Arbeitsalltag nur bewältigt werden kann, indem Sie sich massiv mit Kaffee aufputschen und irgendwie beschäftigen, um nicht einzuschlafen, dann stimmt etwas nicht.

Unterforderung

Ihnen fliegt alles zu. Natürlich möchte jeder von Zeit zu Zeit glänzen mit etwas, was ihm oder ihr besonders gut gelungen ist. Wenn der Arbeitsalltag allerdings so gar keine Herausforderungen bietet, kann das auch ein Indiz dafür sein, dass Sie Ihr Potenzial an anderer Stelle besser einsetzen könnten. Möglicherweise ein Job mit komplexeren Aufgaben und mehr Verantwortung.

Dogmen

Besonders nachteilig wirkt sich eine starre und von Dogmen geprägte Umgebung aus. Mangelnde Flexibilität in den Köpfen hemmt die Kreativität. Letztlich kann ein Unternehmen nur verlieren, wenn seine Mitarbeiter nach der Maxime „Das haben wir schon immer so gemacht“ vorgehen. Auch Ihre persönliche und berufliche Entwicklung leiden darunter. Wenn Ihr Umfeld auf Ihre Ideen ablehnend und verhalten reagiert, dann ist es Zeit zu gehen. Nutzen Sie lieber den Exzellenz-Effekt und orientieren Sie sich an Personen, die Sie weiterbringen.

Zurückhaltung

Sie haben bereits angefangen, sich selbst immer mehr zurückzuziehen. Auch in Meetings sagen Sie kaum noch etwas, um nicht unangenehm als derjenige aufzufallen, der ständig im Mittelpunkt stehen muss. Keiner sollte sich für seine Ideen oder Vorschläge schämen müssen. Bringen Sie sich lieber in einem Job ein, in dem Ihr Fachwissen und Ihre Ideen wertgeschätzt werden.

Einfallslosigkeit

Für gewöhnlich sollte ein Vorgesetzter ein Vorbild und Ideengeber sein. Es ist schwer, eigene Ideen zu entwickeln und mit Begeisterung der Arbeit nachzugehen, wenn so gar keine Inspiration vom Vorgesetzten ausgeht. Keine Ziele für die Zukunft, keine Vorschläge für Verbesserungen auf der Arbeit – das ist ein Signal für Sie, dass es eher weniger Entwicklungspotenzial dort gibt.

Barrieren

Fortbildung ist auf Ihrer Arbeitsstelle ein Fremdwort? Das sind denkbar schlechte Voraussetzungen für die Zukunft. Normalerweise hat ein Unternehmen auch Interesse daran, neue Führungskräfteentwicklung. Dafür müssen natürlich die Mitarbeiter entsprechend gefördert werden, müssen Gelegenheiten vorhanden sein, sich zu beweisen.

Korrekturen

Jeder macht mal Fehler, auch Chefs. Wenn Sie sich dabei erwischen, wie Sie ständig die Fehler anderer ausbügeln, selbst die Ihres Chefs, dann hilft alles Leugnen nicht mehr: Sie sind wirklich zu intelligent für diese Tätigkeit. Dort vergeuden Sie nur Ihr Potenzial und bleiben hinter Ihren Möglichkeiten zurück – Sie brauchen neue Herausforderungen.


Auflösung

Treffen diese Punkte bei Ihnen zu? Ein einzelner Aspekt von Zeit zu Zeit – etwa, dass ein Vorschlag Ihrerseits nicht sofort umgesetzt oder gar abgelehnt wird – ist nicht weiter verdächtig. Wenn Sie jedoch seit geraumer Zeit bereits den Eindruck haben, dass keine Ihrer Ideen Gehör findet, dass man Sie eher zurückdrängt („Schuster bleib bei deinen Leisten“), sollten Sie sich fragen, ob Sie in diesem Job noch richtig sind.

Manchmal passt jemand einfach auf persönlicher Ebene nicht mehr zu den Kollegen, weil er sich verändert hat. Andere Menschen bleiben aus Bequemlichkeit oder Angst stehen. In anderen Fällen ruft die Weiterentwicklung eines Kollegen Neid hervor.

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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]
19. Dezember 2019 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.


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