Veränderungsprozess: So wird er zum Erfolg

Veränderungen sind unausweichlich, um positive Entwicklungen zu erzielen. Sowohl beruflich als auch privat müssen Sie immer wieder etwas verändern und anpassen, damit es zukünftig in die richtige Richtung geht. Dabei bleibt es eine große Herausforderung, den Veränderungsprozess erfolgreich zu gestalten. Oft bleibt es bei einer Idee und dem anfangs guten Willen, weil der Veränderungsprozess frühzeitig abgebrochen wird. Statt angestrebter Neuerung folgt die Rückkehr in alte Verhaltensmuster. Aber warum? Hier erklären wir Ihnen, welche Schwierigkeiten eine begonnene Veränderung scheitern lassen und worauf es für einen erfolgreichen Veränderungsprozess ankommt…

Veränderungsprozess: So wird er zum Erfolg

Warum gerät der Veränderungsprozess so oft ins Stocken?

Gerade zu Jahresbeginn lässt sich besonders häufig beobachten, wie ein Veränderungsprozess schief geht. Es werden zahlreiche Vorsätze gemacht, die meist noch in der ersten Woche gebrochen werden. Mehr Sport, gesünder ernähren, endlich die eigene Idee umsetzen, die schon lange im Kopf herumschwirrt, eine neue Wohnung suchen, die private Situation verändern… Nur ein Bruchteil der begonnenen Veränderungen wird am Ende umgesetzt.

Der Wille, den Veränderungsprozess durchzuziehen, ist dabei durchaus vorhanden. Gerade zu Beginn werden alle Hebel in Bewegung gesetzt, bevor das schnelle Ende kommt und die Veränderung im Keim erstickt. Das große Problem dabei: Es ist zu verlockend und zu einfach, doch alles beim Alten zu belassen.

Betrachtet werden muss dabei der kurzfristige und langfristige Nutzen. Ein Veränderungsprozess zielt fast ausschließlich auf den langfristigen Effekt ab. Heute haben Sie noch gar nichts davon, wenn Sie eine Stunde joggen gehen oder in der Jobbörse nach einer besseren Position suchen. Wenn Sie es sich hingegen mit ein paar Knabbereien und einem Film auf der Couch gemütlich machen, ist der kurzfristige Nutzen sehr hoch.

Leider entscheiden sich die meisten Menschen für eben diesen kurzfristigen Effekt, weil Geduld und Disziplin fehlen. Kaum jemand schafft es, Veränderungen durchzuhalten und dabei auf die Vorzüge verzichten, die sofort zu haben sind.

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Dabei lohnt sich das Durchhalten. Schaffen Sie es, die anfänglichen Hürden und Stolpersteine zu überwinden, kommen Sie in den Genuss der langfristigen Nutzen – und diese sind noch viel positiver und stärker.

Veränderungsprozess: Diese Phasen entscheiden über den Erfolg

Veränderungen können große Wirkungen mitbringen, das muss allerdings nicht bedeuten, dass der damit verbundene Veränderungsprozess kompliziert oder übermäßig aufwendig sein muss. Im Grunde braucht es für einen erfolgreichen Veränderungsprozess nur zwei Phasen, die jedoch vollständig und vor allem richtig durchlaufen werden müssen:

1. Phase: Absicht, Einstellung und Motivation

Jeder Veränderungsprozess beginnt mit einem Wunsch. Dieser muss dabei von Ihnen selbst kommen, wenn der Prozess tatsächlich von Erfolg gekrönt sein soll. Wird der Wunsch von außen heran getragen, ist das Scheitern in der Regel nur eine Frage der Zeit. Zu beobachten ist dies in den unterschiedlichsten Bereichen, besonders anschaulich jedoch bei Rauchern, die der Sucht abschwören wollen.

Kommt der Impuls von innen, stehen die Chancen deutlich größer, dass es tatsächlich die letzte Zigarette war. Sind es hingegen Familienmitglieder oder Freunde, die den Veränderungsprozess anstoßen und einen Raucher dazu drängen, den Glimmstängel wegzulassen, schaffen es nur wenige, das Laster abzulegen. Es ist dieser innere Antrieb, der genügend Motivation freisetzt, um eine Veränderung durchzuziehen, selbst wenn es schwierig und teils unangenehm wird.

Zusätzlich braucht es in dieser ersten Phase des Veränderungsprozesses die richtige Einstellung. Diese besteht aus zwei Aspekten: Zum einen müssen Sie davon überzeugt sein, dass der Nutzen den Aufwand wert ist. Hierfür sollten Sie sich die positiven Effekte vor Augen führen und ein klares Bild von den Vorzügen der Veränderung haben. Als zweites müssen Sie daran glauben, dass Sie den Veränderungsprozess wirklich durchhalten können. Sie müssen selbstbewusst sein und den festen glauben haben, den Veränderungsprozess schaffen zu können.

2. Phase: Planung, Zielsetzung und Umsetzung

Großer Wille und die richtige Einstellung sind die Voraussetzungen, in der zweiten Phase geht es nun darum, den Veränderungsprozess anzustoßen und voranzutreiben. Dafür braucht es zunächst einen möglichst genauen Plan, der das weitere Vorgehen erleichtert. Welche Schritte sind für die Veränderung nötig? Was müssen Sie zu welchem Zeitpunkt tun? Wen können Sie bitten, Ihnen im Nacken zu sitzen, damit der Veränderungsprozess wirklich beginnt und verfolgt wird?

Je besser Sie planen – für alle Möglichkeiten und Eventualitäten – desto größer die Chance, dass der Veränderungsprozess erfolgreich verläuft. Denken Sie bei aller Motivation aber immer an eine realistische Zielsetzung. Wer von sich mehr verlangt, als möglich ist, kommt schnell an die eigenen Grenzen und gibt frustriert auf. Manchmal ist es besser, den Veränderungsprozess in kleinen Schritten, dafür aber bis zum Ende zu gehen. Sehen Sie den Prozess als einen Marathon, nicht als Sprint.

Zur Umsetzung gehört auch eine Reaktion und Strategie bei möglichen Rückschlägen. Sie erwischen sich dabei, wie Sie doch wieder abends auf der Couch Schokolade naschen oder die Jobsuche wird pausiert, obwohl Sie dringend eine berufliche Veränderung brauchen? Lassen Sie sich nicht gleich endgültig entmutigen und abbringen, wenn Sie einmal in alte Gewohnheiten und Verhaltensweisen zurückfallen. Analysieren Sie stattdessen die Situation, finden Sie heraus, was dazu geführt hat und ziehen Sie die richtigen Schlüsse, um den Veränderungsprozess weiterhin aufrechtzuerhalten.

Der Prozess von ungewollten Veränderungen

Die obigen Phasen gelten für Veränderungen, die Sie selbst anstreben und als wünschenswert betrachten – unabhängig davon, wie schwierig und langwierig die Umsetzung ist. Handelt es sich hingegen um einen ungewollten und unfreiwilligen Veränderungsprozess, verändern sich die typischen Phasen, die damit verbunden sind.

Stellen Sie sich beispielsweise vor, Sie werden gezwungen, sich beruflich neuzuorientieren, weil Sie Ihren Job verlieren. Oder Sie schaffen eine Prüfung im Studium nicht und werden exmatrikuliert. Der große Unterschied ist, dass Sie sich diesen Veränderungsprozess nicht selbst ausgesucht haben, sondern durch äußere Umstände dazu gezwungen werden.

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Als erste Reaktion lässt sich immer die Ablehnung beobachten. Sie wollen nicht wahrhaben, was gerade passiert und rutschen gleich in den Bereich des Widerstands. Sie versuchen alles, um sich vor dem Veränderungsprozess zu drücken, klammern sich an jedem Strohhalm und reagieren oftmals mit Wut, Ärger und Frust.

Den Tiefpunkt erreichen Sie dann in einer waschechten Krise. Sie sehen keine Chance, wie der Veränderungsprozess zu einem guten Ergebnis kommen soll, jede Option scheint noch schlimmer als die andere und Sie zweifeln an der Gesamtsituation. Die einzig gute Nachricht: Von jetzt an wird es nur noch besser.

Im nächsten Schritt beginnen Sie damit, die Möglichkeiten ernsthaft in Betracht zu ziehen und festzustellen, dass aus dem Veränderungsprozess doch mehr hervor gehen kann, als Sie anfangs geglaubt haben. Schließlich kommen Sie an den Punkt, an dem Sie die zu Beginn noch ungewollte und unliebsame Veränderung endlich akzeptieren können und vielleicht sogar glücklich darüber sind, weil diese Ihnen einen neuen Weg gezeigt hat.

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]
9. Januar 2019 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.


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