Wege zum Glück: So geht glücklich sein

Wir alle streben nach Glück. Doch das ist kein Zufall. Glücksgefühle oder ein erfülltes Leben entstehen nicht „auf gut Glück“. Auch nicht durch mehr Erfolg, mehr Geld und mehr Reichtum. Eher durch mehr Liebe und Freunde. Vor allem aber durch eine andere Geisteshaltung – aus Dankbarkeit und Zufriedenheit.

Sie wollen dem eigenen Glück auf die Spur kommen und glücklicher werden?

Dann sind Sie hier richtig: Wir zeigen Ihnen hier, was die Wissenschaft heute über das Glücklichsein weiß, und wie sich unser Glück steigern lässt…

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Wege zum Glück: So geht glücklich sein

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Was ist Glück?

Eines ist Glück schon mal nicht: ein Dauerzustand. Selbst wenn man meint, manche hätten das Glück gepachtet. Wer versucht, immer glücklich zu sein, wir garantiert unglücklich dabei.

Was ist Glück also wirklich? Gute Frage! Tatsächlich gibt es bis heute keine eindeutige Definition von Glück. Dafür ist das, was uns glücklich macht, zu subjektiv und zu individuell.

Der Begriff selbst stammt vom Mittelhochdeutschen „gelücke“ ab und bedeutet in etwa, dass etwas „leicht gelingt“ oder „gut ausgeht“.

Immerhin sind sich viele einig, dass Glück…

  • ein besonders günstiger Zufall oder
  • eine erfreuliche Fügung des Schicksals oder
  • das Zusammentreffen günstiger Umstände ist.

In dem Fall sprechen manche auch von „unverdientem“, unverschämtem Glück.

Und das ist ein spannender Widerspruch: Einerseits sind viele davon überzeugt, Glück sei purer Zufall. Zugleich denken viele, wir seien unseres „Glückes Schmied“. Was stimmt?

Die Wahrheit ist: Beide haben recht. Entsprechend unterscheidet die Glücksforschung heute vor allem zwei Glücksarten:

  • Zufallsglück

    Das Zufallsglück lässt sich durch keine Faktoren beeinflussen. Es ist – wie der Name schon sagt – Zufall pur und kommt plötzlich und unerwartet. Da ist nichts zu machen. Ein klassischer Fall von „Glück gehabt“.

  • Lebensglück

    Als Lebensglück hingegen wird jener Zustand der Glückseligkeit definiert, wenn wir (gerade) sorgenfrei und gesund sind, gute Beziehungen besitzen und uns irgendwo so richtig zuhause und wohl fühlen. Die größten Glücksfaktoren für das Lebensglück sind Gesundheit, Familie, Beruf, Finanzen und Freizeit.

An der letzten Definition lässt sich ablesen: Zu einem großen Teil ist Glück kein erratischer Wink des Lebens, wenn wir in der kosmischen Glücksspirale mal eben den Hauptgewinn ziehen. Es ist eben auch das: kein Glücksfall, sondern das Ergebnis unseres Handelns, eine Entscheidung, eine Attitüde.

Der Soziologe Ruut Veenhoven von der Erasmus-Universität Rotterdam widmet sich seit vielen Jahren der Erforschung des Glücks und gilt als Koryphäe auf dem Gebiet. Er erstellte mit der „World Database of Happiness“ die größte Datenbank zum Thema. In ihr werden sämtliche Forschungsergebnisse und Publikationen zum Glück festgehalten. Veenhoven beschreibt Glück inzwischen so:


Glück ist das Maß oder der Grad, in dem ein Mensch mit der Qualität seines eigenen Lebens insgesamt zufrieden ist. Also das Maß, in dem man das eigene Leben mag.



Demnach kommt es darauf an, wie wir selbst die Dinge beurteilen. Selbst Schicksalsschläge und schwere Unfälle mit dramatischen körperlichen Folgen (Amputation, Querschnittslähmung, …) müssen Menschen nicht unglücklich machen. Nicht wenige erleben das sprichwörtliche Glück im Unglück.

Damit sind für das Glück zwei Komponenten entscheidend: Unsere Bewertung der Lage und die daraus resultierende Zufriedenheit. Beides ist Einstellungssache.

Oder anders formuliert: Unser Glückempfinden ist eine Entscheidung.

Ob wir glücklich sind oder nicht – darüber entscheiden weniger die Umstände, sondern viel mehr wir und wie wir auf diese Umstände reagieren: Welche Bedeutung wir ihnen geben. Wie wir sie erleben und uns darauf einstellen, uns anpassen.


Glück hängt nicht davon ab, wer du bist oder was du hast; es hängt nur davon ab, was du denkst. (Dale Carnegie)



Wer glaubt, sein eigenes Glück in der Hand zu haben, ist in der Regel glücklicher. Solche Menschen schaffen einen Ausgleich zwischen dem, was sie haben und dem, was sie wollen.

Die Glückskurve: Glück verändert sich im Alter

Das persönliche Glücksempfinden ist stark abhängig vom Alter. Das konnten die Ökonomen David G. Blanchflower und Andrew Oswald bei einer globalen Megaumfrage unter rund einer halben Million Menschen in 72 Staaten belegen. Danach folgt Glück einer U-Kurve – mit 20 sind Menschen am zufriedensten, Mitte 40 (in Deutschland im Schnitt bei 42,9 Jahren) verdüstert sich die Stimmung, um dann wieder langsam in alte jugendliche Höhen zu steigen.

Glueckskurve U Form Gluecklich Alter Zufriedenheit

Wer gesundheitlich keine gravierenden Probleme hat, könnte sich also mit 70 wieder auf das Glücksniveau eines 20-Jährigen freuen, so die Wissenschaftler (siehe Artikel zur Glückskurve).


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Psychologie: Das sagt die Glücksforschung

Glück kommt selten allein: Im Gepäck gibt es meist Gesundheit, Zufridenheit und stabile Beziehungen dazu. So jedenfalls der Tenor der aktuellen Glücksforschung. Einst ein Kernthema der Philosophie. Heute ist das Gebiet vor allem in der Medizin, Soziologie, mehr aber noch in der (Positiven) Psychologie zuhause.

Kernfragen sind dabei:

  • Wie entstehen positive Emotionen?
  • Was passiert im Gehirn, wenn wir glücklich sind?
  • Was macht uns glücklich(er)?
  • Wie beeinflusst das unser Leben und unsere Persönlichkeit?

Ein wesentliches Ergebnis der Psychologie und Glücksforschung:

Nicht der Erfolg macht uns glücklicher – andersrum: Wer sich für das Glücklichsein entscheidet, wird erfolgreicher.

Laut Forschungen entscheidet der IQ nur zu 25 Prozent über unseren beruflichen Erfolg. Deutlich einflussreicher (75 Prozen) sind Optimismus, Beziehungen und die Fähigkeit, Stress nicht als Belastung zu empfinden.

Sobald sich das Gehirn in einem positiven Zustand befindet, arbeitet es 31 Prozent produktiver. Es entsteht eine Aufwärtsspirale aus Energie, Kreativität und Leistungsfähigkeit.

Der renommierte Glückforscher an der der Harvard Universität, Shawn Achor, gilt als einer der weltweit führenden Experten auf dem Gebiet „Glück und Erfolg“. Er ist überzeugt: Die meisten Menschen begehen den Denkfehler, ihr Glück an Bedingungen zu knüpfen.

Beispiele:

„Wenn ich erst einmal reich und finanziell unabhängig bin, dann werde ich glücklich sein.“

„Wenn ich im Job endlich mehr Gehalt bekomme und befördert werde, werde ich das Glück finden.“

Wer so denkt, steht seinem Glück im Weg, sagt Achor. Die äußeren Umstände seien allenfalls zu zehn Prozent für das langfristige Lebensglück entscheidend. Wesentlich ausschlaggebender sei die Wirkung von innen heraus – ob wir uns auf das Positive oder Negative in unserem Leben fokussieren.

Und das ist eine enorm mutmachende Perspektive: Es ist unerheblich, wie beliebt, bekannt, perfekt oder privilegiert ein Mensch ist. Lebensglück finden wir auch ohne das, ja sogar ohne Erfolg. Entscheidend ist allein unsere Haltung dazu.

Weitere wichtige und spannende Erkenntnisse der Glücksforschung haben wir hier zusammengetragen:

Glückliche Menschen reden mehr
Wissenschaftler um Matthias R. Mehl von der Universität von Arizona Fanden heraus: Glückliche Menschen führen doppelt so viele tiefgründige Gespräche wie unglückliche. Sie verbringen auch 25 Prozent weniger Zeit alleine.

Glück ist ansteckend
Emotionen stecken an. Als Nicholas Christakis von der Yale Universität und James Fowler von der Universität von Kalifornien dazu Statusmeldungen auf Facebook analysierten, zeigte sich: Jede positive Statusnachricht zog durchschnittliche zwei positive Statusnachrichten im Freundeskreis nach sich.

Erinnerungen machen glücklich
Das Gedächtnis speichert Erlebnisse, die uns prägen. Der US-Hirnforscher Antonio Damasio stellte fest: Was mit starken, positiven Emotionen verbunden ist, gelangt automatisch in unser Langzeitgedächtnis. Die Erinnerung daran löst wiederum die damit verbundenen Emotionen aus.

Stärken trainieren macht glücklich
Wer seine Charakterstärken trainiert, steigert sein Wohlbefinden. Das ist das Ergebnis Studie um Willibald Ruch, René Proyer und Claudia Buschor von der Universität Zürich. Wer dabei Neugier, Dankbarkeit, Optimismus, Humor und Enthusiasmus trainiert hatte, zeigte einen bedeutsamen Anstieg der Lebenszufriedenheit.

Anerkennung macht glücklich
Das jedenfalls sagt der Psychologe Cameron Anderson von der Universität von Kalifornien in Berkeley. Bei seinen Forschungen offenbarte sich eine starke Korrelation zwischen dem Ausmaß an Anerkennung und dem subjektivem Wohlbefinden. Allerdings ist dieses Glücksempfinden fragil.

Jemandem Glück zu wünschen, steigert dessen Leistung
Lysann Damisch und ihre Kollegen von der Universität zu Köln ermittelten: Anderen Glück zu wünschen, spornt diese zusätzlich an. Kosmische Kräfte spielen dabei zwar keine Rolle. Sehr wohl aber die Gewissheit, dass man seine Aufgabe nicht gänzlich allein bewältigen muss, sondern dass da noch jemand ist, der mit einem und für einen ist.

Die 5 Phasen des Glücklichseins

Wer Glück als einen endgültigen Zustand definiert, den es zu erreichen gilt, macht einen Fehler. „Glücklichsein“ oder „Glücklichwerden“ ist vielmehr ein Prozess, den wir durchlaufen. Allerdings zu unterschiedlichen Zeiten, in unterschiedlichen Geschwindigkeiten und stets mit einem anderen, individuellen Ergebnis.

Damit wollen wir Sie nicht entmutigen. Um glücklich werden zu können, müssen wir aber verstehen, dass das Gefühl vergänglich ist. Vielmehr gibt es unterschiedliche Phasen des Glücks. Und das bedeutet: Wer unglücklich oder weniger glücklich ist, befindet sich vielleicht gerade nur in einer anderen Phase und nähert sich dem Glück später wieder an.

1. Die Suche

Am Anfang steht die Suche. So wie bei „Herr Rossi sucht das Glück“. Klassisch ist diese Phase bei Teenagern und jungen Erwachsenen, die auf der Suche nach dem eigenen Weg sind. Letztlich wollen wir alle herausfinden, was uns glücklich macht. Wir brauchen Ziele – und eine genaue Vorstellung von den eigenen Bedürfnissen.

Diese Phase wird meist als anstrengend empfunden und von viel Unsicherheit begleitet. Wir eiern ein bisschen herum, fühlen uns orientierungslos, manchmal ohnmächtig. Bis am Ende und im besten Fall ein klares Ziel steht.

2. Das Streben

Das Streben nach Glück ist der Versuch, unsere (erkannten und selbstgesteckten) Ziele zu erreichen. Bei den einen ist es beruflicher Erfolg, bei anderen Reichtum und finanzielle Freiheit, bei wieder anderen die große Liebe.

Das alles benötigt Zeit. Und es kann mit Rückschlägen verbunden sein. Trotzdem geben diese Ziele – große wie kleine – unserem Handeln eine Bedeutung. Wir wissen, warum wir streben, wozu und wohin. Allein das macht schon glücklich(er).

3. Das Gleichgewicht

In der dritten Phase des Glücklichseins verändert sich der Fokus. Es geht nicht mehr darum, mehr zu erreichen, sondern ein dauerhaftes Gleichgewicht zu schaffen. Man könnte auch sagen: In dieser Phase versuchen wir, unser (bisher) erreichtes und erarbeitetes Glück zu erhalten.

Viele versuchen dann, sich abzusichern und schmieden Vorsorge-Pläne, die das Gleichgewicht konservieren sollen.

4. Die Bedeutung

Wer das Gleichgewicht gefunden hat, sucht nach dem Sinn. Der nächste Schritt ist also, eine Bedeutung in dem zu finden, was wir tun: „Hilft unser Beruf den Menschen wirklich? Macht das, was wir tun, die Welt zu einem besseren Ort?“ Solche Fragen sind typisch für diese Glücksphase.

Je mehr Bedeutung wir in unseren Handlungen und Entscheidungen sehen, desto größer wird das empfundene Glück.

5. Die Freude

Die letzte Phase ist zugleich die höchste Stufe des Glücks: Die wichtigsten Ziele sind identifiziert und erreicht. Das Gleichgewicht ist hergestellt und abgesichert. Und wir erkennen in allem einen (wertvollen) Sinn. Was bleibt, ist Freude pur. Wir können uns zurücklehnen und das Glück genießen.

Die schlechte Nachricht kennen Sie schon: Diese Phase ist leider kein Dauerzustand. Irgendwann beginnt der Kreislauf von vorn. Wir werden unzufrieden, suchen uns neue Herausforderungen und Ziele, die uns erneut glücklich machen sollen…

Setzen Sie sich also bitte nie unter Druck, wenn Sie gerade nicht so glücklich sind. Ein erfülltes Leben, verbunden mit dauerhaftem, wunschlosem Glück gibt es nicht. Es ist noch nicht einmal erstrebenswert. Erst durch die Gegensätze und den Kontrast erleben und intensivieren wir die Glücksmomente.


Es ist schwer, das Glück in uns zu suchen. Aber es ist ganz unmöglich, es anderswo zu finden. (Nicolas Chamfort)


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Glücklicher werden: 10 + 7 Tipps für mehr Lebensglück

Eines können wir an der Stelle schon verraten: Ein allgemeines Glücksrezept oder eine einfache Glücksformel gibt es nicht. Weil Glück und Glücksempfinden so individuell verschieden sind, gibt es auch nicht nur den EINEN Weg zum Glück, sondern viele.

Aber das ist auch eine gute Nachricht: Glück ist kein Glücksspiel. Niemand muss weiter griesgrämig durchs Leben gehen. Wir können unser Glück steigern und ihm auf die Sprünge helfen.

Deshalb an dieser Stelle 10 bewährte Tipps und Strategien, für mehr Glückseligkeit:


10 Wege zu mehr Glück

1. Höre auf, dich zu vergleichen.
2. Blicke nicht nur auf das, was fehlt.
3. Sei dankbar.
4. Sei barmherzig – vor allem zu dir selbst.
5. Nimm dir regelmäßig Zeit für dich.
6. Schätze Erfahrungen höher als Dinge.
7. Bleibe neugierig.
8. Höre nie auf, an dir zu arbeiten.
9. Lächle öfter.
10. Liebe mehr.


7 Weitere Tipps, um sofort glücklicher zu werden



Singen

Dass Musik die Laune hebt, wissen Sie. Das gilt umso mehr, für das (Mit-)Singen. Gut, es ist vielleicht nicht immer schön und mancher könnte sich davon gestört fühlen. Aber sicher finden Sie eine Gelegenheit, ungestört und unstörend trällern zu können. Zum Beispiel im Auto auf dem Weg zur Arbeit. Unter der Dusche. Oder bei der Hausarbeit.

Laut Studien beschert uns lautes Singen unmittelbar Glücksgefühle. Überdies senkt es den Stress beugt Depressionen vor. Sogar noch mehr, wenn wir mit anderen zusammen singen.

Meditieren

Viele tausend Gedanken schwirren uns täglich durch den Kopf. Manche inspirieren, andere belasten oder ermahnen uns. Entscheidend ist, dass wir ab und an für Ordnung und Klarheit im Kopf sorgen. Ein Weg dazu ist Meditation.

Wer regelmäßig meditiert, tut nicht nur seinem Gehirn etwas Gutes. Es macht uns sofort glücklich, kann Angst und Schmerzen dämpfen und steigert Bewusstsein und Empathie. Dabei handelt es sich aber um Langzeiteffekte, die erst nach ein paar Monaten und regelmäßigen Meditieren auftreten.

Spazieren

Regelmäßiges Spazieren hilft, fit zu bleiben. Zusätzlich macht es glücklich und schlau. Forscher des National Institute of Mental Health konnten mittels 1900 Probanden und über einen Zeitraum von acht Jahren beobachten, dass die Depressionsrate derjenigen, die sich in dieser Zeit kaum bewegten, am Ende doppelt so hoch war wie die der regelmäßigen Spaziergänger.

Gleichzeitig konnten mehrere Versuche, unter anderem an der Yale-Universität, zeigen, dass bei regelmäßiger Bewegung Proteine wie VEGF, IGF1 oder BDNF ausgeschüttet werden. Diese fördern die Bildung neuer Blutgefäße im Gehirn (und damit dessen Sauerstoffversorgung) sowie das Wachstum frischer Nervenzellen im Hippocampus. Gehen wir dann auch noch bei Sonnenschein spazieren, sorgen die Sonnenstrahlen für einen regelrechten Sofort-Glücklich-Effekt.

Spontan sein

Pläne geben Sicherheit. Aber Spontaneität macht glücklich. Es sind die verrückten Einfälle und spontanen Aktionen, die sich langfristig in unser Gedächtnis einbrennen und an die wir uns noch Jahre später mit einem Leuchten in den Augen erinnern. Für einen kurzen Moment waren wir frei, mutig, selbstbestimmt. Kurz: glücklich bis in die Haarspitzen.

Fehler akzeptieren

Und zwar jeden Tag. Das Leben läuft nunmal nicht immer perfekt. Rückschläge und Niederlagen gehören dazu. In jeder Minute, die wir uns darüber ärgern, verlieren wir allerdings 60 Sekunden Lebensglück. Wer sich über jeden Fehler die Haare rauft und sein Glück von Perfektion abhängig macht, kann nicht glücklich werden.

Akzeptieren Sie Fehler lieber als das, was sie sind: kleine und große Lehrstücke, an denen wir wachsen können.

Lächeln

Unserem Gehirn ist es egal, ob wir aus Freude oder grundlos lächeln. Die daran beteiligten Muskeln signalisieren den grauen Zellen so oder so, dass gegrinst wird, woraufhin diese Glückshormone freisetzen. Diese wirken wiederum entzündungshemmend, schmerzstillend sowie Angst lösend und verbessern die Wahrnehmung. Bei einer Studie an der Universität Zürich kam zum Beispiel heraus, dass Lachen noch eine halbe Stunde nach dem Betrachten eines lustigen Films zu einer höheren Schmerztoleranz führt.

Für mehr Instant-Glück reicht es also schon aus, häufiger zu lächeln. Das verlängert sogar das Leben. Als Forscher der Wayne State Universität in Michigan das Lächeln auf Fotos von Baseballspielern untersuchten, zeigt sich bei einer Langzeitanalyse ein erstaunlicher Unterschied in der Lebenserwartung: Wer nicht lächelte, wurde durchschnittlich 72,9 Jahre alt, ein leichtes Lächeln zeigte, erhöhte den Schnitt auf 75 Jahre. Wer ein echtes und herzliches Lächeln zeigte, hatte eine Lebenserwartung von 79,9 Jahren.

Herausforderungen suchen

Wir Menschen neigen zur Bequemlichkeit. Viele verharren in ihrer Komfortzone. Doch diese Gemütlichkeit bezahlen wir mit negativen Stimmungen und Gefühlen. Der Mensch ist dazu gemacht, sich weiterzuentwickeln. Unser Geist dürstet nach neuen Erfahrungen, Erlebnissen, nach Abwechslung und neuen Reizen.

Andersrum wird ein Schuh daraus: Wer aktiv bleibt, bleibt glücklicher. Die Art der Tätigkeit ist dabei zweitrangig. Entscheidend ist, dass sie uns herausfordert, anstrengt, aktiviert. Geistig wie körperlich. Immer dann, wenn wir unsere bisherigen Grenzen überschreiten, wachsen wir nicht nur buchstäblich über uns hinaus. Wir erschaffen uns auch neue Erfolgserlebnisse. Und die wiederum sind die Vorboten des Glücks.


Kostenloser Download: 25 Dinge, die glücklich machen

Überdies haben wir einen zusätzlichen Katalog mit 25 kleinen Dingen im Leben, die glücklich machen, erstellt. Ebenso können Sie ein PDF-Ratgeber herunterladen, wie wir im Job glücklicher werden. Dazu gibt es noch die Ergebnisse einer Studie (Glücksatlas), was die Deutschen im Job aktuell glücklich macht:

25 kleine Dinge für mehr Glück
Glück im Job: Tipps im Alltag
Glücksatlas: Was macht uns happy?


Glückskiller: Was uns garantiert unglücklich macht

Natürlich gibt es auch die Kehrseite davon. Manchmal müssen wir gar nicht unbedingt MEHR machen, um Glück zu empfinden. Zuweilen sollten wir vielmehr jene Gewohnheiten und Denkweisen ablegen, die unglücklich machen. Dazu gehören zum Beispiel diese:

Wege ins Unglück



Anbiederei
Das Leben ist kein Beliebtheitswettbewerb. Wer dennoch daran teilnimmt, kann nur verlieren. Man kann es nie ALLEN recht machen. Behalten Sie lieber Rückgrat.

Kontrollsucht
Der Mensch plant – das Schicksal lacht. Alles jederzeit kontrollieren zu wollen, raubt nur Lebensqualität. Wer lernt, sich auf Veränderungen einzulassen, wird glücklicher.

Abhängigkeit
Auf der Suche nach Bestätigung werden wir zu Sklaven der anderen. Unser Selbstwert ist aber autonom. Und Glück ist etwas sehr Persönliches, das geht niemanden etwas an.

Bitterkeit
In jeder Minute, in der wir uns ärgern, verlieren wir 60 Sekunden Glück. Das führt nur in eine Art Tunnelblick. Nur ist es an dessen Ende immer dunkel. Groll schadet nur uns selbst, ohne etwas zu ändern.

Grübeln
Es gibt zwei Dinge, um die wir uns weniger Sorgen machen sollten: Dinge, die wir sowieso nicht kontrollieren können. Und: Dinge, die wir kontrollieren können. Statt „Was wäre wenn?“ sollten wir fragen: „Warum nicht?!“

Egozentrik
Man kann durch jeden Reifen springen, den uns ein anderer hinhält. Muss man aber nicht. Wer meint, die Welt drehe sich nur um ihn, lädt sich auch all den Frust der Welt auf den Buckel. Selbst schuld.

Festhalten
Es schadet nichts, wenn einem Unrecht geschieht. Man muss es nur vergessen können. Wer an der Vergangenheit klebt, verpasst die Gegenwart und Zukunft. Vergeben und vergessen zu können, beweist Größe und ist Balsam für Beziehungen.

Ebenso schädlich für unser Glück ist der ständige Vergleich mit anderen. Es wird immer Menschen geben, denen es (scheinbar oder objektiv) besser geht, die mehr besitzen oder erfolgreicher sind. Na und?!


Glücklichsein ist ein Maßanzug. Unglückliche Menschen sind jene, die den Maßanzug eines anderen tragen wollen. (Karl Böhm)



Glück ist nicht relativ oder ein Nullsummenspiel. Wenn es anderen besser, ergeht es ihnen dadurch nicht automatisch schlechter. Es sei denn, Sie lassen sich davon runterziehen. Häufiges Vergleichen ist ein sicherer Weg ins Unglück und zu permanenter Unzufriedenheit.

Glückstraining fürs Gehirn: Umdenken hilft

Zurück zum Glück: Es ist noch nicht lange her, als Forscher herausfanden, dass unser Gehirn wie ein Muskel funktioniert. Jedes Mal, wenn wir etwas tun, lernen wir – und verändern damit die neuronalen Verknüpfungen in unserem Gehirn.

Ebenso fanden die Wissenschaftler heraus, dass bestimmte Gehirnareale unsere Stimmung mehr beeinflussen als andere. Diese gezielt zu trainieren, kann also auch unser Glücksempfinden verändern, steigern (oder senken).

Konkret:

  • Menschen, mit stärkerer Aktivität des linken Stirnlappens haben tendenziell positive Gefühle.
  • Menschen, mit stärkerer Aktivität des rechten Stirnlappens tendieren dagegen zu negativen Gefühlen.

Zwar ist die jeweilige Dominanz zum Teil angeboren. Sie lässt sich aber verändern und trainieren. Vor allem durch angenehme Erfahrungen, die wir bewusst wahrnehmen sowie durch regelmäßige positive Erinnerungen. Je öfter wir das tun, desto mehr neuronale Verknüpfungen entstehen – und desto glücklicher werden wir.


Glück entsteht oft, durch Aufmerksamkeit in kleinen Dingen, Unglück oft durch Vernachlässigung kleiner Dinge. (Wilhelm Busch)



Schreiben Sie zum Beispiel ein Glückstagebuch. Dabei handelt es sich im Grunde um eine Variante des Erfolgstagebuchs – mit dem Unterschied, dass Sie darin täglich die Frage beantworten: Was hat mich heute glücklich gemacht?

Sinn und Zweck dieser Übung ist es, sich mithilfe dieses positiven Tagesrückblicks nicht nur bewusst zu machen, wie gut es Ihnen eigentlich geht, sondern auch die Sinne dafür zu schärfen und sich so an die positiven Erfahrungen besser erinnern zu können. Sie haben es ja jetzt schwarz auf weiß.

Falls Sie nicht gleich ein Glückstagebuch führen wollen, können Sie die Glücksmomente auch in Form einer sogenannten Juhu-Liste (Zum Herunterladen als PDF einfach auf das Bild klicken) führen. Allein Sie entscheiden, welche Form besser gefällt und hilft.

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Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Glück

Zum Schluss beantworten wir noch ein paar Fragen, die uns schon häufig von Lesern zum Thema Glück gestellt wurden. Schön, dass Sie das ebenfalls interessiert. Denn: Glück lässt sich zwar nicht erzwingen, aber es mag hartnäckige Menschen…

Warum gilt das 4-blättrige Kleeblatt als Glückssymbol?

Das vierblättrige Kleeblatt ist selten. Allein es zu finden, bedeutet schon Glück zu haben. Als Glückssymbol fungiert es aber erst seit einer christlichen Legende (für die es allerdings keinerlei Belege gibt).

Danach soll Eva bei der Vertreibung aus dem Paradies ein vierblättriges Kleeblatt mitgenommen haben, um sich an die glückliche Zeit im Paradies zu erinnern.

Auch der Marienkäfer verdankt einer solchen „urbanen Legende“ seinen Erfolg als Glückssymbol. In dem Fall war es angeblich die Jungfrau Maria, die das Insekt als Geschenk auf die Erde geschickt haben soll. Für die Bauern bedeutete der Marienkäfer großes Glück, weil er Läuse und anderes Ungeziefer frisst.

Was macht glücklich?

Freunde machen uns ungemein glücklich. Sie verhelfen uns nachweislich zu einem längeren und gesünderen Leben. Auch frisch Verliebte sind – wen wundert’s – besonders glücklich. Ihr Körper und Gehirn wird mit Glückshormonen (vor allem Oxytocin) geradezu überschwemmt.

Auch Berührungen machen uns glücklich. Sanftes, liebevolles Streicheln oder einfach nur umarmt und gehalten werden, senkt automatisch unseren Stresslevel und den Puls. Unser Körper reagiert auf Berührung, Zärtlichkeit und Hautkontakt unmittelbar: Ängste nehmen ab, wir kommen zur Ruhe, sogar das Immunsystem wird dadurch gestärkt.

Glueck Was Glueklich Macht Grafik

Vor allem aber unsere eigene Erwartungshaltung macht glücklich: Wer sich für einen Pechvogel hält, wird kaum schöne Momente erleben. Er oder sie leidet unter einem Tunnelblick. Anders die gefühlten Glückspilze: Ihre Einstellung zum Glück beschert ihnen zugleich mehr davon. In der Psychologie spricht man dabei auch von einer selbsterfüllenden Prophezeiung.

Unterschätzen Sie nie die Macht der Gedanken!

Macht Geld glücklich?

Jein. Kauf dich glücklich funktioniert nicht wirklich. Allenfalls solange bis die Grundbedürfnisse gedeckt sind.

„Geld macht nicht glücklich, aber es beruhigt ungemein“, heißt es im Volksmund. Von dem Publizisten Marcel Reich-Ranicki wiederum stammt das Bonmot: „Geld allein macht nicht glücklich, aber es ist besser, in einem Taxi zu weinen als in der Straßenbahn.“ Heute wissen wir auch aus der Wissenschaft: Reichtum allein macht zwar nicht glücklich. Zu wenig Geld zu haben, macht aber unglücklich.

So haben Wissenschaftler um Daniel Kahnemann und Angus Deaton herausgefunden: Bei einem Jahreseinkommen von 60.000 Euro erreicht unser Lebensglück ein Maximum. Danach erweitert mehr Geld vielleicht finanzielle Spielräume – glücklicher aber macht es nicht.

Ab einem Jahreseinkommen zwischen 80.000 und 100.000 Euro lässt sich kaum noch ein Zusammenhang zwischen mehr Geld und Zufriedenheit messen. Ökonomen sprechen hierbei auch von einem „abnehmenden Grenznutzen“.

Bringen Glücksbringer wirklich Glück?

Nein. Das ist purer Aberglaube. Ob der Zuruf „Glück auf“, Hufeisen, Sternschnuppen oder Kleeblatt: Glück folgt keinem Glückssymbol, keinem Wunschdenken.

Trotzdem denken viele genau das. Laut einer Allensbach-Umfrage glauben 42 Prozent der Deutschen daran, dass ein vierblättriges Kleeblatt Glück bringt. 40 Prozent hoffen bei Sternschnuppen oder einer Begegnung mit Schornsteinfegern (36 Prozent) auf günstigere Umstände. Ist aber alles Quatsch.

Der einzige reale Effekt von Glückbringern ist der Placebo-Effekt und die schon angesprochene selbsterfüllende Prophezeiung: Indem wir das Glück erwarten, bemerken wir mehr positive Erlebnisse und das Glück des Augenblicks.

Alles eine Sache des Kopfes. So wie bei Hans im Glück: Der tauscht einen Goldklumpen erst gegen Tiere und Feldsteine. Und als ihm die beiden schweren Steine in einen Brunnen fallen, ist er überglücklich, weil er die Steine nicht mehr schleppen muss. So geht Glück!

Wo leben die glücklichsten Menschen?

Laut Studien der oben schon erwähnten Glücksdatenbank sind von den Bewohnern von 155 Ländern aktuell die Dänen am glücklichsten. Danach folgen die Schweizer und Isländer.

Das „Streben nach Glück“ ist sogar in der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli 1776 verankert. Dort schrieben die Verfassungsväter, es gehöre zu den Rechten eines jeden Amerikaners, nach seinem Glück zu streben.

Bemerkenswert: Im Staat Buthan wurde „Glück“ gar zum Staatsziel ernannt. Der König Buthans sagte dazu einmal: „Das Bruttonationalglück ist wichtiger, als das Bruttoinlandprodukt.“

Wie glücklich sind die Deutschen?

Die Deutschen leben zuhause im Glück. Eine Studie zum „Tag des Glücks“ (siehe nächster Punkt) kam zu dem Ergebnis, dass jeder zweite Deutsche glücklich ist. Ganze 28 Prozent glauben sogar, dass sie in fünf Jahren glücklicher sind als heute.

Zu den größten Glücksmomenten der Deutschen zählten laut Umfrage die Geburt des eigenen Kindes (25 Prozent), das Kennenlernen des Partners (13 Prozent), eine Reise (6 Prozent) und ein besonderes Erlebnis mit Freunden (5 Prozent).

Als Glückspilze empfinden sich die Deutschen dennoch nicht: Gut die Hälfte (56 Prozent) glaubt nicht, bisher viel Glück im Leben gehabt zu haben. Rund 40 Prozent würden wichtige Lebensentscheidungen sogar anders treffen.

Wann ist der Tag des Glücks?

Der internationale Weltglückstag ist am 20. März. Das haben die Vereinten Nationen so festgelegt. Der Gedenktag soll uns daran erinnern, dass Glück über den materiellen Wohlstand hinausgeht.

Das Streben nach Glück sei eben kein banales Thema, sondern ein ernst zu nehmendes Bedürfnis. Der Tag des Glücks soll daher helfen, die Bedeutung von Glück und Wohlergehen als Ziel im Leben der Menschen zu manifestieren.

Wie kann man andere glücklich machen?

„Glück ist das Einzige was sich verdoppelt, wenn man es teilt.“ – Den Glück-Spruch kennen Sie. Und er ist wahr: Schon lange weiß die Wissenschaft, dass unsere Umfeld enormen Einfluss darauf hat, wie glücklich wir sind. Das gilt aber auch für die andere Richtung: Wir können selbst dazu beitragen, dass sich Menschen in unserer Umgebung besser fühlen. Wir werden zum Glücklichmacher – buchstäblich.

Mutter Theresa hat das einmal so ausgedrückt: „Lasse nie zu, dass du jemandem begegnest, der nicht nach der Begegnung mit dir glücklicher ist.“ Deshalb, daher und darum: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es… So einfach können Sie andere glücklich machen:

Komplimente machen
➠ Auch ohne konkreten Anlass: Ein Kompliment, das aufrichtig ist und von Herzen kommt, erfreut jeden. Es macht sofort glücklich. Hier mehr erfahren

Arbeit abnehmen
➠ Bieten Sie spontan Hilfe an. Sie müssen nicht alle Arbeit übernehmen. Allein die Geste zählt. Hilfe ohne Hintergedanken sorgt nachweislich für Glück. Hier mehr erfahren

Lächeln schenken
➠ Ein simples Lächeln kann andere mit guter Laune anstecken. Das funktioniert sogar virtuell: Durch Smileys und einen freundlichen Unterton. Hier mehr erfahren

Dankbarkeit zeigen
➠ Pflegen Sie nicht nur eine Haltung der inneren Dankbarkeit, sondern zeigen Sie diese auch nach außen – durch Worte und Taten. Ein simples „Dankeschön“ wirkt Wunder. Hier mehr erfahren

Freunde anrufen
➠ Greifen Sie mal nicht zu Messenger oder Mail, sondern zum Hörer: Rufen Sie einen Freund an, fragen Sie nach dem Wohlbefinden, hören Sie zu – kurz: Pflegen Sie Beziehungen. Hier mehr erfahren

Zuhörer sein
➠ Zuhören ist Ausdruck von Wertschätzung. Kein Mensch, der diese Aufmerksamkeit nicht genießt. „Der Zuhörer ist ein schweigender Schmeichler“, erkannte schon Immanuel Kant. Hier mehr erfahren

Kleinigkeit verschenken
➠ Kleine Aufmerksamkeiten erfreuen immer. Vor allem, wenn das Geschenk ohne Anlass und selbstgemacht wird. Darin steckt etwas, was für Geld nicht zu kaufen ist: Lebenszeit. Hier mehr erfahren


Glück ist ein Parfüm, das du nicht auf andere sprühen kannst, ohne selbst ein paar Tropfen abzubekommen. (Ralph Waldo Emerson)


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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]
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18. Juli 2020 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt mehr als 20 Jahre als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.


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