Kreativität: Die schöpferische Gabe zur Problemlösung

Kreativität verbinden wir häufig mit der bildenden oder darstellenden Kunst. Da wird etwas geschaffen, das viele Menschen in Staunen versetzt, weil sie selbst nicht über die Gabe verfügen, beispielsweise wirklichkeitsgetreu zu zeichnen oder auf der Bühne zu stehen und die Werke namhafter Meister aufzuführen. Wir bewundern Menschen, die scheinbar vor Kreativität nur so sprühen, ständig neue Gedanken haben und sie umsetzen. Dabei ist Kreativität nichts, was einfach so vom Himmel fällt, sie lässt sich fördern. Wie das geht…

Kreativität: Die schöpferische Gabe zur Problemlösung

Kreativität Definition: Viele Facetten einer besonderen Fähigkeit

Obwohl er in aller Munde ist: So alt ist der Begriff Kreativität noch gar nicht. Erst seit 1973 führt ihn der Duden auf. Von der Wortherkunft leitet sich der Begriff aus dem Lateinischen von creare = etwas neu schöpfen, erfinden, erzeugen, herstellen ab.

Unter Kreativität wird meist die Fähigkeit verstanden, phantasievoll zu denken und zu gestalten. Die vier Ps beschreiben die Bedingungen, unter denen Kreativität entsteht. Sie stehen im Englischen für

  • person (Person),
  • process (Prozess),
  • product (Produkt) und
  • press (Umwelt).

Das heißt, abhängig von der Phantasie und dem Ideenreichtum einer Person entsteht unter begünstigenden Rahmenbedingungen (Umwelt) in einem Prozess ein Produkt. Mit anderen Worten: Jemand, der neuen Dingen gegenüber eher skeptisch und unaufgeschlossen ist, wird sich schwer tun, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen.

Ebenso gibt es Rahmenbedingungen in Unternehmen, die Kreativität direkt im Keim ersticken, etwa Rigidität und Mikromanagement bei den Vorgesetzten.

Positiv wirken sich hingegen ein gutes Verhältnis zum Chef und ein hoher Teamgeist aus.

Ablauf des Kreativitätsprozesses

Kreativität fördern SynonymUntersucht man, wie Kreativität entsteht, so ist festzustellen, dass sich ein Kreativitätsprozess in mehrere Phasen einteilen lässt. Diese stellen sich im Grundgerüst folgendermaßen dar:

  1. Problemidentifikation: Die Lage wird analysiert, das Problem wird erkannt.
  2. Vorbereitungsphase: Es werden die notwendigen Informationen gesammelt, um ein Ziel definieren zu können.
  3. Generierungsphase: Diese Phase wird auch als Inkubationsphase bezeichnet, sie gilt als die eigentlich schöpferische. Es werden mögliche Lösungen entwickelt. Dafür existieren eine Reihe von Kreativitätstechniken. Wichtig dabei: Alle Ideen werden zunächst gleichberechtigt nebeneinander gesammelt.
  4. Beurteilungsphase: Schließlich werden die möglichen Lösungen auf ihre Tauglichkeit hin untersucht und gegebenenfalls angepasst. Diese Phase wird auch als Verifikationsphase bezeichnet.

Die einzelnen Phasen können unterschiedlich lang dauern und durch andere Phasen ergänzt werden, beispielsweise wenn Sie im Team zusammenarbeiten. Als Grafik sieht das dann so aus:

Kreativitaet Kreativprozess Phasenmodell Grafik

Kreativität fördern: 5 typische Mythen

Die Frage, wie sich Kreativität steigern lässt, wurde schon häufig gestellt und ebenso häufig beantwortet. Manchmal sogar befriedigend.

Auch von der Harvard-Professorin Teresa Amabile, die sich mit diesem Problem seit mehr als einem Vierteljahrhundert beschäftigt. Sie begann schon vor rund einer Dekade damit 12.000 Tagebucheinträge von 238 Menschen auszuwerten, die an kreativen Projekten in verschiedenen Industrien mitwirkten. Diese untersuchte sie auf kreative Gedanken und den sprichwörtlichen genius loci. Heraus kam Einiges, was an den Mythen über Kreativität kräftig rüttelt:

  1. Kreativitätsmythos: Kreativität lässt sich verorten.

    Viele Chefs, die Amabile vor Beginn ihrer Studie befragte, sagten, sie wünschten sich vor allem mehr Einfallsreichtum im Marketing oder in den Forschungsabteilung, jedoch auf keinen Fall in der Buchhaltung. Das sind gefährliche Stereotypen. Dahinter steckt die Idee, manche Mitarbeiter seien kreativ, andere bitte nicht. Manager aber sollten nicht versuchen, Kreativität in ein Ghetto zu sperren, sondern jeden Mitarbeiter zu genialen Ansätzen ermutigen – auch Controller. Tatsache ist: Um dem betriebsinternen Denken eine Frischzellenkur zu verpassen, braucht es weniger Expertise, aber umso mehr Aufgeschlossenheit.

  2. Kreativitätsmythos: Geld fördert gute Ideen.

    Das sind schlechte Nachrichten für alle Prämien-Liebhaber: In den Tagebüchern fand die Wissenschaftlerin, dass die wirklich kreativen Mitarbeiter in ihrer täglichen Arbeit nur selten über ihre Bezahlung nachdachten. Und diejenigen, die es taten, waren weitaus weniger kreativ. Mit Prämien oder mehr Gehalt lassen sich Synapsen nicht anregen. Tatsächlich war den überdurchschnittlichen Erfindern viel wichtiger, dass ihre Ideen anerkannt und unterstützt wurden. Für Manager heißt das: Sie müssen einen Mittelweg finden zwischen fordern und fördern. Wenn die geforderte Arbeit die Fähigkeiten der Mitarbeiter übersteigt, frustriert sie das. Sind sie zu gut ausgebildet, langweilen sie sich. Beides steht sowohl dem Flow als auch dem kreativem Denken im Weg.

  3. Kreativitätsmythos: Zeitdruck fördert Kreativität.

    Falsch! Aber so richtig. Amabiles Testgruppe war stets besonders unkreativ im Wettlauf gegen die Zeit. Extreme Zeitnot behinderte sie sogar, weil die Gelegenheit fehlte, sich mit einem Thema intensiv auseinander zu setzen und Ideen reifen zu lassen. Effekt: Selbst wenn der Druck nachließ, waren die die Mitarbeiter an den darauf folgenden Tagen weitaus weniger produktiv als gewöhnlich. Deadlines haben deswegen zwar trotzdem ihre Berechtigung – siehe Parkinsonsches Gesetz (Danach dehnt sich Arbeit in genau dem Maß aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht – und nicht etwa wie viel Zeit man tatsächlich dafür bräuchte.) und 72-Stunden-Regel. Zu knapp sollten sie aber auch nicht bemessen sein. Kreativität ist in seinem Wesen eben weniger ein Donnerwetter (wie es der Geistesblitz suggeriert), sondern eher ein Gärungsprozess.

    Kreativer Prozess Grafik

  4. Kreativitätsmythos: Wettbewerb belebt den Geist.

    Von wegen. Wettbewerb belebt vielleicht das Geschäft. Interner Konkurrenzdruck aber hemmt Innovationen. Nach Amabiles Studie leidet die Kreativität besonders stark, wenn Teams untereinander konkurrieren statt zusammenzuarbeiten. Die geistreichsten Gruppen waren immer diejenigen, die genug Vertrauen zeigten, um Einfälle zu diskutieren und auszutauschen. Bestätigt wird das Ergebnis inzwischen auch von Wissenschaftlern der Harvard Business School. Nimmt die Zahl der Top-Konkurrenten immer weiter zu, so das Ergebnis dieser Studien, hat das eine entmutigende und leistungshemmende Wirkung.

  5. Kreativitätsmythos: Angst fördert Geistesblitze.

    Manchmal stimmt das. So manche Not hat Menschen erfinderisch gemacht. Aber das sind die Ausnahmen von der Regel. Mehrheitlich blockiert Angst, weil unser Gehirn in dem Zustand seine Leistungskraft auf Urreflexe reduziert: Flucht, Angriff, Erstarren. Neuland will so jemand sicher nicht mehr entdecken… Umgekehrt wird eher ein Schuh draus: Die meisten Tagebuchschreiber waren besonders schöpferisch, wenn sie ausgeglichen und glücklich waren.

Die 5 Mythen der Kreativität als kostenlosen Download

Das wollen Sie sich bei Gelegenheit noch einmal genauer anschauen? Kein Problem – hier können Sie sich die 5 Mythen der Kreativität als kostenloses PDF herunterladen:

Kreativität gärt, sie blitzt nicht

Die Quintessenz daraus: Stimulieren lässt sich Innovation am ehesten, indem Mitarbeitern möglichst viel Freiheit in der Ausgestaltung ihrer Arbeit bekommen. Man kann ihnen sagen, welchen Berg sie besteigen sollen – aber wie sie das machen, sollte den Leuten selbst überlassen bleiben.

Besonders wichtig: Führungskräfte müssen neue Ideen wertschätzen, selbst Vorbild sein und die kreative Gruppe vor Widerständen innerhalb der Organisation schützen. Dann kommt der Lichtblitz vielleicht sogar tatsächlich über Nacht.

Mehr Ideen durch kreativitätsfördernde Techniken

Kreativität fördern lernenEs gibt eine Reihe von Methoden und Techniken, mit denen Sie Kreativität fördern beziehungsweise lernen können. Im Grunde genommen verfügt jeder Mensch, der denken kann, über die Grundvoraussetzungen für kreatives Denken. Wichtig ist, einfach mal aus alten Bahnen und Strukturen auszubrechen und alte Gewohnheiten hinter sich zu lassen.

Beispielsweise hiermit:

  • Brainstorming

    Das Brainstorming ist gewissermaßen der gedankliche Vorläufer zur Mindmap. Dabei wird unter mehreren Leuten – beispielsweise im Meeting – frei assoziiert. Wichtige Regeln dabei: Es wird alles erst einmal so genommen, wie es kommt, keine Kritik daran geübt, egal, wie abseitig eine Idee zunächst erscheinen mag. Je mehr Ideen entstehen, desto besser – es wird alles gesammelt, es gibt kein Copyright darauf.

  • Mindmap

    Hierfür benötigen Sie nicht viel: Ein Blatt Papier (wahlweise auch ein Flipchart oder Smartboard) und einige Stifte und schon kann es losgehen. Sie wählen in der Mitte den zentralen Begriff und von dort legen Sie los, erstellen Seitenarme mit Assoziationen und Nebenaspekten. Heraus kommt am Ende ein verästeltes Gebilde, das nie wirklich fertig wird, weil es theoretisch unendliche Aspekte beziehungsweise Unteraspekte eines Themas gibt. Die Mindmap ist eine Visualisierung Ihrer inneren Landkarte, die dadurch sehr gut illustriert, was noch zum Hauptthema gehört und was vielleicht zu weit weg vom Ursprungsgedanken führt.

  • Perspektivwechsel

    Und zwar mit den De-Bono-Hüten. Der britische Psychologe Edward de Bono entwickelte sechs „Denkhüte“, denen er jeweils eine Farbe zuordnete. Jede Farbe steht für eine andere Perspektive: Weiß für analytisches Denken, rot für emotionales, schwarz für kritisches, gelb für optimistisches, grün für kreatives und blau für ordnendes Denken. Nun bekommen in Teams Personen die unterschiedlichen Hüte mit den jeweiligen Positionen zugeordnet. Damit sind sie aufgefordert, sich inhaltlich mit anderen Gedankengängen auseinanderzusetzen, auch wenn diese ihrer sonstigen Denkweise konträr entgegenstehen.

  • Bewegung

    Auf Knopfdruck können die wenigsten Menschen etwas fabrizieren. Aber nicht nur die Gedanken wollen raus – auch der Körper. Bewegung hilft nachweislich beim Denken. Nun sind mitten in Meetings schwerlich Joggingeinheiten möglich. Allerdings ist es bereits hilfreich, wenn Sie sich bewegen, im Raum auf und ab laufen und das Fenster für frische Luft öffnen.

  • Walt-Disney-Methode

    Die Walt-Disney-Methode geht auf den berühmten gleichnamigen Trickfilmzeichner und Filmproduzenten zurück. Es handelt sich wie bei den De-Bono-Denkhüten um ein Gruppenmodell zur Kreativität. Allerdings werden für den benötigten Perspektivwechsel hier nur drei Rollen eingenommen: Die des Träumers, des Realisten und des Kritikers. Anhand der Kategorien ist bereits ersichtlich, dass zunächst einmal „gesponnen“ wird, dann wird geguckt, was machbar ist und schließlich werden Einwände nebst konstruktiven (!) Vorschlägen gebracht

Unterschiedliche Formen: Was macht Schöpfergeist aus?

Die Meinungen darüber, was Kreativität sei, gehen auseinander. Nur weil etwas neu ist, wird es noch lange nicht als kreativ akzeptiert. Die Vorstellung davon, wie sich Kreativität äußert, haben sich im Laufe der Menschheitsgeschichte immer wieder geändert und sind auch heutzutage umstritten.

Vom amerikanischen Psychologe Joy Paul Guilford stammt das um 1950 entwickelte Intelligenzmodell. Er geht bei Kreativität von folgenden drei Punkten aus:

  • Divergentes Denken, das originell und flexibel sei,
  • konvergentes Denken, das logisch und schlussfolgernd sei und
  • bewertendes Denken, das die Kognition, das Gedächtnis und die Bewertung durch die Person beschreibt.

Erstmals wird hier das divergente Denken als Kriterium definiert, das auch der Kognitionswissenschaftler Edward De Bono in seinem Konzept aufgreift. Er spricht vom lateral thinking, das im Deutschen mit lateralem Denken beziehungsweise Querdenken assoziiert wird.

Einigkeit herrscht zumindest darin, dass es unterschiedliche Formen von Kreativität gibt. Unterschieden wird zwischen sogenannter Alltagskreativität und herausragender Kreativität. Zwar geht es in beiden Formen um das Lösen von Problemen. Der Unterschied liegt in der Verwertbarkeit der Lösungen.

Ist die Lösung nur für denjenigen bedeutsam, der sie entwickelt hat, wird von Alltagskreativität gesprochen. Herausragende Kreativität liegt hingegen vor, wenn die Lösung für viele Menschen von Bedeutung ist. Aktuell lässt sich das bei Fernsehshows wie „Die Höhle der Löwen“ beobachten.

Dort fördern Investoren die kreativen Ideen von Unternehmern. Förderungswürdig erscheint aber nur, was mehreren Menschen zu nützen verspricht.

Kreativität erreicht mit 50 einen Höhepunkt

Kreativität Höhepunkt mit 50Gerne wird im Zusammenhang mit Kreativität auf junge Talente verwiesen, die anders denken und den Status Quo auf kreative Weise hinterfragen. Kein Wunder, dass Agenturen sich immer damit brüsten, jung und dynamisch zu sein und ebensolche Leute suchen.

Eine Studie kommt nun zu dem spannenden Ergebnis: Eine kreative Hochphase im Leben tritt bei einem Alter von über 50 auf. Ein Forscherteam der Ohio State Universität stellte sich die Frage: In welchem Alter sind Menschen besonders kreativ?

Für ihre Studien analysierten die Wissenschaftler Nobelpreisträger und das Alter, in welchem diese die entscheidenden Durchbrüche und Erkenntnisse hatten. Diese wurden als Zeit besonders ausgeprägter Kreativität definiert, da die Preisträger hier entscheidende Ideen hatten und umsetzen konnten.

Dabei konnten zwei Zeiträume als kreative Höhepunkte im Leben identifiziert werden: Die erste Gruppe zeigte besonders starke Kreativität zwischen 25 und 29 Jahren, also vergleichsweise jung und noch zu Beginn. Eine zweite, große Gruppe erreichte die kreative Hochphase hingegen erst mit Mitte 50.

Wichtig ist: Es handelt sich hierbei nicht um zwei Schübe von Kreativität, die im Leben durchlaufen werden. Entweder zeigte sich Kreativität mit Mitte 20 oder mit Mitte 50 – nicht beides.

So unterscheidet sich Kreativität mit Mitte 50

Wer nun glaubt, dass Arbeitgeber, Branche oder gar Zufall entscheidet, wann die Kreativität ihren Höhepunkt erreicht, irrt sich. Tatsächlich konnten die Forscher einen Zusammenhang zwischen der Arbeitsweise und dem Zeitpunkt der Kreativität feststellen.

Demnach hängt der kreative Höhepunkt davon ab, ob Sie einen konzeptionellen oder einen experimentellen Ansatz verfolgen. Klingt kompliziert, die beiden Formen lassen sich jedoch leicht erklären und verstehen:

  • Konzeptionelle Kreativität

    Diese Form tritt häufig in frühen Phasen der Karriere auf. Sie ist gekennzeichnet durch ein Hinterfragen des bisherigen Wissens und vorherrschender Vorgehensweisen. Es wird über den Tellerrand geblickt, um neue Ideen zu generieren und kreative Ansätze zu finden. Möglich wird diese Kreativität, weil man sich selbst noch nicht völlig an akzeptierte Theorien, Arbeits- und Verhaltensweisen angepasst hat. Es findet eine kritische Auseinandersetzung statt, die zu Innovationen führt.

  • Experimentelle Kreativität

    Mit Mitte 50 wurde eine andere Art der Kreativität nachgewiesen. Diese experimentelle Form macht aus, dass über Jahre und Jahrzehnte erst einmal Wissen, Erfahrungen und Fähigkeiten gesammelt werden. Erst zu einem späten Zeitpunkt in der Karriere wird das Know-how genutzt, um neue Ansätze zu entwickeln. Den Wissenschaftlern zufolge werden mit Mitte 50 häufig neue Wege gefunden, die gesammelten Informationen zu analysieren und zu nutzen.

Aus den Ergebnissen schließen die Forscher, dass weniger Beruf oder Arbeitgeber für die kreativen Hochphasen verantwortlich sind, sondern die Art und Weise, wie Mitarbeiter an ihre Arbeit herangehen. Bedeutet auch: Sie können Ihre Kreativität fördern und voranbringen, sowohl zu Beginn als auch erst nach vielen Jahren im Job.

Sinn und Zweck: Wofür braucht man Ideenreichtum?

Die letzten Jahrzehnte hat ein regelrechter Hype um Kreativität begonnen, woher kommt der plötzlich? Es ist interessant zu beobachten, dass Kreativität eigentlich immer schon einen hohen Stellenwert eingenommen hat. Das zeigt sich betrüblicherweise nicht in den Schulen.

Kunst spielt da eher eine untergeordnete Rolle, mathematisch-naturwissenschaftliche Fächer werden als Allheilmittel betrachtet. Andererseits sind es gerade oftmals Wirtschaftsbosse, die als Mäzen Kunst und kulturelle Einrichtungen fördern.

Gesellschaftlich ist die Bedeutung von Kunst und Kreativität also durchaus relevant. Allerdings nicht nur dort. In Zeiten, in denen vielfältige Herausforderungen – auch globaler Art – auf Unternehmen zukommen, sind neue Lösungsstrategien gefragt.

Und neue Lösungsstrategien lassen sich nicht mit einer Herangehensweise à la „Das haben wir schon immer so gemacht“ entwickeln, das gilt im Privaten wie im Beruflichen. Sondern dafür bedarf es eines Ideenreichtums: Nur so lässt sich auf neue Probleme reagieren.

Das Gute daran: Kreativität ist nicht auf Genies beschränkt. Das Schlechte: Mit zunehmenden Alter verlernen viele das Spielerische, Phantasievolle. Kinder sind um ein Vielfaches kreativer, aber diese Kreativität wird später durch wissensbezogenes, logisches Denken erstickt und dann selten reaktiviert.

Steht der reine Wissenserwerb im Vordergrund, verlernen Kinder, wie sie durch spielerische Lösungsansätze Hindernisse überwinden können. Damit sich Kreativität entfalten und verbessern kann, sind Kreativitätsmethoden ein guter Weg. Ebenso begünstigen bestimmte Persönlichkeitsmerkmale kreative Denkprozesse.

Welche Eigenschaften zeichnen kreative Menschen aus?

Auch wenn die Definitionen von Kreativität mitunter sehr allgemein gefasst sind – Kritiker bemerken, dass der Begriff recht inflationär benutzt werde – eins lässt sich immer wieder feststellen: Kreative Menschen weichen in ihrem Denken wesentlich häufiger von der Norm ab als die große Masse.

Sie zeichnet eine Vielzahl an Eigenschaften aus, wozu allgemein vor allem kognitive Fähigkeiten zählen. Daneben sind es folgende Merkmale:

  • Offenheit

    Kreative Menschen besitzen eine große Offenheit und Neugier, sie sind neuen Dingen gegenüber grundsätzlich aufgeschlossen. Das gilt für nahezu alle Bereiche. Das Persönlichkeitsmodell Big Five spiegelt unter Offenheit exakt die Eigenschaften, die Kreative mit sich bringen, also eine große Experimentierfreudigkeit, Wissbegier, künstlerisches Interesse und eine breite Allgemeinbildung. All das in Kombination verhindert, dass aus einem kreativen Menschen ein Fachidiot wird. Stattdessen ist er fähig, die Perspektive zu wechseln und neue Aspekte einzubeziehen.

    Mehr dazu lesen Sie hier:

    • Neugier: Die unterschätzte Erfolgseigenschaft
  • Spontaneität

    Kreative Menschen zeichnet ein hohes Maß an Spontaneität aus. Diese wird allerdings nicht impulsiv ausgelebt, sondern künstlerisch kanalisiert. Sie besitzen Humor und Sensibilität und einen spielerischen Umgang mit neuen Dingen. Wer ständig nur Routinen und regelhaftiger Arbeit nachgeht, braucht eine andere Herangehensweise, um seine Kreativität zu erhalten. Genau das tun kreative Menschen: Sie probieren neue Wege, um nicht in festgefahrenen Bahnen zu denken. Dabei können sie sich häufig auf ihr Bauchgefühl verlassen.

    Mehr dazu lesen Sie hier:

  • Flexibilität

    Eng damit verknüpft ist die Anpassungsfähigkeit und geistige Flexibilität. Gemäß dem Motto: Was nicht passt, wird passend gemacht, können kreative Menschen problemlos die Perspektive wechseln. Ihr Wissensschatz und ihre Empathie ermöglichen es ihnen, Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und verschiedene Kombinationsmöglichkeiten auszuprobieren. Nach Guilford war Redefinition ein Bestandteil der Kreativität. Das heißt, kreative Menschen verwenden bekannte Dinge in einer neuen Funktion und Improvisieren. Ähnliches lässt sich bei Lifehacks beobachten.

    Mehr dazu lesen Sie hier:

  • Originalität

    Guilford sieht bei kreativen Menschen ein hohes Maß an „Ideenflüssigkeit“, das heißt, sie sprudeln teilweise nur so vor Ideen. Sie probieren allerdings auch immer wieder verschiedene Dinge aus, so dass sie teilweise als exzentrisch wahrgenommen werden. Ihre Kreativität speist sich aus den Risiken, die sie eingehen, denn es besteht immer die Gefahr des Scheiterns, wenn etwas Neues probiert wird. Das stört sie allerdings nicht, auch diesbezüglich ist ihr Denken eher unkonventionell.

    Mehr dazu lesen Sie hier:

  • Selbstbewusstsein

    Kreative Menschen sind es gewohnt, von außen als „anders“ wahrgenommen zu werden und stören sich nicht daran. Im Gegenteil, nicht wenige Kreative genießen die Aufmerksamkeit. Nicht umsonst sind viele im künstlerischen Bereich zu finden und stehen im Rampenlicht. Bei manchen Menschen kann das bis zur Aufmerksamkeitssucht gehen. Im Allgemeinen besitzen kreative Personen ein großes Selbstbewusstsein, das sie von der Meinung anderer unabhängig macht. Sie haben keine Angst, ungewöhnliche Wege zu beschreiten und bestehende Regeln zu hinterfragen.

    Mehr dazu lesen Sie hier:

Was kreative Menschen darüberhinaus auszeichnet, haben wir in diesem PDF für Sie zusammengefasst.

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]
17. Juni 2019 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.



Mehr von der Redaktion und aus dem Netz


Weiter zur Startseite

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Details

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close