ALPEN-Methode: Beispiele + Vor- und Nachteile

Die ALPEN-Methode hat nichts mit Bergsteigen zu tun, sondern ist eine einfache Zeitmanagement-Technik zur Erstellung realistischer Tagespläne. A-L-P-E-N ist ein Akronym und steht für die fünf Elemente dieser Methode, die Ihnen helfen, den Tagesablauf zu strukturieren, Aufgaben zu priorisieren und zu planen. Dazu benötigen Sie oft nur 10 Minuten am Tag. Beispiele und Tipps, wie die ALPEN-Methode im Alltag funktioniert…

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Das Wichtigste in Kürze

  • Definition: Die ALPEN-Methode zerlegt den Arbeitstag in fünf chronologische Schritte, die einen festen Tagesablauf ergeben.
  • Anwendung: Die Zeitmanagement-Technik hilft, Prioritäten zu setzen, Zeit realistisch einzuschätzen und den Überblick über To-dos zu behalten.
  • Vorteile: Die ALPEN-Technik ist leicht verständlich, schnell umsetzbar und sorgt für mehr Klarheit im Tagesablauf.
  • Nachteile: Sie funktioniert nur, wenn Sie nur 60 % der Arbeitszeit verplanen und den Rest als Puffer für Unerwartetes oder Pausen lassen.
  • Grenzen: An chaotischen Tagen, vielen Fremdterminen oder spontanen Aufgaben stößt die Methode jedoch schnell an ihre Grenzen.
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Die ALPEN-Methode einfach erklärt

Die ALPEN-Methode ist eine ebenso einfache wie effektive Technik aus dem Zeitmanagement, um den Arbeitstag stressfrei zu strukturieren. Die Abkürzung „ALPEN“ setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der fünf Bausteine und Arbeitsschritte zusammen:

  1. Aufgaben aufschreiben
  2. Länge einschätzen
  3. Pufferzeit einplanen
  4. Entscheidungen treffen
  5. Nachkontrollieren

Wer hat die ALPEN-Methode erfunden?

Entwickelt wurde die ALPEN-Methode von dem deutschen Wirtschaftswissenschaftler und Zeitmanagement-Experten Lothar Seiwert. Inzwischen gehört sie – neben dem Eisenhower-Prinzip oder der SMART-Methode – zu den populärsten Zeitmanagement-Methoden. Bei all diesen Methoden geht es im Kern darum, sich zunächst einen Überblick zu verschaffen, Aufgaben zu strukturieren sowie klare Prioritäten zu setzen und schließlich eine Art Tagesplan zu erstellen.

Wie funktioniert die ALPEN-Methode?

Mithilfe der ALPEN-Methode können Sie die tägliche Arbeit organisieren. Idealerweise erstellen Sie den Tagesplan dazu noch am Vorabend oder direkt als Erstes am Morgen. Voraussetzung für Ihre Zeitplanung ist, dass Sie zunächst alle anstehenden Aufgaben und Aktivitäten des Tages so vollständig wie möglich auf eine Liste schreiben…

1. Aufgaben aufschreiben

Die Aufgaben zu notieren, heißt in dem Fall wirklich, alles aufzuschreiben: Was muss erledigt werden? Welche Meetings oder Dienstreisen stehen an? Welche Projekte stehen kurz vor der Deadline? Vom Kundengespräch über die Präsentation bis zum Beantworten von E-Mails listen Sie alles in einer klassischen To-do-Liste auf.

Beispiel

  • Jour fixe mit der Abteilung
  • E-Mails checken + beantworten
  • Präsentation für Chef vorbereiten
  • Projektbesprechung
  • Telefontermine mit Kunden

Anfallende Aufgaben zunächst zu sammeln und aufzuschreiben, ist eine der ältesten Methoden, um sich zuerst einen Überblick zu verschaffen. Richtig populär wurde das übrigens mit der „GTD-Methode“ von dem Bestseller-Autor David Allen.

2. Länge einschätzen

Durch Schritt 1 sehen Sie bereits, wo die Schwerpunkte des Tages liegen. Neben die einzelnen ToDos sollten Sie nun den erwarteten Zeitaufwand notieren. So sehen Sie, welche Zeit die einzelnen Aufgaben in Anspruch nehmen und in der Summe, ob Sie das Pensum überhaupt an einem Tag schaffen können. Beispiel:

Beispiel

Aufgabe Dauer
Jour fixe mit der Abteilung 30 Minuten
E-Mails checken 15 Minuten
Präsentation für Chef 1 Stunde
Projektbesprechung „Alpha“ 1,5 Stunden

Wichtig ist, hierbei realistisch zu bleiben: Sie kennen sich und einige der Aufgaben oder wissen, welche Meetings sich gerne mal in die Länge ziehen. Berücksichtigen Sie auch, wie viel Zeit Sie investieren wollen. Wenn es etwa unwichtige Aufgaben sind, können Sie diese knapper kalkulieren. Aber setzen Sie sich unbedingt immer Deadlines. Limits steigern die Produktivität enorm (siehe: Goal-Gradient-Effekt).

3. Pufferzeit einplanen

Anhand Ihrer Erfahrungswerte sollten Sie die ersten Zeitangaben und erste Einschätzung noch einmal überprüfen und korrigieren: Planen Sie hier und da Zeitpuffer ein! Es kommt regelmäßig vor, dass unerwartete Ereignisse eintreten und den Tagesplan durcheinanderwirbeln. Damit genau das nicht passiert und Sie nicht in Bedrängnis geraten, sollten Sie nur maximal 60 % der Arbeitszeit mithilfe der ALPEN-Methode verplanen. Die restlichen 40 % dienen stets als Puffer!

4. Entscheidungen treffen

Jetzt folgt der wichtigste Schritt der ALPEN-Methode. Sie müssen sich entscheiden: Welche Aufgabe ist wichtig, welche nicht? Welche können Sie noch aufschieben, welche muss unbedingt heute erledigt werden? Es ist wie bei der Eisenhower-Methode: Sie müssen an dieser Stelle klare Prioritäten setzen – wichtig/unwichtig, dringend/nicht dringend:

  • Was unwichtig und nicht dringend ist, streichen Sie.
  • Was wichtig, aber nicht dringend ist, vertagen Sie.
  • Was unwichtig, aber dringend ist, delegieren Sie.
  • Den Rest (= wichtig + dringend) erledigen Sie auf jeden Fall noch heute!

Zugegeben, nicht alle Aufgaben lassen sich so einfach priorisieren. Die Entscheidung treffen, müssen Sie trotzdem. Das ist ein wesentlicher Bestandteil im Zeitmanagement. Gleichzeitig sorgt das Streichkonzert (= unwichtig + nicht eilig) für zusätzliche Entlastung. Am Ende vermeidet die Methode den regelmäßigen Frust, nie fertig zu werden und sein Tagwerk nicht zu schaffen.

5. Nachkontrollieren

Haben Sie erreicht, was Sie sich vorgenommen haben? Am Ende des Tages – nach Feierabend – sollten Sie eine Art Bilanz ziehen. Zum einen, um zu sehen, ob Sie alles geschafft haben, was Sie sich vorgenommen haben, und ob die einkalkulierten Puffer gereicht haben. Zum anderen, um zu prüfen, ob die ALPEN-Methode für Sie funktioniert.

Beispiel

Aufgabe Ergebnis
Jour fixe mit der Abteilung +10 Minuten
E-Mails checken + beantworten Check
Präsentation für Chef +30 Minuten
Projektbesprechung Check

Werfen Sie bei der Nachkontrolle aber bitte nach einem Fehlschlag nicht gleich die Flinte ins Korn! Die ALPEN-Methode sollte über einen längeren Zeitraum (mindestens 2 Wochen) angewendet und parallel optimiert werden. Lernen Sie zum Beispiel aus vergangenen Tagesplänen, was Sie besser machen oder wo Sie etwaige Zeitfresser reduzieren können. Zusätzlicher Vorteil: Bei der Nachkontrolle können Sie gleich den nächsten Tag strukturieren.

Für wen ist die ALPEN-Methode geeignet?

Die ALPEN-Methode ist vorrangig für Menschen geeignet, die dazu neigen, den Überblick über ihre Aufgaben zu verlieren oder sich im Alltags-Kleinklein zu verzetteln. Weil die Methode so einfach umzusetzen ist, kann sie einem eine bessere und umsetzbare Tagesstruktur geben. Allerdings zeigt sich das in der Regel immer erst in der Praxis. Machen Sie den Selbsttest und finden Sie heraus, ob die ALPEN-Methode zu Ihnen passt.

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Anwendung der Methode: Tipps und Beispiele

Allein dass Sie sich alle Aufgaben des Tages notieren und einen Plan machen, trägt erheblich zur Produktivität bei – und dazu, dass Sie Ihre Ziele erreichen. Das Besondere an der ALPEN-Methode – und was sie von anderen Zeitmanagement-Methoden unterscheidet – sind die Zeitpuffer: Die Methode berücksichtigt, dass die Dinge nie exakt nach Plan laufen und wir deswegen besser gleich mit dem Ungewissen rechnen sollten.

Zeitpuffer richtig nutzen

Sie können die 40 % Pufferzeit dabei vollkommen frei und nach eigenem Gutdünken aufteilen. So könnten Sie zum Beispiel 20 % als absoluten Puffer kalkulieren, die anderen 20 % als Zeit für soziale Aktivitäten wie einen Plausch mit Kollegen einplanen. Ebenso wichtig ist eine möglichst realistische Zeitplanung. Nicht nur, was die Dauer der einzelnen Aufgaben anbelangt, sondern auch ihre Menge. Wer sich zu viel aufbürdet, riskiert, irgendwann zu prokrastinieren und sich zu überfordern. Beachten Sie hierbei bitte ebenfalls Ihre ganz persönliche Leistungskurve und Chronobiologie. In den ersten 3 Stunden des Tages sind die meisten Menschen besonders produktiv. Danach aber kommt es zu individuellen Schwankungen und Bestzeiten.

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Was sind die Vor- und Nachteile der ALPEN-Methode?

Die ALPEN-Methode ist eine vielversprechende Möglichkeit, den Tagesablauf besser zu strukturieren. Das gilt in besonderem Maße, wenn Sie sich Ihre Zeit und Ziele selbst einteilen und stecken können.

Vorteile

  • Einfachheit

    Die fünf Schritte der Methode sind extrem simpel und mit ein wenig Übung kosten Sie die Planung nur 10-15 Minuten extra am Tag.

  • Überblick

    Wer immer nur vor sich hinwurschtelt, erlebt mit der Methode eine Art Offenbarung: Allein das Visualisieren und Zusammenfassen der Aufgaben in einer To-do-Liste gibt Ihnen einen besseren Überblick und Rahmen für den Tag, an dem Sie sich entlanghangeln können.

  • Effizienz

    Auch die Zeitangaben und damit implizierten Limits und Fristen machen Sie sofort produktiver. Kurz: Sie verdaddeln weniger Zeit – und schaffen deutlich mehr (siehe: Parkinsonsches Gesetz).

  • Flexibilität

    Überdies helfen die Pufferzeiten gegen Unvorhergesehenes. Ihr Plan verschiebt sich dann vereinzelt etwas – er lässt sich aber immer noch realisieren.

  • Selbstwirksamkeit

    Alles zusammen ist vielleicht der größte Vorteil der Methode: Sie erzeugt Erfolgserlebnisse und weniger Stress. Sie merken: „Ich schaffe, was ich mir vornehme. Ich packe mein Pensum!“ Und das nur mit ein paar Minuten Tagesvorbereitung.

Nachteile

Allerdings – und das ist bereits der erste Nachteil – wird die Umsetzung der ALPEN-Methode schwierig, sobald einzelne Arbeitsschritte von anderen Kollegen abhängig sind. Wer viel im Team arbeitet, weiß: Der schönste Plan nutzt nichts, wenn der Kollege ihn torpediert. Weitere Nachteile sind:

  • Fremdsteuerung

    40 % Zeitpuffer sind eine Menge. Auch wenn die Alpen-Methode genau das vermeiden will: Es gibt Tage, die werden einem so vollgepackt, da ist an Puffer nicht zu denken. Die Theorie ist gut. Nur die Praxis lässt dies partout nicht zu.

  • Persönlichkeit

    Auch führen Pufferzeiten nicht bei jedem zu mehr Zeit. Es kommt darauf an, welcher Typ Sie sind und wie viel Selbstdisziplin Sie mitbringen. So mancher nutzt die Zeitpuffer nicht produktiv, sondern dehnt so nur die Arbeit aus (siehe: Parkinsonsches Gesetz). Ebenso lassen sich Pufferzeiten für manche Berufsgruppen nur schwer vorhersagen.

Voraussetzung dafür, dass die ALPEN-Methode funktioniert, ist, dass der Anwender insgesamt gut organisiert und diszipliniert ist. Menschen, denen schon das Priorisieren schwerfällt oder die sich leicht ablenken lassen, werden bei dieser Methode an ihre Grenzen stoßen.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zur ALPEN-Methode

Was ist die ALPEN-Methode?

Die ALPEN-Methode ist eine einfache Zeitmanagement-Technik, mit der Sie Ihren Arbeitstag besser planen. Sie hilft dabei, Aufgaben zu sammeln, realistisch einzuschätzen und sinnvoll zu ordnen. So behalten Sie leichter den Überblick und arbeiten strukturierter.

Wofür stehen die 5 Buchstaben?

A-L-P-E-N steht für Aufgaben aufschreiben, Länge einschätzen, Pufferzeit einplanen, Entscheidungen treffen und Nachkontrollieren. Die fünf Schritte führen Sie von der ersten To-do-Liste bis zur kurzen Kontrolle am Tagesende. Dadurch entsteht ein klarer Plan für Ihre wichtigsten Aufgaben.

Für wen eignet sich die ALPEN-Methode?

Sie eignet sich für alle, die viele Aufgaben koordinieren und ihren Tag strukturierter gestalten möchten. Besonders hilfreich ist sie für Berufstätige, Selbstständige, Führungskräfte und Studierende. Voraussetzung ist, dass Sie Ihre Aufgaben zumindest grob selbst planen können.

Wie lange dauert die Planung mit der ALPEN-Methode?

Meist reichen schon 10 Minuten am Morgen oder am Vorabend, um den Tag zu planen. Wichtig ist, dass Sie die Aufgaben nicht nur notieren, sondern auch Zeitbedarf und Prioritäten einschätzen. Mit etwas Übung wird die Planung schnell zur Routine.

Wie viel Pufferzeit sollte man einplanen?

Oft wird empfohlen, nicht den ganzen Tag zu verplanen, sondern ausreichend freie Zeit für Störungen und Pausen zu lassen. Eine gängige Orientierung ist, nur etwa 60 % der verfügbaren Zeit fest zu verplanen. Der Rest bleibt für Unvorhergesehenes, Gespräche, Verzögerungen oder Erholung.

Was ist der größte Vorteil der ALPEN-Methode?

Sie macht Aufgaben, Zeitbedarf und Prioritäten schnell sichtbar. Dadurch erkennen Sie früher, ob Ihr Tagesplan realistisch ist oder zu viel enthält. Das reduziert Stress und hilft, sich auf die wichtigsten Aufgaben zu konzentrieren.

Was ist der größte Nachteil der ALPEN-Methode?

Sie funktioniert schlechter, wenn ständig neue Aufgaben, Unterbrechungen oder Fremdtermine dazukommen. Außerdem hängt der Erfolg stark davon ab, wie realistisch Sie den Zeitaufwand einschätzen. Wer zu optimistisch plant, überlädt den Tag trotz Methode.

Ist die ALPEN-Methode für Teams geeignet?

Ja, aber vor allem für die persönliche Tagesplanung; für komplexe Teamprojekte braucht es meist zusätzliche Methoden. In Teams kann die ALPEN-Methode helfen, einzelne Arbeitstage oder persönliche Verantwortlichkeiten zu strukturieren. Für Abstimmungen, Abhängigkeiten und Projektfortschritte sind ergänzende Tools wie Kanban, Scrum oder Projektpläne oft besser geeignet.


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