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Demotivation: Was Mitarbeiter ausbremst

Führungskräfte müssen Mitarbeiter motivieren? Eine verbreitete Ansicht, tatsächlich ist aber das Gegenteil viel wichtiger: weniger Demotivation durch Vorgesetzte. Mitarbeiter sind bereits motiviert und engagiert. Leider steht dem zu oft die Demotivation durch den Arbeitgeber oder Chef im Weg. Das Schlimmste daran: Führungskräften ist gar nicht bewusst, was Mitarbeiter ausbremst und demotiviert. Welche Konsequenzen Demotivation am Arbeitsplatz hat und was Mitarbeiter besonders demotiviert…



Demotivation: Was Mitarbeiter ausbremst

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Demotivation: Mitarbeiter müssen nicht motiviert werden

Die Motivationsforschung weiß: Es ist nahezu unmöglich Menschen zu Dingen zu motivieren, zu denen sie nicht bereits von sich aus motiviert sind. Ohne intrinsische Motivation kann von außen ein Anreiz gegeben werden – etwa durch Geld – echter Antrieb und wirkliche Motivation resultieren daraus jedoch nicht. Im Job ist es aber meist gar nicht nötig, Mitarbeiter zu motivieren. Angestellte wollen von sich aus gut sein, Leistungen bringen und zum Unternehmenserfolg beitragen.

Es ist ein Irrglaube, dass Mitarbeiter erst animiert und motiviert werden müssen. Die intrinsische Motivation ist bereits vorhanden, entscheidend ist, diese nicht durch Demotivation zu zerstören.

Folgen der Demotivation im Job

Unternehmen wünschen sich motivierte Mitarbeiter für beste Leistungen und erfolgreiche Projekte. Demotivation wird mit schlechten Ergebnissen gleichgesetzt. Die negativen Folgen sind jedoch umfangreicher. Wer durch die Situation im Job demotiviert ist, wird unzufrieden, arbeitet unkonzentrierter, macht mehr Fehler, schöpft sein Potenzial nicht aus und fühlt sich dem Arbeitgeber weniger verbunden.

Umsätze lassen nach, Kunden bleiben aus und die Loyalität der Mitarbeiter schwindet. Know How geht an die Konkurrenz verloren und es entstehen hohe Kosten für Neubesetzungen aufgrund der Fluktuation.

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Demotivation: 16 frustrierende Faktoren

Leider halten sich zu wenige Vorgesetzte an eine wichtige Weisheit: Es ist gar nicht nötig, Mitarbeiter zu motivieren, es reicht schon vollig aus, wenn man aufhört, sie zu demotivieren. Die meisten Chefs sorgen mit verschiedenen Management-Fehler für wachsende Demotivation. 16 demotivierende Faktoren haben Forscher des National Business Research Institute zusammengestellt.

1. Mangelhafte Kommunikation

Nichts frustriert Mitarbeiter schneller als die selbstgewählte Isolation an der Spitze. Chefs, die sich hinter dicken Türen verschanzen, kein Feedback geben, nicht zuhören und nur per Mail kommunizieren.

Angestellte haben das Gefühl, auf sich allein gestellt zu sein. Der Chef scheint sich nicht zu interessieren und schon gar nicht für die Belange der Belegschaft einzusetzen. Demotivation ist dann garantiert.

2. Ewiger Pessimismus

Jeden Tag von Nörglern und Schwarzsehern umgeben zu sein, die alles schlecht reden und nur Negatives sehen? Da kann keine Motivation überleben. So ein Pessimismus ist ansteckend. Wieso noch sein Bestes geben, wenn es am Ende doch ohnehin schiefgeht?

Sehen Chefs nur Probleme und zeigen Fehler auf, werden Mitarbeiter es ganz sicher auch tun. Gute Leistungen bleiben aus, weil Engagement und Begeisterung nachlassen.

3. Unfaire Bezahlung

Mitarbeiter haben ein gutes Gespür dafür, wer mehr oder weniger verdient – und ob es gerechtfertigt ist. Einige Kollegen bekommen ein höheres Gehalt, obwohl andere viel mehr leisten? Oder Prämien gehen an Mitarbeiter, die es gar nicht verdienen? Als unfair empfundene Gehälter sind ein großer Motivationskiller.

Niemand will weniger verdienen, obwohl er gleiches oder gar mehr leistet. Es folgt Demotivation, denn warum anstrengen, wenn es nicht honoriert wird?

4. Dauerhafte Teamarbeit

Teamarbeit kann durchaus sinnvoll und angebracht sein. Es kommt aber auf die Aufgaben und das Umfeld an. Geht der eigene Beitrag komplett unter, ist es für Mitarbeiter sehr demotivierend. Auch aufgezwungene Teamarbeit, wenn man eine Aufgabe lieber alleine bearbeiten würde, führt zu Demotivation.

Ein weiteres mögliches Problem: Bei der Teamarbeit tauchen manche Kollegen einfach unter und ruhen sich auf den Leistungen anderer aus (siehe auch: Ringelmann-Effekt). Für diejenigen, die sich ins Zeug legen, mehr als frustrierend.

5. Unsicherer Job

Outsourcing, Downsizen, Change Management – solche Anglizismen und Begriffe verunsichern Mitarbeiter. Sie klingen nach großen Veränderungen und gefährdeten Arbeitsplätzen.

Besteht Angst um die eigene Existenz, kann nicht motiviert gearbeitet werden. Im Fokus stehen Sorgen und Zukunftsängste. Mancher geht schon auf Jobsuche, statt im unsicheren Job 100 Prozent zu geben.

6. Permanenter Druck

Stress kann kurzfristig zu Höchstleistungen anspornen, doch permanenter Druck vernichtet jede Motivation. Drucksituationen im Job lassen sich nicht immer verhindern, sollten aber die Ausnahme sein, nie die Regel.

Spätestens wenn Mitarbeiter den Druck nicht reduzieren zu können – auch nicht durch harte Arbeit – ist es endgültig mit der Motivation vorbei. Chefs sollten daher vorsichtig sein, wie viel Druck zumutbar ist. Denn zusätzlich leidet die Gesundheit.

7. Schlechte Arbeitsatmosphäre

Wer sich am Arbeitsplatz unwohl fühlt, kann nicht engagiert und motiviert an die Arbeit gehen. Die Zufriedenheit der Mitarbeiter sollte ein wichtiges Thema sein, kommt aber leider häufig zu kurz.

Schlechtes Betriebsklima sorgt für Frust, der wiederum Demotivation fördert. Es gilt der Grundsatz: Zufriedene Mitarbeiter sind motivierte Mitarbeiter!

8. Fehlende Wertschätzung

Kaum etwas sagt deutlicher, wie egal einem Chef das hoch gelobte Humankapital in Wahrheit ist. Die Mitarbeiter arbeiten hart, übernehmen Projekte, bringen Ideen vor und am Ende gibt es keine Wertschätzung und nicht einmal ein „Danke„.

Mangelnde Anerkennung ist ein häufiger Grund für Demotivation und Kündigungen. Mitarbeiter wollen nicht als selbstverständlich betrachtet, sondern wertschätzend behandelt werden.

9. Unklare Ziele

„Wir wollen erfolgreicher werden!“ Ein guter Vorsatz, aber nicht motivierend. Nur klar definierte Ziele spornen dazu an, sie zu erreichen. Schwammige Formulierungen sorgen eher für Verwirrung, Unverständnis und Demotivation. Wie soll man erreichen, was man nicht versteht?

Zielvorgaben sollten gemeinsam definiert werden. Schließlich sind es die Mitarbeiter, die diese umsetzen sollen. Das schafft Klarheit und es kann gleich besprochen werden, an welchen Kennzahlen das Ergebnis beurteilt wird.

10. Vetternwirtschaft

Chefs sind auch nur Menschen. Manche Kollegen sind ihnen sympathischer als andere. Das ist normal, darf aber nie zu Favoritentum führen. Vetternwirtschaft wirkt enorm destruktive auf die Moral und Motivation der Mitarbeiter.

Die Botschaft dahinter: Es ist egal, was du leistest; was zählt, ist allein die Gunst des Chefs. Und warum sollte sich dann noch jemand anstrengen oder motiviert an die Arbeit gehen?

11. Undurchsichtige Entscheidungen

Vorgesetzte mit dem Grundsatz „Die Chefetage hat immer Recht“ sorgen schnell für Demotivation. Niemand wird gerne vor vollendete Tatsachen gesetzt, schon gar nicht, wenn diese ihn direkt betreffen.

Es ist ein Fehler, über die Köpfe hinweg zu entscheiden und nur über das Endergebnis zu informieren. Viel besser: Kollegen in den Entscheidungsprozess einbeziehen, nach Meinungen fragen und diese berücksichtigen. Niemand kann bessere Auskünfte über die Arbeitssituation geben als Mitarbeiter.

12. Mikromanagement

Ein Chef muss wissen, was im Ladne läuft. Aber Kontrollfreaks sind die Hölle und ein Garant für Demotivation. Kann der Boss nicht delegieren und seinen Mitarbeitern vertrauen, raubt er jede Chance, dass sie ihren Job gut erledigen.

Angestellte fühlen sich bevormundet und vermissen das nötige Vertrauen. Wenn der Chef eh alles selbst macht und bei allem über die Schulter schaut, braucht man sich nicht sonderlich anstrengen.

13. Unrealistische Erwartungen

Unternehmen wollen Bestleistungen sehen, um größtmöglichen Erfolg zu erreichen. Das führt leider immer wieder zu unreaistischen Erwartungen. Es wird etwas verlangt, das schlicht nicht umsetzbar ist.

Im Job gefordert zu werden und Herausforderungen zu meistern, ist gut. Sobald die Grenze zu unreaistischen Forderungen überschritten ist, führt es aber nur noch zu Überforderung, Frust und Demotivation.

14. Verschwendete Zeit

Zeitverschwendung kann jeden Tag auds Neue die Motivation ruinieren. Stundenlange Meetings, die niemandem etwas bringen, nichtssagende E-Mails, die hin und her geschickt werden oder bürokratische und organisatorische Aufgaben, die nichts zum Ergebnis beitragen, sind nur nervig.

Genauso negativ wirken leere Versprechungen. „Natürlich stellen wir einen weiteren Mitarbeiter ein, um die Überstunden zu reduzieren“ – bleiben das leere Worte, folgt Demotivation der Mitarbeiter.

15. Frustriertes Rumbrüllen

Anschreien hat im Jobs nichts zu suchen. Leider gibt es immer wieder Vorgesetzte, die ihrem Frust laut Luft. Schon ein solcher Ausraster kann reichen, dass jeglicher Respekt vor dem Chef verloren geht und Mitarbeiter demotiviert sind.

Niemand bringt Energie und Zeit für jemanden auf, der sich so aufführt und einen Wutanfall bekommt. Ein professioneller und sachlicher Ton ist Grundvoraussetzung der Kommunikation.

16. Gläserne Decken

Jeder möchte sich in seinem Beruf weiterentwickeln, verändern, aufsteigen. Wird klar, dass dies auf absehbare Zeit nicht möglich ist, hat auch überdurchschnittliches Engagement keinen Sinn.

Der große Einsatz lohnt sich einfach nicht, wenn keine Beförderung möglich ist. Warum für einen Aufstieg anstrengen, der im Unternehmen gar nicht umsetzbar ist? Fehlen Weiterbildungs- und Aufstiegschancen, nehmen Mitarbeiter Ihre Ambitionen mit zu einem anderen Arbeitgeber und geben dort 120 Prozent.

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Demotivation von innen: Demotivierende Gedanken

Oft sind das Verhalten vom Chef und äußere Faktoren die Ursache für Demotivation. Allerdings liegt die Schuld nicht immer bei anderen. Sie kann auch von innen heraus enstehen. Durch falsche und demotivierende Gedanken.

Demotivation Gedanken Liste Demotivieren Unmotiviert

Ertappen Sie sich bei einem dieser demotivierenden Gedanken, sollten Sie fragen, welche Ursachen dahinter stehen und wie Sie Ihre Einstellung ändern können:

  1. Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll…
    Vor einem großen Berg arbeit ist es schwer, einen Anfang zu finden. Das Ergebnis: Es wird gar nicht angefanen, sondern lange über den möglichen Einstieg diskutiert. Organisation ist notwendig, darf aber nicht der Umsetzung im Weg stehen. Schreiben Sie sich eine To-Do Liste und packen Sie die vor Ihnen liegenden Aufgaben eine nach der anderen an.
  2. Ich werde ohnehin einen Fehler machen…
    Mangelndes Selbstvertrauen führt zu solch negativen und demotivierenden Gedanken. Sie erwarten bereits das eigene Scheitern und haben von Anfang an keine Lust. Überwinden Sie die Angst vor Fehlern und glauben Sie an Ihre Fähigkeiten.
  3. Warum mache ich das?
    Ein typischer Gedanke der Demotivation bei Team- oder Projektarbeit. Sie wissen nicht, welchen Teil Ihre Arbeit zum Gesamtergebnis beiträgt oder welchen Zweck Ihre Aufgabe überhaupt hat. Purer Frust! Es gibt keine Motivation für etwas, von dem Sie nicht einmal wissen, wofür es gut ist.
  4. Alles muss immer perfekt werden…
    Löblich, dass Sie Ihre Aufgaben so gut wie möglich erledigen wollen. Das ist aber gleichzeitig der entscheidende Unterschied. „So gut wie möglich“ ist ein guter Ansporn, „perfekt“ ist der Ursprung von Demotivation. Dieses Streben kann nur in Verzweiflung enden, weil die Ansprüche nie erfüllt werden. Geben Sie Ihr Bestes und präsentieren Sie Ergebnisse mit Stolz. Perfektion kann es nie geben.
  5. Das hat noch Zeit bis morgen…
    Für einzelne Aufgaben möglich, doch bleibt die Frage: Machen Sie es am nächsten Tag wirklich – oder schieben Sie nur eine unliebsame Aufgabe vor sich her? Prokrastination und Demotivation gehen gerne Hand in Hand. Einmal mit dem Aufschieben begonnen, treten Sie oft eine Lawine an Aufgaben los, die mit der Zeit weiter wächst.
  6. Ich muss das tun…
    Das Gefühl, keine Wahl zu haben, ist demotivierend Wir alle entscheiden gerne selbst, womit wir unsere Zeit verbringen und welche Aufgaben wir erledigen. Niemand will in einer Situation feststeckenn, die er nicht frei beeinflussen und verändern kann. Hinterfragen Sie, ob Sie wirklich keine Wahl oder andere Option haben. Denn selbst wenn sich etwas ausweglos anfühlt, es bleiben aber immer Alternativen.
  7. Ich schaffe das nicht…
    Ein Gedanke, der garantiert jede Motivation im Keim erstickt. Reden SIe sich ein, dass Sie etwas nicht schaffen, verlieren Sie jede Lust, es zu versuchen. Damit machen Sie viele Chancen zunichte, bevor Sie angefangen haben. Gehen Sie offen und selbstbewusst an Herausforderungen ran. So erreichen Sie Dinge, die Sie gar nicht für möglich gehalten haben.

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[Bildnachweis: hvostik by Shutterstock.com]

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