Lustlosigkeit auf der Arbeit: Was dagegen tun?

Schon vormittags ist Ihre Leistungsbereitschaft auf dem absoluten Nullpunkt angekommen, Sie schieben Ihre Aufgaben vor sich her und hoffen, dass ein Wunder geschieht und diese sich von alleine erledigen. Denn dass Sie noch etwas Produktives zustande bringen, ist heute wirklich nicht mehr zu erwarten. Der Feierabend kann nicht schnell genug kommen und eigentlich könnte auch gleich Wochenende sein – oder auch Urlaub, so sieben bis neun Wochen. Kurz gesagt: Sie leiden unter absoluter Lustlosigkeit auf der Arbeit. Gerade zu Wochenbeginn kommt eine solche Lustlosigkeit besonders häufig vor, weil den freien Tagen nachgetrauert wird. Doch selbst wenn die lustlose Phase länger andauert, müssen Sie sich nicht in Ihr Schicksal ergeben. Woher die Lustlosigkeit im Job kommt und was Sie dagegen tun können…

Lustlosigkeit auf der Arbeit: Was dagegen tun?

Häufige Anzeichen für Lustlosigkeit auf der Arbeit

Lustlosigkeit am Arbeitsplatz ist spürbar – natürlich in erster Linie für Sie selbst, aber auch für Kollegen und den Chef. Es ist nicht sonderlich schwer, jemandem anzusehen, dass er gerade so gar keinen Bock hat, seinen Aufgaben nachzugehen, ein Projekt voranzutreiben oder sich auch nur mit dem Job zu beschäftigen. Die Schultern hängen schlaff nach unten, der Kopf wird in der Hand abgestützt und der Blick schweift auf der Suche nach irgendeiner Ablenkung umher. In einem solch schwachen Moment gibt jeder ein mustergültiges Bild an Lustlosigkeit ab und strahlt diese mit jeder Pore seines Körpers aus.

Diese äußeren Symptome treten jedoch erst auf, wenn die Lustlosigkeit Sie tatsächlich völlig gepackt hat. Doch schon vorher können Sie bei sich – oder auch anderen – die typischen Anzeichen auftretender Lustlosigkeit beobachten. Je früher Sie erkennen, dass Ihre Lust schwindet, desto schneller und besser können Sie reagieren und Ihre Motivation zurückerlangen.

  • Sie prokrastinieren

    Ihre ToDo-Liste wird immer länger, Aufgaben und Unterlagen stapeln sich auf Ihrem Schreibtisch, doch Sie schaffen es trotzdem, alles vor sich herzuschieben und Ihre Zeit mit unwichtigen Nebensächlichkeiten oder Ablenkungen zu verbringen. Prokrastination ist oft eins der ersten Anzeichen für Lustlosigkeit auf der Arbeit, da jegliche Leistungsbereitschaft verloren gegangen ist.

  • Sie machen Fehler

    Natürlich kommen Fehler immer mal wieder vor, doch wenn die Lustlosigkeit zunimmt, machen Sie auch häufiger Fehler. Sie sind einfach nicht so sehr bei der Sache, können sich kaum konzentrieren und wollen eigentlich etwas ganz anderes machen – das wirkt sich schon nach kurzer Zeit auf die Leistung und Ergebnisse aus.

  • Sie suchen Ausreden

    Motivierte Menschen such nach Wegen und Lösungen, um Aufgaben und Herausforderungen zu meistern. Lustlosigkeit zeigt sich hingegen in einer anderen Einstellung und Denkweise. Ertappen Sie sich selbst bei dem Gedanken Wie kann ich erklären, dass es noch nicht fertig ist oder nicht geklappt hat?, spricht vieles dafür, dass Sie sehr lustlos sind und nur noch überlegen, wie Sie sich ohne Anstrengung aus der Affäre ziehen können.

Welche Gründe hat Lustlosigkeit auf der Arbeit?

Ein Problem der Lustlosigkeit am Arbeitsplatz besteht darin, dass sie viele verschiedene Ursachen haben kann. Das macht es umso schwerer, den entscheidenden Grund ausfindig zu machen, um die fehlende Motivation an der Wurzel zu packen und etwas dagegen unternehmen zu können. In vielen Fällen ist es auch nicht ein einzelner Grund, sondern eine Kombination verschiedener Ursachen, die zur letztlichen Lustlosigkeit führen.

Nichtsdestotrotz ist es sinnvoll, sich mit den diversen Auslösern der Lustlosigkeit zu beschäftigen. Vielleicht fällt Ihnen dabei ja sofort etwas auf, das genau auf Sie zutrifft. In diesem Fall ist der erste Schritt zu mehr und neuer Motivation, die Quelle der Unlust auszuschalten und zu schauen, ob sich vielleicht bereits eine Besserung der eigenen Stimmung und Leistungsbereitschaft einstellt.

Selbst wenn dieser Effekt zunächst noch ausbleibt und es weitere Schritte benötigt, schadet es in keinem Fall, mögliche negative Einflüsse von Anfang an auszuschalten. Wir haben eine Übersicht möglicher Gründe für Lustlosigkeit im Job zusammengestellt:

  • Über- oder Unterforderung

    Zwei gänzlich widersprüchliche Auslöser, die jedoch beide zu ausgeprägter Lustlosigkeit führen können. Wenn Sie nur mit langweiligen Standardaufgaben betraut werden, für die Sie nicht einmal nachdenken müssen, verlieren Sie jede Motivation, sich überhaupt noch anzustrengen. Gleiches gilt auch, wenn die Herausforderungen im Job für Sie viel zu hoch sind und Sie mit jedem Projekt überfordert sind. Sobald Sie merken, dass selbst die größte Anstrengung nicht ausreicht, sinkt die Motivation gegen Null.

  • Keine Ziele und Perspektive

    Im Beruf wollen fast alle Arbeitnehmer etwas erreichen. Mehr Verantwortung, Aufstieg in der Hierarchie des Unternehmens und natürlich auch die damit einhergehende höhere Bezahlung. Solche Ziele und Perspektiven im Job motivieren enorm – wenn sie vorhanden sind. Gibt es diese Chancen bei einem Arbeitgeber nicht, tritt der gegenteilige Effekt ein und es entsteht Lustlosigkeit, weil die Frage Warum soll ich mich überhaupt anstrengen? nicht richtig beantwortet werden kann.

  • Schlechte Arbeitsbedingungen

    Jedem Unternehmen sollte daran gelegen sein, die bestmöglichen Bedingungen für Mitarbeiter zu schaffen. Schließlich kann so direkt die Zufriedenheit und somit auch die Leistung des Teams positiv beeinflusst werden. Veraltete Technik, zu kleine oder zu dunkle Arbeitsplätze führen hingegen zu Lustlosigkeit bei den Arbeitnehmern.

  • Mieses Betriebsklima

    Nette Kollegen und ein guter Chef können ein guter Grund sein, seine Arbeit zu lieben. Leider kommt es aber mindestens genauso oft vor, dass genau diese Personen für die Lustlosigkeit verantwortlich sind. Streitigkeiten am Arbeitsplatz rauben nicht nur den letzten Nerv, sondern auch jegliche Motivation und ist das Betriebsklima einmal ruiniert, ist es oft nur schwer wiederherzustellen.

  • Fehlender Ausgleich

    Die Arbeit ist ein wichtiger Teil des Lebens, der auch eine Menge Zeit in Anspruch nimmt. Fehlt ein entsprechender Ausgleich, kann dies zu Lustlosigkeit im Job führen, selbst wenn Sie Ihrer Beschäftigung gerne nachgehen und die Aufgaben mögen. Es braucht ein Gegengewicht in der Freizeit.

So entkommen Sie der Lustlosigkeit bei der Arbeit

Das Gefühl der Lustlosigkeit auf der Arbeit kann jeden treffen – und die meisten bekommen es früher oder später auch damit zu tun. Wichtig ist deshalb zunächst, dass Sie nicht gleich in große Selbstzweifel oder Grundsatzdiskussionen verfallen müssen, wenn Sie einmal keinen Bock auf Ihren Job haben. So geht es jedem das ein oder andere Mal und es bedeutet nicht, dass Sie sich gleich nach einem neuen Job umsehen müssen.

Allerdings sollten Sie in jedem Fall reflektieren, um welche Art der fehlenden Motivation es sich handelt. Vollkommen unbedenklich ist die kurzfristige Lustlosigkeit. Diese hält höchstens ein paar Tage an, bevor Sie mit neuem Elan durchstarten. Mehr Gedanken sollten Sie sich machen, wenn aus der kurzen Phase eine anhaltende und langfristige Lustlosigkeit wird.

Diese Form ist zwar deutlich seltener, dahinter können jedoch ernsthaftere Probleme stehen, wenn Sie beispielsweise erkannt haben, dass Sie in Ihrem aktuellen Job unglücklich sind oder Ihre Leidenschaft in einem ganz anderen Bereich liegt.

Die gute Nachricht ist jedoch, dass es gleich mehrere Wege und Tipps gibt, die eigene Lustlosigkeit zu bekämpfen und wieder mehr Spaß und Motivation im Job zu haben.

  • Machen Sie ausreichend Pausen

    Es scheint widersprüchlich zu sein, bei ohnehin vorhandener Lustlosigkeit noch Pausen einzulegen, doch kann es tatsächlich eine effektive Erste-Hilfe-Maßnahme sein, um neue Motivation zu schöpfen. Wenn Sie momentan einfach keine Lust haben, irgendetwas zu machen, bringt es Sie kaum weiter, einfach am Schreibtisch zu sitzen und Löcher in die Luft zu starren oder beschäftigt auszusehen, sobald der Chef zufällig in der Nähe ist.

    Besser ist es, ein paar Minuten alles liegen zu lassen und an der frischen Luft ein wenig spazieren zu gehen. So bekommen Sie den Kopf wieder frei , bringen Körper und Geist in Schwung und können sich mit neuer Energie wieder den Aufgaben zuwenden, die vorher liegengeblieben sind.


  • Sorgen Sie für Abwechslung

    Kaum ein Job ist acht Stunden am Tag spannend, interessant und bietet aufregende Herausforderungen. Routinearbeiten gehören dazu, können aber zu Lustlosigkeit führen, die sich auch auf den restlichen Arbeitstag auswirkt. Das können Sie verhindern, indem Sie versuchen, für Abwechslung zu sorgen, damit die Motivation erhalten bleibt.

    Mischen Sie beispielsweise langweilige mit spannenden Aufgaben, falls dies möglich ist. Oder arbeiten Sie nicht immer nur am Schreibtisch, sondern suchen sich einen anderen Platz, an dem Sie ebenso gut arbeiten können. Dank mobiler Technik ist das heute kaum noch ein Problem, beugt jedoch Lustlosigkeit vor.


  • Gehen Sie mit der richtigen Einstellung vor

    Oh nein, nicht das schon wieder… Wenn Sie bereits mit einer solchen Einstellung an ein Projekt herangehen, ist es wenig überraschend, dass Sie nicht gerade motiviert sind. Ihre Gedanken haben großen Einfluss darauf, wie Sie sich fühlen – und können beeinflusst werden.

    Anstatt nur die negativen Aspekte zu sehen und damit bereits das Fundament für Ihre Lustlosigkeit zu legen, können Sie sich genauso gut einreden, dass Sie das Beste aus der Aufgabe herausholen und Spaß dabei haben werden.


  • Suchen Sie das Gespräch

    Wer unter Lustlosigkeit leidet, zieht sich meist zurück. Zu groß ist die Angst, als faul angesehen zu werden oder sogar für fehlende oder schlechte Leistungen kritisiert zu werden. Besser wird es so allerdings auch nicht und Familie, Freunden, Kollegen und dem Chef vorspielen, dass kein Problem vorliegt, wird die Situation eher noch verschärfen.

    Auch wenn es Mut kostet, sollten Sie deshalb über Ihre fehlende Motivation sprechen. Im privaten Umfeld werden Sie sicherlich auf Verständnis stoßen und Zuspruch und Rückhalt erfahren. Wenn Sie eine Ursache des Problems hingegen im Job selbst sehen, kann das Gespräch mit dem Chef helfen, diese aus der Welt zu schaffen und die Lustlosigkeit wieder in Engagement zu verwandeln.

[Bildnachweis: ae ssp by Shutterstock.com]
29. Januar 2018 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

Mehr von der Redaktion und aus dem Netz



Stellenanzeigen finden Sie auf www.karrieresprung.de.

Karrierefragen Hinweis Artikel Unten 1000px Fertig gelesen? Zurück zur Startseite!