Lustlos? Das sollten Sie jetzt tun!

Matt, müde, lustlos – speziell in der dunklen Jahreszeit kann das Büro zum Epizentrum der Antriebslosigkeit werden. Wie vertreibt man sie? Die Grundlagen sind wichtig: Viel schlafen, gut essen, richtig Sport treiben. Dadurch gewinnt man neue Energie. Darüber hinaus gibt es aber noch den einen oder anderen – sehr speziellen – Extra-Tipp, den Sie vielleicht mal ausprobieren könnten…

Lustlos? Das sollten Sie jetzt tun!

Lustlos: Ist das schlimm?

Keine Lust, null Bock – kennen Sie das? Ganz bestimmt. Das miese Wetter, die düsteren Wolken und dann noch die undankbaren Aufgaben im Büro – da will man sich am liebsten wieder unter die Bettdecke verkriechen.

Aber keine Sorge: Stimmungstiefs und ausgewachsene Lustlosigkeit sind erstens normal und zweitens gar nichts Negatives. „Wir sind es nicht mehr gewohnt, den Jahreszeiten entsprechend zu leben. Nicht ohne Grund machen andere Lebewesen einen Winterschlaf und ziehen sich in ihre Höhlen zurück“, sagt die Psychologin Katja Mierke von der Hochschule Fresenius in Köln. Herbst und Winterzeit seien gut zur Entschleunigung. „Wir sollten uns – wie die Natur – auch mal Ruhe gönnen, um neue Kraft für den nächsten Frühling zu tanken“.

Es gibt nur ein kleines Problem: Ihren Chef dürfte dieses Argument nicht so wahnsinnig beeindrucken. Die Präsentation will bis morgen gebaut, der dringende Anruf schnell erledigt, der Kundenbesuch gründlich organisiert werden.

Was also tun, wenn ich mehr Energie und Drive brauche? Karrierebibel sagt Ihnen, wie sie von lustlos auf energisch umschalten…

Lustlos? Das sind die 4 Basis-Tipps

  • Licht

    Der Herbst ist bekannt für seinen Blues. Hauptgrund: Die Tage werden kürzer, der Himmel verdunkelt sich. Der Lichtmangel verändert auch den Hormonhaushalt. So schüttet der Körper mehr Melatonin aus und weniger Serotonin. Melatonin ist als Schlafhormon bekannt, Serotonin als Stimmungsaufheller. Auch kann die Dunkelheit zu Vitamin-D-Mangel führen – das macht matt, müde, lustlos.

    Gegenmittel: Früh aufstehen, rausgehen und Sonnenlicht aufnehmen. Vorhänge und Rollos beiseite schieben, um Tageslicht hereinzulassen. Auch in der Mittagspause nach Möglichkeit den Weg ins Freie – und damit ins Licht – suchen. Und nicht vergessen, den Arbeitsplatz gut auszuleuchten.


  • Sport

    Ausdauertraining lässt die Glückshormone auf und ab hüpfen. So entsteht auch das berühmte Runner’s High. Problem indes: Wer hochgradig lustlos ist, vermag sich erst gar nicht aufzuraffen, in die Joggingschuhe zu schlüpfen und durch den Park zu rennen. Der erste Schritt – viel zu groß.

    Dabei macht allein schon der Gedanke an Sport fit, wollen Wissenschaftler herausgefunden haben. Das Zauberwort heißt Propriozeption. Quintessenz: Wer mental trainiert, aktiviert die gleichen Hirnareale wie beim echten, physischen Training.

    Vielleicht ja eine Strategie, um dem Stimmungstief zu entfliehen: Erst an Sport denken, dann die frische Energie nutzen und selbst körperlich aktiv werden.


  • Schlaf

    Notorisch schlaflose Menschen verlieren auf Dauer die Fähigkeit, positiv zu denken. Das treffe mittlerweile auf ein Drittel aller US-Amerikaner zu, so eine Studie, die im Dezember 2017 im Fachmagazin Cognitive Therapy and Research veröffentlicht wurde.

    „Generell haben wir die Tendenz, die positiven Reize in unserer Umgebung wahrzunehmen“, so Studienautor Ivan Vargas. „Wir tendieren dazu, uns mehr als alles andere auf die positiven Dinge zu fokussieren, aber wir stellen jetzt fest, dass Schlafentzug diese Neigung umkehren könnte.“ In der Studie hatten die Probanden am Computer positive, neutrale und traurige Gesichter möglichst schnell identifizieren sollen. Dabei hatten sie vor allem Probleme, die glücklichen Gesichter wahrzunehmen. Schlussfolgerung: Schlaflosigkeit macht traurig, negativ und lustlos.

    Immer ein guter Rat: Ausreichend schlafen – gerne auch zwischendurch.


  • Essen

    Psychologin Mierke rät dazu, an den kulinarischen Weihnachtstraditionen festzuhalten. Denn die in Nelken und Zimt enthaltenen ätherischen Stoffe würden antidepressiv wirken.

    Ohne Nahrungsaufnahme keine Energie. Diese Weisheit gilt seit dem Urknall.Mangelernährung aber ist offenbar auch in Deutschland noch immer weit verbreitet, vor allem unter älteren Personen. „Bei der Unterernährung kann der Patient seinen Energiebedarf nicht decken, sodass es zu einer allgemeinen Unterversorgung kommt, die meist durch einen Protein- und Energiemangel dominiert wird“, erklärt Ernährungswissenschaftlerin Mareike Maurmann. „Durch den Energiemangel kommt es recht schnell zu einem ungewollten Gewichtsverlust, der besonders zu Lasten der Muskelmasse geht. Diese Patienten sind insgesamt geschwächt, häufig antriebslos und müde.“ Das betreffe vor allem Senioren, die hilfsbedürftig sind oder nach dem Tod des Partners den Appetit verlieren.

    Dabei handelt es sich um ein Altersphänomen, das aber auch jedem Berufstätigen zeigt, wie wichtig Speis und Trank sind, will man nicht in Antriebs- und Lustlosigkeit verfallen. Darum der fundamentale Rat: Ausgewogen essen, gerade in der dunklen Jahreszeit. Wichtige Nährstoffe liefern etwa Fisch, Fleisch, Eier, Hülsenfrüchte, Kohl, Blattgemüse, Kartoffeln, Nüsse, Obst und Milchprodukte.

Für Fortgeschrittene: 8 Tipps gegen Lustlosigkeit

Immer noch lustlos? Die besten Tipps aus dem Netz – darunter auch unkonventionelle bis kuriose – haben wir für Sie gesammelt. So schlagen Sie die Lustlosigkeit in die Flucht…

  1. Den Himmel bewundern

    „Geh raus in den Sonnenschein, geh spazieren„, rät Dave Crisp bei Quora. „Und schau nach oben in den Himmel. Die Augen nach oben zu richten führt dazu, dass du dich physisch besser fühlst. Das ist auch der Grund, dass so viele Religionen dazu ermutigen.“


  2. Über Heirat nachdenken

    „Das erste, was du tun solltest: Setze dir Ziele„, meint Shaun Moss bei Quora und fügt den Rat hinzu: „Das wird dir Fokus und Richtung geben. Wenn alles nichts hilft, denk daran, ob du nicht auch mal heiraten willst. Frauen mögen hart arbeitende Männer, das ist einfach Fakt.“ Was er damit wohl sagen will: Wer lustlos und schlaff zuhause abhängt, wird es nie bis vor den Traualtar schaffen.


  3. Ziele setzen

    Auch Has Nurayin schwört darauf, Ziele zu haben. Aber wie setzt man sie sich richtig? Vielleicht so: „Schreibe deine Ziele auf ein Blatt Papier und befestige es an einem Ort, an dem du es täglich sehen kannst. Schreibe auf, wo du dich in fünf Jahren siehst. Schreibe auch auf, ob du das Ziel erreichen wirst, wenn du DAS tust, was du heute tust. Ändere dein Verhalten so lange, bis die Antwort darauf Ja lautet.“


  4. Liste machen

    „Erstelle eine Liste von 20 kleinen Dingen, die du gerne machst, und mache wenigstens eine dieser Dinge jeden Tag in den nächsten 100 Tagen“, empfiehlt Orla Byrne bei Quora. Die Liste könne Punkte enthalten wie: Mittags draußen essen, den besten Freund zum Quatschen anrufen, sich für ein paar Minuten hinsetzen und den Roman des Lieblingsautors weiterlesen…


  5. Früher aufstehen

    Und Orla Byrne hat noch ein 100-Tage-Konzept mitgebracht. „Stelle deinen Wecker in den nächsten 100 Tagen an jedem Tag eine Minute früher“, schreibt sie. „Steh dann augenblicklich aus dem Bett auf, wenn der Wecker klingelt, öffne das Fenster, lasse etwas Sonnenlicht herein und mach ein paar Dehnübungen.“ Ihre Rechnung: In 100 Tagen wird man eine Stunde und 40 Minuten früher aufstehen als bisher – und mehr Drive, Licht und Lust in seinem Leben haben.


  6. Schocktherapie unterziehen

    „Entnimm deiner derzeitigen Quelle ab sofort kein Geld mehr, ob es deine Eltern, deine Ersparnisse oder eine x-beliebige andere Quelle ist“, lautet der unbarmherzige Ratschlag von Manoj Vyas, der sich eher an jüngere Semester richtet. „Nimm vielmehr gar nichts mehr umsonst an. Sei es das Essen, das dir zuhause serviert wird oder der Raum, in dem du wohnst und schläfst.“ Es sei unmöglich, so über die Runden zu kommen. „Du musst deine faulen Glieder bewegen, um zu überleben oder du stirbst.“ Seine Message: Lustlosigkeit ist ein Luxusproblem.


  7. Aufgaben stückeln

    „Ich setze mir willkürliche Ziele, um mich dazu zu zwingen, voranzukommen“, so ein Reddit-User. „Nachdem ich sie erreicht habe, gebe ich mir härtere Aufgaben, bis ich mich gut genug fühle, echte Dinge zu tun, ohne mir selbst Motivation vortäuschen zu müssen. Ein anderer User wird konkret: „Sagen wir, ich schreibe eine Arbeit für die Schule, habe aber überhaupt keine Lust darauf. Meine ersten Ziele werden sein, ein neues Word-Dokument zu erstellen, es zu speichern als und ihm eine Überschrift zu geben.“ Danach könne man mit weiteren kleinen Teilaufgaben fortfahren, indem man etwa fünf passende Arbeiten im Netz recherchiert, die ersten 100 Wörter schreibt usw.


  8. Kompromisse machen

    „Wenn ich einfach nur faul bin, zwinge ich mich zu einer Art Kompromiss wie Die großen Sachen jetzt falten und die Socken und das Kleinzeug nach einer Pause„, erklärt User Longhorn718 bei Reddit an einem praktischen Beispiel aus dem Haushalt. „Ich wende auch die Taktik an, 15 Minuten zu arbeiten und fünf Minuten Pause zu machen. Meistens endet es so, dass ich mehr mache als geplant.“

[Bildnachweis: Syda Productions by Shutterstock.com]
25. November 2017 Autor: Sebastian Wolking

Sebastian Wolking ist Redakteur der Karrierebibel. Er hat Geschichte, Politikwissenschaften und Germanistik studiert und als Online-Redakteur gearbeitet. Sein Interesse gilt den Veränderungen des Arbeitsmarktes durch die digitale Revolution.

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