Tief überwinden: So geht’s bergauf

Das Leben hat nicht nur gute Seiten, schöne Tage und Höhepunkte. Emotionale Talfahrten, Rückschläge und Niederlagen gehören ebenso dazu. Während Sie sich über die schönen Zeiten freuen und diese genießen sollten, geht es auf der anderen Seite darum, ein Tief überwinden zu können. Nur so lassen Sie sich nicht davon unterkriegen und gehen gestärkt daraus hervor. Leider ist das leichter gesagt als getan. Ausgeprägte Tiefpunkte können hartnäckig sein und einen langen Zeitraum überdauern. Glücklicherweise lässt sich selbst so ein Tief überwinden. Hier erfahren Sie, warum Sie handeln sollten, um ein Tief zu überwinden und was Sie tun können, damit es wieder bergauf geht…

Tief überwinden: So geht's bergauf

Ein Tief ist nichts außergewöhnliches

Wie stark Sie persönlich unter einem Tief leiden, hängt von Ihrer Persönlichkeit, Ihrem Durchhaltevermögen und Ihrer Resilienz ab. Manche fallen in ein regelrechtes Loch, andere können besser mit der Situation umgehen, merken zwar, dass es gerade nicht wie gewohnt läuft, aber lassen sich nicht so stark runterziehen.

Diese Unterschiede sorgen dafür, dass ein Tief anders wahrgenommen wird, grundsätzlich gilt jedoch: Jeder Mensch durchläuft Tiefpunkte. Es kann nicht wie im Märchen immer nur bergauf gehen und das Leben hat mehr zu bieten als Friede, Freude Eierkuchen. Verstehen Sie das bitte nicht falsch! Hier geht es nicht darum, Ihnen schlechte Laune zu machen oder Ihnen den Spaß am Leben zu vermiesen. Ganz im Gegenteil.

Zu wissen und zu akzeptieren, dass Tiefs ein normaler Bestandteil des Lebens sind, bringt gleich mehrere Vorteile:

  • Sie müssen sich nicht schämen

    Wer in einem Tief feststeckt, zieht sich aus Scham oftmals zurück. Statt das Tief überwinden zu können, kann die Isolation es noch weiter verstärken. Denken Sie daran, dass Ihr Umfeld selbst schon einmal in einer ähnlichen Situation gesteckt hat und nachvollziehen kann, wie es Ihnen gerade geht. Dieses Verständnis hilft dabei, sich zu öffnen und darüber zu sprechen.

  • Sie haben es nicht besonders schwer

    Ein großes Problem, wenn Sie ein Tief überwinden wollen, ist Selbstmitleid und der Gedanke, dass das Schicksal besonders grausam zu einem selbst ist. Keine hilfreiche Einstellung. Erinnern Sie sich daran, dass andere ganz ähnliche Phasen im Leben durchlaufen und es nicht nur Sie allein betrifft. Lassen Sie das Selbstmitleid hinter sich und arbeiten Sie daran, das Tief zu überwinden.

  • Sie können das Tief überwinden

    Die Erkenntnis, dass jeder Mensch mit einem gelegentlichen Tief zu kämpfen hat, kann motivierend sein. Schließlich zeigt es, dass es möglich ist, den Tiefpunkt hinter sich zu lassen und sich wieder heraus zu kämpfen. In Ihrem direkten Umfeld gibt es zahlreiche Beispiele von Freunden, Familienmitgliedern oder Kollegen, die ein Tief überwinden konnten.

Warum Sie ein Tief nicht ignorieren sollten

Ein Tief mag nichts außergewöhnliches sein, dennoch ist es ein Fehler, wenn Sie die schlechte Zeit ignorieren und einfach darauf warten, dass es wieder besser wird. Natürlich wird es besser und manchmal klappt das auch, ohne dass Sie viel tun müssen – sich ausschließlich darauf zu verlassen, kann allerdings ein Fehler sein.

Nicht jeder Tiefpunkt geht von allein wieder vorbei. Im schlimmsten Fall wird der Sog nach unten mit der Zeit stärker, Ihre Psyche leidet und Sie steuern auf eine Depression zu, weil Sie irgendwann keinen Ausweg aus der Misere mehr sehen. Dieser Verlauf ist die große Ausnahme, der beste Weg ist es jedoch in jedem Fall, das Risiko so früh wie möglich zu minimieren.

Indem Sie jede Krise ernst nehmen, frühzeitig handeln und das Tief überwinden, geht es schnell wieder aufwärts und Sie verfangen sich nicht in einer Abwärtsspirale.

Tief überwinden: Verschiedene Arten von Tiefs unterscheiden

Tief überwinden emotional Tiefphase Hoch Stimmung Krise TippsSie müssen jedes Tief überwinden, in Ausmaß und Art gibt es dabei jedoch zum Teil große Unterschiede. Das gilt beispielsweise für die Ursache, die hinter Ihrem aktuellen Tief stehen kann, unterschiedlich sind aber vor allem Intensität und Dauer der verschiedenen Arten eines Tiefs.

So kann ein Stimmungstief bereits nach einer halben Stunde wieder vorbei sein und Sie fühlen sich besser. Ernsthaftere Stimmungsschwankungen können sich über mehrere Tage oder durchaus einen Zeitraum von über einer Woche hinziehen.

Ein Tief kann auch saisonal bedingt sein, etwa beim sogenannten Herbstblues oder einer Winterdepression. Abhängig von den Jahreszeiten und fehlendem Sonnenlicht führen hormonelle Veränderungen zu einem Tief.

Ursache eines Tiefs können zudem einschneidende Erlebnisse und Erfahrungen sein. Die Trennung von Partner, ein Jobverlust, Todesfälle im näheren Umfeld oder ähnliches stürzen Betroffene oftmals in eine Krise.

Zu erkennen, in welcher Art von Tief Sie sich befinden, ist der erste Schritt, um wieder herauszukommen und die emotionale Krise zu beenden.

Tipps: So überwinden Sie ein emotionales Tief

Gut gemeinte Ratschläge wie Das wird schon wieder oder Du musst einfach durchhalten sollen zwar helfen, bringen Betroffenen aber meist nur wenig. Um Ihnen wirklich dabei zu helfen, ein Tief zu überwinden, haben wir sechs Tipps aufgelistet, mit denen es für Sie schneller wieder bergauf geht:

  • Akzeptieren Sie das Tief

    Ein Tief verstärkt sich oftmals selbst, weil Betroffene sich zusätzlich schlecht fühlen. Schamgefühle wegen der eigenen Krise, Angst vor der Reaktion anderer und auch ein angekratztes Selbstbewusstsein spielen dabei eine Rolle. Zunächst einmal müssen Sie das Tief deshalb akzeptieren und sich eingestehen, dass es gerade nicht optimal läuft. Schuldgefühle oder Selbstmitleid bleiben jedoch außen vor.

  • Konzentrieren Sie sich auf sich selbst

    Fälschlicherweise wird die Aufmerksamkeit während eines Tiefs von vielen zunächst nach außen gerichtet. Was denken andere? Was erwartet das Umfeld? Wie sollte ich mich nach außen hin geben? Solche Gedanken und Fragen helfen kein bisschen dabei, ein Tief zu überwinden. In erster Linie sollten Sie sich nun auf sich selbst konzentrieren und Ihre eigenen Bedürfnisse in den Vordergrund stellen. Die wichtigste Frage lautet deshalb: Was brauche ich, um dieses Tief überwinden zu können?

  • Hinterfragen Sie die Gründe

    Bei einem Tief gilt: Packen Sie das Problem an der Wurzel. Dafür müssen Sie reflektieren und herausfinden, welche Gründe und Auslöser hinter Ihrem Tief stehen. Mögliche Ursachen gibt es viele: Stress, fehlende Erholung, mentale Erschöpfung, persönliche oder berufliche Schwierigkeiten und viele mehr können infrage kommen. Wenn Sie die Gründe kennen und die Ursache beheben, lässt sich ein Tief meist schnell überwinden.

  • Übernehmen Sie selbst die Verantwortung

    Ihre Einstellung hat großen Einfluss darauf, wie Sie ein Tief überwinden können. Sie sollten sich nicht als Opfer der Umstände sehen. Dies führt nur dazu, dass Sie sich ausgeliefert und hilflos fühlen. Besser ist es, wenn Sie selbst die Verantwortung übernehmen und sich darüber klar werden, dass Sie es selbst in der Hand haben, das Tief zu überwinden. Mit Ihren eigenen Entscheidungen und Handlungen kontrollieren Sie, dass es wieder aufwärts geht.

  • Schwelgen Sie in positiven Gedanken und Erinnerungen

    Aktuell befinden Sie sich in einem Tief, doch durch positive Erinnerungen und Gedanken können Sie aus dem Loch herauskommen. Denken Sie an all die Dinge, für die Sie dankbar sind und die Sie glücklich machen. Auf diese Weise ziehen Sie sammeln Sie neue Kraft und können das Tief überwinden.

  • Umgeben Sie sich mit den richtigen Menschen

    Wer bereits unten ist, braucht niemanden, der ihn noch weiter runterzieht. Gerade jetzt sollten Sie sich mit positiven und optimistischen Menschen umgeben, die Ihnen wieder auf die Beine helfen. In einem Umfeld von Schwarzsehern und Nein-Sagern kommen Sie nicht aus einem Tief heraus. Suchen Sie stattdessen die Nähe zu Menschen, mit denen es tatsächlich nach oben geht.

[Bildnachweis: Syda Productions by Shutterstock.com]
9. Januar 2019 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.



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