Positiv denken: Neues Lebensgefühl mit 8 Tipps + 6 Übungen

Positiv denken kann jeder lernen. Die Macht positiver Gedanken macht glücklich, erfolgreich und verändert unser Leben zum Guten. Das hat nichts mit naivem Wunschdenken oder Schönmalerei zu tun. Studien zeigen: Glücklich sein hängt nur zu zehn Prozent von den Umständen ab. Unser Denken ist viel wichtiger. Es beeinflusst unser Lebensgefühl zu 40 Prozent. In der folgenden Anleitung zeigen wir praxiserprobte Tipps und effektive Übungen, wie Sie in Zukunft positiver denken und so zufriedener werden – privat und beruflich…

Positiv denken: Neues Lebensgefühl mit 8 Tipps + 6 Übungen

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Was ist positiv denken?

Positiv Denken bedeutet, seine Wahrnehmung bewusst zu lenken. Weg von Frustration, einem Defizit oder Mangel, hin zu den Möglichkeiten. Statt Risiken, sehen wir Chancen. Statt das Glas halb leer zu betrachten, sehen wir es halb voll. Statt auf das zu blicken, was fehlt, sind wir dankbar für das, was wir (erreicht) haben.

Positiv denken, heißt, sich mehr zuzutrauen, an sich und die eigenen Ideen oder Zukunft zu glauben – und so tatsächlich mehr zu schaffen. Optimismus fördert nachweislich die mentale und körperliche Gesundheit. Viele große Erfolge gehen auf positives Denken zurück: Alle sagten, es sei unmöglich. Bis eine(r) kam, der es es trotzdem machte. Nichts ist unmöglich!

Positiv denken UND realistisch bleiben!

Nicht wenige tun positives Denken als esoterische Quacksalberei ab. Eine Art Realitätsverlust, bei dem man die Welt nur durch eine rosarote Brille betrachtet. Das wäre tatsächlich naiv. Ist aber auch falsch: „Positiv Denken“ bedeutet nicht, alles Negative auszublenden und sich die Dinge schönzureden.

Vielmehr geht es um einen realistischen Optimismus (siehe Video). Der Optimist ist genauso Realist wie der Pessimist. Jede Medaille hat zwei Seiten. Den Unterschied macht, worauf wir uns fokussieren: das Positive oder Negative?

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8 Tipps für positives Denken

Egal ob Krankheit, private Probleme oder Schwierigkeiten im Job: Mit den folgenden Tipps und Übungen können lernen, positiver zu denken – und den Optimismus zur Gewohnheit zu machen.

1. Hören Sie auf, sich zu vergleichen

Der Kollege verdient mehr, der Nachbar hat das schönere Haus, ein Kollege ist schon wieder befördert worden… Ständige Vergleiche verhindern, dass wir positiv denken. Mehr noch: Sie machen unglücklich. Es wird immer Menschen geben, denen es (vermeintlich) besser geht. Aber noch viel mehr, denen es schlechter geht. Ändern Sie den Blickwinkel! Konzentrieren Sie sich auf sich selbst und freuen Sie sich über das, was Sie alles sind, können, haben. Fokussieren Sie sich auf das, was SIE wollen, nicht auf andere!

2. Identifizieren Sie Auslöser

„Alles Mist!“ – Verallgemeinerungen wie diese werden schnell zu Glaubenssätzen. Läuft es im Job gerade nicht rund, wird daraus im Handumdrehen das gesamte Leben zur Krise. Dabei überschattet nur ein singuläres (und oft bedeutungsloses) Ereignis den Rest. Um positiver zu denken, sollten Sie hinterfragen, was der Grund hinter den schlechten Gedanken ist. Ohne die Gesamtsituation negativ zu bewerten! Sobald Sie die Ursache identifizieren, können Sie gezielt daran arbeiten – und solche Situationen künftig realistischer und weniger impulsiv beurteilen.

3. Lächeln Sie öfter

Ein Lächeln sorgt schon nach kurzer Zeit für bessere Laune und einen positiven Blick auf die Umstände. Selbst dann, wenn es gar keinen Grund zum Lachen. Dahinter steckt eine körperliche Reaktion, die durch die Gesichtsmuskeln ausgelöst wird. Das Gehirn schüttet daraufhin Glückshormone wie Serotonin und Dopamin aus. Hinzu kommt, dass Lächeln auf Ihr Umfeld wirkt: Sie wirken offener, positiver – und bekommen Sympathien und Vertrauen zurück. Darum: LMAA – Lächle mehr als andere!

4. Lassen Sie Passiertes los

Viele Menschen halten jahrelang an Dingen fest, die ihnen passiert sind: Ungerechtigkeiten, Verrat, Niederlagen. Indem Sie loslassen und daraus lernen, lassen Sie die Vergangenheit hinter sich und richten den Blick wieder nach vorne. Kurz: Fragen Sie seltener WARUM – fragen Sie lieber WOZU?

5. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Stärken

Jeder Mensch hat Stärken. Schwächen natürlich auch. Aber viele fokussieren allein auf ihre Defizite. Das zieht aber runter und raubt Energie. Indem Sie Ihre Stärken stärken steigt die Erfolgswahrscheinlichkeit schon um 50 Prozent. Deshalb: Lieben und akzeptieren Sie sich so, wie Sie sind. Und machen Sie das Beste daraus!

6. Meiden Sie toxische Menschen

Vorsicht vor Schwarzsehern! Es gibt toxische Menschen, die mit ihrem Negativismus alles und alle in ihrem Umfeld in den Abgrund ziehen. Immer nur meckern, jammern, miesepetern. Früher oder später färbt das auf Sie ab. Meiden Sie solche Menschen und suchen Sie bewusst die Nähe von positiven Menschen, die viel Lachen und das Leben „tanzen“. Das sind echte Glücklichmacher.

7. Widerlegen Sie negative Gedanken

Die meisten Sorgen und negativen Gedanken basieren auf Annahmen über die Zukunft. Egal, ob allgemein („Das klappt nie!“) oder persönlich („Ich kann sowas nicht.“): Strafen Sie diese Selbstaussagen Lügen. Auch hier helfen Ihre Aufzeichnungen aus dem Tagebuch. Oder gründliche Recherche. Pessimismus ist in den meisten Fällen unbegründet. Wie heißt es so richtig: „Wir sollten uns weniger Sorgen machen, um Dinge, die wir sowieso nicht kontrollieren können.“

8. Übernehmen Sie Verantwortung

Positiv Denken bedeutet, Verantwortung zu übernehmen – für das Leben und sein Handeln. Nicht wenige Menschen flüchten sich in die Opferrolle, weil es bequemer ist. Dann sind andere oder die Umstände Schuld. Praktisch. Indem Sie Verantwortung übernehmen, gewinnen Sie die Kontrolle zurück. Sie nehmen das sprichwörtliche Lenkrad wieder in die Hand – und machen das Beste aus allem.

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6 Übungen für positives Denken

1. Beginnen Sie den Tag mit positiven Gedanken

Schon wie wir in den Tag starten, kann diesen entscheidend prägen. Negative Nachrichten im Fernsehen, Sorgen und Grübeleien: So wird das nichts mit dem Positiv Denken. Es entsteht nur ein schädliches Gedankenkarussell und eine Frust-Paralyse. Etablieren Sie stattdessen eine unbeschwerte und positive Morgenroutine. Beginnen Sie Ihren Tag mit guten Gedanken, Zuversicht und großartigen Erwartungen. Sie werden sehen: Davon wird mehr wahr, je positiver Sie von sich und dem Tag denken. Jeder Moment zählt!

2. Führen Sie ein Dankbarkeits-Tagebuch

Aufschreiben kann helfen, positiver zu denken. Es klärt unsere Erinnerungen. Schreiben Sie jeden Tag auf, worüber Sie sich freuen, wofür Sie dankbar sind, was gut gelaufen ist und worauf Sie stolz sind. So halten Sie sich die positiven Dinge in Ihrem Leben vor Augen. Ein paar Minuten reichen schon. Das können Erfolge im Job, schöne Momente oder scheinbar Selbstverständliches wie Essen, Gesundheit oder ein Dach über dem Kopf sein. Wer mag, kann dies auch in Form eines Erfolgstagebuchs oder Juhu-Liste tun.

3. Verändern Sie Ihre Körperhaltung

Nicht nur Gedanken beeinflussen unser Denken. Die Körperhaltung hat ebenso großen Einfluss darauf. Biofeedback heißt der Effekt in der Fachsprache. Allein dadurch, dass wir aufrecht stehen, die Schultern breit machen, die Brust stark machen, den Kopf hochnehmen, lassen sich Gefühle und Gedanken „aufrichten“ (siehe diesen Embodiment-Trick). Probieren Sie es aus! Funktioniert zu 100 Prozent.

4. Suchen Sie gezielt nach dem Guten

In nahezu jeder Situation steckt auch etwas Gutes. Manchmal springt es direkt ins Auge. In einigen Fällen müssen Sie erst suchen. Genau das sollten Sie trainieren: Nehmen Sie sich die Zeit, um auch in schwierigen Lagen das Positive zu suchen. Zuerst akzeptieren Sie die Situation so, wie sie ist. Dann lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die positiven Aspekte: Haben Sie etwas gelernt? Konnten Sie daran wachsen und sich weiterentwickeln? Auch ein Schritt zurück, kann ein Schritt weiter sein. Statt sich zu ärgern, lernen Sie, die Möglichkeiten zu sehen. Und Sie werden ein Universum entdecken.

5. Ersetzen Sie negative Gedanken

Versuchen Sie nicht, negative Gedanken zu unterdrücken. Das führt zum sogenannten Rebound-Effekt und verstärkt diese. Wenn Sie bei pessimistischen Hypothesen und Gedanken ertappen, dann drehen Sie diese bewusst um und ersetzen Sie negative Annahmen durch positive. Aus „Ich kann das nicht“ wird so zum Beispiel ein „Ich werde es schaffen.“ Es macht einen Riesenunterschied wie wir die Welt und unsere Zukunft betrachten. Unsere Energie geht dorthin, worauf sich unsere Aufmerksamkeit richtet. Nicht selten wird daraus eine sich selbsterfüllende Prophezeiung – im Guten wie im Schlechten. Letztlich ist Erfolg vor allem das: Einstellungssache.

6. Meditieren Sie regelmäßig

Ob Sie meditieren oder beten: Beides sorgt für mehr Klarheit im Geist und innere Ruhe. Die positive Wirkung der Meditation ist längst wissenschaftlich belegt: die Konzentration steigt, die Lebenserwartung ebenfalls. Wir verspüren mehr Freude und Energie, sogar der Lebensstil wird gesünder (siehe in diesem PDF).

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Wie positiv denken und Erfolg zusammenhängen

Der Glücksforscher Shawn Achor kommt zu dem Ergebnis: Nicht der Intelligenzquotient (IQ) ist für Glück und Erfolg ausschlaggebend. Wichtiger – zu satten 75 Prozent – sind Optimismus und die Fähigkeit mit Stress umzugehen. Er nennt dieses positive Mindset den „Glücks-Vorteil“. In Zahlen ausgedrückt:

  • Das positiv denkende Gehirn ist um 31 Prozent produktiver als im negativen oder neutralen Zustand.
  • Wer als Verkäufer tätig ist, hat eine um 37 Prozent höhere Erfolgsquote.
  • Ärzte sind um 19 Prozent schneller und besser darin, die richtige Diagnose zu stellen.

Kurz: Positiv denken ist wie Doping für das Gehirn. Die Leistungen steigen. Die Erfolge auch.

Was positives Denken bringt

Positives Denken hat zahlreiche Vorteile. Es muss dabei nicht nur um (beruflichen) Erfolg gehen. Unser gesamtes Leben profitiert davon. Ein paar Beispiele:

  • Positives Denken macht gesund und setzt ungeahnte Heilungseffekte in Gang (siehe „Placebo-Effekt„).
  • Wer nur auf die Misserfolge blickt, blockiert sich. Positives Denken schenkt Zuversicht und gibt uns die Handlungskontrolle zurück.
  • Wer (von sich) positiv denkt, wird selbstbewusster und steigert sein Selbstwertgefühl.
  • Positives Denken erweitert den Horizont: Sie erkennen mehr Chancen und Möglichkeiten.
  • Perspektivwechsel auf die positiven Dinge und Dankbarkeit machen nachweislich glücklich.

Machen Sie sich klar: Positiv Denken ist in erster Linie das: eine Entscheidung. Die Dinge sind nicht von sich aus positiv oder negativ. Das werden Sie erst durch unsere Bewertung. Oder wie es die Schriftstellerin Anaïs Nin formuliert hat: „Wir sehen die Dinge nicht, wie sie sind, wir sehen sie so, wie wir sind.“ Heißt: Sie selbst können entscheiden, wie Sie die Dinge sehen.

Woher kommt das positive Denken?

Seinen Ursprung hat das positive Denken beim französischen Apotheker Émile Coué. Der entwickelte das Konzept der Autosuggestion als Selbsthilfe-Methode. Mithilfe positiver Affirmationen („Es geht mir gut, ich bin glücklich“) wurden seine Klienten häufiger gesund, als wenn sie ausschließlich Medikamente nahmen.

Daraus entwickelte sich später die „Positive Psychologie“ um den Psychologen Martin Seligmann. Sie untersucht heute die Wirkung positiver Gedanken, Gefühle und Gelassenheit sowie deren und selbstheilende Kräfte. Es geht um das eigene Potenzial und darum, mehr Einfluss auf das eigene Leben zu gewinnen.

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[Bildnachweis: Doppelganger4 by Shutterstock.com]
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14. November 2020 Jochen Mai Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Der Autor mehrerer Bücher doziert an der TH Köln und ist gefragter Keynote-Speaker, Coach und Berater.


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