Selbstwirksamkeit: Definition und Tipps

Die Einstellung den eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten gegenüber beeinflusst in hohem Maße die eigenen Emotionen und Denkweisen, das gesamte Handeln und auch den persönlichen Erfolg in jedem Bereich. Selbstwirksamkeit spielt dabei eine wichtige Rolle. Dahinter verbirgt sich mehr als eine einfache Tschakke-du-schaffst-das-Mentalität. Fehlt es Ihnen an der nötigen Selbstwirksamkeit, stehen Sie sich in vielen Situationen Situationen mit Ihrer Haltung selbst im Weg. Statt an sich selbst zu glauben, reden Sie sich und Ihr Können klein und schaffen es schon deshalb nicht, Ihre Ziele zu erreichen. Wie ausgeprägt der Glaube daran, selbst etwas bewirken zu können, ist, hängt von der Persönlichkeit und früheren Erfahrungen ab – doch Selbstwirksamkeit lässt sich auch lernen…

Selbstwirksamkeit: Definition und Tipps

Selbstwirksamkeit: Was ist das überhaupt?

Selbstwirksamkeit Definition Psychologie Beispiel Synonym Bedeutung ErklärungDas Konzept der Selbstwirksamkeit wurde bereits vor rund 40 Jahren vom kanadischen Psychologen Albert Bandura entwickelt. Im Kern geht es dabei um die persönliche Überzeugung, selbst schwierige Aufgaben, Herausforderungen oder Probleme durch eigenes Handeln wirksam bewältigen zu können. Oder anders und noch einfacher ausgedrückt: Selbstwirksamkeit bedeutet, darauf zu vertrauen, eine Handlung erfolgreich ausführen zu können.

Damit ist die Selbstwirksamkeit eng mit dem Selbstbewusstsein eines Menschen verknüpft. Ein hohes Maß an Selbstwirksamkeit zeigt sich dadurch, dass Sie an sich und Ihre eigenen Kompetenzen glauben. Sie sind davon überzeugt, in der Lage zu sein, mit Ihren Verhaltensweisen und Entscheidungen etwas zu bewirken.

Fehlt es hingegen an Selbstwirksamkeit, entsteht das Gefühl, keine Kontrolle zu haben und nur durch äußere Umstände, das Schicksal oder andere Menschen bestimmt und kontrolliert zu werden. Das zeigt sich beispielsweise dadurch, dass Geschehnisse immer auf Glück oder Zufall geschoben werden, weil nicht erkannt und akzeptiert wird, dass das eigene Handeln etwas bewirken kann.

Ihre Selbstwirksamkeit wird zu jedem Zeitpunkt mit der Frage Kann ich das wirklich schaffen? konfrontiert. So können Sie in verschiedenen Bereichen auch in unterschiedlichem Maß spezifisch selbstwirksam sein. Vielleicht kennen Sie sich in Ihrem Job gut aus und sind Experte auf Ihrem Gebiet – dann agieren Sie mit entsprechend großer Selbstwirksamkeit. Gänzlich neuen Herausforderungen stehen Sie eventuell mit weniger Überzeugung in die eigenen Fähigkeiten gegenüber.

Hier greift dann Ihre allgemeine Selbstwirksamkeit, also der Grundsätzliche Glaube daran, dass Sie mit Ihrem Handeln jede noch so schwierige Situation meistern können.

Wie sich Selbstwirksamkeit auf Sie auswirkt

Wer dem Irrglauben unterliegt, Selbstwirksamkeit wäre nicht sonderlich wichtig, unterschätzt damit deutlich die Auswirkungen, die selbstwirksames Denken und Handeln auf einen Menschen haben kann. Das beginnt schon damit, dass Ihre Selbstwirksamkeit dafür verantwortlich ist, welche Entscheidungen Sie treffen, welche Ziele Sie sich setzen und ob Sie überhaupt etwas tun oder es von Anfang an bleiben lassen.

Bandura analysierte menschliches Verhalten über mehrere Jahre und kam dabei zu dem Ergebnis: Um überhaupt mit einer Handlung zu beginnen, müssen Menschen davon überzeugt sein, diese auch tatsächlich erfolgreich leisten und ausführen zu können. Wir tun also prinzipiell nur was, von dem wir auch glauben, es tun zu können.

Ein einfaches Beispiel: Ihrer Gesundheit zuliebe sollten Sie mit dem Rauchen aufhören. Wenn Sie aber nicht daran glauben, dies schaffen zu können, werden Sie es erst gar nicht versuchen. Stattdessen glauben Sie, dass die Sucht zu stark oder die Umstände zu schwierig sein. Sind Sie hingegen von Ihrer Disziplin und Willensstärke überzeugt, werden Sie sich daran machen und das Rauchen aufgeben.

Darüberhinaus hat eine ausgeprägte Selbstwirksamkeit weitere positive Effekte auf Sie:

  • Sie haben mehr Erfolg

    Es ist keine Neuigkeit mehr, dass die Einstellung, mit der Sie an eine Aufgabe herangehen, großen Einfluss auf das Ergebnis hat. Wenn Sie ein hohes Maß an Selbstwirksamkeit mitbringen, glauben Sie daran, erfolgreich zu sein und werden es daher auch mit größerer Wahrscheinlichkeit. Auch in Studien zeigte sich, dass Selbstwirksamkeit den beruflichen Erfolg positiv beeinflusst.

  • Sie geben nicht so schnell auf

    Selbstwirksamkeit für zu mehr Ausdauer und Durchhaltevermögen. Sie handeln aus der Überzeugung heraus, dass Sie es wirklich schaffen und erreichen können – Rückschläge und Schwierigkeiten bringen Sie von diesem Glauben nicht ab, sondern Sie machen solange weiter, bis Sie wirklich am Ziel sind.

  • Sie haben weniger Ängste

    Das Gefühl, nichts selbst in der Hand zu haben und schwierige Situationen nicht erfolgreich bewältigen zu können, kann große Angst auslösen. Glauben Sie hingegen daran, mit allem fertig werden zu können, können Sie Ihre Ängste kontrollieren.

So können Sie mehr Selbstwirksamkeit lernen

Eine starke Selbstwirksamkeit – und auch deren vollkommenes Fehlen – ist ein erlerntes Verhalten. Die Erfahrungen, die Sie in Ihrem Leben machen, stärken oder schwächen Ihre Selbstwirksamkeit. Das beginnt schon in sehr jungen Jahren, geht aber in jedem Alter weiter.

Das bedeutet aber auch: Sie können Selbstwirksamkeit erlernen und sich den Glauben an die eigenen Fähigkeiten antrainieren. Albert Bandura identifizierte dabei insgesamt vier verschiedene Faktoren, aus denen Selbstwirksamkeit entstehen und wachsen kann:

  • Machen Sie positive Erfahrungen

    Ihre Selbstwirksamkeit basiert auf den Erfahrungen, die Sie gemacht haben. Dies können Sie nutzen, um für die Zukunft mehr Selbstwirksamkeit aufzubauen. Erfolgserlebnisse und positive Erfahrungen zeigen Ihnen, dass Sie alles schaffen können, was Sie sich vornehmen und dass Sie es selbst in der Hand haben, Ihre Ziele zu erreichen.

    Dabei gilt: Je größer die Herausforderung, die Sie gemeistert haben, desto stärker der Effekt auf Ihre Selbstwirksamkeit. Es empfiehlt sich aber dennoch, mit kleinen Schritten anzufangen. Ansonsten ist die Gefahr groß, dass es nicht klappt und Sie negative Erfahrungen machen.

  • Suchen Sie sich Vorbilder

    Nicht immer müssen Sie selbst den Erfolg erleben. Auch Vorbilder, denen Sie ähnlich sind und mit denen Sie sich vergleichen, können einen positiven Effekt auf Ihre Selbstwirksamkeit haben.

    Sehen Sie beispielsweise, wie ein Kollege ein Problem löst, vor dem auch Sie stehen, steigt Ihre Überzeugung, dass auch Sie dazu in der Lage sind. Dabei ist es wichtig, dass eine möglichst große Ähnlichkeit zum Vorbild besteht, um den Effekt zu verstärken.

  • Lassen Sie sich Mut machen

    Ein starker Rückhalt und Bestätigung durch Freude oder Familie sind eine treibende Kraft für mehr Selbstwirksamkeit. Wenn etwa Ihr Partner an Sie und Ihre Fähigkeiten glaubt und Ihnen Mut macht, macht sich dies auch in Ihrer eigenen Überzeugung bemerkbar.

    Übertreiben sollte man das jedoch nicht. Wenn andere Sie zu etwas anspornen, dass Sie einfach nicht leisten können, weil es vollkommen unrealistisch ist, kehrt sich der ansonsten positive Effekt ins Gegenteil.

  • Kontrollieren Sie Ihre Emotionen

    Wenn Sie verstehen, wie Ihr Körper in bestimmten Situationen reagiert und es Ihnen dann noch gelingt, diese Reaktionen besser zu kontrollieren, sind Sie einer größeren Selbstwirksamkeit bereits ein großes Stück näher gekommen.

    Packt Sie jedes Mal die Angst, wenn Sie vor einem Problem stehen? Das muss nicht bedeuten, dass Sie es nicht schaffen können oder ein Anzeichen für Schwäche sein. Sobald Sie Ihre Reaktionen auf Herausforderungen im Griff haben, können Sie diese mit mehr Selbstwirksamkeit angehen.

[Bildnachweis: Honza Hruby by Shutterstock.com]
16. März 2018 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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