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Misogynie: Definition, Ursachen + Was dagegen tun?

Gleichberechtigung und ein respektvoller Umgang miteinander sind leider keine Selbstverständlichkeit. Misogynie ist im Alltag und gerade im Beruf ein verbreitetes Problem. Frauen werden aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert, sind Vorurteilen und teilweise offener Geringschätzung ausgesetzt. Wir erklären, was Misogynie bedeutet, welche Ursachen hinter dem Frauenhass stehen und was Sie dagegen tun können…



Misogynie: Definition, Ursachen + Was dagegen tun?

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Definition: Was ist Misogynie?

Misogynie ist ein Oberbegriff für verschiedene Formen von Frauenhass, Abneigung, Abwertung oder Verachtung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts. Frauenfeindlichkeit zeigt sich in Diskriminierung und der Einstellung, dass Frauen weniger wert und schlechter als Männer seien.

Es ist eine krankhafte Abneigung, die von einzelnen Personen ausgehen kann, aber auch in der Gesellschaft auftritt. In Zeiten von Gleichberechtigung und Female Empowerment ist Misogynie veraltet und nicht mehr akzeptiert. Trotzdem ist es ein bestehendes Problem, das zu oft geleugnet und verschwiegen wird.

Was bedeutet internalisierte Misogynie?

Typischerweise geht Misogynie von Männern aus. Aus einem Gefühl der eigenen Macht und Überlegenheit wird das andere Geschlecht abgewertet. Internalisierte Misogynie beschreibt das Phänomen, dass Frauen selbst negative Vorurteile und Einstellungen gegenüber Frauen übernehmen. Frauen empfinden aufgrund des Geschlechts Minderwertigkeit, reden Leistungen und Erfolge von Frauen schlecht und adaptieren klassische Rollenbilder.

Zur internalisierten Misogynie zählt auch, dass Frauen sich selbst die Schuld am frauenfeindlichen Verhalten von Männern geben. Sie suchen die Verantwortung nicht bei den Verursachern, sondern fühlen sich selbst schlecht.

Misogynie: Englisch und Synonym

Auf Englisch heißt es misogyny oder misogynistic behaviour. Synonym im Deutschen wird von Frauenhass, Frauenfeindlichkeit, Frauenverachtung, Frauenfeindschaft oder Weiberhass gesprochen. Der Begriff ist eine Zusammensetzung aus dem Altgriechischen: misos = Hass und gyne = Frau.

Das Gegenteil von Misogynie ist Misandrie – also Männerfeindlichkeit. Diese beschreibt eine ebenso geschlechterspezifische Abneigung und Verachtung gegen Männer basierend auf Vorurteilen und negativen Zuschreibungen.


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Ursachen: Wie entsteht Misogynie?

Frauenfeindliches Denken und Handeln kann verschiedene Ursachen haben und wird tief in der Psychologie eines Menschen verankert. Aber wie kommt es dazu, dass jemand Frauen verachtet und abwertet? Dazu können mehrere Gründe führen:

  • Frühe Erfahrungen

    Negative Erfahrungen in der Kindheit oder Jugend prägen die Einstellung für das gesamte Leben. Traumatische Erlebnisse mit Frauen oder schlechte Erfahrungen mit weiblicher Autorität werden auf das gesamte Geschlecht übertragen und führen zum negativen Frauenbild.

  • Persönliche Ablehnung

    Ein Motiv hinter Misogynie ist auch die persönlich erlebte Abneigung. Werden beispielsweise Gefühle nicht erwidert oder eine Beziehung scheitert, reagieren manche Männer mit einem Hass auf alle Frauen. Sie fühlen sich von allen schlecht behandelt und zeigen dies in ihrer Denkweise.

  • Gesellschaftliche Normen

    Häufige Ursache sind gesellschaftliche Normen und damit verbundene Rollenbilder für Geschlechtern. Der Mann ist der starke Beschützer, trifft Entscheidungen und ist wichtig – Frauen sind ihm untergeben, kümmern sich um Haushalt und Familie. Diese veralteten Rollen sind in vielen Köpfen noch präsent. Verstärkt wird es in Kulturen mit einem Patriarchat, in denen Männer weiterhin eine bevorzugte Stellung haben.

  • Verbreitete Vorurteile

    Vorurteile bestimmen das Denken. Je mehr negative Stereotype es zu Frauen gibt, desto verbreiteter ist frauenfeindliches Gedankengut. Frauen müssen ständig kämpfen, um aus den Denkschubladen zu entkommen, in die sie gesteckt werden.

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4 Arten von Misogynie

Misogynie zeigt sich nicht nur in der Einstellung, sondern in verschiedenen Verhaltensweisen. Dabei werden verschiedene Formen der Frauenfeindlichkeit unterschieden:

1. Verbale Frauenfeindlichkeit

Die häufigste Art ist verbale Frauenfeindlichkeit. Dazu zählen sexistische Anmerkungen, Beleidigungen, abwertende Sprüche oder Begriffe, die Frauen aufgrund ihres Geschlechts herabwürdigen.

2. Körperliche Frauenfeindlichkeit

Körperliche Frauenfeindlichkeit zeigt sich durch sexuelle Belästigung oder verschiedene Formen von Gewalt. Dabei handelt es sich nicht nur um frauenfeindliches Verhalten, sondern um Straftaten.

3. Psychologische Frauenfeindlichkeit

Psychologische Frauenfeindlichkeit besteht zu großen Teilen aus Manipulation, Bedrohungen oder Machtmissbrauch. Frauen sollen dazu gebracht werden, sich so zu verhalten, wie Männer es gerne wollen (siehe auch: Gaslighting).

4. Diskriminierende Frauenfeindlichkeit

Diskriminierende Frauenfeindlichkeit umfasst alle Benachteiligungen und Herabwürdigungen aufgrund des Geschlechts. Beispiel: Ein männlicher Kollege bekommt die Beförderung, obwohl Leistung, Erfahrung und objektive Kriterien für die Frau im Team sprechen.

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Misogynie erkennen: Typische Anzeichen für Frauenverachtung

Ob im Alltag oder im Job: Misogynie wird meist verschwiegen und als Tabu behandelt. Das Verhalten wird ignoriert, als unbedachter Kommentar oder schlechter Witz abgetan. Ein Fehler! Um Frauenfeindlichkeit zu bekämpfen und zu entkräften, müssen Sie das Verhalten als solches erkennen. Hier einige typische Beispiele und Anzeichen:

  • Frauen werden ignoriert
    Gute Vorschläge, sinnvolle Ideen, wichtige Meinungen – und am Ende wird alles ignoriert, weil es von einer Frau kommt. Männliche Beiträge werden als wichtiger, besser und relevanter erachtet und deshalb umgesetzt.
  • Frauen werden herablassend behandelt
    Häufiges Beispiel ist Mansplaining: Herablassendes und ungewolltes Erklären von Begriffen oder Situationen, bei dem Männer sich als schlau und kompetent präsentieren wollen.
  • Frauen werden unterbrochen
    Ein weiteres männliches Phänomen ist das Manterrupting. Frauen werden in Gesprächen regelmäßig unterbrochen, weil Männer glauben, selbst etwas Wichtigeres zu sagen zu haben. Frauen ins Wort zu fallen, um das Gespräch an sich zu reißen, zeugt von mangelndem Respekt.
  • Frauen werden sexualisiert
    Misogynie zeigt sich deutlich, wenn Frauen sexualisiert werden. Die Persönlichkeit, Werte, Ansichten, Erfahrungen und Leistungen spielen keine Rolle. Stattdessen wird eine Frau nur auf ihre Sexualität reduziert.
  • Frauen werden in Rollenbilder gesteckt
    „Du musst doch so sein, weil Frauen eben so sind…“ – Auch Zuschreibungen von bestimmten Eigenschaften und klassischen Rollenbildern sind eine Form der Misogynie. Sie zwingt Frauen eine Erwartungshaltung auf und schreibt vor, wie frau sich zu verhalten hat.
  • Frauen werden anders bewertet
    Beispiel: Männer, die Karriere machen, sind erfolgreich, ambitioniert und durchsetzungsstarke Leistungsträger – wollen Frauen auf der Karriereleiter nach oben, vernachlässigen sie ihre Familie und setzen falsche Prioritäten. Es wird zwischen den Geschlechtern unterschiedlich bewertet und mit zweierlei Maß gemessen.

Was tun gegen Misogynie?

Die wichtigsten Schritte gegen Misogynie sind Aufklärung über das Problem, Bildung und Selbstreflexion. Schon ein bewussterer Umgang mit eigenen Denkweisen und teilweise unbewussten Stereotypen (siehe: Unconscious Bias) hilft, Frauenfeindlichkeit zu bekämpfen.

Zusätzlich helfen diese Tipps, um Misogynie zu verhindern und einzudämmen:

  • Sprechen Sie das Thema an
    Frauenfeindlichkeit darf nicht ignoriert werden. Bemerken Sie ein entsprechendes Verhalten, sollten Sie darauf hinweisen. Erst durch die Kommunikation und möglicherweise auch eine kleine Konfrontation wird ein Umdenken erreicht.
  • Schauen Sie nicht tatenlos zu
    Greifen Sie ein und bieten Sie Ihre Hilfe an, wenn Sie Misogynie beobachten. Das gilt bei verbalen Angriffen, körperlicher und psychischer Gewalt gleichermaßen. Entschiedenes Auftreten und Grenzen setzen ist in der Gesellschaft wichtig, um frauenverachtendes Verhalten zu unterbinden.
  • Setzen Sie sich für mehr Gleichberechtigung ein
    Im Privatleben, aber gerade auch im Job sollten Sie mit gutem Beispiel vorangehen und sich für mehr Gleichberechtigung einsetzen. Dazu gehört auch, den Status Quo zu hinterfragen. Haben Frauen in Ihrem Job wirklich die gleichen Chancen und werden gleichgestellt behandelt? Oder besteht die Führungsetage ausschließlich aus Männern? Im nächsten Schritt können Sie Maßnahmen erarbeiten, um daran etwas zu ändern.

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