Misanthrop: Test zum Selbstcheck & 4 Tipps für Philanthropie

Der Misanthrop ist laut Duden ein Menschenfeind. Er lehnt ihre Nähe ab oder hasst sie sogar. Vorsicht vor Fremden ist sicher nicht ganz falsch. Ein echter Menschenhasser aber schadet sich und seinem Umfeld. So glauben manche Psychologen, dass Misanthropen sogar zur Depression neigen. Finden Sie hier heraus, was einen Misanthrop ausmacht – oder ob Sie selbst zur Misanthropie neigen (kostenloser Test). Dazu geben wir Ihnen bewährte Tipps, wie Sie Denkweisen ändern und sich vom Misanthropen zum Menschenfreund wandeln können…

Misanthrop: Test zum Selbstcheck & 4 Tipps für Philanthropie

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Bedeutung: Was ist ein Misanthrop?

Der Begriff Misanthrop (englisch = „misanthrope“) stammt aus dem Griechischen „miseín“ = „hassen“, „ablehnen“ und „ánthrōpos“ = „Mensch“ ab. Das Gegenteil eines solchen Menschenfeindes oder Menschenhassers ist der „Philanthrop“, der die Menschen liebt. Die Einstellung und Denkweise des Misanthropen spiegelt sich nicht unbedingt in jeder Handlung und Entscheidung. Beispielsweise geht die Psychologie davon aus, dass ein Misanthrop durchaus hilfsbereit handeln kann, nur damit schon viele schlechte Erfahrungen gemacht hat.

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Test: Sind Sie ein Misanthrop?

Einen Misanthropen zu erkennen, braucht Zeit. Je länger Sie Kontakt zu einer Person haben, desto besser können Sie beurteilen, wie dieser über seine Mitmenschen denkt. Aber wie sieht es mit Ihnen selbst aus, sind Sie ein Misanthrop? Nachfolgend haben wir Aussagen aufgeführt, die typisch für einen Misanthropen sind. Zählen Sie die Punkte der Aussagen zusammen, denen Sie zustimmen können. Am Ende der Liste erhalten Sie Sie Lösungen zur Gesamtpunktzahl.

1. Menschen sind böse. Es gibt keine guten Menschen. Jeder, der etwas anderes behauptet ist absolut naiv. – 2 P.

2. Das ist mir zu pauschal. Ich kenne auch gute Menschen, man muss nur genau hinsehen. – 1 P.

3. Jeder Mensch hat die Anlage zu etwas Gutem. Die Umwelt prägt einen Menschen. – 0 P.

4. Ohne technische Hilfsmittel wäre der Mensch aufgeschmissen. – 2 P.

5. Mensch, Tier und Natur leben in einer Symbiose miteinander. – 0 P.

6. Die Natur braucht den Menschen. Ohne ihn würden Naturkatastrophen ganze Landstriche verwüsten und die Tiere hätten keine Chance zu überleben. – 1 P.

7. Die Welt ist völlig überbevölkert, die Erde wäre ohne Menschen besser dran. – 2 P.

8. Es gibt sehr viele gute Menschen, die anderen helfen, das zeigt ja schon die Spendenbereitschaft. – 0 P.

9. Sicher, vieles ist verbesserungswürdig. Aber ich finde, es kann jeder etwas dazu beitragen. Dann wird die Welt ein besserer Ort. – 1 P.

10. Ich finde, der Tierschutz in Deutschland zeigt, wie sehr Tiere und Natur hier wertgeschätzt werden. – 0 P.

11. Je eher die Menschheit zugrunde geht, desto besser für die Erde. Die kann sich dann wieder erholen. – 2 P.

12. Ich engagiere mich in meiner Freizeit im örtlichen Naturschutzverein und habe seitdem einige Gleichgesinnte kennengelernt. – 1 P.

13. Auch der Mensch ist ein Geschöpf Gottes. Er soll sich die Natur untertan machen, also folgt alles einem großen Plan. – 0 P.

14. Die Menschen wären ohne die Natur völlig aufgeschmissen. Andersherum ginge es der Natur ohne Menschen wesentlich besser. – 2 P.

15. Die ganzen Umweltverschmutzungen und Kriege können einen zermürben. Aber für meine Kinder lohnt es sich zu kämpfen. – 1 P.

16. Ich habe nur wenig Kontakte und die einzig guten Menschen sind meine Freunde. Wir teilen die Ansicht über den Zustand der Menschheit. – 2 P.

17. In Deutschland gibt es so viele Wälder und Natur, das Leben ist einfach schön. – 0 P.

18. Wer sich nur in einem gewissen Dunstkreis bewegt, muss sich nicht wundern, wenn er die Dinge nur negativ sieht. – 1 P.

Auswertung zum Misanthropie-Test

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Image von Misanthropen

Menschenhasser haben gar kein so schlechtes Image. Es ist das Paradoxon der Misanthropie: Obwohl sie niemanden mögen (was vermutlich auch umgekehrt gilt), genießen sie viel Aufmerksamkeit. Große Schriftsteller wie Shakespeare und Molière haben Misanthropen viele Zeilen gewidmet. Arthur Conan Doyle, Erfinder des Meisterdetektivs Sherlock Holmes, kreierte mit seiner Hauptfigur gar einen Misanthropen par excellence. Oft sind diese berühmten Misanthropen gleichzeitig hochintelligent und anderen immer einen Schritt voraus. So auch die Figur des immerzu mürrischen und zynischen „Dr. House“ der gleichnamigen Serie. Nicht wenigen fällt es leicht, sich mit misanthropischem Verhalten zu identifizieren. Manche freut sich insgeheim sogar, wenn sich jemand traut, auch mal unsympathisch zu sein.

Allerdings gilt dies nur bis zu einem gewissen Maß. Hin und wieder Kante zu zeigen, kann mutig und bewundernswert sein, keine Frage. Da traut sich jemand was und sagt etwas Unpopuläres oder spricht eine ungeliebte Wahrheit aus. Gut so!

In den meisten Fällen aber fallen Misanthropen nicht gerade durch überragende Intelligenz auf. Häufiger sind Merkmale, wie abweisendes, eigenbrötlerisches Verhalten und wenig Empathie.

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Ursachen: Warum wird jemand zum Misanthropen?

Bei vielen Misanthropen entsteht ihr negatives Menschbild und der Pessimismus durch schlechte Erfahrungen. Vielleicht haben sie selbst niemals auf der Gewinnerseite gestanden. Wer häufig scheitert, hintergangen wird und kaum Unterstützung erfährt, gibt schnell anderen die Schuld für das Schlechte in der Welt. Je stärker die persönlichen Erfahrungen mit menschlicher Niedertracht, desto größer die Gefahr zum Menschenhasser zu mutieren.

Allerdings sucht sich der Misanthrop so auch einen bequemen Weg, keine eigene Verantwortung zu übernehmen. Misanthropie ist keine Kausalität. Auch andere Menschen machen schlechte Erfahrungen, werden betrogen, hintergangen, gemobbt. Trotzdem verallgemeinern sie das nicht oder ziehen sich zurück. Der Misanthrop aber sucht einen Weg aus der Unterlegenheit, indem er oder sie auf einem hohen Ross sitzend über den miesen Zustand der Welt schwadroniert und von sich selbst das noble Image des moralisch Überlegenen pflegt. Vom Opfer zum Held – so kann man es natürlich auch interpretieren.

Damit ist Misanthropie letztlich auch keine Krankheit wie etwa die soziale Phobie. Vielmehr handelt es sich dabei um eine Überzeugung und Geisteshaltung. Und damit um eine Entscheidung, die sich ebenso gut umkehren lässt.

Folgen und Probleme der Misanthropie

Nicht jeder, der schlecht über andere denkt, ist gleich ein Misanthrop. Die latente Misanthropie aber ist weit verbreitet: Ein Großteil der Bevölkerung beurteilt andere Menschen deutlich schlechter, als diese objektiv sind. So schätzten Teilnehmer einer Studie, dass mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer Krankheiten vortäusche, um blau zu machen. Aber nur 20 Prozent gaben zu, dies selbst schon einmal getan zu haben. Wir sehen oft das Schlechte im Menschen, aber eben nur bei anderen: Andere Autofahrer sind immer schlecht und machen mehr Fehler auf der Straße und ein Großteil der Kollegen ist grundsätzlich überfordert und inkompetent. Man selbst hingegen ist ein perfekter Autofahrer, Leistungsträger im Job sowieso.

Wir schreiben Mitmenschen allzu leicht negative Verhaltensweisen zu. Dieses Denken kann sich leicht auf eigenes Verhalten übertragen. Wer das Gefühl hat, dass alle anderen schummeln und sich auf unfaire Weise Vorteile verschaffen, in dem wächst die Neigung, das gleiche zu tun. Starke Misanthropie hat aber noch weitere Folgen: Zwar glauben viele Misanthropen, ihr Verhalten würde eine mahnende Botschaft schicken, die das Verhalten anderer verändert. Tatsächlich schadet sich der Misanthrop aber vor allem selbst:

Soziale Ausgrenzung

Mit der Zeit führt Misanthropie in die soziale Ausgrenzung oder gar komplette Isolation. Familie, Freunde, Bekannte oder auch Kollegen wenden sich ab. Das mag von Misanthropen sogar gewollt sein, schließlich meiden diese ohnehin gerne den Kontakt und fühlen Hass und Ablehnung gegenüber anderen. Dabei darf man nicht vergessen: Auch Hass ist eine Emotion. Offenbar hat der Misanthrop sehr wohl Gefühle für die Menschheit, ist nur mit der Gesamtsituation nicht zufrieden. Einsamkeit, Frust oder sogar Depressionen können die Folge sein. Ein Misanthrop meidet zwar den Kontakt zu anderen Menschen, aber längst nicht jeder kann tatsächlich mit der Stellung eines absoluten Außenseiters umgehen.

Berufliche Schwierigkeiten

Wie Sie sich im Privatleben anderen Menschen gegenüber verhalten, ist allein Ihre Sache. Im Job kommt ein Misanthrop hingegen nicht sonderlich gut an. Wer sich hier ständig absondert, schlechte Laune verbreitet, egoistisch ist und sich nicht integriert, hat es in vielen Jobs und bei vielen Arbeitgebern schwer. Hinzu kommt, dass soziale Kontakte wichtig beim Netzwerken sind und sich positiv auf das berufliche Fortkommen auswirken. Einige Jobs, die für Misanthropen geeignet sind, haben wir in diesem PDF für Sie zusammengestellt.

4 Tipps für eine neue Denkweise

Durch die eigene negative Denkweise lässt sich definitiv nichts verändern. Dass Sie wütend und unzufrieden sind, interessiert höchstens Ihr direktes Umfeld – und auch nur so lange, bis Sie dieses vergrault haben. Warum also nicht gleich auf diesen Mikrokosmos konzentrieren und eine grundsätzlich positivere Denkweise etablieren? Sie müssen ja nicht gleich zum Philanthropen werden. Doch ein wenig mehr Offenheit und Sympathie anderen Menschen gegenüber ist bereits ein Schritt in die richtige Richtung. Alte Denkmuster lassen sich nicht leicht durchbrechen. Aber es kann schon ausreichen, an der einen oder anderen kleinen Stellschraube zu drehen. Darum haben wir einige Tipps, mit denen Sie als Misanthrop an Ihrer Denkweise arbeiten können:

Haben Sie Geduld

Eine andere Sichtweise kommt sicherlich nicht über Nacht, sondern ist ein längerer Prozess. Bleiben Sie deshalb geduldig und geben Sie den neuen Denkweisen und Gewohnheiten die nötige Zeit, um die festgefahrenen Ansichten zu ersetzen.

Geben Sie anderen nicht die Schuld

Übernehmen Sie Verantwortung für Ihr eigenes Leben. Das beinhaltet Erfolge ebenso wie Misserfolge und Fehler. Misanthropen machen es sich oft viel zu einfach, geben der schlechten und ungerechten Welt die Schuld oder machen jemand anders verantwortlich. Lernen Sie, dass Sie selbst entscheiden, was und wie Sie etwas tun.

Umgeben Sie sich mit positiven Menschen

Auch als Misanthrop gibt es Menschen, mit denen Sie besonders gut klar kommen, die Ihnen gut tun und mit denen Sie sich deshalb häufiger umgeben sollten. Es sind diese Personen, die Ihnen das Vertrauen in die Menschheit zurückgeben können. Sie sind der ständige Beweis dafür, dass es eben doch zahlreiche gute Menschen gibt, die Kraft und Inspiration spenden können.

Schaffen Sie kleine Erfolgserlebnisse

Positive Erlebnisse und kleine Erfolge können helfen, die eigene Einstellung zu ändern. Vor allem, wenn diese mit Hilfe von Freunden oder Kollegen erreicht wurden. So zeigen Sie sich selbst, dass die Welt und die Menschen doch gar nicht so schlecht sind. Setzen Sie sich immer wieder kleine Ziele, die Sie mit ein wenig Unterstützung in die Tat umsetzen können.

Diese Tipps haben wir für Sie noch einmal in einer PDF-Datei zusammengefasst, die herunterladen, ausdrucken auf diese Weise täglich verinnerlichen können. Zum kostenlosen Download einfach den orangefarbenen Button klicken:

TIPPS FÜR EIN POSITIVERES MENSCHENBILD

Sprüche und Zitate zur Misanthropie

Misanthropie ist eine Einstellungssache. Zu dem Thema gibt es im Internet das eine oder andere Meme, aber auch zahlreiche Philosophen und Schriftsteller haben sich bereits mit der Abneigung zum Menschen beschäftigt. Exemplarisch seien hier folgende Zitate über Misanthropen aufgezeigt:

  • „Nichts bist du, nichts ohne die andern. Der verbissenste Misanthrop braucht die Menschen doch, wenn auch nur, um sie zu verachten.“ (Marie von Ebner-Eschenbach)
  • „Menschen miteinander gibt es nicht. Es gibt nur Menschen, die herrschen, und solche, die beherrscht werden.“ (Kurt Tucholsky)
  • „Der Misanthrop hasst alle – bis auf einen, den er nicht kennt; der Philanthrop schließt von seiner Liebe nur jene aus, die er kennt.“ (Emanuel Wertheimer)
  • „Die angenehmsten Menschen sind jene, die nie gelebt haben.“ (Edgar Allan Poe)
  • „Ich hasse Menschen nicht. Ich fühl mich einfach besser, wenn sie nicht in der Nähe sind.“ (Charles Bukowski)
  • „Nicht geboren zu werden ist unbestreitbar die beste Lösung.“ (Emile Cioran)
  • „Das Wort Leben ist nur ein anderer Ausdruck für Konflikt.“ (Charlie Chaplin)
  • „Zum Denken sind wenige Menschen geneigt, obwohl alle zum Rechthaben.“ (Arthur Schopenhauer)
  • „Nach einigem Nachdenken findet man jeden Menschen unsympathisch.“ (Laurence Olivier)

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[Bildnachweis: AnnaTamila by Shutterstock.com]

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26. Oktober 2020 Jochen Mai Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Der Autor mehrerer Bücher doziert an der TH Köln und ist gefragter Keynote-Speaker, Coach und Berater.

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