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Misanthrop: Ursachen, Symptome, Test + 4 Tipps dagegen

Der Misanthrop ist ein Menschenfeind. Er lehnt ihre Nähe ab oder hasst Menschen allgemein. Dezente Vorsicht und gesundes Misstrauen bei Fremden sind nicht falsch. Echte Misanthropen aber schaden sich mit dem Menschenhass vor allem selbst. Nur woher kommt diese Ablehnung? Über die Bedeutung der Misanthropie, ihre Ursachen und Folgen sowie Tipps, wie man wieder zum Menschenfreund wird…



Misanthrop: Ursachen, Symptome, Test + 4 Tipps dagegen

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Bedeutung: Was ist ein Misanthrop?

Ein Misanthrop (weiblich: Misanthropin) ist eine Person, die andere Menschen generell ablehnt, verachtet oder gar hasst. Die Abneigung richtet sich nicht mal gegen Einzelne, sondern gegen die Menschheit insgesamt. Misanthropie zeigt sich allerdings nicht in jeder Handlung. Misanthropen sind in der Regel weder aggressiv noch gewalttätig oder arrogant.

Die Psychologie geht davon aus, dass ein Misanthrop durchaus hilfsbereit sein kann, damit aber viele schlechte Erfahrungen gemacht hat und deshalb lieber ein Einsiedlerleben führt.

Misanthrop Gegenteil

Das Gegenstück zum Misanthropen ist der Philanthrop (Menschenfreund). Er liebt die Menschen, ist ihr Förderer und Unterstützer und zeigt das auch wohlwollend – zum Beispiel durch großzügige Spenden oder soziales Engagement. Bekannte Philanthropen waren oder sind Mutter Theresa oder Bill Gates.

Ist Misanthropie eine Krankheit?

Misanthropie ist keine Krankheit wie die soziale Phobie oder andere Persönlichkeitsstörungen. Vielmehr handelt es sich um eine Überzeugung, Geisteshaltung und Weltanschauung. Im Extrem führt sie zur sozialen Isolation und „pathologischen“ Menschenscheu. Die gute Nachricht: Erlerntes Denken und Verhalten kann ebenso jederzeit wieder verlernt werden…

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Misanthropie Ursachen

Misanthropie ist kein Schicksal. Das negative Menschenbild und der Pessimismus haben ihre Ursachen meist in schlechten Erfahrungen. Viele Misanthropen sind schon in der Kindheit hintergangen worden, haben in der Jungend keine Unterstützung erfahren und schon allerlei menschliche Niedertracht erlebt. Wer überzeugt ist, zu den Verlierern der Gesellschaft zu gehören oder hinter jeder Tat eine böse Absicht vermutet, ist auf dem besten Weg zu einem pessimistischen Weltbild und menschenfeindlichen Einstellung.

Auch traumatische Erlebnisse können eine Misanthropie auslösen – ebenso wie überhöhte Erwartungen an die Menschheit: Wer ein idealisiertes Verhalten von anderen erwartet, das sich nicht erfüllen lässt, kann nur enttäuscht und darüber bitter werden.

Misanthropen erkennen

Viele Misanthropen betonen gerne negative Eigenschaften oder Verhaltensweisen anderer Menschen. Damit rechtfertigen sie schließlich ihre grundsätzliche Abneigung zur menschlichen Nähe.

Verwechseln Sie Misanthropie aber bitte nicht mit Homophobie, Frauen- oder Männerhass oder Islamfeindlichkeit. Es mag Überschneidungen geben, Misanthropen aber lehnen die Menschheit im Allgemeinen ab.


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Folgen der Misanthropie

Nicht jeder, der schlecht über andere denkt, ist ein Misanthrop. Dafür ist die latente Misanthropie weit verbreitet: Ein Großteil der Bevölkerung beurteilt andere Menschen deutlich schlechter, als diese objektiv sind. Wir sehen das Schlechte im Menschen – vor allem bei anderen: Andere Autofahrer können es einfach nicht; die Kollegen machen ständig Fehler und der Chef ist grundsätzlich inkompetent

Die Alle-sind-doof-außer-mir-Attitüde ist gefährlich. Das Denken dahinter überträgt sich auf eigenes Verhalten – und wer überzeugt ist, dass sich alle anderen auf unfaire Weise Vorteile verschaffen, der oder die tut bald das Gleiche. Ausgeprägte Misanthropie hat noch schädlichere Folgen:

Selbstgefälligkeit

Der Misanthrop wählt einen bequemen Weg: Statt Verantwortung zu übernehmen, gibt er die Schuld seinem Umfeld und den allgemein „schlechten“ Menschen. Der Misanthrop moralisiert seine Opferrolle, sieht sich selbst als überlegenen Gutmensch und verfällt trotzdem in Selbstmitleid.

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Soziale Ausgrenzung

Mit der Zeit führt Misanthropie in die soziale Ausgrenzung oder Isolation. Wer andere ablehnt, wird irgendwann unausstehlich. In der Gegenwart solcher Menschen haben wir ein beklemmendes unwohles Gefühl. Folge: Familie, Freunde, Bekannte oder Kollegen wenden sich ab. Zwar fühlt sich der Misanthrop dadurch meist bestätigt. Glücklicher ist er deswegen aber nicht. Einsamkeit und Außenseitertum können in die Depression führen.

Gefährdete Gesundheit

Die ständige Alarmbereitschaft und Verachtung gegenüber anderen Menschen verursacht hohen Stress. Der beeinträchtigt nicht nur das Wohlbefinden, sondern kann auch die Gesundheit gefährden. Der Mix aus Frust, Wut, Hass und Bitterkeit kann das Immunsystem schwächen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen.

Berufliche Sackgasse

Auch im Job spürt der Misanthrop bald Folgen: Wer sich ständig absondert, schlechte Laune verbreitet und sich nicht integriert, hat es in vielen Jobs und bei vielen Arbeitgebern schwer. Hinzu kommt, dass soziale Kontakte und Netzwerke entscheidend sind bei der Karriere. Für Misanthropen gilt: Beziehungen schaden ihnen, weil sie keine haben (und pflegen).

Immerhin: Es gibt ein paar Jobs für Misanthropen. Diese haben wir in diesem kostenlosen PDF zusammengefasst.

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Test: Bin ich ein Misanthrop?

Einen Misanthropen erkennen, braucht Zeit. Aber wie sieht es mit Ihnen selbst aus: Sind Sie ein Misanthrop? In unserem Test finden Sie typische Aussagen für Misanthropen. Zählen Sie die Aussagen zusammen, denen Sie zustimmen. Am Ende des Tests finden Sie die Auflösung:

  • Ich bin regelmäßig genervt von meinen Kollegen und meinem Umfeld.
  • Alle Menschen sind böse und berechnend.
  • Die Menschheit stürzt sich über ihren Egoismus in den Abgrund.
  • Jeder Mensch ist heimtückisch, es gibt keine guten Menschen.
  • Ohne technische Hilfsmittel wäre der Mensch aufgeschmissen.
  • Die Welt ist völlig überbevölkert, die Erde wäre ohne Menschen besser dran.
  • Ich will keine Kinder. Die haben auf dieser Welt ohnehin keine Zukunft mehr.
  • Je eher die Menschheit zugrunde geht, desto besser für die Erde, um sich zu erholen.
  • Die Menschen wären ohne Natur aufgeschmissen. Aber ohne Menschen ginge es der Natur besser.
  • Ich habe nur wenige Kontakte. Die einzig guten Menschen sind meine Freunde.

Auswertung zum Misanthropie Test

Sie konnten mehr als 3 Aussagen zustimmen und abhaken? Dann macht sich bei Ihnen bereits eine latente Misanthropie bemerkbar. Bei mehr als 5 Aussagen sollten die Alarmglocken klingeln: In Ihnen schlummert ein echter Misanthrop!

Berühmte Misanthropen

Menschenhasser haben kein so schlechtes Image. Schriftsteller wie Shakespeare, Molière, Charles Dickens (Ebenezer Scrooge) widmeten den mürrischen Eigenbrötlern viele Zeilen; Sir Arthur Conan Doyle kreierte mit Sherlock Holmes gar einen Misanthropen par excellence. Viele Misanthropen sind zugleich hochintelligent – wie etwa die berühmte TV-Figur des zynischen „Dr. House“ in der gleichnamigen Serie oder der „Joker“ aus Batman.


5 Tipps gegen Menschenhass

Mit einem Misanthropen zu tun zu haben, ist nicht einfach. Der muss aber nicht gleich zum Philanthropen werden: Schon ein wenig mehr Empathie, Offenheit und Umdenken, können den Menschenhass stoppen. Mit diesen Tipps durchbrechen Sie die Denkmuster und begegnen anderen Menschen wieder mit mehr Sympathie:

1. Machen Sie sich Ihre Haltung bewusst

Um die eigene misanthropische Haltung zu überwinden, müssen wir diese zunächst erkennen und uns bewusst machen. Das gelingt durch Selbstreflexion und Fragen wie: Wie ausgeprägt ist meine Ablehnung? Gegen wen richtet sich meine Abneigung? Woher kommt sie? Anschließend sollten Sie sich klarmachen, dass nicht alle Menschen schlecht sind. Suchen Sie positive Beispiele und trennen Sie sich von toxischen Einflüssen.

2. Geben Sie anderen nicht die Schuld

Übernehmen Sie Verantwortung für Ihr eigenes Leben: Das beinhaltet Erfolge ebenso wie Misserfolge und Fehler. Misanthropen machen es sich oft zu einfach, indem sie anderen Schuld geben und eigene Versäumnisse auf die ungerechte Welt schieben. Lernen Sie, dass Sie selbst entscheiden können, was Sie tun und wie Sie etwas bewerten.

3. Umgeben Sie sich mit positiven Menschen

Auch als Misanthrop gibt es Menschen, mit denen Sie gut klar kommen, die Ihnen gut tun und mit denen Sie sich deshalb häufiger umgeben sollten. Personen, die Ihnen das Vertrauen in die Menschheit zurückgeben und der lebende Beweis dafür sind, dass es eben doch viel Gutes im Menschen gibt. Ein solches Umfeld gibt Ihnen Kraft und Inspiration.

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4. Schaffen Sie Erfolgserlebnisse

Positive Erlebnisse und kleine Erfolge helfen, die eigene Einstellung zu ändern. Vor allem, wenn diese mit Hilfe von Freunden oder Kollegen erreicht wurden. So beweisen Sie sich selbst, dass die Welt um Sie herum viel zu bieten hat. Setzen Sie sich immer wieder kleine Ziele, die Sie mit ein wenig Unterstützung in die Tat umsetzen.

5. Haben Sie Geduld

Eine andere Sichtweise kommt nicht über Nacht. Misanthropie zu überwinden, es ist ein Prozess. Der braucht Ausdauer und Geduld. Vor allem, wer Gewohnheiten ändern will, sollte sich die Zeit geben, um sie durch bessere Ansichten zu ersetzen.

Misanthropie Sprüche und Zitate

Misanthropie ist reine Einstellungssache. Zu dem Thema haben sich viele Schriftsteller und Philosophen und schon Gedanken gemacht. Hier eine Auswahl der schönsten Sprüche und Zitate über Misanthropen und von bekennenden Misanthropen:

  • „Nichts bist du, nichts ohne die andern. Der verbissenste Misanthrop braucht die Menschen doch, wenn auch nur, um sie zu verachten.“ (Marie von Ebner-Eschenbach)
  • „Menschen miteinander gibt es nicht. Es gibt nur Menschen, die herrschen, und solche, die beherrscht werden.“ (Kurt Tucholsky)
  • „Der Misanthrop hasst alle – bis auf einen, den er nicht kennt; der Philanthrop schließt von seiner Liebe nur jene aus, die er kennt.“ (Emanuel Wertheimer)
  • „Die angenehmsten Menschen sind jene, die nie gelebt haben.“ (Edgar Allan Poe)
  • „Ich hasse Menschen nicht. Ich fühl mich einfach besser, wenn sie nicht in der Nähe sind.“ (Charles Bukowski)
  • „Nicht geboren zu werden, ist unbestreitbar die beste Lösung.“ (Emile Cioran)
  • „Das Wort Leben ist nur ein anderer Ausdruck für Konflikt.“ (Charlie Chaplin)
  • „Zum Denken sind wenige Menschen geneigt, aber alle zum Rechthaben.“ (Arthur Schopenhauer)
  • „Nach einigem Nachdenken findet man jeden Menschen unsympathisch.“ (Laurence Olivier)
  • „Ich empfinde für meinen Hund mehr Zuneigung als für einen Menschen.“ (Gustave Flaubert)


Misanthropie – häufige Fragen

Was versteht man unter einem Misanthropen?

Unter einem Misanthropen versteht man einen Menschen, der die Menschheit insgesamt ablehnt, verachtet und hasst. Der Begriff Misanthropie bedeutet wortwörtlich „Das Hassen von Menschen.“

Wer waren berühmte Misanthropen?

Zu den berühmtesten Misanthropen gehört der deutsche Philosoph Arthur Schopenhauer, der englische Schriftsteller Mark Twain, die Dichter Charles Bukowski sowie Gustave Flaubert. Berühmte, aber fiktive Misanthropen aus der Literatur Ebenezer Scrooge (Weihnachtsgeschichte), Sherlock Holmes sowie Dr. House aus der gleichnamigen TV-Serie.

Was mag ein Misanthrop nicht?

Der Misanthrop mag grundsätzlich keine Menschen. Er lehnt ihre Nähe ebenso ab wie innige Beziehungen oder Freundschaften. Dabei geht es ihm gar nicht mal um einzelne Individuen, vielmehr lehnt er die Menschheit als Ganzes ab.

Wie lebt ein Misanthrop?

Misanthropen leben häufig isoliert von der Außenwelt. Obwohl freiwillig, kann sie diese Isolation aggressiv machen oder zu Depression führen. Ein Misanthrop macht aus seine Ablehnung keinen Hehl und äußert Kritik oft scharf und schonungslos. Das aber macht sie oder ihn noch unausstehlicher und sorgt für gegenseitige Ablehnung.


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