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Survivorship Bias: Definition, Beispiele + Wie vermeiden?

Das Survivorship Bias ist ein Wahrnehmungsfehler, bei dem Menschen ihre Erfolgschancen deutlich überschätzen. Ursache für diese Voreingenommenheit ist das Konzentrieren auf reine Erfolgsgeschichten – die der „Überlebenden“ (daher der Name). Das Survivor Bias Bias begegnet uns überall im Alltag – an der Börse, in der Medizin, in Job und Karriere. Einfach erklärt: Was ist das Survivor Bias und wie können Sie es vermeiden…



Survivorship Bias: Definition, Beispiele + Wie vermeiden?

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Definition: Was ist das Survivorship Bias?

Das Survivorship Bias (auch: Survivor Bias, Deutsch: „Überlebenden-Verzerrung“) beschreibt einen Wahrnehmungsfehler, bei dem die Erfolgschancen systematisch überschätzt, während negative und missglückte Versuche ausgeblendet werden oder unberücksichtigt bleiben.

Bei der kognitiven Verzerrung (Bias) handelt es sich um eine besonders gefährliche Form der Selbstüberschätzung. Das Survivorship Bias (Aussprache: Sürweiwerschipp Bias) kann im Extrem dazu führen, dass Betroffne reale Gefahren für Leib und Leben komplett ignorieren und sich gottgleich fühlen.

Wie entsteht eine kognitive Verzerrung?

Kognitive Verzerrungen (auch: Wahrnehmungsfehler) entstehen meist dadurch, dass unser Gehirn versucht, Dinge zu vereinfachen und aus Effizienzgründen kognitive Abkürzungen nutzt (sog. Heuristiken). So greifen wir bei Entscheidungen gerne auf gemachte Erfahrungen oder Bekanntes zurück. So entstehen allerdings leicht typische Vorurteile oder Schubladendenken.


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Survivorship Bias Hintergrund

Der Begriff „Survivorship Bias“ geht auf den Zweiten Weltkrieg zurück. Damals untersuchten amerikanische Ingenieure zusammen mit Kollegen von der Columbia Universität um den Statistiker Abraham Wald die Einschusslöcher von zurückkehrenden Bombern. Ziel war, die Panzerung der Flugzeuge zu verbessern, um die Überlebensrate der Piloten zu steigern. Also wurden jene Stellen verstärkt, an denen die Rückkehrer die meisten Einschüsse aufwiesen – ohne Effekt.

Ein klassischer Fehlschluss: Die Einschusslöcher bei den zurückkehrenden Flugzeugen waren offenbar nicht ausschlaggebend – sie kamen ja zurück!! Relevanter mussten die Einschüsse bei den abgestürzten Flugzeugen sein. Daraufhin verstärkte man die Panzerung an den Stellen, die wenige oder keine Einschusslöcher aufwiesen. Und das war genau richtig und rettete viele Leben.

Survivorship Bias Beispiel Studie Abraham Wald

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Warum die Überlebenden-Verzerrung wichtig ist

Das Bewusstsein für das Survivorship Bias ist deshalb so wichtig, weil der Wahrnehmungsfehler unser Urteilsvermögen und die Qualität unserer Schlussfolgerungen und Entscheidungen massiv und negativ beeinflussen kann. Dabei betrachten wir nur singuläre Ereignisse – ein Muster in einem Datensatz, statt das Gesamtbild zu analysieren.

Das führt zu einer Verwechslung von Ursache und Wirkung – mit weitreichenden Konsequenzen im Hinblick auf Finanzen, Beruf oder Gesundheit. Die Gewinner (= Überlebenden) werden zur Regel, dabei sind sie häufig nur die Ausnahme.

Das Survivorship Bias bedient menschliche Sehnsüchte

Natürlich lässt sich weiterhin von erfolgreichen Underdogs lernen. Allerdings sollten wir uns bewusst machen: Das Survivorship Bias bedient vor allem menschliche Sehnsüchte: „Wenn der oder die es schafft, dann kann ich das auch!“

Daher lesen wir Biographien erfolgreicher Menschen oft als ermutigende Blaupause. Wichtig ist aber, dabei realistisch zu bleiben und hinter die Fassade marktschreierischer Erfolgsversprechen zu blicken.

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Survivorship Bias Beispiele

Das Survivorship Bias begegnet uns bis heute an vielen Stellen im Alltag – auch dann, wenn es nicht um Leben oder Tod geht. Einige Beispiele für das Phänomen:

Börse

Besonders im Aktienhandel und an der Börse ist das Survivorship Bias verbreitet. Bei vielen Anlegern hält sich hartnäckig der Mythos, man müsse eine Aktie nur lange genug halten, dann bringt sie schon irgendwann Gewinn. Das stimmt aber nicht (Studie)! Bei diese Betrachtung werden zwischenzeitliche Inslovenzen oder gescheiterte Investments komplett ignoriert und nur die „überlebenden“ Aktien berücksichtigt und dadurch überschätzt.

Wirtschaft

Auch angehende Unternehmer und Startups fallen dem Survival Bias zum Opfer: Sie fokussieren allein auf die Geschichten der erfolgreichen Gründer. Es scheitern aber wesentlich mehr und viele Entrepreneure geben schon nach wenigen Monaten wieder auf (siehe BBC-Artikel). Ähnlich verhält es sich, wenn Unternehmen meinen, es reiche aus, die Erfolgsstrategie der Marktbegleiter zu kopieren. Dass die Mehrheit mit exakt derselben Strategie scheitert, fällt aus der Analyse heraus.

Karriereweg Survivorship Bias Plan versus Realität Erfolg

Karriere

Gerne zitiert werden Beispiele und Geschichten von heutigen Millionären, die es ohne Studienabschluss zu Erfolg und Reichtum brachten. So wie Microsoft-Gründer Bill Gates oder Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Sie sind aber die Ausnahme, die eine andere Regel bestätigt: Statistisch betrachtet ist ein abgeschlossenes Studium immer noch der größte Garant für ein hohes Einkommen und den Schutz vor Arbeitslosigkeit.

Architektur

Bis heute existieren Gebäude aus früheren Jahrhunderten oder Jahrtausenden. Die Tatsache, dass sie noch immer stehen, verleitet zu der Annahme, dass man früher stabiler und hochwertiger gebaut habe. Auch das ein Beispiel für ein Survivorship Bias: Der weitaus größere Teil der längst kaputten und abgerissenen Gebäude aus jener Zeit fällt aus der Betrachtung heraus. Hinzu kommt, dass die heutigen Überbleibsel oft Gebäude besonders wohlhabender Bürger waren. Diese wurden aber aufwendiger und hochwertiger erbaut.

Medizin

In der Medizin kann das Survivorship Bias dazu führen, dass Menschen ihr Heil in obskuren Wundermitteln und bei Quacksalbern suchen. Hat jemand beispielsweise eine tödliche Krankheit überlebt und berichtet im Anschluss von einer Wunderpille, gilt dies einigen als Beleg dafür, dass das Mittel wirkt. Die vielen Fälle, in denen Menschen trotz des vermeintlichen Wundermittels gestorben sind, bleiben unbekannt.

Tipps: Wie kann ich das Survivorship Bias vermeiden?

Niemand will einem Denkfehler auf den Leim gehen. Was also tun, um das Survivorship Bias zu vermeiden? Folgende Tipps haben sich bewährt:

1. Fragen Sie sich, was fehlt

Um einer möglichen kognitiven Verzerrung auf die Spur zu kommen, sollten Sie nicht nur schauen, was Sie haben, sondern was womöglich fehlt. Betrachten Sie bei vorliegenden Zahlen, Daten, Fakten auch jene, die noch nicht zur Sprache kamen – oder fragen Sie wenigstens danach: Sind Menschen an diesem Weg schon gescheitert und warum? Wichtig ist, stets die „Verlierer“ miteinzubeziehen.

2. Hinterfragen Sie Erfolgsgeschichten

Erzählungen über vermeintliche Erfolgsgeschichten verleiten zum „Tschakka – du kannst das auch!“ Darauf basieren viele Seminare zahlloser Erfolgsgurus. Es ist aber falsch, dass sich jeder Erfolg 1:1 kopieren und wiederholen lässt. Die Gefahr beim Survivorship Bias ist groß, dort Kausalitäten zu entdecken, wo es nur Korrelationen gibt.

3. Lernen Sie aus Misserfolgen

95 Prozent aller Startups scheitern. Ihre Fehler bleiben dadurch für andere meist unsichtbar. So lässt sich aber nichts aus den Lektionen der Verlierer lernen. Viele erkennen sie nicht einmal. Versuchen Sie daher, auch aus den Rückschlägen der erfolglosen Firmengründer Schlüsse zu ziehen und hören Sie diesen ebenso zu. Besuchen Sie zum Beispiel sogenannte Fuckup Nights, bei denen Gründer von Ihrem Niederlagen berichten.


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