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Survivorship Bias: Auf Deutsch – einfach erklärt + Beispiele

Das Survivorship Bias (auch „Survivor Bias“) ist ein klassischer Wahrnehmungsfehler, bei dem Menschen ihre Erfolgschancen deutlich überschätzen. Ursache für diese Voreingenommenheit ist das „Überleben“ (daher der Name) in zuvor bedrohlichen Situationen – etwa einer schweren Prüfung oder einem Kampf auf Leben und Tod. Der falsche Rückschluss: „Ich bin unverwundbar!“ Auftauchen kann das Survivorship Bias überall im Alltag – an der Börse und im Aktienhandel, in der Medizin, im Job. Einfach erklärt: Was ist das Survivor Bias und wie können Sie es vermeiden…


Survivorship Bias: Auf Deutsch - einfach erklärt + Beispiele

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Definition: Survivorship Bias einfach erklärt

Beim Survivorship Bias handelt es sich um eine Form der kognitiven Verzerrung, auch Bias genannt. Sie beruht auf der systematischen Überschätzung des eigenen Erfolgs. Dabei werden bisherige Fehlschläge ausblendet und der „Überlebende“ (Survivor) schließt von bisher erfolgreichen Resultaten auf künftige. Nicht wenige der derart Voreingenommenen vermuten, ihr Erfolg beruhe allein auf ihrer Person (oder bestimmten Eigenschaften) und nicht auf dem Zufall.

Der Effekt ist gefährliche Selbstüberschätzung. Reale Gefahren (für Leib und Leben) werden ausgeblendet, manche Betroffene fühlen sich gar gottgleich.

Survivorship Bias auf Deutsch + Herkunft

Survivorship Bias bedeutet auf Deutsch „Überlebenden-Verzerrung“. Das Phänomen fiel amerikanischen Ingenieuren erstmals im Zweiten Weltkrieg auf. Zusammen mit Kollegen von der Columbia Universität untersuchte der Statistiker Abraham Wald die Einschusslöcher von zurückkehrenden Bombern. Ziel war, die Panzerung der Flugzeuge so zu verbessern, dass die Überlebensrate der Piloten steigen würde. Also wurden alle Stellen verstärkt, an denen die Rückkehrer die meisten Einschüsse aufwiesen – ohne Effekt.

Ein typischer Survivorship Bias und Fehlschluss: Die Einschusslöcher bei den zurückkehrenden Flugzeugen waren offenbar nicht ausschlaggebend. Sie kamen ja zurück! Wesentlich relevanter mussten die Einschüsse bei den abgestürzten Flugzeugen sein. Daraufhin verstärkte man die Panzerung an den Stellen, die wenige oder keine Einschusslöcher aufwiesen. Und das war genau richtig und rettete viele Leben.

Wie entsteht eine kognitive Verzerrung?

Kognitive Verzerrungen – Biases oder auch Wahrnehmungsfehler – sind aus der Meinungsforschung bekannt. Sie können durch einen systematischen Fehler zustandekommen – wenn beispielsweise eine Befragung gar nicht repräsentativ war.

Der häufigere Grund: Unser Gehirn versucht zu vereinfachen und nutzt aus Effizienzgründen kognitive Abkürzungen (sogenannte Heuristiken). So greift es bei Entscheidungen auf gemachte Erfahrungen zurück, und es entsteht eine Art Schubladendenken. Das trägt zwar zur Arbeitserleichterung im Alltag bei, gleichzeitig verfestigen sich solche Routinen bis daraus handfeste – und falsche – Vorurteile entstehen.


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Beispiele für Survivorship Bias

Das Survivorship Bias begegnet uns bis heute im Alltag – auch dann, wenn es nicht um Leben oder Tod geht. Einige Beispiele für die Häufigkeit des Phänomens:

Börse

Besonders im Aktienhandel ist das Survivorship Bias verbreitet. Beispielsweise bei Fondsgesellschaften. Bei vielen hält sich hartnäckig der Mythos, man müsse eine Aktie nur lang genug halten, dann bringt sie schon irgendwann Gewinn. Das stimmt aber nicht. Bei diese Betrachtung werden zwischenzeitliche Inslovenzen oder gescheiterte Investmentfonds komplett ignoriert und nur die „überlebenden“ Aktien werden berücksichtigt und somit überschätzt.

Wirtschaft

Auch angehende Unternehmer und Startups fallen dem Survival Bias zum Opfer: Sie fokussieren allein auf die Geschichten der erfolgreichen Gründer. Es scheitern aber wesentlich mehr und viele Entrepreneure geben schon nach wenigen Monaten wieder auf. Ähnlich verhält es sich, wenn Unternehmen meinen, es reiche aus, die Erfolgsstrategie eines Konkurrenten zu kopieren. Dass die Mehrheit mit exakt derselben Strategie scheitert, fällt aus der Analyse heraus.

Karriere

Gerne zitiert werden die Beispiele und Geschichten von heutigen Milliardären, die es ohne Studienabschluss zu Erfolg und Reichtum brachten. So wie Microsoft-Gründer Bill Gates oder Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Sie sind aber die Ausnahme, die eine andere Regel bestätigt: Statistisch betrachtet ist ein abgeschlossenes Studium immer noch der größte Garant für ein hohes Einkommen und den Schutz vor Arbeitslosigkeit.

Architektur

Bis heute existieren Gebäude aus früheren Jahrhunderten oder Jahrtausenden. Die Tatsache, dass sie noch immer stehen, verleitet zu der Annahme, dass man früher stabiler und hochwertiger gebaut habe. Auch das ein Beispiel für ein Survivorship Bias: Der weit größere Teil der längst kaputten und abgerissenen Gebäude aus jener Zeit fällt aus der Betrachtung heraus. Hinzu kommt, dass die heutigen Überbleibsel oft Gebäude besonders wohlhabender Bürger waren. Diese wurden ohnehin aufwendiger und hochwertiger erbaut.

Medizin

In der Medizin kann das Survivorship Bias dazu führen, dass Menschen ihr Heil in obskuren Wundermitteln und Quacksalbern suchen. Hat jemand beispielsweise eine tödliche Krankheit überlebt und berichtet im Anschluss von einer Wunderpille, gilt dies einigen als Beleg dafür, dass das Mittel wirkt. Die vielen Fälle, in denen Menschen trotz des vermeintlichen Wundermittels gestorben sind, bleiben unbekannt.

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Warum ist das Survivorship Bias problematisch?

Beim Survivorship Bias betrachten wir nur singuläre Ereignisse – ein Muster in einem Datensatz, statt den gesamten Kontext zu analysieren. Welche Rolle etwa Zeit, Umstände, Glück, Netzwerke oder sozioökonomische Herkunft spielten, fällt unter den Tisch. Das führt zu einer Verwechslung von Ursache und Wirkung. In der Folge treffen Menschen Entscheidungen mit weitreichenden Konsequenzen – im Hinblick auf Finanzen, Beruf oder Gesundheit. Fehlen ihnen jedoch wichtige Informationen, bleibt das Gesamtbild unvollständig. Sie können nicht die bestmöglichen Entscheidungen treffen.

Die Gewinner – oder Überlebenden – werden als Regel und nicht mehr als Ausnahme wahrgenommen. Natürlich lässt sich auch weiterhin von erfolgreichen Underdogs lernen. Aber die gleichen Ergebnisse zu erwarten, nur weil man die gleichen Dinge tut, greift meistens zu kurz. Survivorship Bias bedient innere menschliche Sehnsüchte: „Wenn der oder die es schafft, dann kann ich das auch schaffen!“ Daher lesen wir Biographien erfolgreicher Menschen als Ermutigung.

Das Gegenteil wäre ja auch niederschmetternd: Sich selbst zu sagen, dass man es nicht schaffen kann, ist nicht zielführend. Demotivation oder Pessimismus sind auch keine Lösung. Wichtig ist jedoch, realistisch zu bleiben und hinter die Fassade marktschreierischer Erfolgsversprechen zu gucken.

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Tipps: So können Sie Survivorship Bias vermeiden

Niemand will einem Denkfehler auf den Leim gehen. Was also tun, um das Survivorship Bias zu vermeiden? Folgende Tipps haben sich immer wieder bewährt:

Fragen Sie sich, was fehlt

Um einer möglichen kognitiven Verzerrung auf die Spur zu kommen, sollten Sie nicht nur schauen, was Sie haben. Schauen Sie stattdessen nach dem, was fehlt. Betrachten Sie bei bestimmten vorliegenden Informationen und Daten auch andere mögliche Wege, die nicht in die letzte Berechnung mit eingeflossen sind. Fragen Sie sich, wie viele Menschen an diesem Weg bereits gescheitert sind und warum? Wichtig ist, auch die „Verlierer“ miteinzubeziehen.

Hinterfragen Sie Erfolgsgeschichten

Erzählungen über vermeintliche (oder auch tatsächliche) Erfolgsgeschichten verleiten zu einem „Tschakka – du kannst das auch!“ Darauf basieren viele Seminare zahlloser Erfolgsgurus. Es ist aber zu kurz gedacht, dass jede(r), der unter den gleichen Voraussetzungen startet, auch zum selben Ergebnis gelangt. Die Frage ist vielmehr: Lässt sich diese Erfolgsgeschichte wirklich wiederholen? Oder war sie womöglich eine Ausnahme von der Regel? Die Gefahr beim Survivorship Bias ist groß, dort Kausalitäten zu entdecken, wo keine sind.

Lernen Sie aus Misserfolgen

95 Prozent aller Startups scheitern. Ihre Fehler bleiben dadurch für andere meist unsichtbar. So lässt sich aber nicht erkennen, dass die Verlierer wichtige Informationen enthalten. Und viele erkennen so möglicherweise nicht, dass Informationen fehlen. Genau auf diese Informationen kommt es aber an. Die Wahrscheinlichkeit, bei einer Unternehmensgründung zu den erfolgreichen fünf Prozent zu gehören, ist gering. Wer aus Misserfolgen lernen will, sollte erfolglosen Firmengründern ebenso zuhören. Tipp: Besuchen Sie dazu sogenannte Fuckup Nights, bei denen Junggründer vom Scheitern berichten.

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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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