Lernen lernen: 6 effektiven Tipps für mehr Lernerfolg

Beim Lernen werden viele Fehler gemacht. So bleiben wir unter unseren Möglichkeiten und Potenzialen. Ein wesentlicher Schritt zu persönlichem Wachstum und Erfolg ist daher das Lernen lernen. Wer weißt, wie er oder sie sich neues Wissen oder neue Fähigkeiten aneignen kann, entwickelt sich weiter. Allerdings funktioniert das Lernen lernen bei jedem Menschen individuell und ein bisschen anders. 6 Tipps, mit denen Sie erfolgreich lernen und die bei jedem funktionieren…

Lernen lernen: 6 effektiven Tipps für mehr Lernerfolg

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Wie lernen wir?

Wir lernen vor allem durch Erfahrung. Heiße Herdplatten meidet man besser, weil man sich sonst verbrennt. Gerade bei Kindern ist die Lernfähigkeit unfassbar hoch. Jeden Tag lernen sie etwas Neues. Der Fortschritt ist greifbar. Mit zunehmenden Alter lassen sich die Erfolge nicht mehr so einfach erkennen. Tatsächlich fällt Jugendlichen in der Pubertät vieles schwerer. Das heißt aber nicht, dass das Lernen unmöglich wäre. Es sind vor allem zwei Hinternisse, welche die Verarbeitung von neuen Informationen erschweren:

  • Gehirnhälften
    Gemäß der Hemisphärentheorie von Roger Sperry verarbeiten unsere beiden Gehirnhälften Informationen unterschiedlich. In der linken Gehirnhälfte dominieren Sprache und logisches Denken. Hier geht es sehr analytisch und rational zu. Hingegen ist die rechte Gehirnhälfte für Kreativität zuständig. Sie verarbeitet Emotionen, Farben und Bilder. Kommen beide Gehirnhälfte gleichermaßen zum Einsatz, ist der Lernerfolg hoch: Mit der einen Gehirnhälfte erfassen wir die Informationen, während die andere uns passende Vorstellungen dazu liefert – wir können uns im wahrsten Sinne des Wortes ein Bild machen.
  • Motivation
    Oft fehlt es an einem Plan. Dabei braucht es nur die richtigen Methoden. Dann kommt auch die Motivation wieder. Die ist fürs Lernen unverzichtbar. Schüler sind mitunter extrinisch motiviert – wenn sie wissen, dass sie bei schlechten Noten Stubenarrest bekommen. Extrinsische Motivation ist aber nicht von langer Dauer. Deutlich besser ist intrinsiche Motivation, die von innen kommt. Erwachsene haben zwar keine Schelte zu befürchten, aber auch für sie ist die Selbstmotivation wichtig.
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Tricks und Methoden zum Lernen lernen

Schaffen Sie eine gute Lernumgebung

Der wichtigste Tipp zum Lernen ist ein gutes Selbstmanagement. Sind schon die Rahmenbedingungen ungünstig, werden Sie sich schlecht zum Lernen motivieren können. Dazu gehört, alles zu vermeiden, was in irgendeiner Form die Konzentration erschwert. Das können Sie so:

  • Schreibtisch aufräumen: So finden Sie die benötigten Materialien.
  • Handy ausstellen: Ohne Vibration oder Geräusche von Benachrichtigungen unterbleiben Störungen.
  • Internet einschränken: Blocken Sie bestimmte Seiten, auf denen Sie bevorzugt surfen.

Wer zuhause keine Ruhe findet, weil der Nachbar laut Musik hört, kann sich zum Büffeln auch in eine Bibliothek zurückziehen.

Schlafen Sie genügend

Der oben angesprochene „Trick“, kurzfristig vor einer Klausur zu lernen, bringt oft nicht den erhofften Erfolg. Für Vokabeltests mag es reichen. Bei komplexeren Themen bleiben Inhalte auf der Strecke und Ihr Schlaf ebenfalls. Ein ausgeruhter Körper kann Wissen allerdings besser abrufen.

Arbeiten Sie handschriftlich

Wer schreibt, der bleibt. Diese Volksweisheit fasst die Bedeutung schriftlicher Notizen hervorragend zusammen. Durch das Schreiben verbinden Sie die kognitive Tätigkeit mit einer haptischen – Sie sprechen also mehrere Sinne gleichzeitig an. Wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge unterstützen Sie so den Lernprozess. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der amerikanischen Psychologen Pam A. Mueller (Princeton-Universität) und Daniel M. Oppenheimer (Universität von Kalifornien): Demnach schnitten Studierende, die ihren Laptop zum Notieren benutzten, schlechter ab, als jene, die sich handschriftliche Notizen machten.

Üben Sie anhand ähnlicher Aufgaben

Zum Lernen gehört auch das Üben. Bereits in der Grundschule lernen wir, bestimmte Buchstaben immer und immer wieder zu schreiben – bis sie irgendwann selbstverständlich sind. Dieses Üben sollte fester Bestandteil Ihrer Lernpraxis sein. Ganz gleich, ob Sie beim Vokabeln lernen die Aussprache üben, beim Sport den Weitsprung üben oder sich bestimmte Brainteaser für Bewerbungsgespräche vornehmen. Dabei geht es nicht nur um den Inhalt. Sie prägen sich gleichzeitig verschiedene Lösungswege ein, die sich auch auf andere Aufgaben übertragen lassen.

Machen Sie sich Spickzettel

Was wie eine Anleitung zum Betrug klingt, ist in Wirklichkeit ein Lifehack: Spickzettel sind naturgemäß klein. So kann man sie geschützt vor kritischen Blicken an einem sicheren Ort unterbringen. Das bedeutet aber auch, dass Sie nur begrenzt Platz zur Verfügung haben. Genau das zwingt Sie wiederum, nur das Wichtigste zu notieren. Komplizierte Themen werden so heruntergebrochen, bis ein Exzerpt übrig bleibt. Um das leisten zu können, müssen Sie den Stoff natürlich trotzdem verinnerlicht haben.

Erstellen Sie einen Lernplan

Gehen Sie systematisch vor und planen Sie genügend Zeit ein: Was wollen Sie in welcher Zeit erreichen? Ein Lernplan hilft Ihnen dabei, den Stoff strukturiert anzugehen. Wichtig ist eine realistische Planung mit genügend Pausen und Erholungsphasen. Eine Möglichkeit ist, mit der Pomodoro-Technik zu arbeiten. Sie eignet sich besonders für Leute mit Startschwierigkeiten, da Sie so die Lernphasen in kleine Häppchen einteilen.

Lernen lernen für Erwachsene (PDF)

Die meisten unserer Tipps sind für Schüler und Erwachsene gleichermaßen geeignet. Erfahrungsgemäß beschäftigen sich aber viele erst im Erwachsenenalter mit der gezielten Wissensaneignung. Die rückt vor allem dann in den Fokus, wenn jemand berufliche Ambitionen hat. Oder merkt, dass er mit den bisherigen Methoden an seine Grenzen kommt.

Da wir in einer Wissensgesellschaft leben, wird auch lebenslanges Lernen immer wichtiger. Wir haben daher ein PDF mit den 50 wichtigsten Tipps und Methoden zum Lernen für Sie zusammengefasst. Den Ratgeber können Sie wie immer kostenlos hier herunterladen:

Lernen lernen für Erwachsene (PDF)


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Welcher Lerntyp sind Sie?

Zwei weitere Dinge beeinflussen Ihren Lernerfolg. Hierbei geht es weniger um Lernmethoden, als vielmehr um die nötige Selbstreflexion. Sie ermöglicht Ihnen, die für Sie passenden Lernmethoden auszuwählen und anzuwenden. Der erste Punkt betrifft den Lerntyp: Gemäß einer populären Theorie von Frederic Vester hat jeder Mensch einen bevorzugten Sinneskanal, über den er besonders gut lernt.

Sind Sie eher der visuelle, auditive, kommunikative oder motorische Lerntyp? (Hier können Sie einen Lerntypentest machen.) In Reinkultur kommt selten ein bestimmter Typus vor. Sollten Sie aber feststellen, dass Sie visuell besonders gut Informationen aufnehmen und verarbeiten, kann das Lernen mithilfe von Mindmaps und Grafiken für Sie vorteilhaft sein.

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Berücksichtigen Sie Ihren Tagesrhythmus

Der zweite Punkt ist Ihr persönlicher Biorhythmus. In der Chronobiologie kennt man die Lerchen (Frühaufsteher) und die Eulen (Spätaufsteher). Das hat nichts mit Faulheit oder Fleiß, viel oder wenig Schlaf zu tun. Lediglich verschieben sich bei diesen Leuten die Zeiten:

Chronobiologie Chronotypen Eule Lerche Biorhythmus Grafik

Das bedeutet aber auch, dass sich die Phasen verschieben, in denen Sie besonders produktiv sind. Während Die Eule beispielsweise ihre zweite Hochphase von 18 bis 23 Uhr hat, knickt die Lerche spätestens ab 21 Uhr ein. Dafür ist sie frühmorgens fit. Wer seinen Biorhythmus kennt, sollte die Lernphasen entsprechend daran anpassen. In die unproduktiven Phasen sollten Sie Pausen oder längere Erholung (Schlaf) legen.

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[Bildnachweis: Leremy by Shutterstock.com]
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10. Dezember 2020 Anja Rassek Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der WWU in Münster. Sie arbeitete beim Bürgerfunk und einem Verlag. Hier widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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