Schier unendlich viele mathematische Formeln, hunderte neue Vokabeln für eine Fremdsprache, medizinische Fachbegriffe, der Aufbau einer Bilanz, Namen von Hauptstädten, die Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika oder die Namen von unzähligen Kunden, die Sie auf einer anstehenden Konferenz treffen werden. Ob in der Schule, während des Studiums oder der Ausbildung oder im späteren Job: Auswendig lernen hilft in vielen verschiedenen Situationen. Allerdings fällt genau das vielen Menschen schwer. Sie sitzen stundenlang da, starren auf ihre Unterlagen, doch am Ende will einfach nichts hängen bleiben. Das ist frustrierend und kann gerade vor Klausuren zum echten Problem werden. Wir haben die besten Tipps gesammelt, mit denen Sie Wissen schnell und effektiv auswendig lernen können...

Auswendig lernen schnell Studium leicht merken

Auswendig lernen steht immer wieder in der Kritik

Ums Auswendig lernen kommt niemand herum. Früher oder später steht jeder vor einem Berg an Informationen, die in möglichst kurzer Zeit ins Gehirn gelangen sollen. Besonders für Schüler und Studenten gehört das Auswendig lernen in aller Regelmäßigkeit zur Vorbereitung auf Klausuren und Prüfungen.

Wie sinnvoll diese Praktik ist, wird dabei immer wieder heiß diskutiert. Wissenschaftler und Lernexperten kommen dabei immer wieder zu den gleichen Erkenntnissen: Stumpfes Auswendig lernen hilft nicht dabei, ein Themengebiet wirklich zu verstehen und schon gar nicht, das Gelernte später in die Tat umsetzen zu können.

Wenn Sie also mathematische oder physikalische Formeln auswendig gelernt haben, können Sie diese vielleicht wiedergeben, wissen aber noch lange nicht, was genau diese für die Praxis bedeuten, welche Zusammenhänge zu anderen Formeln bestehen oder bei welchen Fragestellungen die besagten Formeln relevant sind. Erst wenn bereits ein grundsätzliches Verständnis vorhanden ist, kann es Sinn machen, Wissen und Informationen auswendig zu lernen.

Auswendig lernen mag nicht die beste Methode sein, um Wissen langfristig zu behalten und vor allem, das Gelernte auch wirklich zu verstehen und selbst anwenden zu können - fest steht aber auch, dass es aus den Lernmethoden einfach nicht wegzudenken ist.

Auswendig lernen: Das Gehirn kann Erstaunliches leisten

Auswendig lernen schnell Studium Gedichte Merken RekordeWenn Sie versuchen, etwas auswendig zu lernen, wie viele Dinge können Sie sich dann merken? Im Alltag vermutlich nicht sonderlich viele. Mit ein bisschen Glück klappt es, die Einkaufsliste im Kopf zu behalten, meist wird aber trotzdem das ein oder andere vergessen. Ähnlich sieht es bei Telefonnummern, E-Mail Adressen oder sogar Namen aus. Gerade noch gewusst, können wir uns plötzlich nicht mehr daran erinnern.

Bei langer Vorbereitung wird es dann schon etwas besser. Tage- oder wochenlanges Lernen macht sich bezahlt und es gelingt, deutlich mehr Wissen abzuspeichern. Das, worauf viele Menschen schon sehr stolz sind, zeigt aber noch nicht einmal im Ansatz das, wozu das menschliche Gehirn in der Lage ist. Gedächtnissportler beeindrucken immer wieder mit absurd wirkenden Rekorden, die für Normalsterbliche kaum vorstellbar sind.

Wir haben nur einige der Leistungen beim Auswendig lernen aufgelistet, um Ihnen eine Idee davon zu geben, was alles möglich ist:

  • Innerhalb von nur 19,4 Sekunden hat sich der Amerikaner Alexander Mullen die Reihenfolge eines kompletten, gemischten Kartenspiels eingeprägt.
  • Der Rekord im auswendig Aufsagen der Nachkommastellen der Zahl Pi liegt bei mehr als 70.000 Ziffern.
  • Innerhalb einer Minute hat sich der Deutsche Simon Reinhard 104 Ziffern gemerkt und fehlerfrei wiedergegeben.
  • Noch einmal der Amerikaner Alexander Mullen: In 30 Minuten lernte er die Reihenfolge von 910 Spielkarten auswendig.

Testen Sie sich doch einfach selbst und schauen Sie, wie viel Sie auswendig lernen können. Übung macht bekanntlich den Meister.

PS: Eselsbrücken helfen zuweilen auch...

Eselsbrücke Kreiszahl PI

Auswendig lernen: Mit diesen Tipps klappt es

Hinsetzen, Notizen anstarren und angestrengt versuchen, das Wissen vom Blatt Papier ins Gehirn zu übertragen. Auswendig lernen macht wahrlich nicht immer Spaß, kann sehr langwierig oder gar anstrengend sein und bringt Schüler und Studenten gleichermaßen an den Rand der Verzweiflung, wenn sich einfach kein Lerneffekt einstellen will. Nach vielen Tagen und endlosen Stunden will Ihnen immer noch nicht einfallen, was Sie auswendig lernen wollten. Wie soll das nur in der Prüfung werden...

Die schlechte Nachricht: Es gibt keinen Königsweg, der immer und perfekt funktioniert und das Auswendig lernen zum absoluten Kinderspiel macht. Sie werden auch weiterhin Zeit und Energie investieren müssen, um sich Informationen einzuprägen. Die gute Nachricht auf der anderen Seite ist, dass es Tipps und Tricks gibt, mit denen das Auswendig lernen besser gelingt und schneller zum Erfolg führen kann.

Wir haben die besten Tipps für Sie zusammengestellt. Dabei gilt: Sie müssen nicht gleich alle anwenden, um etwas auswendig zu lernen. Probieren Sie aus, was für Sie persönlich am besten funktionieren und nutzen Sie die Methode, die Ihnen hilft.

  • Zerlegen Sie die Informationen in kleinere Teile.

    Das menschliche Gehirn ist nicht gut darin, sich viele Dinge auf einmal zu merken. Studien zeigen, dass bis zu sieben Ziffern möglich sind, darüberhinaus wird es schwierig. Gerade bei Zahlenfolgen, Formeln oder im Alltag bei Telefonnummern kann dies das Auswendig lernen deutlich erschweren. Die Lösung: Lernen Sie nicht alles auf einmal, sondern zerlegen Sie Informationen in kleinere Teile und Abschnitte.

    Die Zahl 65311249627 werden Sie sich vermutlich nicht auf die Schnelle merken können, viel leichter klappt es, wenn Sie sich einzelne Teile der Zahl vornehmen. 65 ist beispielsweise das Geburtsjahr Ihres Vaters oder vielleicht Ihre Hausnummer. 3112 können Sie sich als Datum für Silvester merken. Für die 496 ist eine Verbindung zu Lottozahlen naheliegend, wo Sie 6 Richtige aus 49 benötigen und 27 könnte beispielsweise eine Altersangabe sein.


  • Nutzen Sie Mnemotechniken

    Bei Mnemotechniken handelt es sich um Methoden, die auch viele Gedächtnissportler anwenden. Es sind unterschiedliche Kniffe, die dem Gehirn dabei helfen, Wissen abzuspeichern und zu einem späteren Zeitpunkt - ob nun zehn Minuten später oder am nächsten Tag in der Klausur - wiederzugeben.

    Die vielleicht bekannteste ist die Loci-Methode. Hierbei suchen Sie sich eine Route mit verschiedenen markanten Punkten oder Standorten, die Sie im Kopf immer wieder abschreiten. Anschließend platzieren Sie gedanklich an jedem dieser Orte eine der Informationen, die Sie sich einprägen wollen. Dies klappt besonders gut, wenn Sie sich ausgefallene Geschichten dazu ausdenken. Wenn Sie dann in Gedanken Ihre Route ablaufen, sammeln Sie die zugehörige Information an jedem einzelnen Ort wieder ein.


  • Sprechen Sie verschiedene Sinne an.

    Beim Auswendig lernen sitzen die meisten stumm vor ihren Unterlagen und versuchen, diese in den eigenen Kopf zu zwingen. Das kann funktionieren, bessere Chancen haben Sie jedoch, wenn Sie beim Lernen unterschiedliche Sinne ansprechen. Lesen Sie die Informationen nicht nur, sondern sprechen Sie diese auch laut vor sich her. So nehmen Sie alles auf verschiedenen Ebenen wahr und verinnerlichen es schneller.

    Dabei hilft es, wenn Sie wissen, zu welchem Lerntyp Sie gehören. Die meisten Menschen lernen visuell am besten, doch auch hören oder sogar fühlen kann den Lernerfolg verbessern. Finden Sie heraus, was für Sie funktioniert und kombinieren Sie beim Lernen verschiedene Sinne, um bestmöglich auswendig zu lernen.


  • Lernen Sie vor dem Schlafen.

    Es bringt gar nichts, die ganze Nacht zu lernen, auch wenn viele, die das Gefühl haben, vor einer Klausur noch nicht genug Wissen verinnerlicht zu haben, immer wieder auf Schlaf verzichten. Was jedoch tatsächlich funktioniert: Nutzen Sie die Zeit, kurz bevor Sie ins Bett gehen, um sich die Informationen, die Sie auswendig lernen wollen, noch einmal anzusehen.

    Während Sie schlafen, ist Ihr Gehirn sehr aktiv und überträgt Wissen ins Langzeitgedächtnis. Haben Sie also kurz vor dem Schlafen noch einmal alles aufgefrischt, was Sie behalten wollen, erhöht sich die Chance, dass dieses Wissen auch langfristig gespeichert bleibt.


  • Verteilen Sie die Informationen überall.

    Zettel in der Küche, am Kleiderschrank, im Badezimmer, am Spiegel oder auf der Couch. Um etwas auswendig zu lernen, sollten Sie sich überall damit beschäftigen. Schreiben Sie die Formeln, Begriffe oder Definitionen, die Sie lernen wollen, auf viele kleine Zettel und verteilen Sie diese überall in Ihrer Wohnung. So werden Sie ständig damit konfrontiert, egal, was Sie gerade machen.

    Es klingt simpel, doch Wiederholungen sind immer noch die effektivste Möglichkeit, um auswendig zu lernen. Wenn Sie sich immer wieder mit den gleichen Informationen auseinandersetzen, werden diese irgendwann ganz automatisch verinnerlicht. Nutzen Sie deshalb die Gelegenheit, um sich mit dem Lernstoff zu umgeben.


  • Machen Sie Pausen.

    Es ist ein Irrglaube, dem leider sehr viele verfallen: Je länger ich etwas ohne Pause auswendig lerne, desto besser kann ich mich später auch daran erinnern. Doch so funktioniert es nicht. Das Gehirn braucht Ablenkung und Pausen, in denen es sich mit etwas anderem beschäftigen kann, um Informationen wirklich langfristig abspeichern zu können.

    Zwingen Sie sich nicht, tagelang durchzupauken. Das ist deutlich anstrengender, bringt aber am Ende sogar weniger Erfolg, als regelmäßig Pausen einzulegen und dem Kopf Zeit zu geben, das Gelernte zu verarbeiten.

[Bildnachweis: CandyBox Images by Shutterstock.com]

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