Vokabeln lernen: Die besten Profi-Tipps

Fremdsprachenkenntnisse gehören heute zum Lebenslauf wie Apps zum Smartphone. Englisch ist dabei eigentlich das Mindeste. Besser, wer noch eine zweite Fremdsprache lesen, verstehen und sprechen kann. Wenn da nur nicht dieses viele Vokabeln lernen wären… neue Substantive, unregelmäßige Verben, Konjunktionen – Hölle! Manche Menschen pauken, pauken und pauken, doch die neuen Vokabeln gehen einfach nicht in den Kopf, Satzbau und Grammatik bleiben leider viel zu deutsch, der Akzent genauso. Das kann mit genereller Sprachbegabung zu tun haben, es könnte aber auch an der Lerntechnik selbst liegen. So geht Vokabeln lernen heute…

Vokabeln lernen: Die besten Profi-Tipps

Fehler beim Vokabeln lernen

Zwei häufige Fehler unterlaufen beim Vokabeln lernen. Der erste betrifft die Methode – es wird nicht strategisch vorgegangen, sondern einfach irgendwie gelernt. Häufig werden dabei wenig bedarfsgerechte Methoden aus der Schulzeit übernommen, die zumeist nur daraus bestehen, dass der Vokabel aus der Fremdsprache die deutsche Bedeutung gegenübergestellt wird.

Voilà: Übersetzung fertig, jetzt präg Dir das gefälligst ein! Leider funktioniert diese wenig kreative Methode oft nicht. Ein weiterer häufiger Fehler ist die Zeiteinteilung – gerade Schüler und Studenten kennen das. Statt eines systematischen Vorgehens wird in der Nacht vor dem Test gelernt – oft sogar stundenlang – aber davon viel zu viel vergessen.

Wir stellen daher im Folgenden verschiedene Methoden vor, die sich zum Vokabeln lernen eignen. Außerdem folgen im Anschluss Tipps fürs Zeitmanagement, die dabei helfen, Ihr Vorhaben umzusetzen.

Wie kann ich schnell Vokabeln lernen?

Wer nicht gerade als Zeitvertreib Vokabeln lernen muss, will vor allem eins: Schnell soll es gehen. Dafür gibt es leider keinen goldenen Weg, denn Lerntypen sind verschieden – und damit der Zugang zur Wissensaneignung.

Diese Möglichkeiten gibt es:

  • Sprachreisen

    Einer der besten Wege, eine neue Sprache und deren Wörter zu lernen, sind Sprachreisen. Wenn man umgeben ist von Menschen, die nur ihre Sprache sprechen und man kaum ausweichen kann, bleibt einem gar nichts anderes übrig, als in der Fremdsprache zu kommunizieren. Und je länger der Aufenthalt im Ausland dauert, umso besser. Klar, nach zwei Wochen in Rio de Janeiro kommt keiner mit fließenden Portugiesisch-Kenntnissen zurück. Aber es gibt einem ein erstes Sprachgefühl für Klang, Aussprache und erste Satzfragmente.

  • Sprachkurse

    Deutlich systematischer gehen Sie die Sache in einem Sprachkurs an. Die Lernmaterialien sind bereits nach einem bestimmten Konzept aufgebaut und vermitteln abwechselnd Grammatikkenntnisse sowie neue Wörter – Ihnen bleibt also gar nichts anders übrig, als automatisch Vokabeln zu lernen. Mit dem erfolgreichen Abschluss eines Kurses – meist in Form eines schriftlichen und mündlichen Prüfungsteils – erhalten Sie ein Zertifikat über Ihren Fortschritt. Ein weiterer Vorteil dieser Methode – beispielsweise als VHS-Kurs – ist das Lernen in Gruppen: so können Sie sich gegenseitig motivieren.

  • Eigenregie

    Wesentlich mehr intrinsische Motivation und Selbstdisziplin benötigen Sie, wenn Sie beispielsweise anhand von Lernmaterialien aus Fernkursen allein Vokabeln lernen. Großer Vorteil hier allerdings: Sie sind an wenig bis gar keine zeitlichen Vorgaben gebunden. Diese Flexibilität ermöglicht Ihnen oftmals, mal eben zwischendurch eine Lerneinheit einzulegen. Dank moderner Technik können Sie zwischen verschiedenen Medien wählen: Wollen Sie mit Hörbuch, App oder Sprach-Tandem-Partner via Skype lernen?

Alle diese Wege haben unterschiedliche Vor- und Nachteile. Sprachreisen verbinden das Urlaubsfeeling mit dem Praktischen, sind aber meist teurer als ein mehrmonatiger Sprachkurs. Wer eher passende Häppchen für zwischendurch sucht, kann mit Sprachapps wie Babbel und Duolingo Vokabeln lernen. Erstere bietet eine kostenlose Testphase an, zweite ist komplett kostenfrei.

Welche Methode zum Vokabeln lernen die geeignete ist, hängt also nicht nur vom Lerntypus, sondern auch vom Budget und Ziel ab: Wer eine Sprache lernt, weil er im Urlaub Essen bestellen möchte, wird anders vorgehen als jemand, der aus beruflichen Gründen lernt.

Ein simpler Trick hilft

Vokabeln lernen: Ein simpler TrickEin einfacher, aber effektiver Trick fürs Vokabeln lernen: Beseitigen Sie beim Lernen alle Dinge, die Sie an Ihre Muttersprache erinnern!

Gegenstände, Fotos, ja sogar Menschen, die uns an unsere Heimat (und damit unsere Muttersprache) erinnern, können beim Lernen einer Fremdsprache äußerst störend sein, so eine Studie des Sozialpsychologen Michael Morris von der Columbia Business School.

Diese kulturellen Marker wirken wie Sprachanker: Sie sorgen dafür, dass wir uns gedanklich zu wenig aus unserem Kulturkreis entfernen – und entsprechend schwer mit der neuen Sprache tun.

Tipp 1: Vokabeln lernen mit einer Geschichte

Es gibt aber noch einen weiteren Trick, um Vokabeln zu lernen: Denken Sie sich dazu eine Geschichte aus.

Es ist nunmal so, dass wir Worte nur dann memorieren, wenn wir sie häufig und aktiv benutzen. Dazu müssen wir aber wissen, was sie bedeuten. Eine einfache Übersetzung bietet unserem Gehirn aber zu wenig Erinnerungsanker. Eine lebhafte Geschichte oder Anekdote aber schon – und sei sie nur erfunden.

Hierfür kommen Eselsbrücken ins Spiel. Das englische Verb to negotiate bedeutet auf Deutsch „verhandeln“ (gesprochen: niegoschie-äit). Wie lässt sich das merken? Beispielsweise können Sie das Verb in verschiedene Bestandteile zerpflücken: ne-go-tiate. Es klingt dann nach dem deutschen Wort „nie“ und den englischen Wörtern „she“ und „ate“ (Simple Past von to eat).

Weder die deutsche Übersetzung noch die Assoziationen „sie“ und „essen/aß“ klingen ähnlich wie „negotiate“. Das macht nichts, wichtig ist, sich jetzt eine kleine Geschichte dazu auszudenken, beispielsweise: Nie verhandelt sie beim Essen, für sie gibt es nur ein Lieblingsgericht.

Im Fall der Vokabeln und Fremdwörtern können Sie sogar soweit gehen und sich an einzelne Gegenstände in der Wohnung kleine Merkzettel heften. Je bunter, desto besser. Denn auch diese Denkzettel im Wortsinn erinnern Sie immer wieder an die Alltagsgeschichten, die Sie mit diesen Gegenständen verbinden. So prägen sich die Vokabeln unbewusst und viel leichter ein.

Tipp 2: Vokabeln lernen mit Karteikarten

Diese Methode ist etwas arbeitsintensiver und auf den ersten Blick altmodisch, hat allerdings einige Vorteile. Sie nehmen sich verschiedenfarbige Karteikärtchen und einen Karteikasten und gestalten folgendermaßen:

Auf die Vorderseite schreiben Sie die zu lernende Vokabel. Sie können beispielsweise für jede Wortgruppe eine bestimmte Farbe wählen, etwa rot für die Substantive, grün für Adjektive und so weiter. Auf die Rückseite schreiben Sie die deutsche Bedeutung.

Vergessen Sie nicht, bei Substantiven auch abweichende Fälle oder abweichenden Plural zu notieren, ebenfalls sollten Sie bei unregelmäßigen Verben die jeweiligen Formen dazuschreiben, etwa bei englisch to do, did, done.

Unterteilen Sie nun den Karteikasten in fünf verschiedene Fächer, um die Vokabeln effektiv zu lernen:

  • In das erste Fach kommen die Karten mit den neuen Vokabeln. Sie lernen sie und sobald Sie sie auswendig können, wandern die Vokabeln ins zweite Fach, andernfalls bleiben sie hinten im ersten Fach. Dieses Fach wird täglich gelernt.
  • Im zweiten Fach überprüfen Sie Ihre Vokabeln alle zwei Tage. Sobald Sie diese auswendig wissen, kommen die Karten ins dritte Fach, ansonsten wandern sie zurück ans Ende vom ersten Fach.
  • Die Vokabeln im dritten Fach werden einmal pro Woche getestet, wählen Sie dafür am besten einen Tag, an dem Sie bestimmt Zeit haben – Routinen erleichtern das Lernen. Auch hier die gleiche Methode: Wenn Sie die Vokabel beherrschen, darf die Karte ins nächste Fach, anderenfalls kommt sie ganz nach hinten ins erste Fach.
  • Die Kärtchen des vierten Fachs werden alle zwei Wochen überprüft, nehmen Sie hier einen anderen Wochentag.
  • Die Vokabeln aus dem fünften Fach werden einmal im Monat an einem festen Wochentag überprüft. Wenn Sie sie beherrschen, können sie ganz aus dem Karteikasten herausgenommen werden.

Um den Lernerfolg erneut zu überprüfen, sollten Sie nach zwei Monaten zurück ins erste Fach sortieren. Wenn Sie sämtliche Vokabeln erinnern, werden die Karteikärtchen schnell wieder im fünften Fach landen. Falls das nicht der Fall sein sollte, haben Sie auf diese Art und Weise Ihr Wissen vertieft.

Vokabeln lernen leicht gemacht: Im Schlaf

Vokabeln lernen leicht gemacht: Im SchlafJa, man lernt nie aus. Und ja, lebenslanges Lernen ist die Devise. Aber irgendwie haftet dem Lernen ja auch Arbeit an. Und manchmal hat man einfach keine Lust zu arbeiten – wie schön wäre es da, wenn man doch einfach Vokabeln im Schlaf lernen könnte!

Das haben sich offenbar auch einige Forscher gedacht und untersucht, ob und wie das funktionieren kann. Eine Studie von 2012 um den Wissenschaftler James W. Antony von der Northwestern University und eine weitere, 2015 von Thomas Schreiner und Björn Rasch getätigte Studie kommen zu dem Ergebnis: Jein, Vokabeln lernt man im Schlaf nur sehr bedingt.

Dazu wurden den Probanden Musikstücke und Vokabeln während des Schlafs vorgespielt, am nächsten Tag wurde geprüft, inwieweit die Testpersonen sich an das Gehörte erinnerten. Es gibt einen nachweislich positiven Einfluss auf bereits gelernte Vokabeln, wenn diese in verschiedenen Schlafphasen wiederholt werden. Solche Vokabeln können anschließend leichter erinnert werden.

Allerdings können Sie mitnichten völlig neue Vokabeln lernen, geschweige denn ganze Sätze oder Grammatik. Der Grund dafür ist einleuchtend: Während wir schlafen, ist das Gehirn von äußeren Einflüssen abgeschirmt, das heißt, es kann die Informationen nicht aufnehmen.

Somit ist klar: Die gute alte Methode des ständigen Wiederholens ist fürs Vokabeln lernen immer noch die zuverlässigste.

Tipp 3: Vokabeln lernen mit allen Sinnen

Unser Gehirn kann sich leichter fremde Worte merken, wenn Informationen aus unterschiedlichen Sinnesorganen miteinander verbunden werden. Das sagen Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig, die sich für ihre Untersuchung sogar eine eigene Kunstsprache ausgedacht hatten: Vimmi.

Vimmi ähnelt dem Italienischen und sollte sicherstellen, dass alle Studienteilnehmer bei Null anfingen und die neuen Vokabeln definitiv noch nicht kannten. Nun sollten die junge Probanden eine Woche lang Vokabeln pauken. Im ersten Experiment hörten sie die Vokabel und betrachteten danach ein zum Wort passendes Bild oder eine Geste. Im zweiten Experiment malten sie die Vokabel bildhaft in der Luft nach oder drückten sie spielerisch durch eine Geste aus. Welche Technik war effektiver?

Antwort: Am besten konnten sich die Teilnehmer an eine neue Vokabel erinnern, wenn sie sie selbst mit Gesten ausgedrückt hatten. Auch konnten sie sich ein Wort besser merken, wenn sie den Begriff und seine Übersetzung gehört hatten und zusätzlich ein Bild davon sahen. Was allerdings keinen positiven Effekt hatte, war das Nachzeichnen eines Begriffes und das Beobachten einer Geste.

Das Zauberwort heißt demzufolge Multisensorik. Eine Lernvokabel muss mit möglichst vielen Sinneswahrnehmungen verknüpft werden. So merkt man sie sich am besten. Die Forscher verdeutlichten das am Beispiel des Apfels. Wer etwa das spanische Wort für Apfel (la manzana) lernen will, sollte eine Apfel-Geste machen („kraftvoll reinbeißen“), dabei Apfel-Aroma auf der Zunge haben und zugleich ein Stilleben mit einem Apfel betrachten. Vokabeln lernen mit allen Sinnen.

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Tipp 4: Vokabeln lernen mit Tests

Für Schüler ist klar: Vokabeln lernt man für den Vokabeltest – sonst eher nicht. Erwachsene hingegen wollen sich meist nachhaltig weiterbilden – der Sprache wegen. Und genau hier scheint es eine wichtige Überschneidung zu geben.

Kognitionspsychologen der Universität Erfurt messen dem so genannten (aber nicht unumstrittenen) Testungseffekt eine große Bedeutung bei. Er besagt, dass wir uns das Gelernte – zum Beispiel Vokabeln – länger merken können, wenn wir es unter Testbedingungen erworben haben.

In einem Experiment der Erfurter lasen zunächst alle Versuchspersonen einen kurzen Text über das Erscheinungsbild und die Lebensgewohnheiten des Honigdachses. Ein Drittel der Probanden sollten den Text zwei weitere Male lesen – zur einfachen Wiederholung. Die zweite Gruppe sollte die wichtigsten Informationen aus dem Text in eigenen Worten aufschreiben, sich also Notizen machen. Und Gruppe drei sollte die wichtigsten Inhalte auf einem Blatt festhalten, ohne dabei in den Text zu gucken – eine Testsimulation also. Danach fanden finale Lerntests statt, in denen der Stoff abgefragt wurde – entweder nach fünf Minuten, nach einer Woche oder nach zwei Wochen.

Ergebnis: Wer das Gelernte kurzfristig im Kopf behalten will, profitiert am meisten vom Notizenmachen. Nach zwei Wochen aber hatten die Probanden den größten Vorteil, die den Inhalt aus dem Kopf abgerufen hatten. Unter Testbedingungen merkt man sich die Inhalte demnach nicht nur oberflächlich, sondern langfristiger.

Wie kann man das jetzt für sich nutzen? Zum Beispiel, indem man sich selbst regelmäßig beim Sprachen und Vokabeln lernen testet. Stellen Sie sich Fragen oder fassen sie fremdsprachige Texte mit Ihren eigenen Worten zusammen – ganz ohne Lehrmaterialien, aber dafür unter Prüfungs- und Zeitdruck. Sie könnten dafür auch Ihre Eltern, Kinder, Geschwister, Freunde etc. einspannen, die die Rolle als strenge Prüfer einnehmen. Das hilft offensichtlich, auch beim Vokabeln lernen.

Integrieren Sie die Fremdsprache in Ihren Alltag!

Vokabeln lernen: Integrieren Sie die Fremdsprache in Ihren Alltag!Sobald Sie einen gewissen Wortschatz aufgebaut haben, beginnen Sie die Fremdsprache in Ihren Alltag einzubauen. Das geht heutzutage wesentlich günstiger als früher, da viele Dienste kostenlos im Internet verfügbar sind. Wir haben hier einige sinnvolle Tipps, die außerdem Spaß machen:

  • Lesen

    Für den Anfang – je nach Sprachniveau – kann es mit einer Tageszeitung anfangen. Der Vorteil: Sie nehmen relevante Nachrichten auf, erfahren etwas über das Land, die Kultur und die Denkweise. Wenn es Nachrichten von internationaler Bedeutung sind, haben Sie vielleicht den Inhalt bereits auf Deutsch erfahren, das hilft Ihnen dabei die Vokabeln zu erschließen, die Sie noch nicht kennen.

    Trauen Sie sich, Bücher in der Fremdsprache zu lesen. Der Trick ist letztlich derselbe wie oben beschrieben: Sie verknüpfen gedanklich eine Geschichte – und die prägt sich sofort besser ein. Falls Ihr Wortschatz noch nicht für Romane ausreicht, genieren Sie sich nicht, mit Kinderbüchern zu beginnen. Die bieten einfache Geschichten in einfachen Worten – ideal, um erste Grundvokabeln zu büffeln.

    Manche Leute haben auf diese Art Harry Potter in drei verschiedenen Sprachen verschlungen – zu wissen, wie in etwa die Geschichte ausgeht hilft (ähnlich wie bei internationalen Nachrichten) beim Verstehen und fördert das Erfolgserlebnis. Wer vor Büchern zurückschreckt und wem Nachrichten zu dröge sind, kann auch zu Comics greifen: Klassiker sind da Asterix, Tim und Struppi oder auch Calvin und Hobbes.

  • Anschauen

    Im Zeitalter von DVDs, Streaming und digitalem Fernsehen können Sie nicht nur jederzeit auf eine Fülle an fremdsprachigen Filmen und Serien zurückgreifen, sondern Sie haben die Möglichkeit, sich das gesprochene Wort per Untertitel anzeigen zu lassen. Zwar wird nicht immer Wort für Wort untertitelt, aber der Großteil wird erfasst.

    So sehen Sie die richtige Schreibweise zum gehörten Wort und bekommen direkt ein Gefühl für die richtige Aussprache. Ausländische Fernsehsender wie das niederländische Fernsehen haben häufig englischsprachige Filme oder Serien im Angebot, die teilweise mit holländischen Untertiteln versehen sind. Der deutsch-französische Kultursender Arte untertitelt beispielsweise auch Talkshows.

  • Hören

    Sie könnten zuhause beispielsweise ausschließlich fremdsprachige Radiosender hören. Für die englische Sprache ist BBC wohl der bekannteste und seriöseste Nachrichtendienst, der darüber hinaus auch viele Download- und Podcast-Möglichkeiten anbietet.

    So könnten Sie zeitunabhängig ganz nach Ihrem Gusto Neuigkeiten zu Themen aufnehmen, die Ihnen gefallen. Manche hören Podcasts morgens im Bad, andere bei der Hausarbeit. Selbst wenn Sie sich nicht 100 Prozent auf das Gesagte konzentrieren, werden Sie Inhalte aufschnappen.

  • Umstellen

    Und noch ein letzter Tipp, wie Sie Ihre neue Lieblingssprache in den Alltag integrieren und Vokabeln lernen können: Stellen Sie Ihr Smartphone, Ihr Laptop und Ihr Tablet um! Ändern Sie die Spracheinstellungen; beispielsweise können Sie auch für Whatsapp eine andere Sprache einstellen und bekommen (bei Autovervollständigung) sogar Vorschläge.

    Die können hilfreich sein, falls Ihnen ein Wort fehlt beziehungsweise Sie mit der Schreibweise unsicher sind. Andererseits ist Vorsicht angebracht, da manche Worte an der Stelle keinen Sinn ergeben oder schlimmstenfalls den falschen.

Methoden des Zeitmanagements fürs sinnvolle Lernen

Es gibt immer mal wieder Phasen, in denen das Lernen nicht ganz so viel Spaß macht, der Anfang gefunden werden muss oder kontraproduktive Verhaltensweisen den Lernerfolg behindern. Diese Gefahren können Sie mit einigen Tipps aus dem Zeitmanagement eindämmen:

  • Erkennen Sie, wofür Sie lernen

    Wer ein konkretes Ziel verfolgt, kann sich leichter motivieren – etwa: Ich will eine gute Abschlussnote in dieser Fremdsprache erzielen, um meine Bewerbungschancen zu steigern. Oder: Mit dem Erwerb dieser Sprachkenntnisse ist ein Auslandsstudium möglich. Das hilft Ihnen dabei, diszipliniert und fokussiert die Zeit zu nutzen, die Sie sich fürs Lernen vorgenommen haben.

  • Erstellen Sie einen Lernplan

    Fürs Vokabeln lernen sollten Sie sich feste Lerneinheiten vornehmen und die beispielsweise in einen Lernplan hineinschreiben. Zum einen helfen klare Routinen dabei, Vorhaben umzusetzen. Zum anderen visualisieren Sie so Ihr Vorhaben.

  • Machen Sie regelmäßige Pausen

    Pausen sind wichtig, damit wir wieder Kraft tanken für neue Aufgaben. Im Schnitt sollten wenigstens alle 90 Minuten eine Pause eingelegt werden – die muss nicht immer gleich eine habe Stunde dauern – wenige Minuten reichen schon, um sich zu recken, kurz die Beine zu vertreten und frische Luft hereinzulassen.

  • Schalten Sie Zeitfresser ab

    Einer der schlimmsten Zeitfresser ist das Smartphone: Gerade noch lesen Sie die Bedeutung einer Vokabel nach und plötzlich kommt ein akustisches Signal für eine Whatsapp-Nachricht – was tun Sie? Ungerührt weiterlernen oder schnell nachsehen, ob die Nachricht „wichtig sein“ könnte? In der Mehrzahl der Fälle wird es sich nicht um Leben oder Tod handeln, trotzdem neigen viele dazu, „mal eben“ nachzusehen – das reicht bereits aus, Sie aus dem Flow zu reißen und führt häufig dazu, dass wir für die Dinge, die wir erledigen wollen, mehr Zeit brauchen. Besser also, das Smartphone im Flugmodus zu setzen und sämtliche Ablenkungen zu vermeiden.

  • Lernen Sie in Häppchen

    Bei diesem Tipp schlagen Sie gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe: Nutzen Sie die Pomodoro-Technik. Mit einem kleinen Timer teilen Sie sich die geplante Lernzeit in Einheiten à 25 Minuten, anschließend machen Sie eine kleine Pause. Die kurzen Lerneinheiten helfen dabei, sich leichter zu motivieren, denn 25 Minuten klingen deutlich attraktiver als „zwei Stunden“. Zum zweiten gönnen Sie sich damit automatisch die notwendige Erholung zum Auffrischen der Gehirnzellen.

[Bildnachweis: Jacob Lund by Shutterstock.com]
30. Juli 2019 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.



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