Abschlussarbeit schreiben: Thema, Aufbau, Beispiel
Früher hieß die Abschlussarbeit noch Diplomarbeit. Heute ist die Bachelor-, Master- oder eben Abschlussarbeit die letzte große Hürde, um das eigene Studium zu beenden. Nicht wenige Studenten haben Angst davor. So eine Abschlussarbeit zu schreiben, kostet nicht nur jede Menge Zeit und macht einen Haufen Arbeit - es fehlt auch schlicht die Übung und Routine, sich über einen so langen Zeitraum derart intensiv mit einem Thema zu beschäftigen. KARRIEREBIBEL zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie die Prüfung meistern und eine perfekte Abschlussarbeit schreiben...

Abschlussarbeit schreiben: Wie finde ich das richtige Thema?

Ein bis zwei Semester vor dem Ende des Bachelor- oder Master-Studiums beginnt für die meisten Studenten eines der größten Projekte überhaupt: die Abschlussarbeit. Der Aufwand ist nicht zu unterschätzen: Ein Thema muss gefunden, der passende Betreuer überzeugt und eine Gliederung erstellt werden.

Die Wahl des richtigen Themas ist für den späteren Berufseinstieg nicht ganz unwichtig. Sie zeigen mit der Abschlussarbeit schließlich nicht nur, dass Sie systematisch, strukturiert und wissenschaftlich arbeiten können, sondern vertiefen eben auch Ihre bislang theoretischen Kenntnisse in einem bestimmten Bereich. Manche sammeln dazu womöglich noch empirisch neue Daten und Fakten, die für Arbeitgeber nicht uninteressant sind.

Je relevanter das Thema also für potenzielle Arbeitgeber ist und je tiefer die Analyse, desto überzeugender wirkt die Abschlussarbeit später bei der Bewerbung. Doch mit der Frage geht es schon los:

Worüber soll ich schreiben? Wie finde ich überhaupt ein passendes Thema?

Die Themenwahl sollte kein Schnellschuss sein, auch hierbei hat es sich bewährt, systematisch vorzugehen und das Abschlussarbeit Thema mithilfe von strukturierten Fragen (und dem Betreuer) immer weiter einzugrenzen. So geht's:

  • Interesse bestimmen: Die Abschlussarbeit sollte auf jeden Fall ein Thema behandeln, für das Sie sich auch selbst interessieren, sonst wird diese selten gut. Ohne positive Einstellung dazu und mit reiner Qual, werden Sie kaum Inspiration finden. Das Thema sollte natürlich auch einen fachlichen Bezug zu Ihrem Studiengang haben und möglichst aktuell sein. Aber auch nicht zu aktuell: Gerade Modethemen haben oft den Nachteil, dass es hierzu kaum Sekundärliteratur gibt. Das erhöht den Forschungsaufwand deutlich.
  • Hypothese erstellen: Was will ich überhaupt herausfinden, erforschen? Die Abschlussarbeit sollte im besten Fall einen Erkenntnisgewinn bringen und nicht nur bekannte Forschungsergebnisse neu arrangieren. Überlegen Sie sich daher auch, wie Sie sich von anderen Forschungsarbeiten abgrenzen können.
  • Ausgangslage ermitteln: Welche Erkenntnisse liegen schon vor? Welches Problem stellt sich in der Wissenschaft akut? Nehmen Sie sich für die Material-Recherche ruhig etwas Zeit und schauen Sie sich dazu in der Fachliteratur um, welche Theorien, Lösungen, Methoden, Daten schon bekannt sind. Auch im Abgleich zum zweiten Punkt - Ihrer Hypothese.
  • Machbarkeit prüfen: Wie umfangreich ist die erforderliche Forschungsarbeit für das Thema? Keine Frage: Es gibt höchst spannende Themen für Abschlussarbeiten. Allerdings sprengt der wissenschaftliche Aufwand dafür deutlich den Rahmen. Selbst eine Doktorarbeit wäre dafür noch zu knapp. In dem Fall hilft nur der nächste Punkt...
  • Thema eingrenzen: Nicht wenige Studenten und Absolventen in spe formulieren und fassen ihr Thema zu weit. Effekt: In der vorgegebenen Zeit ist das nicht mehr zu schaffen. Suchen Sie sich daher lieber gleich einen (immer noch spannenden) Teilaspekt des Hauptthemas und spezifizieren Sie diesen solange, bis Sie glauben, das auch auf 40 bis 100 Seiten ausarbeiten zu können. Vollständigkeitswahn wirkt hier kontraproduktiv. Denn die Arbeit muss später auch halten, was der Titel verspricht.
  • Zielgruppe identifizieren: Für wen könnte das Thema Ihrer Bachelor- oder Masterarbeit interessant sein? Es ist keinesfalls verwerflich bei der Themenwahl schon an den Berufseinstieg zu denken und das Thema so zu wählen, dass Sie hierfür Interesse bei Arbeitgebern wecken.

Abschlussarbeit im Unternehmen schreiben

Ob Sie nun Student der Naturwissenschaften, der Wirtschaftswissenschaft (BWL, VWL) oder technischer Fächer wie Ingenieurwissenschaften oder IT sind: Sie haben letztlich zwei Optionen, wo Sie Ihre Abschlussarbeit schreiben - an der Hochschule oder in einem Unternehmen.

Abschlussarbeiten, die an der Hochschule geschrieben werden, beschäftigen sich oft mit Grundlagenforschung. Die Abschlussarbeit im Unternehmen ist dagegen häufig praxisnäher - und hat zugleich den Vorteil, dass Sie hier leichter ein Thema finden (falls das Unternehmen dieses nicht sowieso schon ausschreibt). Die Erkenntnisse daraus haben schließlich im Idealfall unmittelbaren Nutzen für den Arbeitgeber. Nebenbei dient die Abschlussarbeit vielleicht sogar als Eintrittskarte. Viele Studenten treten ihren ersten Job bei dem Unternehmen an, bei dem sie auch die Abschlussarbeit geschrieben haben.

Wer sich als Student für diese Option entscheidet, muss jedoch mit zusätzlicher Arbeit rechnen. Zunächst müssen sich die Studenten auf die verfügbaren Plätze für Bachlor- und Masterarbeiten bewerben, anschließend müssen sie Studium und Abschlussarbeit unter einen Hut bringen. Längst nicht alle Hochschulen stellen ihre Studenten für die Dauer der Abschlussarbeit frei.

Abschlussarbeit schreiben: Aufbau und Organisation

Entscheidend für eine erfolgreiche Abschlussarbeit ist am Ende natürlich das Schriftstück selbst - also das, was drinsteht, wie Sie es aufgebaut haben und an das Thema herangegangen sind.

Aus dem Thema ergibt sich meist schon die Abschlussarbeit-Gliederung. Wobei Sie feststellen werden, dass die erste Gliederung nie die letzte ist. Diese verändert sich meist im Laufe der Recherche - das ist völlig normal.

Klassisch besteht die Gliederung der Abschlussarbeit aus drei Hauptteilen, deren Gewichtung beim Umfang so aussehen sollte:

  • Deckblatt und Inhaltsverzeichnis (2-3 Prozent)
  • Einleitung (10 Prozent)
  • Hauptteil/Analyse (80 Prozent)
  • Resümee/Ausblick (5 Prozent)
  • Literaturverzeichnis und Anhang (2-3 Prozent)

Weitere Tipps zur Abschlussarbeit Gliederung finden Sie auch in diesem Video:

Tipps für den Aufbau

  • Einleitung

    Einleitung und Schlussteil bilden gleichermaßen den Rahmen Ihrer Abschlussarbeit. Bei beiden Teilen sollten Sie sich daher besondere Mühe geben, denn sie hallen nach - und sie sind zugleich das Aushängeschild Ihrer Abschlussarbeit.

    In der Einleitung stellen Sie Ihr Thema dar, machen die Fragestellung deutlich und arbeiten auch das Ziel der Abschlussarbeit und Ihres Forschungsvorhabens heraus (Was wollen Sie herausfinden und warum?). Gleichzeitig zeigen Sie dem Leser, wie Sie dabei vorgehen werden (und warum).

    Oftmals wird deshalb in der Einleitung auch noch auf den aktuellen Forschungsstand eingegangen, der eben die Abschlussarbeit rechtfertigt und Anlass dazu gibt. Wer hier einen Spannungsbogen erzeugen kann, weckt damit das Interesse seines Betreuers oder Professors - und das schlägt sich nicht selten später in der Bewertung der Abschlussarbeit nieder.

  • Hauptteil

    Der Hauptteil ist geprägt von der eigentlichen Auseinandersetzung mit dem Thema. Hier werden ausführlich Forschungsergebnisse zitiert und analysiert sowie eigene Erkenntnisse (etwa aus einer Umfrage) dargestellt. Das Wichtigste an diesem Teil ist, die eigene Hypothese logisch nachvollziehbar und strukturiert zu argumentieren und Schritt für Schritt vorzugehen.

    Schreiben Sie daher in möglichst einfacher Sprache und vermeiden Sie Schachtelsätze. Fachwörter sollten nur die Würze in der Bachelorarbeit oder Masterarbeit sein. Ansonsten macht ein Nominalstil jeden Text nur schwer lesbar. Starke Verben sind immer besser - sowieso besser als Adjektive, die meist nur Füllwörter darstellen.

  • Schluss/Fazit

    Das Resümee ist die wertende Zusammenfassung Ihrer Abschlussarbeit. Hier ziehen Sie Bilanz und präsentieren die Quintessenz des Geschriebenen. Fragestellungen, die in der Einleitung aufgegriffen wurden, müssen hier und spätestens jetzt beantwortet und die Schlussfolgerungen belegt werden. Falls das nicht abschließend möglich ist, darf man natürlich auch noch einen Ausblick auf künftige interessante Fragestellungen und Forschungsarbeiten geben.

    Vermeiden sollten Sie im Schlussteil aber generell Zitate. An dieser Stelle geht es um IHRE gewonnenen Erkenntnisse. Aus demselben Grund sollten Sie auch keine neuen Gesichtspunkte erwähnen. Die lenken nur ab. Letztlich stellen Sie im Fazit Ihre Reflexionsfähigkeit unter Beweis. Erlaubt sind daher eher kritische Auseinandersetzungen mit anderen Arbeiten.

Um die gängigsten Fehler und Probleme zu vermeiden, sollten Sie sich zum Schluss noch an die folgenden drei Tipps halten:

  1. Strukturieren Sie Ihre Quellen von Beginn an.

    Eine chaotische Quellensammlung kostet in den Tagen vor der Abgabe viel Kraft und Schlaf. Ersparen Sie sich das und archivieren Sie Ihre Quellen von Anfang an strukturiert. Der Aufwand lohnt sich - insbesondere für das Literaturverzeichnis.

  2. Arbeiten Sie mit Formatvorlagen.

    Auch wenn Formatvorlagen zunächst einmal mehr Arbeit machen: Microsoft Word, Open Office, Libre Office, Mellel - egal, welches Textverarbeitungsprogramm Sie verwenden - allesamt bieten bereits Formatvorlagen. Und diese erlauben Ihnen später ganz leicht und schnell, wichtige Layout-Änderungen vorzunehmen - etwa, weil Sie die Vorgaben der Hochschule (Schriftgröße, Seitenränder, Abstände, ...) bislang nicht eingehalten haben.

  3. Planen Sie Zeitpuffer ein.

    Man kann es nicht oft genug betonen: Planen Sie für Ihre Abschlussarbeit genug Zeit ein - am besten sogar für jede einzelne Arbeitsphase. Das beginnt mit der Themenfindung und Gliederung, geht weiter über die Literaturrecherche zur Befragung und schließlich zum Verfassen und Formatieren. Nicht zu vergessen die Korrekturphase vor der Abgabe. Von der regelmäßigen Abstimmung mit dem Betreuer ganz zu schweigen. All das braucht Zeit. Unser Tipp: Hängen Sie sich einen großen Jahreskalender auf und tragen Sie dort mit bunten Textmarkern die jeweiligen Phasen ein - und halten Sie sich möglichst daran.

Es ist übrigens völlig normal, dass Sie sich anfangs überfordert fühlen (zwischendrin manchmal auch noch). Das liegt daran, dass Sie vermutlich noch nie so einen umfangreichen Text erstellt und strukturiert haben. Mit der Zeit aber werden Sie Routine bekommen, und mit jeder fertigen Seite wächst die Erleichterung.

Umso wichtiger ist es, dass Sie sich zwischendurch auch Pausen gönnen und für Etappen-Erfolge belohnen. Nur so behalten Sie die nötige Motivation, die Abschlussarbeit schreiben zu können.

Abschlussarbeit veröffentlichen: Perfektes Publizieren

Nach getaner Arbeit stellt sich erst einmal Erleichterung ein. Geschafft - die Abschlussarbeit ist fertig. Nun stellt sich allerdings die Frage, was mit der Arbeit passieren soll. Wer viel Zeit und Mühe in seine Abschlussarbeit gesteckt hat, wünscht sich oft auch Anerkennung und Aufmerksamkeit.

Daran die Arbeit zu veröffentlichen, denken die wenigsten. Dahinter steckt der Irrglaube, eine Veröffentlichung lohne sind nur für jene, die eine wissenschaftliche Karriere anstreben. Stimmt aber nicht: Auch für Absolventen, die nicht planen in die Wissenschaft zu gehen, kann die Veröffentlichung der Abschlussarbeit eine gute Gelegenheit sein, auf sich aufmerksam zu machen und Kontakte (zu Arbeitgebern) zu knüpfen.

Achtung Sperrklausel für Abschlussarbeiten im Unternehmen

Sperrklausel für Abschlussarbeiten im UnternehmenWer seine Abschlussarbeit in Kooperation mit einem Unternehmen geschrieben hat, sollte sich darüber informieren, ob die spätere Veröffentlichung erlaubt ist. In einigen Fällen gibt es eine sogenannte Sperrklausel, die die Veröffentlichung und externe Nutzung verbietet und die Leserschaft auf bestimmte Personen begrenzt, damit vertrauliche Informationen über das Unternehmen nicht weitergeben werden.

Abschlussarbeiten veröffentlichen: Welche Möglichkeiten habe ich?

Veröffentlichen ist nicht gleich veröffentlichen: Sollten Sie die Abschlussarbeit ausdrucken oder als E-Book publizieren? In Auszügen oder als Gesamtwerk?

Diese Optionen bieten sich:

  • Publikationsserver der Universität: Hier können Sie Ihre Arbeit digital und kostenlos veröffentlichen. In der Regel wird Sie dann auch im Bibliothekskatalog gelistet und kann so von anderen Studenten gefunden werden.
  • Universitätsverlag: Hierbei handelt es sich um einen universitätseigenen Service, über den die wissenschaftlichen Arbeiten, wie beispielsweise Dissertationen, Habilitationen, Forschungsarbeiten und Sammelbände veröffentlicht werden. Die Arbeit muss bestimmten Standards entsprechen und die Druckkosten müssen gezahlt werden.
  • Journalbeitrag: Wer nicht seine gesamte Arbeit veröffentlichen will, sondern nur eine kondensierte Form, ein Exzerpt oder einen Auszug, kann sich an Fachzeitschriften wenden. Oftmals ist diese Variante mit nicht zu unterschätzendem Aufwand verbunden, da Arbeiten umgeschrieben oder zu gänzlich neuen Artikeln zusammengefasst werden müssen. Eine weitere Hürde ist, das ein Redakteur von der Forschungsarbeit überzeugt werden muss. Renommierte Fachzeitschriften prüfen überdies die Relevanz des Forschungsthemas durch unabhängige Gutachter.
  • Print on Demand: Oder auch Book-On-Demand genannt. Hier bieten Verlage wie epubli dem Autor an, das eigene Buch bereits kostenlos ab einer Auflage von einem Stück zu veröffentlichen. Entsprechend von Umfang, Aktualität, Fachbereich und weiteren Kriterien wird ein Preis festgelegt, für den der Leser ein Exemplar erwerben kann. Gedruckt wird nur auf Bestellung.
  • E-Book: Apple, Amazon, Grin.com und zahlreiche weitere Anbieter bieten die Möglichkeit, die eigene Arbeit als E-Book zu veröffentlichen. Die Veröffentlichung ist in der Regel auch kostenlos und über das Hochladen einer PDF-Datei einfach zu realisieren. E-Books bieten auch die Möglichkeit, die Arbeit ins eigene Blog einzubinden. Wie genau die Erstellung eines E-Books funktioniert, hat Christian Müller bereits an dieser Stelle beschrieben.
  • Gastartikel für Fachblogs: Neben der Veröffentlichung auf dem eigenen Blog bietet sich auch das Schreiben eines Gastartikels für ein Fachblog an. In diesem können einzelne Thesen oder Ergebnisse diskutiert werden. Auf diese Weise steigt die Aufmerksamkeit für das Werk. Optimal ist es dann natürlich, wenn das Gesamtwerk auch erhältlich ist.

Welche Variante die Richtige ist, hängt davon ab, welche Ziele man mit der Arbeit verfolgt, wie groß das eigene Budget ist und in welcher wissenschaftlichen Disziplin man die Arbeit eingereicht hat.

Was bringt die Veröffentlichung für die Bewerbung?

Was bringt die Veröffentlichung für die BewerbungWer seine Abschlussarbeit veröffentlicht, erhofft sich ein Stück weit, Vorteile für die berufliche Karriere. Sie zeigen damit, dass Sie über Expertenwissen auf einem bestimmten Gebiet verfügen und wissenschaftliche Arbeitsweisen beherrschen.

Allerdings gilt es hier sich und seine Arbeit richtig zu positionieren. Wollen Sie Ihre Abschlussarbeit in der Bewerbung prominent erwähnen, sollte diese auch thematisch zum Unternehmen und zur ausgeschriebenen Stelle passen. Dann sollten Sie im Lebenslauf auf die Arbeit verweisen und die Kernpunkte in zwei oder drei Sätzen wiedergeben. Optimal ist es, wenn die Arbeit bei einer digitalen Bewerbung auch direkt verlinkt wird.

Hat die Abschlussarbeit nicht direkt etwas mit der ausgeschriebenen Stelle zu tun und Sie wollen diese trotzdem erwähnen, bietet sich hierfür eine sogenannte Publikationsliste als Anlage an. Allerdings ist das nur sinnvoll, wenn Sie mehr als eine Publikation auflisten können, beispielsweise Bachelor- und Masterarbeit oder auch ein Auszug Ihrer Arbeit in verschiedenen Medien bieten sich an.

Abschlussarbeit schreiben: Tipps für die Veröffentlichung

  • Machen Sie sich Gedanken über das Ziel. Welches Ziel verfolgen Sie mit der Veröffentlichung Ihrer Arbeit? Möchten Sie Ihr Profil schärfen? Ihr Wissen an Ihre Mitstudenten weitergeben? Aufmerksamkeit in der Fachwelt erlangen? Darüber sollten Sie sich vor der Veröffentlichung ausgiebig Gedanken machen, denn es hat Einfluss darauf, welche Art der Veröffentlichung die Richtige für Sie ist. Was die Aufmerksamkeit vom Fachpublikum angeht, sollten Sie jedoch realistisch bleiben. Das wird Ihnen nur gelingen, wenn Sie mit Ihrer Arbeit wissenschaftliches Neuland betreten oder mit einer neuartigen Herangehensweise aufwarten. Bei den meisten Bachelorarbeiten ist das allerdings nicht der Fall.
  • Denken Sie frühzeitig an eine Veröffentlichung. Eigentlich sollten Sie bereits vor der Erstellung der Arbeit über eine Veröffentlichung nachdenken. Denn das könnte Einfluss auf Ihr Thema und Ihre Fragestellung haben. Auch haben Sie so die Möglichkeit, Ihren Recherche- und Schreibprozess von Beginn an auf einem Blog zu dokumentieren.
  • Wenden Sie sich an Ihren Betreuer. Der Professor, der Ihre Arbeit betreut, kann Ihnen eine große Hilfe bei der Verwirklichung Ihres Vorhabens sein. Zum einen verfügt er über Kontakte, auf die Sie im besten Fall zurückgreifen können und zum anderen hat er selbst Erfahrung mit der Veröffentlichung von wissenschaftlichen Texten. Er kann Sie dazu beraten, an welchen Verlag Sie herantreten sollten, wo es Unterstützung für die Finanzierung Ihres Vorhabens gibt und welche Anforderungen die Fachzeitschriften auf Ihrem Gebiet haben.
  • Achten Sie auf das Copyright. Wenn Sie sich an einen Verlag wenden, achten Sie darauf, ob dieser die alleinigen Rechte an Ihrem Werk beansprucht. Denn dadurch geht Ihnen unter Umständen die Möglichkeit verloren, die Arbeit auch auf dem Bibliotheksserver der Universität oder im eigenen Blog zu veröffentlichen.
  • Fallen Sie nicht auf falsche Versprechen herein. Wird mit hohen Verdiensten geworben, sollten Sie skeptisch sein, denn in der Regel werden Sie mit der Veröffentlichung Ihrer Arbeit nicht viel Geld verdienen. Dafür sind die Beteiligung des Autors und die Verkaufszahlen zu niedrig.
  • Informieren Sie sich über die Reputation des Verlags. Einen seriösen Verlag erkennen Sie daran, dass er gewisse Standards an die Arbeiten, die veröffentlicht werden, setzt. Von Seiten des Verlags sollte überprüft werden, ob Sie wissenschaftliche Arbeitsweisen einhalten und wie gut Ihre Arbeit bewertet wurde.
  • Erkundigen Sie sich, welchen Service der Verlag bietet. Was bietet Ihnen der Verlag? Ist in dem Angebot auch ein Lektorat und die ISBN- Nummer enthalten? Auf solche Punkte sollten Sie achten und mehrere Angebote miteinander vergleichen.
  • Sorgen Sie für breite Präsenz im Internet. Wünschen Sie sich die Aufmerksamkeit vieler Leser, sollten Sie für eine gute Auffindbarkeit im Internet sorgen. Oftmals reicht es nicht aus, Ihre Arbeit nur auf dem Publikationsserver Ihrer Universität zu veröffentlichen, sondern Sie sollten mehrere Kanäle zu kombinieren.
  • Unterschätzen Sie nicht den Aufwand. Die eigene Arbeit bekannt zu machen, ist immer auch mit Aufwand für Sie verbunden. Je nach Publikationsvariante sollten Sie bereit sein, Ihre Arbeit noch einmal zu überarbeiten. Auch Geduld sollten Sie mitbringen, insbesondere wer den Weg über eine Veröffentlichung in Fachzeitschriften wählt.
[Bildnachweis: Rawpixel.com by Shutterstock.com]

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