Lebenslauf schreiben: Vorlagen (Word), Aufbau, Tipps

90 Prozent der Personaler halten den professionellen Lebenslauf für das wichtigste Dokument der Bewerbung. Die meisten lesen ihn noch vor dem Anschreiben. Er zeigt – möglichst lückenlos – die beruflichen Erfahrungen, relevante Qualifikationen und wichtige Stärken eines Bewerbers. Wenn der Lebenslauf überzeugt, haben Sie beste Chancen, zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden. Dazu muss der Aufbau übersichtlich und der Inhalt vollständig sowie schlüssig strukturiert sein. Der tabellarische Lebenslauf ist dazu ideal. Die besten Profi-Tipps, wie Sie einen perfekten Lebenslauf schreiben und optimieren. Inklusive kostenloser Lebenslauf Vorlagen und Muster in Word zum Anpassen und Bearbeiten…

Lebenslauf schreiben: Vorlagen (Word), Aufbau, Tipps

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Kostenlose Lebenslauf Vorlagen (Word)

Recruiter nehmen sich für die Lebenslauf-Lektüre zwischen 2 und 5 Minuten Zeit. Mehr nicht. Deshalb müssen Format, Optik und Inhalt auf einen Blick überzeugen. Nutzen Sie hierfür unsere mehr als 50 kostenlosen Lebenslauf Vorlagen, Beispiele und Muster, um den perfekten Lebenslauf zu erstellen.

Unsere professionellen Designs und Bewerbungsvorlagen bestehen aus kompletten Designpaketen – inklusive Anschreiben, Deckblatt und Lebenslauf. So wirkt Ihre Bewerbungsmappe wie aus einem Guss. Hier eine Auswahl.

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Lebenslauf Arten

Bei Ihrer Bewerbung haben Sie die Wahl zwischen unterschiedlichen Lebenslauf Arten und Formen. Der perfekt passende Lebenslauf orientiert sich daran, was in der Stellenanzeige verlangt wird. Eine Übersicht der wichtigsten Lebenslauf Arten:

1. Tabellarischer Lebenslauf

Der tabellarische Lebenslauf (auch „amerikanischer Lebenslauf„) ist heute Standard. Er wird von 95 Prozent der Bewerber genutzt. Personaler lieben seine hohe Übersichtlichkeit, klare Struktur bei Aufbau und Gliederung sowie komprimierte Aussagekraft. Persönliche Daten, berufliche Erfahrungen und Erfolge, besondere Kenntnisse, Interessen und Hobbys – all das lässt sich im tabellarischen Curriculum Vitae präzise auf wenigen Seiten darstellen.

2. Ausführlicher Lebenslauf

Beim ausführlichen Lebenslauf schreiben Sie Ihren Werdegang in Aufsatzform als Fließtext. Oft sogar handschriftlich. Stiftungen verlangen ihn bei der Bewerbung für ein Stipendium, ebenso Behörden. Ziel des ausführlichen Lebenslaufs ist, die Persönlichkeit und Sprachkompetenz des Bewerbers zu testen. Hierfür müssen Bewerber ihre Vita chronologisch nacherzählen und ausformulieren.

3. Moderner Lebenslauf

Die meisten Personaler sind konservativ. Wenn es passt, sind sie aber für moderne Trends offen. Ein moderner Lebenslauf behält die tabellarische Struktur bei. Hinzu kommen ein kreatives Layout und originelles Design. Zum Beispiel grafische Elemente: Diagramme zu Stärken und Kompetenzen, ein Zeitstrahl für den Werdegang, Icons für Hobbys und Interessen, Symbole für Abschnitte und Kategorien… Richtig dosiert geben die Elemente dem kreativen Lebenslauf mehr Individualität und Charakter.

4. Online Lebenslauf

Große Unternehmen und Konzerne nutzen heute die Online-Bewerbung. Dabei tragen Bewerber Ihre Daten in Online-Formulare ein und laden einen professionellen Lebenslauf als PDF hoch (siehe auch: E-Mail-Bewerbung). Beim Online-Lebenslauf übernimmt die Vorauswahl häufig eine Software (siehe CV Parsing). Verzichten Sie hierbei auf eine phantasievolle Gestaltung – CV Parser erkennen sie nicht oder interpretieren sie falsch. Wichtiger ist, dass der Lebenslauf alle Qualifikationen und Schlüsselbegriffe der Stellenanzeige enthält.

Lebenslauf erstellen – immer passend zum Job!

Unterschätzen Sie nie die Wirkung des Lebenslauf-Designs. Für 82 Prozent der Recruiter und Personaler ist eine klare Struktur ein entscheidendes Kriterium. Ist der Lebenslauf ansprechend, schnell zu erfassen? Passt er zu Beruf und Branche? Je passgenauer die Dokumente, desto kompetenter wirken Sie. Nicht wenige Personaler lesen aus dem Layout, wie sorgfältig und gewissenhaft Sie auch später im Job arbeiten. Nutzen Sie zum Schreiben des Lebenslaufs gerne auch unseren kostenlosen Lebenslauf-Editor.


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Lebenslauf Aufbau + Länge

Ein überzeugender Lebenslauf hat eine Länge von ein bis maximal drei DIN A4 Seiten. Berufseinsteiger und Bewerber mit weniger als 5 Jahren Berufserfahrung benötigen nur eine Seite.

Der Lebenslauf wird in Abschnitte gegliedert und nach Überschriften geordnet. Klassisch nach diesem Muster:

  1. Titel & persönliche Daten
  2. Angestrebte Position
  3. Beruflicher Werdegang
  4. Bildungsweg (Studium, Ausbildung, Schule)
  5. Besondere Kenntnisse
  6. Interessen & Hobbys
  7. Ort, Datum & Unterschrift

Lebenslauf Muster Aufbau Beispiel Gliederung

Pflichtangaben und freiwillige Angaben

Zu einem „vollständigen“ Lebenslauf gehören alle Pflichtangaben. Wer sie vergisst, riskiert eine Bewerbungsabsage. Andere Angaben sind durch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) optional und freiwillig.

Pflichtangaben

  • Persönliche Daten (Name, Kontaktdaten, Weblinks)
  • Berufserfahrung (lückenlos)
  • Bildungsweg
  • Relevante Kenntnisse (Sprachen, IT, Führerschein)
  • Ort, Datum & Unterschrift

Freiwillige Angaben

  • Bewerbungsfoto
  • Interessen & Hobbys
  • Soziales Engagement (FSJ, BFD, FÖJ, Ehrenamt)
  • Weiterbildungen (Umschulungen, Seminare, EDV-Kurse)
  • Auszeichnungen (Job, Projekte, Stipendien, Sport)
  • Auslandserfahrungen (Work & Travel, Au-Pair, Auslandssemester)

Reihenfolge variieren und kombinieren

Erstellen Sie Ihren Lebenslauf für JEDE Stelle individuell. Die Reihenfolge kann und darf von Bewerbung zu Bewerbung variieren. Sind Ausbildung oder Studium relevanter für den Beruf, beginnen Sie mit dem Bildungsweg. Entscheidend ist, dass Sie Ihre stärksten Argumente und Alleinstellungsmerkmale möglichst weit oben im Lebenslauf schreiben. Personaler wollen diese sofort finden und nicht suchen müssen.

Gleichzeitig können Sie Abschnitte kombinieren und zusammenfassen, die weniger wichtig sind. Zum Beispiel, Schule, Ausbildung und Praktika, wenn Sie schon einige Jahre Berufserfahrung besitzen.

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Lebenslauf Inhalt + Gliederung

Die Inhalte hängen von Ihrem Werdegang ab. Die Vita ist eine kompakte und fokussierte Darstellung Ihrer bisherigen Erfahrungen und Fachkenntnisse. Faustregel: Alles, was für die ausgeschriebene Stelle relevant ist, stellen sie ausführlicher und aussagekräftig dar. Den Rest halten Sie kurz oder streichen ihn ganz.

Titel

Die klassische Lebenslauf Überschrift lautet „Lebenslauf“ oder „Lebenslauf Vorname + Nachname“. Sie können den Lebenslauf Titel auch gleich in die Kopfzeile bei Word einfügen. So erscheint die Überschrift einheitlich auch auf Seite 2 oder 3 Ihrer Bewerbung. Das spart zudem Platz.

Lesetipp: Lebenslauf erstellen in Word: Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Persönliche Daten

Nach dem Titel folgen die Angaben zur Person. Sie bilden zusammen mit der Überschrift die „Kopfzeile“ des Lebenslaufs. Sie muss immer aktuell und fehlerfrei sein. Buchstaben- und Zahlendreher bewirken, dass man Sie bei Interesse nicht erreicht.

Zu den persönlichen Daten gehören (Pflichtangaben):

  • Vorname und Nachname
  • Adresse (Straße, Hausnummer, PLZ + Ort)
  • Kontaktdaten (Telefonnummer, eMail, Links)

Die aktuelle Telefonnummer geben Sie bitte immer mit Vorwahl an. Bei Handynummern und internationalen Bewerbungen sollten Sie zusätzlich die Ländervorwahl in Klammern schreiben. Beispiel: (+49) 170 / 123 45 67. Dies entspricht der DIN 5008 und wirkt professioneller.

Achten Sie bei der eMail auf eine seriöse Adresse. Nicht: lalelu@web.de, sondern besser: max.muster@mail.de. Perfekt ist ein eMail-Alias mit eigener Webadresse: 
max@muster.de. Das macht neugierig auf Ihre Homepage.

Weitere optionale Angaben sind:

  • Geburtsdatum und -ort
  • Staatsangehörigkeit
  • Familienstand
  • Konfession (bei kirchlichen Arbeitgebern oder Pflegeeinrichtungen)

Geschwister oder der Beruf der Eltern werden im Lebenslauf nicht mehr genannt. SIE bewerben sich – nicht die Familienmitglieder. Interessant werden solche Hintergründe erst im Motivationsschreiben oder bei einer lokalen Bewerbung am Ort.

Kompetenzprofil

Ein moderner Trend ist, die Vita durch grafische Elemente aufzuwerten. Zum Beispiel Schlüsselqualifikationen, Stärken oder besondere Erfahrungen, die in einer Art Kurzprofil dargestellt werden.

Solche Know-how- oder Erfahrungsfelder sind vor allem für langjährige Fach- und Führungskräfte interessant. So lassen sich Qualifikationen mit hoher Relevanz optisch hervorheben und unterstreichen nachhaltig die perfekte Eignung für die angestrebte Stelle. Beispiel:

Kurzprofil

Bewerbungsfoto

Laut Allgemeinem Gleichbehandlungsgesetz (AGG) ist das Bewerbungsfoto freiwillig, wird von Personalern aber weiterhin gerne gesehen, weil es Ihrem Profil ein Gesicht gibt. Buchstäblich. Es kann den Gesamteindruck abrunden, verstärken und sogar die Bewerbungschancen verbessern. Denn natürlich schaut jeder zuerst auf das Foto. Für manche Position ist es wichtig zu wissen, wie der/die künftige Mitarbeiter(in) aussieht (z.B. Verkäufer oder Berater mit Kundenkontakt).

Falls Sie sich für ein Bewerbungsfoto entscheiden, muss dies unbedingt ein professionelles Foto von einem Fotografen im Fotostudio sein. Kein Passbild! Selbstgemachte Fotos sehen auch genauso aus. Deren Qualität reicht nicht – egal, wie gut das Smartphone ist. Selfies, Freizeitbilder und Ganzkörperaufnahmen sind ganz tabu. Generell gilt: Foto und Stil müssen hochwertig sein und zu Beruf und Branche passen.

Das perfekte Foto zeigt Sie im Profil oder Halbporträt – Gesicht plus Teil des Oberkörpers. Kleidung und Frisur sind angemessen und gepflegt. Der Hintergrund sollte neutral und einfarbig sein. Und: lächeln! Das wirkt sympathischer und aufgeschlossener.

Lebenslauf Bewerbungsfoto Tipp

Bewerbungsvideo

Alternativ zum Bewerbungsfoto oder zusätzlich darunter können Sie in der Vita einen Link oder QR-Code platzieren. Dieser führt dann wahlweise zu einer Bewerbungshomepage oder einem Bewerbungsvideo. Das macht die Bewerbung noch persönlicher.

Im Video (Länge: 2-3 Minuten) können Sie mehr über Ihre Motivation erzählen und mit Ihrer Begeisterung für die Stelle punkten. Hiervon profitieren vor allem Berufsanfänger, deren Lebenslauf noch dünn und daher weniger aussagekräftig ist. Ebenso Quereinsteiger und Bewerber mit längerer Arbeitslosigkeit im Lebenslauf. Eben alles, was unter Umständen erklärungsbedürftig ist. Einbauen lässt sich der QR-Code zum Beispiel so:

Lebenslauf Kontaktdaten Bewerbungsvideo Beispiel

Angestrebte Position

Dieser Trick hat schon vielen Bewerbern geholfen: Nennen Sie im Lebenslauf die angestrebte Position aus der Stellenanzeige oder Ihren Berufswunsch! Das beweist Ihre Entschlossenheit und hohe Identifikation mit dem Arbeitgeber und der Stelle. Außerdem macht es Ihren CV einzigartig (siehe Video).

Beruflicher Werdegang

Herzstück des Lebenslaufs bildet der berufliche Werdegang (auch „Berufserfahrung„, „Praxiserfahrung“ oder „Berufspraxis“). Dieser Abschnitt wird heute antichronologisch aufgebaut. Heißt: Bei der zeitlichen Abfolge schreiben Sie zuerst Ihre aktuelle Tätigkeit hin und gehen dann umekehrt chronologisch zurück – Position für Position.

  • Zeitangaben (links) werden nacht dem Muster „MM/JJJJ – MM/JJJJ“ aufgebaut. „MM“ steht für den Monat, „JJJJ“ für das Jahr. Einstellige Zahlen werden mit einer führenden „0“ aufgefüllt („05/2022“). Besteht das Beschäftigungsverhältnis aktuell noch, schreiben Sie in der ersten Position: „MM/JJJJ – heute“ oder „Seit MM/JJJJ“. Die Schreibweise der Datumsangaben muss im gesamten Lebenslauf einheitlich sein!
  • Stationen (rechts) werden ebenso einheitlich aufgebaut. Wir empfehlen, (durch Fettschrift hervorgehoben) die Berufsbezeichnung zuerst zu nennen. Sie ist für die Eignung besonders aussagekräftig. Bei kryptischen Jobtiteln nennen Sie die deutsche Übersetzung oder den Abteilungsbereich in Klammern dahinter. Darunter folgt der bisherige Arbeitgeber und dessen Firmensitz. Achten Sie auf die korrekte Rechtsform (GmbH, AG, SE, etc.). Diese finden Sie im Zweifel im Impressum der Firmenwebseite. Darunter stehen relevante Aufgaben, Projekte, Erfolge (mit Zahlen!).

Das gilt für Vollzeitjobs genauso wie für Praktika, Minijobs oder Nebenjobs. Das Ergebnis sieht zum Beispiel so aus:
Beruflicher Werdegang

TIPP: Immer mit Bezug zur Stelle!

Für alle Angaben im Lebenslauf gilt: Listen Sie nicht einfach bisherige Tätigkeiten auf! Die Stichpunkte müssen IMMER einen Bezug zur Stelle haben, auf die Sie sich bewerben. In den Lebenslauf kommen nur Kenntnisse, Erfahrungen und Qualifikationen, die für den neuen Job nützlich und wichtig sind oder einen erkennbaren Mehrwert schaffen.

Verwenden Sie möglichst viele Schlüsselwörter aus der Stellenbeschreibung. So erkennt der Personaler (oder CV-Parser) sofort, wie gut Sie passen. Je mehr Übereinstimmungen, desto größer die Jobchancen.

Interne Jobwechsel im Lebenslauf

Falls Sie den Job innerhalb des Unternehmens gewechselt haben – etwa durch eine Beförderung – können Sie das im tabellarischen Lebenslauf ebenfalls darstellen. In diesem Fall werden zuerst der Gesamtzeitraum der Beschäftigung und der Arbeitgeber angegeben. Dann folgen – eingerückt – die Zeiträume der einzelnen Positionen. Beispiel:

Interne Jobwechsel

TIPP: Qualität vor Quantität

Viel hilft nicht viel. Die Gefahr ist, dass Ihr Lebenslauf verwässert. Beschränken Sie sich pro Station auf maximal sechs Stichpunkte – die formulieren Sie kurz und präzise. Das Wesentliche muss sofort ins Auge springen. Und es muss auch nicht jede Station gleich lang sein. Was für den angestrebten Job relevant ist, formulieren Sie ausführlicher. Den Rest knapper.

Versuchen Sie, konkrete Details zu nennen: Was konnten Sie bewirken? Um wieviel Prozent Kosten einsparen oder die Kundenzufriedenheit steigern? Wie viele Mitarbeiter hatte Ihr Team? Falls Sie in in Teilzeit gearbeitet haben, sollten Sie die Wochenstunden nennen. Zahlen im Lebenslauf steigern dessen Aussagekraft und Glaubwürdigkeit.

Elternzeit im Lebenslauf

Da die Elternzeit zwischen drei Monaten und drei Jahren dauern kann und die Berufstätigkeit unterbricht, muss sie im Lebenslauf erwähnt werden. Andernfalls entsteht eine Lücke. Bei einem bestehenden Beschäftigungsverhältnis wird die Elternzeit im Lebenslauf als Ergänzung zur aktuellen Position eingefügt. Zum Beispiel:

Bewerbung Nach Elternzeit Lebenslauf Beispiel 1

Sind Sie aktuell arbeitssuchend, wird die Elternzeit zu einem eigenen Abschnitt im Lebenslauf, den Sie beispielsweise mit „Familienphase“ oder „Elternzeit“ überschreiben. Um die Familienphase aufzuwerten, sollten Sie auch hier sämtliche Aktivitäten angeben, die für den angestrebten Job relevant sind. Beispiel:

Bewerbung Nach Elternzeit Lebenslauf Beispiel 2

Studium / Ausbildung / Schule

Zur „Ausbildung“ gehört nicht nur die berufliche Ausbildung, sondern auch das Studium oder die schulische Bildung. Wichtig ist aber nur der Abschluss und die Gesamtnote.

Ausbildung und Studium

Wer einige Zeit im Ausland war oder Auslandssemester absolviert hat, sollte das erwähnen. Nennen Sie dazu das Land und die Universität, an der Sie studiert haben. Solche Erfahrungen beweisen interkulturelle Kompetenz.

Abgebrochenes Studium nennen?

Falls Sie Ausbildung oder Studium abgebrochen haben, geben Sie zumindest den Zeitraum vollständig an, damit keine Lücken entstehen. Verzichten Sie nur auf die Angabe von Abschlussnote und Titel. Wichtig ist, die antichronologische Reihenfolge im Werdegang auch in diesem Abschnitt beizubehalten.

Grundschule angeben?

Weil der Besuch einer Grundschule in Deutschland selbstverständlich ist und aus den Folgeabschlüssen hervorgeht, ist diese Angabe für Arbeitgeber meist irrelevant. Je älter Sie sind und je mehr Berufserfahrungen Sie haben, desto unwichtiger werden schulische Angaben. Genannt wird in der Bewerbung immer nur der höchste Bildungsabschluss. Die Grundschulzeit ergibt sich daraus, erst recht, wenn Sie schon ein Studium abgeschlossen haben (ohne Abitur wäre das nicht möglich).

Interessant ist die Grundschule nur, wenn Sie sich für ein Schülerpraktikum oder Bachelor bewerben. Dann liegt es noch nicht so lange zurück, und die Entwicklung der Interessen und Noten kann Ihre Argumente im ersten Lebenslauf unterstützen.

Besondere Kenntnisse

Besondere Kenntnisse und Qualifikationen im Lebenslauf erhöhen Ihre Bewerbungschancen, weil Sie damit zusätzliches Engagement beweisen. Nennen Sie diesen Abschnitt aber nie „Sonstiges“! Das wertet die Zusatzqualifikationen ab.

Führen Sie auch hier nur Kenntnisse auf, die zur angestrebten Stelle passen und dort einen Mehrwert für den Arbeitgeber in spe bieten. Zum Beispiel:

Beschreiben Sie besondere Kenntnisse genau und mit Bewertung. Bei Sprachkenntnissen beispielweise den Sprachlevel (Grundkenntnisse, verhandlungssicher, …). Nachweise, Zeugnisse oder Zertifikate sind ebenfalls ein Plus. Je präziser Sie entscheidende Kompetenzen darstellen, desto überzeugender wird Ihre Bewerbung und Eignung. Beispiel:
Besondere Kenntnisse

Führerschein im Lebenslauf angeben?

Wird für den Job ein Führerschein verlangt, gehört diese Angabe in die Rubrik „Besondere Kenntnisse“. Schreiben Sie unbedingt vorhandene Führerscheinklassen dazu. Ansonsten ist diese Angabe nebensächlich und kann gestrichen werden.

Interessen & Hobbys

Interessen und Hobbys werden oft unterschätzt (Alternative Überschriften: „Engagement“, „Freizeitaktivitäten“). Sie runden das Profil des Bewerbers ab. Nicht selten verbergen sich hier relevante Soft Skills.

Nennen Sie aber wieder nur solche Hobbys, die für den Job nützliche Erfahrungen dokumentieren, Führungsqualitäten belegen oder soziale Kompetenzen unterstreichen. Gefährliche Hobbys (Fallschirmspringen, Motocross, etc.) sollten Sie weglassen. Hier fürchten Arbeitgeber häufige unfallbedingte Ausfälle.

Ort, Datum & Unterschrift

Formal muss der Lebenslauf mit Ort, Datum und einer eigenhändigen Unterschrift beendet werden. Mit dem Unterschreiben bestätigen Sie, dass die gemachten Angaben der Wahrheit entsprechen. Das Datum zeigt an, dass der CV aktuell ist. Idealerweise unterschreiben Sie mit einem Füller oder Kugelschreiber (kein Bleistift, keine Filzstifte!) in Blau oder Schwarz.

Bei der Online-Bewerbung sollten Sie Ihre handschriftliche Signatur zuvor einscannen, freistellen und dann wie ein Bild in den Lebenslauf einfügen.

ACHTUNG: Falls Sie Ihre Lebenslauf Vorlage häufiger verwenden, denken Sie daran, das Datum jedes Mal zu aktualisieren und den anderen Bewerbungsunterlagen anzupassen. Sonst wissen Personaler sofort, dass es sich um eine Patchwork-Bewerbung handelt.

Lebenslauf Unterschiede

Der Lebenslauf ist DAS zentrale Element Ihrer Bewerbung. Die wichtigste Regel für den CV lautet: Passen Sie ihn immer individuell für jede Bewerbungssituation und jede Zielgruppe an! Das macht mehr Arbeit, ja. Aber die Mühe lohnt sich. Geübte Personaler erkennen auf den ersten Blick, ob es sich um einen individuellen Lebenslauf oder Massenware handelt. Letztere sortieren sie sofort aus.

Ihr professioneller Lebenslauf ist immer eine erste Arbeitsprobe. An der Sorgfalt und individualität lesen Personaler das wahre Interesse an der Stelle sowie Ihren Einsatz- und Leistungswillen ab. Daher hier noch ein paar Tipps für besondere Bewerbersituationen.

Lebenslauf für Schüler und Praktikum

Schüler haben noch keine Berufserfahrungen oder einschlägige Qualifikationen. Entsprechend kurz ist der Lebenslauf für Schüler. Er passt oft auf eine halbe bis ganze DIN A4-Seite.

Falls Sie sich in der Klasse 9 oder 10 für ein Schülerpraktikum bewerben, sollten Sie im Schülerlebenslauf mit der bisherigen Schullaufbahn beginnen. Werden Sie hierbei ruhig ausführlich: Erwähnen Sie Kurse, Lieblingsfächer, Noten sowie außerschulisches Engagement (Projekte, Interessen, Hobbys). Bei Schülern zählen zudem soziale Kompetenzen und Aktivitäten mehr als Qualifikationen. Wer sich als Klassensprecher oder Mitglied einer AG engagiert, sollte das in seinen Lebenslauf schreiben. Ebenso besondere Sprachkenntnisse oder IT-Kenntnisse.

Viele Schüler nennen in ihrem CV zu wenige Details. So bleibt der Schülerlebenslauf zu oberflächlich und zu kurz. Beschreiben Sie Projektarbeiten oder Kenntnisse, Interessen und Hobbys ruhig ein bisschen ausführlicher. Ganz besonders gilt das für bisherige Ferienjobs und Schülerjobs. Ein paar Stichworte mehr helfen schon, um die Chancen auf ein Bewerbungsgespräch zu erhöhen.

Lebenslauf für Ausbildung oder Studium

Schulabgänger, die sich für eine Ausbildung oder ein Studium bewerben, punkten vor allem mit Sozialkompetenzen, eigenen Projekten und Ehrenämtern in Vereinen oder Organisationen im Lebenslauf. Ebenso mit Praktika. Diese sollten aber zur geplanten Berufsausbildung oder zum Studiengang passen.

Nennen Sie im vollständigen Lebenslauf alle relevanten Stationen und Jobs sowie wieder Ihre Lieblingsfächer oder Leistungskurse (mit Noten!). Nennen Sie aber nur Durchschnitts- oder Abschlussnoten wenn die das insgesamt positive Gesamtbild Ihrer Bewerbung verstärken. Schlechte Noten erwähnen Sie natürlich nur auf Nachfrage. Dafür kann die Mitgliedschaft in (Sport-)Vereinen Vorteile bringen.

Lebenslauf auf Englisch

Wer sich international bewirbt, braucht meist einen englischen Lebenslauf. Beachten Sie, ob ein „Curriculum Vitae“ (Großbritannien) oder ein „Resume“ (USA) verlangt wird. Es gibt Unterschiede! Bei CV und Resume gibt es weder Bewerbungsfoto, noch Angaben zu Alter, Geschlecht, Herkunft, Religion oder Familie. Beim CV fehlen noch Datum und Unterschrift. Dafür sind beim Resume die Referenzen wichtiger. Mehr über den englischen Lebenslauf erfahren Sie HIER.

Europass Lebenslauf

Der Europass dient der Bewerbung in der EU. Der „Europass“ soll die Qualifikationen und Kompetenzen von Kandidaten vergleichbarer machen und wird von allen EU-Staaten, den EFTA-/EWR-Staaten und den Beitrittsländern anerkannt. Welche Besonderheiten Sie beachten müssen, haben wir in DIESEM ausführlichen Dossier zusammengefasst.

Lebenslauf auf XING oder Linkedin

Auf den Karrierenetzwerken Xing oder Linkedin können Sie ebenfalls eine Art Lebenslauf anlegen (oder als Datei hochladen – bei Xing nur mit kostenpflichtiger Premium-Mitgliedschaft). Teils finden Sie dort in einem Lebenslauf-Editor eine Lebenslauf Vorlage zum Ausfüllen.

Das hat vor allem Vorteile bei der One-Click-Bewerbung: Manche Unternehmen, Jobbörsen oder Metasuchmaschinen ermöglichen Ihnen, sich mit nur einem Klick auf eine freie Stelle zu bewerben, indem Sie dazu Ihr Xing-Profil oder Linked-Profil verknüpfen.

Achtung: Bevor Sie sich so bewerben, checken Sie unbedingt Ihr Profil, die Werdegang-Angaben, die Referenzen, Kontakt und „Über mich“-Seiten. Personaler bekommen Zugriff darauf und lesen das auch! Aktualisieren Sie Ihre Lebenslauf-Daten daher regelmäßig. Widersprüche und Angaben ohne Bezug zur ausgeschriebenen Stelle sorgen für Punktabzug.

TIPP: Sprechende Dateinamen für PDF wählen!

Falls Sie Ihren Lebenslauf online hochladen oder per Mail versenden, sollten Sie stets das Dateiformat „PDF“ wählen. Es kann auf allen Rechnern geöffnet werden. Geben Sie dem Lebenslauf und den Bewerbungsunterlagen überdies immer „sprechende“ Dateinamen. Zum Beispiel „Lebenslauf-Vorname-Nachname.pdf“. So kann das Dokument später besser zugeordnet werden, ohne die Datei zu öffnen.

Nutzen Sie zum Koppeln der Wörter nicht den Unterstrich (_), sondern das Minuszeichen (-). Der Unterstrich verbindet alle Suchbegriffe zu einem. Effekt: Die Datei kann schlechter gefunden werden. Tipps zum Zusammenfügen mehrerer PDFs finden Sie HIER.


Lebenslauf optimieren: Design + Schriften

Jeder Lebenslauf lässt sich optimieren. Manchmal sind es nur Details, aber mit großer Wirkung. Im Folgenden finden Sie zahlreiche bewährte Hinweise und nützliche Tipps für Ihr Lebenslauf Design, mit denen Sie Ihren bestehenden Lebenslauf verbessern und zum perfekten Lebenslauf ausbauen können.

Lebenslauf Layout

Für jedes Layout gilt der Grundsatz: „form follows function“. Heißt: Die Aussagekraft ist wichtiger als das Design. Für eine klare Lebenslauf-Struktur sollten Sie alle Abschnitte einheitlich formatieren:

  • Zwischenüberschriften haben dieselbe Schriftart und -größe.
  • Zeitangaben stehen links im selben Format (MM/JJJJ).
  • Beschreibungen der Stationen stehen rechts.

Schriftarten

Verwenden Sie im Lebenslauf maximal zwei unterschiedliche Schriftarten. Eine größere Anzahl wirkt chaotisch und unstrukturiert. Oberstes Gebot: Die Schriften müssen zuerst gut lesbar sein.

Bewährt haben sich für den Fließtext sogenannte Schriften „mit Serifen“. Für Überschriften wählen Sie Schriftarten „ohne Serifen“. Weil die meisten Bewerber die Standards „Arial“ und „Times New Roman“ nutzen, empfehlen wir deren moderne Alternativen wie Helvetica, Georgia, Calibri oder Verdana.

Schriftarten Übersicht

Um die Übersichtlichkeit zu erhöhen, können Sie eher mit unterschiedliche Schriftschnitten (normal, fett, kursiv) arbeiten, statt die Schriftarten zu variieren. Sie könnten zum Beispiel die Zeitangaben kursiv setzen, die Positionsbezeichnung dagegen immer in Fettdruck schreiben. Das Auge gewöhnt sich daran, die Bewerbung bekommt Struktur. Aber bitte nicht übertreiben!

Schriftgrößen

Auch mit unterschiedlichen Schriftgrößen können Sie die Übersichtlichkeit erhöhen. Die größte Schriftgröße gehört Ihrem Namen und dem Titel „Lebenslauf“. Davon absteigend wählen Sie maximal 2-3 weitere Schriftgrößen, um ein einheitliches Schriftbild zu erhalten. Dieses Schema von Schriftarten und -größen behalten Sie auch bei Bewerbungsschreiben, Deckblatt oder Motivationsschreiben bei. So wirkt alles wie aus einem Guss. Beispiele:

  • Titel & Name: 17 Punkt
  • Zwischenüberschriften: 13 Punkt
  • Fließtext: 11 Punkt

Die absoluten Zahlen sind bei der Wahl der richtigen Schriftgröße aber gar nicht so wichtig. Vielmehr kommt es auf das ausgewogene Verhältnis in der Formatierung an. Die Schrift „Arial“ zum Beispiel sieht in 11 Punkt aus wie eine 12-Punkt-Schrift. Calibri oder Verdana wirken in 12 Punkt viel größer als Times New Roman (siehe Grafik). Wählen Sie also zu Ihrer Schriftart stets die passende Schriftgröße, sodass alles harmonisch wirkt.

Farben

Die wichtigste Regel für die Lebenslauf Farben: Gehen Sie sparsam damit um! Vor allem in konservativen Branchen. Bei Banken oder Versicherungen kommen knallbunte Lebensläufe nicht gut an. Der tabellarische Lebenslauf sollte nicht mehr als EINE Schmuckfarbe haben. Clever ist, die Farbe passend zum Unternehmen zu wählen – also beispielsweise dessen Logofarbe zu übernehmen. So signalisieren Sie subtil hohe Identifikation mit Jobs und Arbeitgeber.

Formatierung & Zeilenabstand

Beim Einrichten der Seite können Sie sich an der DIN 5008 für Geschäftsbriefe orientieren. Ein Beispiel der DIN 5008 Regeln finden Sie HIER. Bei der Formatierung von Seitenrand und Zeilenabstand haben sich diese Werte durchgesetzt:

  • Linker Seitenrand: 2 bis 2,5cm
  • Rechter Seitenrand: 1,5 bis 2cm
  • Oberer und unterer Seitenrand: 2 bis 2,5cm
  • Zeilenabstand: 1- bis 1,5-zeilig

TIPP: Bei der schriftlichen Bewerbung (per Post) sollten Sie Ihre Unterlagen auf 100-Gramm-Papier drucken. Normales Kopierpapier hat rund 80 Gramm, hochwertiges Papier rund 100 Gramm. Den haptischen Unterschied merkt jeder. Er wertet Ihre Bewerbung auf.

Lücken im Lebenslauf

Zwischen zwei Jobs spricht man erst ab mehr als zwei Monaten von einer „Lücke“. Bei Berufseinsteigern ist die Zeitspanne größer: bis zu sechs Monate. Alles darunter gilt als „berufliche Orientierungsphase“. Geschäftsführern und Vorständen wird sogar eine Frist von bis zu einem Jahr zugesprochen, bis Sie einen neuen Job gefunden haben. Und aktuell sprechen Profis von einer „Corona-Lücke“: Wegen der Pandemie darf die berufliche Neuorientierung ebenfalls bis zu einem Jahr dauern.

Überdies gibt es Lücken im Lebenslauf, die keine sind: Die schon angesprochene Elternzeit, längere Krankheit, Studienwechsel Pflege von Angehörigen oder eine (kurze) Arbeitslosigkeit, ein Sabbatical.

Gehen Sie damit selbstbewusst um! Nie verschweigen oder verschleiern. Etwa, indem Sie die Monatsangaben weglassen. Den Trick kennen alle Personaler. Abgenutzt! Solche angeblichen Tricks untergraben nur Ihre Glaubwürdigkeit und schüren Misstrauen gegen den Bewerber.

Wichtiger ist, dass Sie diese Phasen „aktiv“ nutzen. Also zielstrebig und engagiert bleiben oder sich neu orientieren. Zum Beispiel durch Freiwilligendienste, eigene (Website-)Projekte, Webinare, Weiterbildungen oder gar eine Umschulung. Weitere Tipps wie Sie mit Lebenslauf-Lücken umgehen, finden Sie in unserem kostenlosen PDF dazu.

Zu viele Jobwechsel im Lebenslauf

Häufige Arbeitgeberwechsel sind zwar keine Seltenheit, aber teils problematischer als eine Lücke im Lebenslauf. Denn Jobhopping gilt bei Personalern als Indiz für Unbeständigkeit, einen Mangel an Zuverlässigkeit und Loyalität. Viele Jobwechsel binnen kurzer Zeit sollten Sie gut erklären und begründen können.

Was hierbei hilft, ist der Fokus auf Ihre sogenannte Hin-zu-Motivation. Betonen Sie stets, warum Sie sich zu diesem Arbeitgeber und Job „hin“ orientieren. Das klingt zielstrebig, nach Plan und Strategie. Das Pendant – die „Weg-von-Motivation“ – wirkt dagegen immer nach Fluchtreflex, so als wollten Sie bisher immer nur Reißaus nehmen. Das macht Sie klein und sieht latent nach Opfer aus.

Achtung: Lügen führen zur Kündigung

Wer in der Bewerbung und speziell im Lebenslauf unwahre Angaben macht, riskiert eine Kündigung – selbst noch nach überstandener Probezeit. Falsche Angaben sind keine Bagatellen, sondern Betrug. Sie erschüttern massiv das Vertrauensverhältnis zum Arbeitgeber und können – je nach Ausmaß und Bedeutung – sogar zur fristlosen Kündigung führen. Bleiben Sie daher unbedingt und IMMER bei der Wahrheit!

Richtige Reihenfolge in der Bewerbungsmappe

Der Lebenslauf liegt in der Bewerbungsmappe nie obenauf. Dort gehört das Anschreiben hin. Der CV folgt erst danach, teils noch nach dem Deckblatt. Bei „vollständigen“ Bewerbungsunterlagen werden die Dokumente in richtiger Reihenfolge so einsortiert:

Bewerbungsunterlagen Reihenfolge Lebenslauf

Häufige Fragen und Antworten zum Lebenslauf

Wie schreibe ich einen individuellen Lebenslauf?

Ein optimaler Lebenslauf wird immer individuell für die jeweilige Stelle angepasst, um Personaler maximal zu überzeugen. Heißt: Der Werdegang bleibt auch weiterhin lückenlos, welche Stationen aber mehr oder weniger Platz bekommen, hängt davon ab, wie relevant sie für die angestrebte Stelle sind. Je wichtiger bisherige Aufgaben, Tätigkeiten, Erfolge oder Kenntnisse für den neuen Job sind, desto ausführlicher sollten sie im Lebenslauf erwähnt oder hervorgehoben werden. So wird die Eignung für den Job sofort und auf einen Blick erkennbar.

Wie schreibe ich einen aktuellen Lebenslauf?

Der tabellarische Lebenslauf ist heute Standard. Er umfasst eine bis maximal drei DIN A4 Seiten. Darin aufgelistet werden Berufspraxis, Bildungsweg, besondere Kenntnisse, Interessen und Hobbys. Die jeweiligen Stationen und erworbenen Qualifikationen werden in antichronologischer Reihenfolge verfasst – mit der jüngsten Position zuerst. Links stehen die Zeiträume (Muster: MM/JJJJ – MM/JJJJ), rechts die Inhalte. Ein moderner Lebenslauf überzeugt durch ein individuelles Layout, hohe Übersichtlichkeit und professionelle Aussagekraft. Es ist zudem lückenlos und fehlerfrei.

Was gehört in einen Lebenslauf?

Ein professioneller Lebenslauf beginnt mit einem Titel und den persönlichen Daten (Name, Anschrift, Telefon, E-Mail, Links). Freiwillig sind Familienstand und Alter. Darunter folgen stichpunktartig die Berufserfahrung (Jobs, Praktika + Details zu Aufgaben & Erfolgen), Informationen zu Ausbildung oder Studium sowie eine Liste mit besonderen Kenntnissen (Fortbildungen, Sprachen, EDV, etc.). Optional sind Interessen, Ehrenämter und Hobbys. Sie werden aber gerne gelesen. Wichtig sind aktuelles Datum und eigenhändige Unterschrift am Schluss.

Wie viele Seiten hat ein professioneller Lebenslauf?

Der Lebenslauf sollte eine maximale Länge von drei DIN A4 Seiten nicht übersteigen. Bei Berufsanfängern reicht meist eine Seite. Schwerpunkte bilden relevante Details für die angestrebte Stelle. Die sollten präzise und prägnant formuliert werden. Wenn Bewerber den Lebenslauf kürzen müssen, dann auf keinen Fall durch eine kleinere Schrift. Das reduziert die Lesbarkeit. Gekürzt werden können weniger relevante Berufserfahrungen oder lange zurückliegende Jobs sowie schulische Stationen wie die Grundschule. Auch die „Interessen & Hobby“ lassen sich kürzen oder ganz streichen.

Was sind optimale Schriftarten und -größen im Lebenslauf?

Standard ist eine Schriftgröße zwischen 11pt und 12pt. Bei kleineren Schriften leidet die Lesbarkeit. Beliebte Schriftarten im Lebenslauf sind Arial, Calibri, Roboto, Verdana. Besonders elegant wirken Helvetica und Neue Helvetica. Die serifenlose Schrift ist eine der beliebtesten der Welt und gilt als hervorragend lesbare Schriftart.

Welches Dateiformat bekommt der Lebenslauf?

Für E-Mail- und Online-Bewerbung benötigen Bewerber einen Lebenslauf in digitaler Form. Wer diesen zuvor mit einem Textverarbeitungsprogramm wie Microsoft Word erstellt, sollte ihn anschließend als PDF abspeichern oder mit den anderen Dokumenten und Anlagen in einem PDF zusammenfügen. Das „Portable Document Format“ (PDF) ist heute Standard und kann von nahezu jedem Rechner geöffnet werden. Der Anhang zur Bewerbung sollte eine maximale Größe von 5 MB nicht übersteigen.

Wie weit reicht der Lebenslauf zeitlich zurück?

Grundsätzlich muss der Lebenslauf vollständig und lückenlos sein. Das betrifft vor allem den beruflichen Werdegang. Beim Bildungsweg reicht oft nur der höchste Bildungsabschluss (mit Noten). Ein Wechsel von Realschule auf Gymnasium ist unerheblich. Wer studiert hat, kann sich die Grundschule sparen. Und ab 10 Jahren Berufserfahrung spielen Schulbildung und Ausbildung kaum noch eine Rolle. Auch hier: Nur den höchsten Abschluss angeben.

Wie gehe ich mit Lücken im Lebenslauf um?

Erst bei Auszeiten von mehr als zwei Monaten spricht man von einer Lücke im Lebenslauf, die erklärt werden sollte. Alles andere gilt als berufliche Orientierungsphase. Berufseinsteigern werden hierbei sogar 6 Monate zugestanden, Geschäftsführern und Top-Managern bis zu 12. Lücken im Lebenslauf sollten Bewerber nicht verschweigen, sondern sinnvoll füllen – durch Weiterbildungen, Praktika, selbstständige Projekte oder die Pflege von Angehörigen. Was Personaler interessiert, ist, ob die Kandidaten in dieser Zeit trotzdem aktiv und zielstrebig waren.

Welche Hobby sollte ich im Lebenslauf nennen?

Im Lebenslauf werden nur Hobbys genannt, die zur ausgeschriebenen Stelle passen und (indirekt) dafür relevante Hard- oder Soft Skills nachweisen. Zum Beispiel Führungserfahrung als Teamleiter einer Sportgruppe. Nicht erwähnen sollten Bewerber gefährliche Hobbys wie Fallschirmspringen oder Motorcross. Wegen hoher Verletzungsgefahr fürchten Personaler dabei berufliche Ausfälle oder einen Adrenalin-Junkie.

Muss ich eine Elternzeit im Lebenslauf erwähnen?

Da die Elternzeit zwischen einem und drei Jahre dauern kann, muss sie im Lebenslauf genannt werden. Sonst entsteht eine erklärungsbedürftige Lücke. Ist die Elternzeit noch aktuell, bekommt sie eine eigene Kategorie – noch vor dem beruflichen Werdegang. Ansonsten wird sie kurz in der jeweiligen Position inklusive des jeweiligen Zeitraums erwähnt.

An welcher Position steht der Lebenslauf in der Bewerbung?

Bei vollständigen Bewerbungsunterlagen liegt das Anschreiben immer lose oben auf der Bewerbungsmappe. Der Lebenslauf ist dann das erste Dokument IN der Mappe. Wird zusätzlich ein Deckblatt verwendet, liegt das über dem Lebenslauf, die Vita kommt dann an zweiter Stelle und Reihenfolge in der Mappe oder dritten Position insgesamt. Darunter werden die Anlagen platziert: Motivationsschreiben, Zeugnisse, Zertifikate, Arbeitsproben.

Checklisten: Wichtige Lebenslauf Tipps im Überblick

Damit Sie beim Lebenslauf erstellen nichts vergessen, haben wir die wichtigsten Tipps und Fehler dazu in zwei Checklisten zusammengefasst. Die Lebenslauf-Checkliste können Sie sich zusätzlich HIER kostenlos als PDF herunterladen.

Optimalen Lebenslauf erstellen

  • Länge von 1-3 Seiten
  • Korrekte Kontaktdaten
  • Übersichtliches Layout
  • Schlüssige Struktur
  • Antichronologischer Aufbau
  • Professionelles Bewerbungsfoto
  • Lückenloser Werdegang
  • Prägnante Formulierungen (Stichworte)
  • Stationen mit Aufgaben + Erfolgen
  • Relevante Kenntnisse + Qualifikationen
  • Einheitliche Gestaltung (Anschreiben passt dazu)
  • Angemessenes Design (zu Branche + Beruf)
  • Aktuelles Datum + Unterschrift

Lebenslauf Fehler

Bei so vielen Details sind Fehler im Lebenslauf programmiert. Dazu zählen beispielsweise ein erkennbar recycelter Lebenslauf in der Bewerbung (Massenware!), Flüchtigkeitsfehler oder chronologische Fehler in der Abfolge der Angaben. Solche Fauxpas‘ manövrieren Bewerber oft ins Aus. Folgende Fehler sollten Sie unbedingt vermeiden:

Fehler beim Inhalt

  • Falsche Angaben, Lügen
  • Rechtschreibfehler
  • Erwähnen von Eltern oder Geschwistern
  • Kryptische Berufsbezeichnungen
  • Keine Belege für Kenntnisse
  • Erfolge ohne Zahlen oder Beispiele
  • Übertriebene Sprachkenntnisse
  • Falsche Reihenfolge der Angaben
  • Gefährliche Hobbys

Fehler beim Layout

  • Massenware (kopierte Vorlage)
  • Chaotische Struktur
  • Überladenes, veraltetes Design
  • Unseriöses Bewerbungsfoto
  • Zu viel Text
  • Zu viele Schriftarten oder -größen
  • Stilbrüche (uneinheitlich)
  • Mehr als 3 Seiten

TIPP: Lassen Sie Ihre Bewerbung immer nochmal von jemand anderem Korrekturlesen und nutzen Sie zusätzlich die Rechtschreibprüfung am Computer. Bei Programmen wie MS Office können Sie die automatische Überprüfung der Rechtschreibung und Grammatik ganz einfach im Menü „Extras“ aktivieren.

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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