Qualifikationen in der Bewerbung: Bitte nur Relevantes!

Kompetenz, Erfahrung, Qualifikationen – diese drei Eigenschaften werten jede Bewerbung auf. Passen diese zur ausgeschriebenen Stelle und passt der Bewerber menschlich und persönlich zu Team und Unternehmen, stehen die Jobchancen gut. Gerade die Qualifikationen in der Bewerbung sind aber tricky. Viel hilft hierbei überhaupt nicht viel. Was zählt, ist Qualität statt Quantität. Wir zeigen, welche Qualifikationen in die Bewerbung gehören, nach welchen Kriterien Sie diese auswählen und professionell präsentieren sollten…

Qualifikationen in der Bewerbung: Bitte nur Relevantes!

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Was gehört zu den Qualifikationen in der Bewerbung?

Jeder Lebenslauf ist nach einem Grundmuster aufgebaut und enthält zunächst Informationen zu Ihrem beruflichen Werdegang oder dem bisherigen Bildungsweg, inklusive Ausbildung oder Studium. Darin stecken sowohl die fachlichen Qualifikationen (Hard Skills) als auch die sozialen Kompetenzen (Soft Skills). Insgesamt setzen sich die Qualifikationen in der Bewerbung aus diesen Bausteinen zusammen:

  • Abschluss
    Welcher Art ist Ihr schulischer Werdegang und welchen Abschluss haben Sie erworben?
  • Berufsausbildung
    Haben Sie eine Ausbildung abgeschlossen und wenn ja, mit welchen Schwerpunkten?
  • Studium
    Wenn Sie ein Studium abgeschlossen haben, was waren die Schwerpunkte?
  • Zusatzqualifikationen
    Welche Zusatzqualifikationen haben Sie beispielsweise durch Weiterbildungen oder Hobbys erworben?
  • Auslandserfahrung
    Haben Sie ein Auslandssemester gemacht oder im Ausland gearbeitet?
  • Praktika
    Welche praktischen Kenntnisse haben Sie gewonnen und in welcher Branche?
  • Sprachkenntnisse
    Verfügen Sie über Fremdsprachenkenntnisse und in welchem Umfang?
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Qualifikationen in der Bewerbung: Auswählen!

Viele Berufseinsteiger und Berufserfahrene machen allerdings den Fehler, dass Sie in der Bewerbung durch Masse überzeugen wollen. Der Gedanke: „Je mehr ich schreibe, was ich alles weiß und kann, desto mehr wird auch passen und punkten…“ Falsch! Gute Argumente werden nicht besser, indem man sie zwischen viele schwache packt. Im Gegenteil: Sie verwässern und wirken weniger relevant.

Die Kunst bei den Qualifikationen in der Bewerbung besteht darin, die wirklich relevanten auszuwählen und besonders prominent zu platzieren. Es gibt keine Regel, die besagt, dass jeder Abschnitt im Lebenslauf, jede bisherige Position gleich lang gestaltet und geschrieben werden muss. Andersrum wird es richtig: Was Ihre Eignung für die angestrebte Stelle unterstreicht, was in der Stellenanzeige verlangt war (siehe: Muss- und Kann-Qualifikationen) – DAS wird ausführlich im Lebenslauf dargestellt. Den Rest kürzen Sie auf das Nötigste oder streichen ihn ganz.

Natürlich sollen dabei auch keine Lücken im Lebenslauf entstehen. Aber Sie selbst entscheiden, ob Sie der Beschreibung Ihrer Jobs und Tätigkeiten 1-2 Zeilen widmen oder 4-6.

Legen Sie einen Master-Lebenslauf an

Nun wäre es müßig, sich für jede Bewerbung erneut zu überlegen, welche vorhandenen Qualifikationen in die Bewerbung gehören und welche nicht. Auch besteht bei dieser Strategie die Gefahr, dass Sie wichtiges Know-how oder relevante Kenntnisse vergessen. Wir empfehlen daher, dass Sie sich einen sogenannten Master-Lebenslauf anlegen. Dabei handelt es sich um einen vollständigen und maximal umfangreichen tabellarischen Lebenslauf. Dieser kann am Ende bis zu 8 oder 10 Seiten umfassen und wird natürlich so NIE verschickt. Der Master-Lebenslauf ist nur für Sie!

Vielmehr dient der Master-Lebenslauf als Muster und General-Vorlage. Weil kürzen wesentlich einfacher ist und auch schneller geht als dranschreiben und ergänzen, müssen Sie den Master-Lebenslauf bei jeder neuen Bewerbung nur noch auf die hierfür relevanten Qualifikationen reduzieren. So vergessen Sie nichts und erfüllen trotzdem jedes Mal das jeweilige Anforderungsprofil so gut, wie das Ihre Vita hergibt.

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Welche Qualifikationen in der Bewerbung sind relevant?

Welche Qualifikationen Sie in der Bewerbung – in Anschreiben oder Lebenslauf – Sie nennen, hängt zuerst von den genannten Anforderungen in der Stellenausschreibung ab. Machen Sie sich hierzu am besten eine Liste und schreiben Sie jede Schlüsselqualifikation heraus, die dort genannt wird. Anschließend klären Sie, welche Anforderungen Sie erfüllen. Diese gehören unbedingt in den Lebenslauf.

Im zweiten Schritt sollten Sie ein paar Hintergründe zum Wunschunternehmen und Arbeitgeber recherchieren: Wie präsentieren sich die Mitarbeiter auf Linkedin oder Xing? Was sagt das Unternehmen über seine Werte oder Ziele in den Medien? Die Idee dahinter ist, wichtige Soft Skills zu identifizieren, die bei der Personalauswahl wichtig sein könnten. Auch diese vergleichen Sie wieder mit Ihren Stärken und ergänzen die Eigenschaften in den Bewerbungsunterlagen.

Vorteilhaft ist überdies, wenn Sie ein paar Alleinstellungsmerkmale finden, die Ihre Bewerbung besonders machen. Also Kompetenzen, Erfahrungen und Fähigkeiten, die nur wenige Mitbewerber bieten können. Das können spezielle Fortbildungen oder Webinare sein, ebenso Ehrenämter oder die Übernahme von Verantwortung, die einen inhaltlichen Mehrwert bieten. Kurz: Alles Relevante, was über reine Leistungsnachweise hinausgeht.

Qualifikationen: Beispiele für Formulierungen

Im Lebenslauf können Sie vorhandene Qualifikation in der Regel einfach mit Schlüsselbegriffen („Keywords“) und kurzen Stichworten darstellen. Im Bewerbungsschreiben müssen Sie diese meist ausformulieren. Weil das vielen Bewerbern Probleme bereitet, finden Sie hier ein paar Beispiele und Formulierungen für fachliche Qualifikationen im Anschreiben:

  • „Meine jetzige Tätigkeit als Jurist in der Rechtsabteilung einer Versicherung beinhaltet das Erstellen und Verhandeln von Verträgen sowie die Beratung der Fachabteilungen hinsichtlich der Schadensabwicklung und Vertragsrecht. Daneben betreue ich die Entwicklung neuer Versicherungsprodukte. Der Umgang mit Zahlen ist mir bestens vertraut, da ich vor meinem Studium eine Banklehre absolviert habe.“
  • „Seit vier Jahren arbeite ich für das Callcenter ABC im Bereich Customer Relationship Management (CRM). Als Callcenter-Agent bin ich dort für eine Direktbank tätig. Der Kundenservice hat bei mir oberste Priorität. So helfe ich den Kunden bei Kontoführung, Zahlungsverkehr oder berate sie bei Privatkrediten.“
  • „Meine Ausbildung zum Chemikanten konnte ich wegen sehr guter Leistungen auf 2,5 Jahre verkürzen. Zwei wesentliche Merkmale dieser Ausbildung – Sorgfalt und Genauigkeit – habe ich schon durch mein Hobby – Modellbau – erworben. Das hilft mir auch bei meinem Spezialgebiet, der Lebensmitteltechnologie.“
  • „Zu meinen Aufgaben im Vertrieb gehörte die Akquise und Betreuung von Anzeigenkunden. Ebenso war ich eingebunden beim Relaunch unseres Anzeigenmagazins sowie dem Aufbau unserer neuen Internetpräsenz. Die Projektleitung und Organisation eines 4-köpfigen Teams haben meine Kommunikationsfähigkeiten und Führungskompetenzen weiterentwickelt.“
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Qualifikationen in der Bewerbung: Tipps

Zum Abschluss noch ein paar grundsätzliche Tipps für Ihre Bewerbung:

  • Erfolge nennen
    Formulieren Sie Ihre Qualifikationen nicht nur möglichst aussagekräftig und konkret, sondern belegen Sie diese mit Beispielen und was Sie damit bewirkt haben. Heißt: Nennen Sie dazu quantifizierbare Erfolge!
  • Konjunktiv vermeiden
    Verzichten Sie bei allen Formulierungen auf den Konjunktiv: „würde, könnte, hätte, …“ Dieser schwächt immer die Aussagekraft Ihrer Kompetenzen. Versprechen Sie lieber selbstbewusst, was Sie damit leisten wollen und können. Beispiel: „Durch meine langjährige Erfahrung im Bereich der Anzeigenakquise werde ich Ihre Auflagen deutlich steigern.“
  • Aktiv schreiben
    Nutzen Sie eine möglichst aktive Sprache. Der Nominalstil („Die Gewinnung neuer Kunden“) spart zwar Platz, klingt aber oft bürokratisch und zu passiv. Aktive Verben wirken deutlich dynamischer: „So konnte ich neue Kunden gewinnen, indem ich …“

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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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