Hobbys: Wie sie den Erfolg beeinflussen

Wir meinen das wirklich so: Pflegen Sie Hobbys! Sie beeinflussen Ihre Bewerbungschancen genauso wie Ihren beruflichen Erfolg. Und jeder Mensch hat doch irgendein Hobby. Mindestens. Lesen, laufen, kochen – so was. Neuerdings kommen vielleicht noch youtuben, snappen oder bloggen dazu. Auch gut. Denn, wie jetzt sogar eine Studie feststellt, Hobbys sind regelrechte Leistungsbeschleuniger

Hobbys: Wie sie den Erfolg beeinflussen

Hobbies oder Hobbys?

Hobbies oder Hobbys im Lebenslauf?Schreiben Sie bitte NIE Hobbies – vor allem nicht im Lebenslauf. Auch wenn sich diese Schreibweise zuhauf im Internet findet – sie ist falsch!

Aus dem Englischen übernommene Begriffe, die auf -y enden, werden im Deutschen und im Plural mit -ys gebildet – und eben nicht mit -ies wie es im Englischen üblich ist. Neben Hobbys zählen zu diesen beliebten Rechtschreibfehlern auch Stories, Babies, Handies – korrekt ist: Storys, Babys beziehungsweise Handys.

Hobbys machen erfolgreicher

Natürlich benötigen Sie überhaupt keinen Extra-Grund, um ein Hobby zu pflegen. Für solche Freizeitaktivitäten sollte der Spaß an der Sache Grund genug sein. Ausgleichende Wirkung haben Hobbys ja allemal.

Laut Kevin Eschleman, Psychologe an der San Francisco State Universität, haben diese Privatvergnügen aber noch einen weiteres Plus parat: Egal, ob kochen, malen, fotografieren, gärtnern, reisen oder joggen – je mehr sich die rund 341 Probanden in ihren Hobbys engagierten, desto kreativer und leistungsfähiger waren sie auch im Job.

Und zwar erheblich: Zwischen 15 und 30 Prozent besser schlossen die Versuchsteilnehmer im Vergleich zur Kontrollgruppe ohne Hobbys ab.

Warum das so ist?

Ganz sicher sind sich die Forscher nicht. Aber es liegt nahe, dass der Ausgleich einen entspannenden Effekt hat sowie für genug Zerstreuung sorgt, um auf andere, neue Gedanken zu kommen. Ebenso, vermutet Eschleman, würden sich die Menschen dabei über ihre Leidenschaften, Stärken und Schwächen bewusster werden und diese gleichzeitig trainieren (die Schwächen natürlich nicht), was ihnen wiederum dabei hilft, diese im Job gezielter und professioneller einzusetzen.

Allerdings wäre es jetzt ein Fehler, wenn Manager ihre Mitarbeiter praktisch par ordre du mufti zu mehr Freizeit-Engagement verdonnern, um so deren Leistung zu steigern.

Das bringt gar nichts.

Eines der Hauptergebnisse der Studie war nämlich die freiwillige Basis. Sprich: Die Hobbys wirkten deshalb so positiv, weil die Betroffenen diese von sich aus pflegten – aus purer Lust und intrinsischer Motivation. Und so sollte es auch bleiben. Studie hin oder her.

5 gute Gründe, ein Hobby zu pflegen

Hobbys können sogar ein regelrechter Türöffner bei der Bewerbung sein. Ganze 82 Prozent der Personaler sagen in unserem Arbeitgebercheck, dass sie Hobbys im Lebenslauf gerne lesen, weil diese das Profil eines Bewerbers abrunde. Allerdings sollten die darin erprobten Fähigkeiten irgendwie auch zum anvisierten Job passen.

Natürlich sollten Sie trotzdem nicht den Nützlichkeitsgedanken bei der Wahl einer Freizeitbeschäftigungen nicht zu sehr in den Vordergrund stellen. Ein Hobby setzt Interesse und Leidenschaft voraus. Die positiven Nebeneffekte kommen dann von ganz alleine. Aber sie kommen. Zum Beispiel diese …

  1. Zufriedenheit

    Wer die eigenen Charakterstärken trainiert, fühlt sich besser. Das fand ein Schweizer Psychologenteam von der Universität Zürich vor einigen Jahren heraus. Die Psychologen ordneten Charakterzügen wie „Neugier“, „Humor„, „Enthusiasmus“, „Sinn für das Schöne“ und „Kreativität“ kleine Aktivitäten und Handlungen zu, die die Probanden leicht in den Alltag integrieren konnten. Ergebnis: Wer die einen oder anderen Stärken trainiert hatte, „berichtete von gesteigertem Wohlbefinden“, sagt Willibald Ruch, Professor für Persönlichkeitspsychologie und Diagnostik. Die Teilnehmer berichteten insgesamt von „heiterer oder häufiger positiver Stimmung“. Das lässt den Rückschluss zu: Auch Hobbys, die zum Charakter passen und Stärken trainieren, können glücklich machen.

  2. Anerkennung

    Nur 41 Prozent der Arbeitnehmer fühlen sich laut einer Umfrage von ihren Chefs ausreichend gelobt. Auch Feedback gibt es selten, obwohl es als Motivationshilfe kaum zu überbieten ist. Wenn es also im Job keine Anerkennung gibt, dann wenigstens in der Freizeit: Es ist nicht verwerflich, das eigene Ego in der Freizeit aufpolieren zu wollen. Was sich anbietet: Sportverein, Orchester, Band oder Chor, ehrenamtliches Engagement – Betätigungsfelder also, die Wettbewerb, Dankbarkeit und Anerkennung versprechen.

  3. Erinnerungen

    Psychologen sprechen gerne von Ankerpunkten. Das sind positive Ereignisse, die uns in Erinnerung bleiben. Dabei kann es sich auch um ganz beiläufige Begebenheiten handeln, die uns aus schier unerfindlichen Gründen im Hirn haften bleiben, während die vermeintlich bombastische Geburtstagsparty schnell in den Niederungen des Gedächtnisses verschwindet. Ankerpunkte können helfen, Ängste oder depressive Verstimmungen abzubauen. Die Chance, sich durch ein lustiges Hobby positive Erinnerungen für die Zukunft zu schaffen, ist also gegeben. Ob beim Kitesurfen oder beim Schachspielen im Park – bestimmt wird sich im Laufe der Zeit die eine oder andere schöne Anekdote ins Hinterstübchen einbrennen.

  4. Geduld

    Geduld und Erfolg sind untrennbar miteinander verbunden. Das richtige Hobby kann aus einem Jetzt-und-Sofort-Quengler einen Ruhig-Blut-Typen machen. Beispiele: Malen, Zeichnen, Holzfiguren schnitzen, aber auch Klassiker-Hobbys wie Kochen, Wandern, Lesen. Sie erfordern – mal mehr, mal weniger — Geduld und Gewissenhaftigkeit, um zu einem guten Abschluss und Ergebnis zu kommen.

  5. Kreativität

    Von dem Psychologen Kevin Eschleman wissen Sie schon, dass Hobbys kreativer und leistungsfähiger machen, insbesondere wenn man für sie einen Schuss Ideenreichtum braucht. Dazu zählen übrigens auch Videospiele. Tatsächlich deuten Studien darauf hin, dass auch Videospiele kognitive Fähigkeiten steigern und strategisches Denken fördern können.

Leistungsdenken dringt in die Freizeit

Hobbys lassen sich unterschiedlich kategorisieren:

  • Regenerative Hobbys

    Dazu gehören Tätigkeiten wie Tagträumen nachzugehen, Ausschlafen, Müßiggang betreiben oder sich in Ruhe zu pflegen.

  • Soziale Hobbys

    Darunter sind Freizeitaktivitäten zu verstehen, die Sie gemeinsam mit anderen verbringen. Spielen mit den Kindern, mit dem Partner ins Konzert gehen, mit Familie, Freunde und/oder Nachbarn treffen, telefonieren.

  • Aktive Hobbys

    Das können sportliche Hobbys und Aktivitäten wie Wandern oder bestimmte Sportarten sein. Ebenso zählen auch Hobbys für zuhause dazu, beispielsweise Gartenarbeit, Heimwerken und Nähen.

Freizeitforscher wie Ulrich Reinhardt beobachten in den letzten Jahren einen deutlichen Wandel bei den Hobbys. Zum einen haben sich die Inhalte geändert. Mit dem Aufkommen des Internets und der dazugehörigen Medien lässt sich in der Freizeit eine starke Mediennutzung feststellen.

Stand laut Freizeitmonitor 1957 und 1975 noch Zeitung lesen hoch im Kurs, ist seit 1986 ungebrochen das Fernsehen unter den Hobbys an erster Stelle.

Auch wenn es Unterschiede je nach Lebensphase gibt: Das Fernsehen und die Mediennutzung nehmen einen hohen Stellenwert ein. Dabei wird Fernsehen als Hobby eher passiv konsumiert. Es dient ausschließlich der Entspannung, hat also keinen besonderen Mehrwert.

Auf der anderen Seite lässt sich laut Reinhardt ein gegenteiliges Phänomen beobachten. Freizeit bedeutet mitnichten süßes Nichtstun. Wenn etwas unternommen wird, dann wird durchgeplant und organisiert. Häufig unterscheiden sich Freizeit und Arbeitsalltag nur durch die Tätigkeiten und die Tatsache, dass kein Geld damit verdient wird.

Ansonsten wird nichts dem Zufall überlassen. Vor dem Hintergrund des lebenslangen Lernens werden auch Hobbys zunehmend regelrecht einer Gewinnmaximierung unterworfen. Einfach nur etwas machen, weil es Spaß macht, kommt nicht infrage.

Stattdessen wird ein professioneller Maßstab angelegt und überlegt, wie sich Hobbys sinnvoll einsetzen und mit den anderen Verpflichtungen in Einklang bringen lassen. Heraus kommt dabei immer häufiger ein Paradoxon, der Freizeitstress.

Selbsttest: Was passt zu Ihnen?

Welche Hobbys gibt es Beispiele Lebenslauf sportliche für ZuhauseEs gibt eine unglaubliche Fülle an Hobbys – letztlich ist es eine Frage der Definition. Nachts aus dem Fenster den Sternenhimmel zu beobachten kann genauso gut ein Hobby sein wie ins Theater zu gehen oder Oldtimer zu restaurieren. Entscheidend ist, dass Sie Spaß daran haben.

Nicht jedes Hobby passt zu jedem – nur weil gerade Mandalas ausmalen als der Basteltrend angepriesen wird, muss das nicht Ihnen Freude bereiten. Abhängig ist das von der Persönlichkeit. In diesem kleinen Selbsttest können Sie überprüfen, welcher Typ Sie sind.

Wichtig: Dieser Test dient nur einem Überblick, er kann keine psychologische Beratung oder Coaching ersetzen. Für den Test einfach die Punkte zusammenzählen. Die Auflösung finden Sie am Ende.

  • Wie können Sie sich am leichtesten nach der Arbeit entspannen?

    • Ich schaue gerne Fernsehen. (1 Punkt)
    • Ich powere mich beim Kampfsport so richtig aus. (3 Punkte)
    • Ich schnappe mir meinen Hund und drehe eine längere Runde. (2 Punkte)
  • Wie sieht der perfekte Urlaub für Sie aus?

    • Ich habe geschaut, was mich interessieren könnte. Vor Ort erkunde ich entspannt Land und Leute. (1 Punkt)
    • Für mich sind Action-Urlaube ideal – neue Sportarten, die beispielsweise nur am Meer gehen, finde ich spannend. (3 Punkte)
    • Ich fahre wie immer in den Camping-Urlaub. Da weiß ich, was ich habe und kann meinen Hund mitnehmen. (2 Punkte)
  • Wie würden Sie sich beschreiben?

    • Ich bin offen für Neues und lerne gerne dazu. (3 Punkte)
    • Ich bin etwas verträumt und schaue gerne aus dem Fenster. (1 Punkt)
    • Ich bin absolut zuverlässig und habe immer ein offenes Ohr. (2 Punkte)
  • Üben Sie Hobbys lieber allein oder mit Menschen aus?

    • Ich brauche Action, dann blühe ich auf, gerne auf Partys. (3 Punkte)
    • Mein Alltag bietet genug Action, in meiner Freizeit brauche ich Ruhe. (1 Punkt)
    • In der Natur mit Tieren fühle ich mich am wohlsten. (2 Punkte)
  • Wie zeitintensiv darf das Hobby sein?

    • Allein die Vorstellung von Planung bis ins letzte Detail finde ich einengend. (1 Punkt)
    • Hier und da einen festen Termin, es darf nur nicht in Freizeitstress ausarten. (2 Punkte)
    • Wenn ich frei habe, dann bin ich absolut flexibel in meiner Planung. (3 Punkte)
Auflösung
  • 5 bis 8 Punkte: Sie sind eher der Typ, der Hobbys braucht, bei denen er regenerieren kann. Versunken den Gedanken nachhängen, die Seele baumeln lassen und einfach mal ein Wochenende für sich entspannt auf dem Sofa verbringen. Das passt zu Menschen mit Hochsensibilität, da sie so wieder auftanken. Doch Vorsicht: Wer sich außerhalb der Arbeit kaum mit Menschen trifft, läuft Gefahr zu vereinsamen.
  • 9 bis 12 Punkte: Sie liegen in der goldenen Mitte. Nur vor dem Fernseher abzuhängen kommt für Sie überhaupt nicht infrage. Sie haben zwar die Tendenz dazu, aber Sie wissen um den Wert sozialer Kontakte und körperlicher Bewegung. Viele Menschen schaffen sich daher einen Hund an – der zwingt selbst die größten Bewegungsmuffel nach draußen.
  • 13 bis 15 Punkte: Sie sind ein regelrechter Hansdampf in allen Gassen. Sie lieben Bewegung, powern sich gerne dabei aus und verknüpfen das Praktische mit dem Gesunden: Einerseits Sport, andererseits lernen Sie (häufig dadurch) neue Leute kennen und erweitern Ihr Netzwerk. Geben Sie nur Acht darauf, dass Sie nicht vor sich selbst wegrennen – manchmal muss man auch die Langeweile einmal aushalten können.

Beispiele für Hobbys: Diese machen Sie smarter

Joggen, Reisen, ins Kino gehen, mit den Freunden am Abend weggehen, mit dem Hund spazieren gehen, die Familie besuchen oder auch einfach nichts tun – die Liste möglicher Hobbys ist lang. Einige Hobbys aber können noch mehr: Sie können regelrecht smarter machen.

Natürlich ist dies kein Appell, Ihre wohlverdiente Freizeit mit etwas zu verbringen, dass Ihnen keine Freude bereitet – Hauptsache, es wirkt. Freizeit ist in erster Linie dazu da, um Spaß zu haben, auszuruhen, abzuschalten und die Lebensbatterien wieder aufzuladen. Aber auf die positiven, nun ja, Nebenwirkungen mancher Hobbys und Freizeitbeschäftigungen möchten wir Sie trotzdem hinweisen…

  1. Lernen Sie, ein Musikinstrument zu spielen

    Gitarre, Klavier, Saxophon oder auch Schlagzeug – wer sich vornimmt, ein Musikinstrument zu spielen, kommt irgendwann an den Moment, wo er alles hinschmeißen will. Aber Durchhalten lohnt sich. Das Musizieren ist mehr als ein Zeichen von musikalischem Talent und Kreativität. Ein Musikinstrument zu spielen, verbessert die kognitiven Fähigkeiten. Sowohl Konzentration, Erinnerungsvermögen und die Aufnahme von neuen Informationen werden dabei trainiert.

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  2. Lernen Sie eine neue Sprache

    Mehrsprachigkeit macht sich nicht nur in einem globalen Unternehmen oder im nächsten Urlaub bezahlt, sondern hilft ebenso dem Gehirn. Eine neue Sprache zu lernen, trainiert unsere Merkfähigkeit, sorgt aber auch für ein besseres interkulturelles Verständnis. Überdies können Menschen, die mehrere Sprachen sprechen, nachweislich besser zwischen verschiedenen Aufgaben wechseln und schneiden auch bei der Planung besser ab als Einsprachige.

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  3. Spielen Sie Computerspiele

    Der Punkt tauchte oben schon auf: Wer in seiner Freizeit Videospiele spielt, wird smarter. Die Spiele sind deutlich besser als ihr Ruf und alles andere als reine Zeitverschwendung. Videospiele sorgen dafür, dass Informationen schneller verarbeitet werden und können trainieren, bessere Entscheidungen unter Druck zu treffen.

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  4. Treiben Sie regelmäßig Sport

    Sport sorgt nicht nur für einen gesunden Körper und fungiert als Ausgleich zu Stress im Job, sondern macht Sie gleichzeitig schlauer. Wer regelmäßig eine oder mehrere Sportarten ausübt – egal ob im Fitnesstudio, auf dem Heimtrainer oder mit Freunden auf dem Fußballplatz – tut etwas für sein Langzeitgedächtnis. Zusätzlich steigert die körperliche Ertüchtigung die Durchblutung und erhöht so die Denkfähigkeit.

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  5. Lesen Sie öfter ein Buch

    Regelmäßiges Lesen vergrößert das Vokabular und sorgt für mehr Sprachgewandtheit. Gleichzeitig steigert das Stöbern in Büchern Ihre Aufnahmefähigkeit. Die gute Nachricht: Es muss nicht gleich „Krieg und Frieden“ von Tolstoi sein, um smarter zu werden. Sie können auch einfach Ihr Lieblingsbuch zur Hand nehmen, um den gleichen Effekt zu erzielen.

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Hobbys Liste: Die Hobbys der Superreichen

Extra-Tipp-IconWas machen eigentlich Millionäre und Milliardäre mit ihrer vielen freien Zeit? Arbeiten müssen die ja eigentlich nicht mehr? Genau: Ebenfalls Hobbys pflegen. Und die unterscheiden sich teils nicht von den Hobbys einfacher Menschen – allerdings geben die Schönen und Reichen dafür deutlich mehr aus.

Wealth-X, ein Unternehmen, das regelmäßig das Verhalten der Superreichen analysiert, hat in seinem jährlichen Milliardär-Zensus auch die Freizeitaktivitäten und Interessen der Milliardäre dieser Welt (insgesamt sind es 2473 weltweit mit einem Gesamtvermögen von 7,7 Billionen Dollar) untersucht. Heraus gekommen ist eine Top20 Hobby Liste des Jetsets. Ganz oben auf der Liste: Philanthropie. Also Wohltätertum wie es zum Beispiel Melinda und Bill Gates sowie Warren Buffett mithilfe der „Bill und Melinda Gates Stiftung“ tun. Der Rest? Macht das…

  • Philanthropie (56,3 Prozent)
  • Reisen (31 Prozent)
  • Kunst (sammeln) (28,7 Prozent)
  • Mode (25,2 Prozent)
  • Politik (22,2 Prozent)
  • Wein (sammeln, trinken) (15,9 Prozent)
  • Boote (Segeln, Yachten) (14,9 Prozent)
  • Sport und Fitness (14,8 Prozent)
  • Autos sammeln (14,5 Prozent)
  • Sammeln (allgemein) (14,1 Prozent)
  • Fußball (teils mit eigener Mannschaft) (13,1 Prozent)
  • Lesen (12,3 Prozent)
  • Kulturveranstaltungen (organisieren, besuchen) (12,1 Prozent)
  • Golfen (11 Prozent)
  • Kochen (Essen gehen) (10,9 Prozent)
  • Jagen (8,8 Prozent)
  • Schmuck sammeln (8,1 Prozent)
  • Angeln (7,8 Prozent)
  • Uhren sammeln (7,7 Prozent)
  • Skifahren (7,2 Prozent)

Korrumpierungs-Effekt: Sollte man das Hobby zum Beruf machen?

Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht. Für viele Menschen ist dieser Satz Ausdruck von Glück und Erfolg. Was kann es auch Schöneres geben? Man muss nicht mehr arbeiten – nein, man geht seinem Hobby nach und bekommt auch noch Geld dafür!

Doch auch auf die Gefahr hin, Ihnen den Tag zu verderben: Genau dies ist eine Illusion, ein Mythos und ein gefährlicher noch dazu.

Wie Wissenschaftler festgestellt haben, passiert dabei nahezu immer dasselbe: Wenn wir für eine Sache, die wir von uns aus gerne tun, plötzlich Geld (oder eine Belohnung) bekommen, dann tun wir dies irgendwann nur noch, um das Geld zu bekommen – nicht aber um der Sache selbst willen. Korrumpierungs-Effekt, oder Overjustification Effect, wird dieses Phänomen im Fachjargon genannt.

Genau genommen wird dabei die innere, sogenannte intrinsische Motivation durch einen externen (extrinsischen) Anreiz (Geld) ersetzt, beziehungsweise von eben diesem verdrängt – bewusst oder unbewusst.

Resultat: Neugier, Interesse und Motivation sinken, es geht uns zunehmend um die Belohnung.

Schon vor Jahren haben die beiden Psychologen Mark Lepper (Stanford-Universität) und David Greene (Universität von Michigan) mit dem Korrumpierungs-Effekt experimentiert. Damals sollten 51 Vorschulkinder zwischen drei und fünf Jahren einfach ein paar Bilder malen – eben das, was sie von sich aus schon gerne taten. Dann jedoch teilten die beiden Psychologen die Kinder in drei Gruppen ein:

  • Der ersten Gruppe wurde erzählt, sie würden für ihre Bilder hinterher ein Zertifikat sowie eine Auszeichnung bekommen – vergleichbar mit der Ankündigung eines festen Lohns.
  • Die zweite Gruppe bekam ebenfalls eine Auszeichnung – wusste vorher aber nichts davon. Sie wurden also mit dem Bonus erst bei der Abgabe ihrer Bilder überrascht.
  • Die dritte Gruppe bekam nichts. Entsprechend wurde ihnen vorab weder etwas in Aussicht gestellt noch versprochen.

Um den Faktor Neid auszuschließen, erhielten die betreffenden Kinder ihre Urkunden separat. Außerdem wurde einzeln beobachtet, wie sich ihre Malmotivation in den nächsten Tagen entwickelte.

Das Ergebnis fiel mehr als eindeutig aus: Jene Kinder, die mit einem festen Lohn zu rechnen hatten, malten dramatisch weniger. Sie investierten nur noch die Hälfte ihrer Zeit in die Buntstifte und verbrachten den Rest lieber mit Spielen oder Faxen machen.

Die Mallust der Kinder ohne jedwede Belohnung dagegen lag mit rund 15 Prozent der investierten freien Zeit deutlich höher und wurde nur noch durch die Gruppe mit Überraschungspreisen getoppt: Sie waren am motiviertesten und investierten fast 20 Prozent ihrer Zeit in neue Bilder.

Besonders fatal: Das künstliche Doping muss meist von Mal zu Mal gesteigert werden, damit es seine Wirkung behält. Tödlich für jeden Funken Spaß.

Sein Hobby zum Beruf zu machen, ist daher vielleicht doch keine so gute Idee – jedenfalls, wenn man dem Hobby noch lange mit Spaß nachgehen will.

[Bildnachweis: Aleynikov Pavel by Shutterstock.com]
8. August 2016 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.

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