Hin-zu-Motivation: So können Sie diese nutzen

Ob eine anstehende Veränderung erfolgreich ist, hängt maßgeblich davon ab, aus welchem Antrieb heraus Sie handeln. Optimal ist die sogenannte Hin-zu-Motivation, die Sie an ein vorher festgelegtes Ziel bringen kann. Das Problem: Oftmals fehlt es genau an dieser Hin-zu-Motivation, stattdessen wird aus den völlig falschen Gründen gehandelt. Gerade bei beruflichen Veränderungen, besonders einem Jobwechsel, bringt das häufig Schwierigkeiten mit. Von potenziellen Arbeitgebern kommen zahlreiche Absagen und selbst wenn der Wechsel klappt, stellt sich ohne ausreichende Hin-zu-Motivation häufig Frust und Unzufriedenheit ein. Wir erklären, wie sich Hin-zu und Weg-von-Motivation unterscheiden und geben Tipps, wie Sie die richtige Form für sich nutzen…

Hin-zu-Motivation: So können Sie diese nutzen

Definition: Was ist eine Hin-zu-Motivation?

Definition der Hin-zu-MotivationEs kann verschiedene Gründe geben, eine Veränderung anzustreben. Diese können in zwei Kategorien eingeteilt werden: Die Hin-zu-Motivation beziehungsweise die Weg-von-Motivation. Der entscheidende Unterschied zwischen beide liegt in dem ausschlaggebenden Argument, das Ihren Wunsch antreibt. Bei einer Hin-zu-Motivation wollen Sie etwas erreichen, sich zu einem gesteckten Ziel hin entwickeln und haben klar vor Augen, wohin der Weg Sie führen soll.

Bei der gegenteiligen Weg-von-Motivation geht es – wie der Name bereits verrät – um ein Entkommen, eine Flucht vor dem, was bisher war. Natürlich ist das auch ein Antrieb, zum Teil sogar ein sehr starker, aber ist dieser aus persönlicher Sicht weniger zielführend. Sie wollen nur weg, wissen aber nicht, wohin. Also wird erst einmal jede Art der Veränderung akzeptiert. Im schlimmsten Fall stellen Sie dann fest, dass Sie aus dem Regen in die Traufe gekommen sind.

In bestimmten Fällen ist eine Hin-zu-Motivation sogar unerlässlich, etwa bei einem Jobwechsel. Ein neuer Arbeitgeber möchte Ihre Motivation erfahrenund wissen, warum Sie sich gerade dort bewerben. Mit einem Mein alter Job war unerträglich, Ich habe meinen letzten Chef nicht mehr ertragen oder auch Die Kollegen am ehemaligen Arbeitsplatz waren eine Zumutung können Sie hier nicht punkten.

Glaubhaft und überzeugend werden Sie erst, wenn Sie Ihre Hin-zu-Motivation verdeutlichen. Welche Ziele verfolgen Sie mit der Veränderung? Was genau wollen Sie beim neuen Arbeitgeber erreichen? Mit diesen Argumenten werden Sie zu einem interessanten Kandidaten und zeigen Personalern, dass Sie einen wirklichen Nutzen bringen, einen Plan sowie eine Strategie haben und den beruflichen Schritt aus guten und professionellen Gründen gehen – und nicht nur, weil Sie an alter Wirkungsstätte unglücklich waren.

Kann eine Weg-von-Motivation hilfreich sein?

Hin-zu-Motivation Weg-von-Motivation Unterschied VorteileIm direkten Vergleich ist die Hin-zu-Motivation meist zu bevorzugen, weil sie ein klares Ziel verfolgt. Nicht nur beruflich, sondern auch privat sollten Sie eine Vorstellung davon haben, wohin die eigene Reise gehen soll.

Allerdings wäre es falsch, die Weg-von-Motivation vollkommen zu verteufeln. Sie ist ebenfalls ein nützlicher und vor allem sehr starker Antrieb, entscheidend ist lediglich, wie Sie diesen nutzen. Weil die Weg-von-Motivation so stark ist, kann sie ein sehr guter Ausgangspunkt für Veränderungen sein. Soll heißen: Nehmen Sie eine Weg-von-Motivation als Auslöser, um einen neuen Weg einzuschlagen.

Eine Weg-von-Motivation ist ein starker Indikator, dass momentan etwas schief läuft und Handlungsbedarf besteht. Statt die Unzufriedenheit auszuhalten, die Situation schönzureden oder zu hoffen, dass es irgendwann von alleine besser wird, können Sie diese Form der Motivation in erste Aktivitäten umwandeln. Für die genaue Umsetzung sollten Sie sich hingegen lieber an einer Hin-zu-Motivation orientieren, um zielgerichtet vorgehen zu können.

So können Sie eine Hin-zu-Motivation entwickeln

Manchmal kommt eine Hin-zu-Motivation von ganz alleine. Leider ist das jedoch längst nicht immer der Fall und vermutlich haben Sie selbst auch schon einmal die Erfahrung gemacht, dass Sie zunächst nur eine Weg-von-Motivation empfunden haben. Typische Gedanken sind beispielsweise Irgendwas muss sich verändern…, Ich muss hier einfach weg… oder auch So kann es nicht weitergehen…

Mit einer Hin-zu-Motivation hat das erst einmal noch nichts zu tun, vielmehr sind es klassische Merkmale wie Fluchtreflex und Entkommen aus einer Situation, durch die eine Weg-von-Motivation verdeutlicht wird. Die gute Nachricht ist jedoch: Aus dem Impuls, etwas ändern zu wollen, können Sie eine Hin-zu-Motivation entwickeln.

Bevor Sie voreilig handeln und rein aus dem Motiv Hauptsache weg! agieren, sollten Sie sich überlegen, wohin die Veränderung Sie überhaupt führen soll. Die folgenden Tipps und Schritte können Ihnen dabei helfen, eine Hin-zu-Motivation zu entwickeln:

  • Reflektieren Sie die aktuelle Situation

    Beginnen Sie mit einer Bestandsaufnahme, in der Sie den Status Quo analysieren. Betrachten Sie Ihre aktuelle Situation so genau wie möglich, wobei Sie nicht nur die schlechten Seiten sehen, sondern sich auch die guten Seiten bewusst machen sollten. Wichtige Fragen, die Sie ehrlich beantworten sollten, sind beispielsweise: Wie sehe ich meine aktuelle Situation? Was ist besonders gut, was ist besonders schlecht? Wie dringend möchte ich eine Veränderung? Was bin ich bereit, für diesen Schritt zu unternehmen?

  • Identifizieren Sie Veränderungswünsche

    Mit dem Wissen und den gesammelten Informationen aus dem ersten Schritt, können Sie nun konkreter werden und genaue Veränderungswünsche ausmachen. Es geht darum herauszufinden, welche einzelnen Aspekte Sie verändern wollen – bei einem Jobwechsel wollen Sie schließlich in der Regel nichts vollkommen anderes machen. Aufgabengebiet und Branche sollen vielleicht bleiben, Sie wünschen sich nur ein anderes Arbeitsumfeld. Je genauer Sie identifizieren, was Sie verändern wollen, desto erfolgreicher und zufriedenstellender wird die Veränderung.

  • Schauen Sie nach vorne

    Eine Hin-zu-Motivation ist immer auf die Zukunft gerichtet, auf das, was kommen soll und vor Ihnen liegt. Die bisherige Unzufriedenheit ist vielleicht der Grund für eine anstehende Veränderung, doch für Ihre Motivation sollten Sie den Blick nach vorne richten. Wer gedanklich nur in der Vergangenheit hängt, wird nur aus einer Weg-von-Motivation handeln, weil der Blick zurück kein neues Ziel offenbaren kann.

  • Formulieren Sie klare Ziele

    Jetzt können Sie damit beginnen, Ihre Hin-zu-Motivation zu formulieren und Ziele zu setzen. Nutzen Sie dazu die gewünschten Veränderungen, um zukunftsorientiert und konkret festzuhalten, was Sie wollen. Ich möchte mehr Verantwortung tragen und größere Projekte betreuen oder auch Ich möchte mein vollständiges Know How einsetzen. Mit dieser Zielsetzung geben Sie Ihrer Hin-zu-Motivation eine klare Form und eine feste Aussage. Sie wissen nun, was Sie erreichen wollen und kennen auch die Gründe, warum diese Veränderung für Sie so wichtig ist.

  • Suchen Sie nach Möglichkeiten

    Im letzten Schritt geht es darum, die formulierte Hin-zu-Motivation zu nutzen und eine bisher nur geplante Veränderung wirklich anzustoßen und in die Tat umzusetzen. Machen Sie sich auf die Suche nach Möglichkeiten und Alternativen, durch die Sie die gewünschte Veränderung erreichen können. Beim Jobwechsel sollten Sie entsprechend Stellenanzeigen auswerten und Unternehmen ausfindig machen, bei denen Sie die gesteckten Ziele umsetzen und erreichen können.

[Bildnachweis: baranq by Shutterstock.com]
26. März 2019 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.



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