Schlüsselkompetenzen: Diese 4 sind entscheidend

Geht es um einen neuen Job, achten Bewerber in Stellenanzeigen vor allem auf die Hard Skills, also: Welche berufliche Ausbildung ist erforderlich, welche Qualifikationen werden erwartet. Daneben ist eine Reihe von Schlüsselkompetenzen relevant, unter denen sich manche nicht viel vorstellen können. Zu abstrakt sind diese Fähigkeiten, denn nicht immer waren sie zuvor dezidiert Teil eines Lehrplans. Und manchmal verfügen Bewerber unbewusst bereits über diese. Wir erläutern, was unter Schlüsselkompetenzen zu verstehen ist und stellen die vier wichtigsten vor…

Schlüsselkompetenzen: Diese 4 sind entscheidend

Schlüsselkompetenzen Definition: Was ist das?

Schlüsselkompetenzen Beispiele Liste Definition im Beruf SchuleSchlüsselkompetenzen – der Begriff deutet es bereits an – sind Kenntnisse und Fertigkeiten, die Ihnen die Türen zu anderen Bereichen erschließen. Sie gehen über das rein fachliche Wissen, das Sie in der Schule, im Laufe Ihrer Ausbildung oder Ihres Studiums erworben haben, hinaus.

Diese Fähigkeiten sind längst nicht auf eine bestimmte Branche oder bestimmte Berufe beschränkt. Vielmehr handelt es sich dabei um Kompetenzen, die Ihnen berufsübergreifend und über das Berufliche hinaus in anderen Lebenslagen helfen.

Gleichzeitig sind sie schwer messbar. Ein Teil von ihnen wird unter dem Begriff Soft Skills gefasst und zeigt sich vor allem im täglichen Miteinander:

  • Wie gehe ich auf andere Menschen zu?
  • Wie verhalte ich mich in Konfliktsituationen?
  • Wie erarbeite ich mir neue Arbeitsinhalte?
  • Wie reagiere ich auf Änderungen?

Die Ausbildung von Schlüsselkompetenzen trägt damit entscheidend zur ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung von Menschen bei. Ihr Erwerb ist gerade vor dem Hintergrund einer sich immer schneller ändernden Welt von Bedeutung.

Die erfordert eine Anpassung des Individuums an die neuen Bedingungen. Genau da setzen diese Fertigkeiten ein, denn sie sind das Rüstzeug, das Sie für lebenslanges Lernen benötigen.

Ohne die notwendigen Schlüsselkompetenzen werden Arbeitnehmer Schwierigkeiten haben, sich beispielsweise neues Fachwissen anzueignen, um auf neue Bedingungen im Arbeitsumfeld zu reagieren. Damit tragen sie entscheidend dazu bei, auf dem Arbeitsmarkt zu bestehen und den Erfolg auszubauen.

Welche Schlüsselkompetenzen gibt es?

Die Überlegung, dass Schlüsselkompetenzen für zukünftige Arbeitnehmer von großer Bedeutung sind, hat bereits eine beachtliche Historie. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat erkannt, dass diese wichtigen Kenntnisse und Fertigkeiten bei Schülern stärker gefördert werden müssen.

Bildungseinrichtungen wie Schulen und Hochschulen sind seitdem verstärkt bemüht, ihren Lernenden diese zu vermitteln. Worum geht es konkret? Je nach Kategorisierung ist mal von drei, von vier oder fünf Schlüsselkompetenzen die Rede.

Wir gliedern Schlüsselkompetenzen in vier Hauptbereiche, denen etliche Teilbereiche angehören. Alles zusammengenommen macht die Handlungskompetenz eines Menschen aus.

Die vier Hauptbereiche nebst Liste der typischen Kompetenzen sind folgende:

  • Sozialkompetenz

    Wer Sozialkompetenz besitzt, kann situationsabhängig auf andere Menschen reagieren. Er beherrscht den Informationsaustausch und pflegt soziale Kontakte. Das beinhaltet eine grundsätzliche Kommunikationsbereitschaft und die Fähigkeit zur angemessenen Kommunikation, beispielsweise im Konfliktfall. Diese Schlüsselqualifikation ermöglicht ein reibungsloses Miteinander und trägt zu einem guten Betriebsklima bei. Entscheidend ist dabei nicht, dass Konflikte in jedem Fall verhindert werden, sondern dass eine generelle Bereitschaft besteht, sie konstruktiv zu lösen. Dazu gehören:

  • Persönlichkeitskompetenz

    Diese Schlüsselkompetenz wird auch als Human- oder Selbstkompetenz bezeichnet. Welche Haltung hat eine Person zur Arbeit, welche Ansichten zur Welt vertritt sie und wie sieht sich jemand selbst? Persönlichkeitskompetenz bedeutet, dass jemand seine persönlichen Einstellungen in Selbstreflexion kritisch beleuchten kann. Das ermöglicht eine realistische Einschätzung der Stärken und Schwächen. Das wiederum ist entscheidend für die Ausbildung von Selbstbewusstsein und Motivationen, sich weiterzuentwickeln. Dazu gehören:

  • Fachkompetenz

    Deutlich spezieller als die Methodenkompetenz ist die Fach- oder Sachkompetenz. Darunter werden Fähigkeiten verstanden, die die Organisation und die arbeitsplatzspezifischen Prozesse und Aufgaben eines Jobs betreffen. Bereits in der Schule lernen Kinder bestimmte fachspezifische Methoden, die den Grundstock für spätere berufliche Kompetenzen legen. Dabei geht es sowohl um theoretische, als auch praktische Kenntnisse. Diese sind Voraussetzung dafür, dass das Lernen an Berufsschulen und Universitäten bewältigt wird. Dazu gehören:

    • Allgemeinwissen
    • breites Grundlagenwissen
    • fachspezifische theoretische Kenntnisse
    • fächerübergreifendes Denken
    • Fremdsprachenkenntnisse
    • muttersprachliche Kompetenz
    • politische Kenntnisse
    • psychologische Kenntnisse
    • Computer-Kenntnisse
    • Rechtskenntnisse
    • spezielles Fachwissen
    • Wirtschaftskenntnisse
    • wissenschaftliche Methoden
  • Methodenkompetenz

    Fachübergreifend ist die Methodenkompetenz. Sie beschreibt das allgemeine Wissen darüber, was zur Aneignung und Analyse von weiterem Fachwissen notwendig ist. Dazu gehören beispielsweise die Grundrechenarten, Lesen und Schreiben. Alles, was dabei hilft, adäquate Lösungsstrategien für Probleme zu entwickeln und entsprechend umzusetzen. Damit zeigt sich diese Schlüsselqualifikation auch in dem Wissen darüber, wo etwas recherchiert werden kann, um weiterzukommen. Dazu gehören:

Wie bekomme ich sie?

Was alles unter Schlüsselkompetenzen gefasst wird, kann situationsabhängig unterschiedlich und eine Frage der jeweiligen Bewertung sein. Die oben aufgeführten Kompetenzen werden werden von verschiedenen Bildungseinrichtungen für wertvoll erachtet, sind aber längst nicht vollständig.

Die Anforderungen an Führungskräfte sind beispielsweise andere als an Mitarbeiter. Ein Beruf mit viel Kundenkontakt erfordert andere Schlüsselkompetenzen als einer ohne. Daher mögen weitere Eigenschaften als wichtige Kompetenzen erachtet werden, die hier nicht aufgelistet sind.

Allgemein ist die Bedeutung von Schlüsselkompetenzen nicht zu unterschätzen, denn immer wieder werden Bewerber an den Punkt kommen, an dem die eine oder andere gefragt ist. Das ist aber kein Beinbruch, denn sie lassen sich erwerben, gesetzt den Fall, dass Sie es wollen:

  • Aufgeschlossenheit

    Die Erste Voraussetzung ist Lernbereitschaft – voilà – und schon sind Sie mitten in den jeweiligen Kompetenzen. Wie eingangs erwähnt, verfügen die meisten Menschen bereits von klein auf über eine gewisse Grundausstattung, die bei entsprechender Förderung teilweise automatisch in einer Vielzahl von Schlüsselkompetenzen mündet, die uns oft nicht bewusst ist. Dazu gehören beispielsweise Neugier, Entdeckungsfreude.

  • Reflexionsfähigkeit

    Ebenso unbewusst stellen sich viele Menschen philosophische Fragen: Wer bin ich? Was will ich? Was ist mir wichtig? Welche Ziele habe ich im Leben? Genau diese Fragen sind es, die Menschen nach Antworten suchen lassen. Manche tun das durch Lesen und Recherche, andere durch Diskussionen mit Freunden und Vorbildern, wiederum andere nutzen verschiedenste Möglichkeiten.

  • Konfrontation

    Der Begriff Konfrontation mag im ersten Moment etwas martialisch klingen, meint aber nichts anderes, als dass wir uns in eine bestimmte Situation begeben. Die muss nicht gleich ängstigend sein, aber ungewohnt. Dinge und Situationen, die herausfordernd erscheinen, aber gemeistert werden, verlieren ihre furchteinflößende Wirkung. Gleichzeitig wachsen wir an den Herausforderungen. Wer ungerne allein ausgeht, könnte beispielsweise probieren, allein ins Kino zu gehen.

[Bildnachweis: Leremy by Shutterstock.com]
8. Oktober 2018 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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