Mastermind-Gruppe gründen: Anleitung zum gemeinsamen Erfolg

Die Arbeit in Teams und Gruppen kennt jeder aus dem eigenen Arbeitsalltag oder noch aus der Schule und dem Studium. Gemeinsam lässt sich mehr erreichen, die Stärken ergänzen sich und einzelne Schwächen können ausgeglichen werden. Genau diesen Vorteil macht sich auch die Mastermind-Gruppe zunutze. Sie müssen sich nicht Stunden, Tage und Wochen alleine mit einem Problem, einer Herausforderung oder einfach nur einem Thema, das Sie beschäftigt, herumplagen. Es gibt immer Gleichgesinnte oder einfach Interessierte, mit denen Sie sich zusammenschließen können, um gemeinsam erfolgreicher zu sein. Dabei spiele diverse Faktoren eine wichtige Rolle, allen voran die Eigeninitiative in der Gestaltung und Umsetzung einer Mastermind-Gruppe, aber natürlich auch die richtige Zusammensetzung der Teilnehmer und klare Absprachen, von denen alle profitieren können…

Mastermind-Gruppe gründen: Anleitung zum gemeinsamen Erfolg

Was genau ist eine Mastermind-Gruppe eigentlich?

Mastermind-Gruppe gründen Anleitung Tipps Definition Erklärung ZieleMastermind-Gruppe – das klingt ein wenig nach Geheimgesellschaft, die versucht die Weltherrschaft an sich zu reißen, die Fäden bei wichtigen Entscheidungen zieht und die Geschicke ganzer Länder aus dem Hintergrund lenkt. Wer das gehofft hat, wird leider enttäuscht denn eine Mastermind-Gruppe klingt im Vergleich fast schon einfach oder gar langweilig – ist es in der Praxis meist ganz und gar nicht.

In einer Mastermind-Gruppe schließen sich Menschen zusammen, die sich für das gleiche Thema interessieren, mit einem ähnlichen Problem zu tun haben oder einfach den Austausch von Meinungen, Ansichten, Ratschlägen oder Leidenschaften suchen. Es ist eine Zusammenkunft von Gleichgesinnten, die aber gar nicht so gleich sein müssen.

Anders als etwa im Beruf, wo eine Gruppe meist aus Kollegen besteht, die ähnliche Ansätze mitbringen und über ähnliche Ausbildungen und Fähigkeiten verfügen – einmal abgesehen von Zusammenarbeit über mehrere Abteilungen hinweg – können die Teilnehmer einer Mastermind-Gruppe aus vollkommen unterschiedlichen Bereichen kommen. Es braucht lediglich einen gemeinsamen Nenner, einen Anker, um den herum sich die Beteiligten zusammenschließen.

Wie dieses Kernthema der Mastermind-Gruppe aussieht, bleibt vollkommen individuell. Jedes erdenkliche Thema kann im Fokus stehen. Häufig sind es berufliche Aspekte, bestimmte Themen oder Entwicklungen, die in einer Branche relevant sind oder heiß diskutiert werden. Doch Mastermind-Gruppen können auch für ein Hobby gegründet werden, für einen Bereich, den Sie schon immer faszinierend fanden oder rund um eine Fähigkeit, mit der Sie sich beschäftigen wollen.

So können Sie beispielsweise eine Mastermind-Gruppe für Programmierkenntnisse ins Leben rufen, eine Gruppe die sich mit Frauen in Führungspositionen beschäftigt (wobei die Teilnehmer natürlich nicht nur auf Frauen beschränkt sein sollten) oder auch eine lokale Gruppe, die sich mit Politik oder den Möglichkeiten in der Nachbarschaft beschäftigt – wofür auch immer Ihr Herz schlägt, eignet sich als Grundlage für eine Mastermind-Gruppe.

So funktioniert eine Mastermind-Gruppe

Ähnlich wie der Schwerpunkt einer Mastermind-Gruppe gilt auch für deren Ablauf: Es lässt sich kein allgemeiner Plan festlegen, der für jede einzelne Gruppe gleichermaßen funktioniert und die beste Umsetzung ist. Gerade deshalb ist es wichtig, dass Gründer und Teilnehmer einer Mastermind-Gruppe herausfinden, welche Organisation und welcher Ablauf genutzt werden soll.

Klingt einfach, ist allerdings mit einigen Herausforderungen verbunden, die durchaus Nerven kosten und schwierig zu überwinden sein können. Dabei gibt es gleich mehrere wichtige Fragen, die Sie beantworten müssen.

  • Wann sollen die Mastermind-Treffen stattfinden?

    Jeder kennt es: Wer versucht, die Termine einer Gruppe zu koordinieren, ist irgendwann der Verzweiflung nahe. Scheinbar unmöglich, eine Zeit zu finden, zu der alle Teilnehmer ein wenig Freizeit zur Verfügung haben, um an den Mastermind-Treffen teilzunehmen.

    Es erfordert ein wenig Fingerspitzengefühl, die verschiedenen Terminwünsche zu berücksichtigen und es jedem Interessierten zu ermöglichen, an der Mastermind-Gruppe teilzunehmen. Bewährt haben sich vor allem Termine am Abend, aber oftmals bleibt nur das Wochenende.


  • Wer soll an der Mastermind-Gruppe teilnehmen?

    Der Erfolg einer Mastermind-Gruppe steht und fällt mit den Teilnehmern. Sie müssen nicht nur motiviert sein, da der Austausch sonst sehr schnell ins Stocken gerät und auf den Treffen geschwiegen wird, sondern auch Begeisterung oder Wissen für das Thema mitbringen.

    Was Sie sich von den Teilnehmern versprechen, beeinflusst auch, wo diese zu finden sind: Direkt in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis, im Job, über soziale Medien und Foren oder beispielsweise auch auf Networking-Events.


  • Wie groß soll die Mastermind-Gruppe sein?

    Mastermind-Gruppen sollten nicht zu groß werden, da sonst der wirkliche Austausch ausbleibt und stattdessen eher Vorträge vor einer großen Gruppe gehalten werden. Das kann zu verschiedenen Themen auch funktionieren, gehört aber nicht in das Konzept der Mastermind-Gruppe.

    Ein persönlicheres Umfeld, bei dem Gespräche und Diskussionen möglich sind, hat die größten Erfolgschancen. Mastermind-Gruppen von fünf bis allerhöchstens zehn Personen finden sich am häufigsten. Wie groß die perfekte Gruppe ist, hängt immer davon ab, wie aktiv die einzelnen Teilnehmer sind und wie groß die Interaktion ist.


  • Wie sollen die Treffen stattfinden?

    Glücklicherweise gibt es verschiedene technische Möglichkeiten, damit Mastermind-Treffen stattfinden können, ohne dass alle Teilnehmer sich an einem Ort versammeln müssen. Videochats können von überall geführt werden und erlauben den digitalen Austausch in der Gruppe.

    Doch es kann auch von Vorteil sein, sich persönlich zu treffen und die anderen Teilnehmer der Mastermind-Gruppe so besser kennenzulernen. Dies ist eine Frage der Prioritäten und auch der Praktikabilität – sind die Teilnehmer quer durch das Land oder gar international verteilt, bleibt nur die digitale Variante.

Für den Ablauf einer Mastermind-Gruppe sollten zusätzlich von Anfang an klare Regeln festgelegt werden. Diese gehen über die Bestimmung eines Themas hinaus, sollen aber nicht einschränken, sondern das gemeinsame Vorhaben lenken und dafür sorgen, dass alle davon gleichermaßen profitieren.

Eine wichtige Regel für Mastermind-Gruppen ist deshalb die Win-Win-Situation. Soll heißen: ALLE Teilnehmer der Gruppe sollen etwas davon haben. Es geht nicht darum, einzelne Mitglieder zu fördern oder in den Vordergrund zu stellen. Auch der Gründer eines solchen Zusammenschlusses steht nicht über den anderen oder hat besondere Ansprüche. Niemand wird benachteiligt, niemand bevorzugt, jeder sollte gleichermaßen offen und bereit sein, sein Wissen und seine Fähigkeiten weiterzugeben und der gesamten Gruppe zur Verfügung zu stellen.

Zusätzlich sollte auf jeden Fall deutlich gemacht werden, dass es um Zusammenarbeit und auch um Zusammenhalt geht. Das heißt nicht, dass es einen Zwang zur Konformität gibt, ganz im Gegenteil. Jeder darf und ist dazu angehalten, seine Ansichten und Meinungen einzubringen – ohne dafür verurteilt, schlecht geredet oder herabgesetzt zu werden. Diskussionen sind erwünscht, andere Meinungen können debattiert, nicht aber von vornherein ausgeschlossen werden.

Anleitung: Tipps, um eine Mastermind-Gruppe zu gründen

Mastermind-Gruppen haben viele Vorteile, so etwa den Austausch mit Gleichgesinnten, die die eigenen Interessen teilen, aber auch die Möglichkeit, von der Erfahrung oder dem Wissen zu profitieren, das Ihnen selbst noch fehlt. Diese gegenseitige Ergänzung macht die Treffen so wertvoll. So können sich beispielsweise Gründer zusammenschließen, um sich über ihren jeweiligen Weg auszutauschen und gemeinsam nach Lösungen für Probleme zu suchen, vor denen alle irgendwann einmal stehen.

Leider wachsen Mastermind-Gruppen nicht auf Bäumen und so liegt es an Ihnen, einen Weg zu finden, um in den Genuss der Vorteile einer solchen Gruppe zu kommen. Eine Chance ist, diese direkt in Ihrem Umfeld zu suchen. Vielleicht gibt es ja schon etwas ähnliches, ein Forum oder sogar ein Treffen. Recherchieren Sie im Internet oder sprechen Sie mit Freunden, Bekannten und Kollegen, die ähnliche Interessen haben.

Auch Messen oder Events zu Ihrem Thema sind ein guter Anlaufpunkt, um Mastermind-Gruppen zu finden oder zumindest den ersten Kontakt in die richtige Richtung herzustellen. Manchmal müssen Sie aber einfach einsehen, dass es keine passende Mastermind-Gruppe für Sie gibt.

Nun können Sie frustriert den Kopf in den Sand stecken und sich damit abfinden, dass Sie eben Pech gehabt haben – oder Sie krempeln die Ärmel hoch und gründen selbst eine Mastermind-Gruppe, die auf genau Ihr Thema ausgerichtet ist. Klingt sehr kompliziert und aufwendig? Muss es gar nicht sein.

Wir haben ein paar einfache Tipps, die Ihnen dabei helfen können, eine Mastermind-Gruppe zu gründen:

  • Machen Sie das Ziel klar

    Wenn Sie eine Mastermind-Gruppe gründen wollen, sollten Sie zunächst einmal wissen, warum eigentlich. Welche Ziele verfolgen Sie damit und was soll die Gruppe bewirken? Das muss nicht gleich weltbewegend sein, eine Plattform für den Austausch oder die Verbindung von Stärken kann ein gutes und sinnvolles Ziel sein.

    Achten Sie darauf, dieses Ziel auch bei allen Teilnehmern bekannt zu machen, damit diese nicht mit falschen Erwartungen und Hoffnungen an die Sache herangehen.


  • Sprechen Sie mögliche Teilnehmer an

    Ihre Mastermind-Gruppe wird sich nicht von alleine mit Teilnehmern füllen wenn niemand von dieser weiß. Es liegt an Ihnen, ein wenig die Werbetrommel zu rühren, mögliche Teilnehmer anzusprechen und andere darauf aufmerksam zu machen, dass Sie etwas ins Leben gerufen haben, das diese interessieren könnte.

    Beginnen Sie unter Freunden und Kollegen, es lohnt sich aber in jedem Fall, den Suchradius zu erweitern und auch ein weiter außerhalb zu suchen. Netzwerken Sie und bringen Sie das Thema bei Events zur Sprache. Es ist auch hilfreich, Ihre neue Mastermind-Gruppe über Ihre Social Media Kanäle bekannt zu machen.


  • Kümmern Sie sich um die Organisation

    Wo und wann treffen Sie sich Wer übernimmt welche Aufgaben? Wie wird die Moderation des Treffens geregelt? Worum soll es am Anfang gehen und wie wird sich dem Thema genähert? Die Organisation einer Mastermind-Gruppe bringt immer wieder einige Fragen mit, um die Sie als Gründer sich zunächst kümmern müssen.

    Denkbar ist aber auch, dass die ToDos unter mehreren Teilnehmern aufgeteilt werden, um die Last auf einzelne Schultern ein wenig zu entlasten.


  • Sprechen Sie die Regeln an

    Regeln können nur dann eingehalten werden, wenn diese allen Mitgliedern der Mastermind-Gruppe bekannt sind und diese sich auch damit einverstanden erklärt haben. Am Anfang des ersten Treffens, wenn Sie sich vorstellen, sich für die Teilnahme bedanken und erklären, worum es geht, sollten Sie deshalb unbedingt auch die Regeln ansprechen.

    Lassen Sie nicht den strengen Oberlehrer raushängen, sondern erklären Sie nur kurz, dass es einige Aspekte gibt, die Sie für wichtig halten und die Sie deswegen gerne vorab kurz vereinbaren würden.


  • Achten Sie auf anhaltende Kommunikation

    Das erste Interesse und die anfängliche Begeisterung sollen möglichst lange anhalten und dafür sorgen, dass die Mastermind-Treffen regelmäßig stattfinden und nicht nach zwei oder drei Terminen bereits wieder in Vergessenheit geraten. Dies funktioniert, wenn Sie die Kommunikation aufrecht erhalten und auch, wenn gerade kein Treffen ansteht, den Austausch suchen – sei es per Mail oder telefonisch.

    Gerade anfangs empfiehlt es sich auch, die Zeit zwischen den Treffen nicht allzu lang werden zu lassen. Einmal wöchentlich ist ein guter Rhythmus, allerdings nicht immer einzuhalten. Länger als vier Wochen sollte aber im besten Fall nicht zwischen den einzelnen Mastermind-Treffen liegen.

[Bildnachweis: nd3000 by Shutterstock.com]
26. Juni 2017 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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