Selbstbewusstsein-stärken-Körpersprache
Nicht wenige Menschen wären gerne selbstbewusster, souveräner im Auftreten, unabhängiger gegenüber der Meinung anderer, weniger schüchtern - kurz: selbstsicherer. Selbstbewusstsein, oder auch sein Synonym Selbstvertrauen, ist Ausdruck mentaler Stärke. Wer sie besitzt, geht in der Regel nicht nur gelassener mit Konflikten und Konfrontationen um, so jemand hat meist auch mehr Erfolg und ruht in sich selbst wie in einem faradayschen Käfig. Doch das ist nur die Oberfläche. Wer sein Selbstbewusstsein stärken will, muss tiefer gehen...

Mehr Selbstvertrauen: Lässt sich Selbstbewusstsein stärken?

Mehr Selbstvertrauen: Lässt sich Selbstbewusstsein stärken?Geht das überhaupt - das Selbstbewusstsein stärken? Zahlreiche darauf spezialisierte Coaches antworten darauf vermutlich sofort mit "Ja". Und es stimmt ja auch: Gezieltes Coaching kann das Selbstbewusstsein stärken.

Allerdings muss man auch dazu verstehen, wie Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein entstehen.

Zunächst einmal bedeutet der Begriff wörtlich, sich seiner selbst bewusst zu sein. Der Duden schreibt in Anlehnung an das philosophische Verständnis des Begriffes, Selbstbewusstsein ist...

das Überzeugtsein von seinen Fähigkeiten, von seinem Wert als Person, das sich besonders in selbstsicherem Auftreten ausdrückt.

Welche Aspekte in Selbstbewusstsein eine Rolle spielen, sieht man, wenn man sich die englischen Begriffe dafür anschaut: Hier ist zum einen von self-awareness (Selbsterfahrung) die Rede. Gemeint ist damit, dass jemand seine eigene Persönlichkeit durch bestimmte Denkvorgänge erkennt.

Self-esteem, self-confidence oder self-assurance sind weitere verwandte Begriffe, die auch im Deutschen synonym zu Selbstbewusstsein verwendet werden: Selbstwertgefühl, das eingangs erwähnte Selbstvertrauen und Selbstsicherheit.

Sie alle bedingen sich gewissermaßen: Wer Vertrauen in seine Fähigkeiten hat, sich seiner Fähigkeiten bewusst (sicher) ist und sie für wertvoll erachtet, der besitzt Selbstbewusstsein.

Das Fundament dafür sind drei Fragen:

  • Wer bin ich?
  • Was kann ich?
  • Was bin ich wert?

Zur Beantwortung dieser Fragen werden wiederum zwei Prozesse in Gang gesetzt:

  • Die Eigenwahrnehmung. Das Bewusstsein darüber, was man ist, fühlt, kann ("Ich spiele gut Klavier und spreche fließend Französisch.").
  • Die Bewertung. Die Anerkennung der eigenen Talente und Fähigkeiten ("Darauf bin ich stolz.").

Selbstliebe Selbstbild Selbstwertgefühl

Wie selbstbewusst ein Mensch ist und welches Selbstwertgefühl er oder sie hat, hängt zum Teil von seinen Genen, aber meist noch stärker von seiner Umwelt und kindlichen Prägung ab.

Den Eltern kommt bei der Entwicklung eines gesunden Selbstbewusstseins eine besonders wichtige Rolle zu: Sie sind die ersten, die einem vermitteln können, dass man ein wertvoller, geliebter Mensch ist. Gerade für ein gesundes Selbstbewusstsein braucht es diese frühe Wertschätzung und soziale Akzeptanz.

Aber auch im weiteren Verlauf des Lebens begegnen uns zahlreiche Menschen, die uns durch ihre eigenen Brillen angeschaut und bewertet haben: Lehrer, Freunde, Partner, Chefs, Kollegen... Sie alle haben uns gesagt oder (durch Komplimente) gezeigt, wie sie uns sehen oder gerne hätten, damit wir in ihr (positives) Bild passen.

Das zusammen wirft allerdings berechtigte Zweifel daran auf, wie viel Fremdbild bereits in unserem Selbstbild steckt.

Nicht wenige rennen mit einem Bewusstsein von sich durchs Leben, das eigentlich ein Fremdbild ist, dem sie dann allenfalls ein bisschen Selbstbewusstsein hinzufügen, allerdings auch nur so, wie es ihnen wieder jemand anderes sagt. Gefährlich!

Deswegen ist der erste Schritt zu mehr Selbstbewusstsein immer auch ein Schritt zu mehr Selbstvertrauen - vor allem zu mehr Vertrauen in die eigene Wahrnehmung. Wer selbstbewusster werden will (im Wortsinn), sollte sich selbst besser kennenlernen und das meist stark verzerrte Selbstbild und damit sein mangelndes Selbstbewusstsein korrigieren.

Die zweite Basis des Selbstbewusstseins ist die Selbstakzeptanz: Nur wer sich selbst annehmen kann, so wie er oder sie ist, kann Selbstvertrauen entwickeln und selbstsicherer werden. Diese Selbstannahme führt dann letzlich zu dem...

Was eine selbstbewusste Person auszeichnet:

  • Sie hat eine selbstsichere Ausstrahlung.

    Das merkt man vor allem an der Körpersprache: offene Haltung, direkter Blickkontakt, keine nervösen Gesten. Und wer selbstbewusst ist, wird auch besser behandelt - eine Positivspirale ensteht.

  • Sie glaubt an die eigenen Kompetenzen.

    Eine selbstbewusste Person weiß um ihre Stärken und Fähigkeiten und ist überzeugt davon. Dahinter steht die Einstellung: Ich kann etwas besonderes, und ich kann - zurecht - stolz darauf sein.

  • Sie glaubt an das Erreichen eigener Ziele.

    Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten stärkt auch den Erfolgsglauben daran, also selbstgesteckte Ziele erreichen zu können (Apropos: Welche Vorsätze haben Sie für 2017 gefasst?).

  • Sie tritt für sich sich selbst ein.

    Eine selbstbewusste Person ist in der Lage, ihre Interessen zu vertreten und auch vor Mitmenschen zu schützen. Sie hat keine Angst davor, offen ihre Meinung zu sagen.

  • Sie kann auf andere Menschen zugehen.

    Einer selbstbewussten Person fällt es nicht schwer, auf andere Menschen zuzugehen und Kontakte zu knüpfen.

Selbstbewusstsein Sprüche Zitate

Instabiles Selbstwertgefühl: Viele Worte bei Kritik

Selbstvertrauen stärkenGemeinhin gilt die Annahme: Menschen mit geringem Selbstvertrauen sind aggressiver als jene mit robustem Selbstbewusstsein. So formuliert stimmt das. Es stimmt aber auch, dass übersteigertes oder instabiles Selbstbewusstsein nicht minder aggressiv macht. So untersuchten etwa Forscher der Universität von Georgia das Selbstvertrauen sowie dessen Stabilität bei rund 100 Probanden. Anschließend wurden die Teilnehmer scharf kritisiert. Ergebnis: Wer über ein ausgeprägtes, aber instabiles Selbstwertgefühl verfügte, reagierte auffallend wortreich bis wütend auf die Schelte - wie die Wissenschaftler vermuten, in erster Linie um seine plötzlichen Selbstzweifel zu kompensieren.

Umgekehrt gibt es aber auch Faktoren, die zu mangelndem Selbstbewusstsein führen. Oft stecken im Kern zwei Ängste dahinter:

  • Die Angst, abgelehnt zu werden.
  • Die Angst, zu versagen.

Hinter diesen Ängsten steht letztlich ein negatives Selbstbild. Anders als bei ihren selbstbewussten Mitmenschen sind diese Personen nicht von ihren Fähigkeiten überzeugt, sondern werden von ständigen Zweifeln geplagt. Das führt zu einer inneren Unsicherheit, bei der Herausforderungen als Bedrohung wahrgenommen werden. Diese Unsicherheit prägt anschließend das Verhalten und die Beziehung zu anderen Menschen. Oft benötigen (selbst)unsichere Menschen kontinuierliche Rückversicherung, Bestätigung und Anerkennung von außen. Das macht sie und ihr Selbstbild enorm instabil und anfällig für Manipulationen.

Selbstvertrauen-Killersätze

Ursachenforschung: Warum fehlt mir das Selbstbewusstsein?

Ursachenforschung: Warum fehlt mir das Selbstbewusstsein?Bevor es zu den Tipps geht, das Selbstbewusstsein zu stärken, lohnt es sich zu überlegen, wo die Wurzeln der Unsicherheit liegen:

  • Haben Sie Angst davor, Fehler zu machen?
  • Trauen Sie sich in Ihrer Position nicht Ihre Meinung zu äußern?
  • Fürchten Sie sich vor der Kritik Ihrer Kollegen oder Ihres Vorgesetzten?

Das alles können Gründe für für mangelndes Selbstbewusstsein sein. Nehmen Sie sich die Zeit, um Ihre aktuelle Situation im Job zu analysieren.

Anschließend richten Sie den Blick nach innen und lernen Sie sich selbst besser kennen. Machen Sie eine Liste mit Ihren Stärken und Schwächen:

  • Was mögen Sie an Ihrer Persönlichkeit?
  • Sind Sie witzig oder besonders emphatisch?
  • Fragen Sie sich aber auch: Wie gehe ich mit Rückschlägen und Erfolgen um?

Da Selbst- und Fremdwahrnehmung nicht zwingend übereinstimmen müssen, sollten Sie Ihr Selbstbild mit einem oder mehreren guten Freunden besprechen. Eine Person, der Sie vertrauen und die Sie lange kennt, kann Ihnen gute Hinweise dazu geben, wie Sie auf andere wirken.

Viele unsichere Menschen tendieren dazu, viel zu hart mit sich selbst ins Gericht zu gehen. Sie gewichten ihre Schwächen stärker als ihre Stärken. Falsch!

Entwickeln Sie lieber eine positive Einstellung zu sich selbst und lösen Sie sich von dem Anspruch, perfekt sein zu wollen. Jeder Mensch hat Fehler - auch die selbstbewussten. Sie sollten sich aber nicht über Ihre Unzulänglichkeiten definieren. Fokussieren Sie die Stärken - jeder Mensch hat welche! Und gehen Sie davon aus, dass Sie eine Aufgabe bravourös meistern werden.

Eine einfache Übung für mehr Selbstbewusstsein

Setzen Sie sich vor einen Spiegel, schauen Sie sich an und in die Augen. Dann sagen Sie Ihren Namen und sich selbst: "Du bist ein wunderbarer und wertvoller Mensch. Du siehst gut aus. Du hast viele Stärken. Du hast schon einiges erreicht. Ich mag dich!"

Ja, das kommt einem zunächst komisch vor, peinlich sogar. Aber je schwerer Ihnen das fällt, desto unsicherer sind Sie und können sich selbst offenbar noch nicht annehmen. Überwinden Sie sich trotzdem und wiederholen Sie diese Übung. Es wird besser und leichter gehen mit der Zeit - und ist ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Minderwertigkeitsgefühle: Wie man sie überwindet

Eng verwandt mit mangelndem Selbstbewusstsein ist das Gefühl, minderwertig zu sein. Betroffene leiden an Schüchternheit, Verlegenheit, übertriebener Bescheidenheit, starker Eitelkeit oder gesteigertem Geltungsbedürfnis sowie starkem Verlangen nach Lob und Anerkennung. All das sind typische Symptome und können Hinweise auf verborgene Minderwertigkeitsgefühle geben.

Menschen, die sich minderwertig fühlen, fürchten sich zum Beispiel...

  • ihre Meinung zu sagen.
  • ihre Wünsche und Bedürfnisse zu äußern.
  • Forderungen abzulehnen.
  • ihren Unmut oder Ärger zu äußern.
  • etwas Neues zu riskieren.
  • Lob und Anerkennung anzunehmen.

Ursprünglich geht der der Begriff des Minderwertigkeitsgefühls auf Alfred Adler, einen Schüler Sigmund Freuds, zurück. Adler, von Beruf Arzt, hatte beobachtet, dass der menschliche Organismus dazu tendiert, vorhandene Organminderwertigkeiten auf einem anderen Gebiet auszugleichen. So wie ein blinder Mensch sein fehlendes Sehvermögen durch ein besonders gutes Gehör kompensiert. Adler schrieb damals:

Menschsein heißt auch, sich unzulänglich und minderwertig zu fühlen. Da sie aber ein entscheidendes Stimulans des Wachstums und der kulturellen Entwicklung sind, sollten wir in den eigentlichen Minderwertigkeitsgefühlen etwas Positives sehen. Nur unter sehr unguten Bedingungen verstärkt sich das Minderwertigkeitsgefühl zum Minderwertigkeitskomplex, der jegliche Entwicklungsbestrebungen blockiert.

Leider ist es aber so: Wer unter Minderwertigkeitsgefühlen leidet, ist in der Regel davon überzeugt, minderwertig zu sein. Typische Mantras sind:

  • Ich bin nicht in Ordnung.
  • Andere sind besser als ich.
  • Ich tauge nichts.
  • Ich verdiene es nicht, gemocht zu werden.
  • Ich bin ein Versager.

Tatsächlich hat jeder Mensch von Zeit zu Zeit solche Minderwertigkeitsgefühle oder -schübe. Auch die angeblich so selbstsicheren. Einige reagieren darauf mit Resignation und Kompensation und versuchen dann, anderen etwas zu beweisen. Aber wem eigentlich? Und vor allem: Wann wäre es bewiesen? Die eigentliche Falle an dem Beweisenwollen ist, dass es keine Ziellinie gibt. Das Rennen kann ein Leben lang dauern, weil sich die Kriterien immer wieder ändern. Beweisenmüssen ist wie ein Hamsterrad. Es ist ein Wettlauf, den man nie gewinnen kann.

Letztlich - und das ist die gute Nachricht - ist Minderwertigkeit aber kein Gefühl, keine Wahrnehmung, sondern eine Einstellung zu sich selbst. Und Einstellungen lassen sich ändern beziehungsweise überwinden. Zum Beispiel so:

  • Klären Sie, woher die Minderwertigkeitsgefühle stammen. Zum Beispiel aus Beziehungserfahrungen oder aus der Kindheit und der Jugend.
  • Stärken Sie Ihre Stärken. Und laborieren Sie weniger an den Schwächen. Die sind niemals so stark. Um zu einem gesunden Selbstbewusstsein zurück zu gelangen, lernen Sie Ihre Schwächen zu akzeptieren.
  • Hören Sie auf, sich mit anderen zu vergleichen. Vergleichen hilft einem zwar dabei, zu erkennen, wo man steht. Doch wer sich mit dem oder den falschen vergleicht, nährt nur seine Unzufriedenheit und Selbstzweifel.
  • Achten Sie auf Ihre Gedanken. Sie sind nicht minderwertig! Machen Sie sich vielmehr bewusst, wer Sie sind, was Sie schon alles erreicht haben - für sich, ganz ohne Vergleiche.
  • Lernen Sie, Erfolge anzunehmen und zu feiern. Die eigene Anerkennung für Geschafftes ist Voraussetzung dafür, an die Anerkennung von anderen zu glauben und diese auch annehmen zu können.

Frauen sind genauso gut wie Männer - wenn sie das glauben

Selbstbewusstsein Frauen MännerOft nehmen beim Selbstvertrauen klassische Rollenklischees oder geschlechtsspezifische Stereotype starken Einfluss. Sie kennen sicher Sätze, wie: Männer können nicht zuhören, Frauen nicht einparken; Männer sind schlecht in Sprachen, Frauen können keine Mathe und haben ein schlechtes räumliches Vorstellungsvermögen. Aber stimmt das? Nein, sagen Zachary Estes und Sydney Felker von der englischen Universität von Warwick! Wahr ist aber, dass wer daran glaubt, damit zugleich Einfluss auf sein Können oder Talent nimmt. Oder positiv formuliert: Frauen sind genauso gut wie Männer - wenn sie das glauben.

Bei den entsprechenden räumlichen Tests erzielten die Männer typischerweise und im Durchschnitt die besseren Ergebnisse. Manipulierten die Forscher allerdings das Selbstvertrauen ihrer Probandinnen, verschwand dieser Geschlechtsunterschied nahezu völlig. Das Selbstvertrauen ist danach ebenso wichtig wie Begabung.

Tipps und Übungen für mehr Selbstbewusstsein

Mehr Selbstbewusstsein! Endlich die Ängste überwinden und die eigenen Leistungen präsentieren; endlich den Mut haben, sich Meetings zu Wort zu melden oder eine neue Idee vorzustellen... Das wünschen sich viele. Und die gute Nachricht ist: Man kann das lernen und trainieren. Doch es kostet Kraft und Energie.

Der amerikanische Motivationstrainer Dale Carnegie drückte seine Strategie so aus: "Selbstvertrauen gewinnt man dadurch, dass man genau das tut, wovor man Angst hat, und auf diese Weise eine Reihe von erfolgreichen Erfahrungen sammelt."

Denn häufig sind unsere Ängste übersteigert: In Erwartung dessen, was passieren könnte, nehmen wir die möglichen Antworten anderer vorweg und handeln in einer Art vorauseilendem Gehorsam.

Beispiel: Sie können nicht nein sagen. Was steckt dahinter?

  • Sie befürchten "Liebesentzug", die Ablehnung anderer.
  • Sie fühlen sich schuldig, die andere Person enttäuscht oder gar vor den Kopf gestoßen zu haben.
  • Sie möchten nicht als egoistisch gelten.

Jemand mit solchen Ängsten hat ja sagen als Strategie entwickelt, um eben jene unangenehmen Gefühle zu vermeiden. Dabei wären durchaus andere Sichtweisen denkbar:

  • Die andere Person akzeptiert das Nein.
  • Die andere Person nimmt es nicht persönlich.
  • Die andere Person hält Sie nicht für egoistisch.

Wenn Sie sich in dem Beispiel wiedererkennen, machen Sie sich folgendes bewusst: Es ist Ihre Aufgabe, für sich zu sorgen. Jemand anderes kann nicht in Sie hineingucken und sehen, ob Sie bereits völlig überfordert sind, weil Sie schon von zwei anderen Kollegen um Hilfe gebeten wurden.

Und: Wer alles mit sich machen lässt, wird von den anderen nicht geachtet, sondern ausgenutzt. Daher ist es wichtig, sich Dinge zu trauen und neue Erfahrungen zu sammeln. Zu lernen, dass die Welt nicht untergeht, der Kollege Sie nicht grundsätzlich doof findet, wenn Sie nein sagen.

Stellen Sie Ihre Interessen in den Vordergrund. Es ist völlig in Ordnung in gewissen Situationen an sich selbst zu denken, um Ihrer Arbeit gerecht zu werden. Indem Sie diese Ängste und Gefühle aushalten, lernen Sie peu à peu Selbstbewusstsein.

Deshalb hier noch ein paar Tipps und Übungen für mehr Selbstbewusstsein:

  • Erlauben Sie sich Fehler zu machen.

    Zerfleischen Sie sich nicht für Fehler, die Ihnen unterlaufen. Damit rütteln Sie unaufhörlich an Ihrem Ego und nähren Selbstzweifel. Versuchen Sie Ihre Einstellung zu Fehlern zu ändern und sehen Sie diese als Möglichkeit sich weiterzuentwickeln. Wenn Sie sich in Ihrem Team umschauen, werden Sie feststellen, dass auch Ihre Kollegen Fehler machen. Das Fehler passieren ist normal, entscheidend ist, dass Sie herausfinden, wie es dazu kam und daraus lernen.

  • Nehmen Sie Komplimente an.

    Was ist Ihre erste Reaktion auf ein Kompliment? Sagt Ihnen ein Kollege, dass er Ihr letztes Konzept gut fand, ertappen Sie sich dabei zu denken: "Das kann der doch nicht ernst gemeint haben." Lösen Sie sich von diesen Gedanken und hören Sie auf, Komplimente zu hinterfragen und zu analysieren. Freuen Sich sich einfach darüber.

  • Lachen Sie über sich selbst.

    Nehmen Sie sich selbst nicht so ernst und versuchen Sie nicht einen unfehlbaren Eindruck zu machen. Eine unverkrampfte Haltung wird es Ihnen erleichtern sich Ihren Ängsten zu stellen. Was soll schon groß passieren? Sie melden sich im Meeting zu Wort, sind nervös und versprechen sich. Nehmen Sie es mit Humor und die anderen werden es auch tun. Denn Humor hat eine deeskalierende Wirkung.

  • Nehmen Sie Kritik nicht persönlich.

    Jeder empfindet es als unangenehm, wenn ihm die eigenen Fehler vorgehalten werden. Doch konstruktive Kritik verbessert die Qualität Ihrer Arbeit. Es gibt Ihnen die Möglichkeit, das Feedback Ihrer Kollegen oder Ihres Chefs einzubauen und die eigene Perspektive zu erweitern. Sehen Sie darin keinen Angriff auf Ihre Persönlichkeit, sondern eine Bereicherung für Ihre Arbeit.

  • Äußern Sie Ihre Wünsche.

    Stört Sie etwas oder Sie haben das Gefühl, dass etwas besser laufen könnte, dann sprechen Sie diese Punkte an. Im ersten Moment wird es Sie mit Sicherheit Überwindung kosten, doch Sie stehen damit für sich selbst ein. Sie zeigen Ihren Kollegen und Ihrem Chef damit, dass Sie bestimmte Interessen haben und sorgen dafür nicht übergangen zu werden.

  • Arbeiten Sie an Ihrer Körpersprache.

    Es kommt nicht nur darauf an, was Sie sagen, sondern auch wie Sie dabei auftreten, denn Unsicherheit spiegelt sich vor allem in der Körpersprache wieder. Machen Sie sich vor anderen nicht klein. Verzichten Sie auf nervöse Gesten, wie durchs Haar streichen oder an der Oberlippe kauen, während Sie sprechen. Strahlen Sie Ruhe und Gelassenheit aus. Setzen Sie ein unverkrampftes Lächeln auf und schauen Sie Ihrem Gegenüber im Gespräch direkt in die Augen. Trainieren Sie unterschiedliche sogenannte Powerposen, die Macht ausdrücken. Üben Sie die entsprechende Mimik und Gestik vorher ruhig im privaten Umfeld.

  • Bauen Sie Beziehungen auf.

    Wer in seinem Umfeld Menschen hat, denen er vertrauen kann, die einen unterstützen und fördern, wird von innen heraus gestärkt. Sie haben damit das gute Gefühl nicht alleine dazustehen und weil Sie wissen, dass diese Menschen Sie schätzen, stärkt das Ihr Selbstbewusstsein.

Geringes Selbstvertrauen: Der Schlüssel zum Erfolg?

Geringes Selbstvertrauen: Der Schlüssel zum Erfolg?Nicht ein starkes Selbstbewusstsein, sondern eher das Gegenteil macht erfolgreich im Job. Was wie ein zynisches Plädoyer für Devote und chronisch Subordinierte klingt, meint Tomas Chamorro-Premuzic durchaus ernst. Und der Mann ist immerhin Psychologie-Professor am renommierten Goldsmith University College in London. "Es wird Zeit mit dem Mythos aufzuräumen, dass Selbstsicherheit ein Schlüsselfaktor zum Erfolg ist", sagt Chamorro-Premuzic. "Ein geringes Selbstvertrauen macht viel erfolgreicher."

Wie kommt der Mann darauf?

Die Erklärung geht so: Natürlich seien die Erfolgsfaktoren nicht etwa überbordene Selbstzweifel. Die paralysieren einen und lassen uns in Angst und Zweifeln verharren wie das Kaninchen vor der Schlange. Entscheidend sei das gesunde Maß an Selbstzweifeln und Selbstvertrauen: Zuviel Sicherheit lasse uns überzogene und unrealistische Ziele anstreben - Scheitern inklusive. Ein paar gesunde Selbstzweifel aber brächten diese wieder ins Lot.

Hinzu kommt, dass Menschen mit, sagen wir, eingeschränkter Selbstsicherheit offener sind für negatives Feedback. Sie können mit Kritik besser umgehen und diese besser annehmen, während die narzisstischen Alpha-Egos diese in der Regel einfach abtun.

Selbstbewusstsein trainieren: Sprüche

Keiner hat gesagt, dass es einfach werden würde. Auch wenn man Selbstbewusstsein (er-)lernen und trainieren kann, so passiert das nicht über Nacht: Glaubenssätze wie die oben beschriebenen Mantras prägen uns häufig über Jahre oder Jahrzehnte. Ebenso braucht es Zeit, solche Gedanken wieder abzulegen.

Wichtigste Erkenntnis in diesem Zusammenhang ist, dass Sie es wollen müssen. Und wenn Ihr Selbstbewusstsein nicht riesig ausgeprägt ist, mag es tröstlich sein, dass Sie nicht allein damit sind: Zahlreiche Persönlichkeiten haben sich Gedanken zum Thema Selbstbewusstsein gemacht.

Darunter auch Menschen, die trotz - oder wegen - ihrer Selbstzweifel zu Großem fähig waren:

Achte dich selbst, wenn du willst, dass andere dich achten sollen! (Adolph Freiherr Knigge)

Den größten Fehler, den man im Leben machen kann, ist, immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen. (Dietrich Bonhoeffer)

Was immer Du tun kannst oder träumst es zu können, fang damit an. (Johann Wolfgang von Goethe)

Wer weiß, wie wichtig er ist, braucht sich nicht mehr wichtig zu machen. (Ernst Ferstl)

Du bist mutiger als du glaubst, stärker als du scheinst und intelligenter als du denkst. (Alan Alexander Milne)

Wer sich selbst treu bleiben will, kann nicht immer anderen treu bleiben. (Christian Morgenstern)

Selbstbewusstsein Test: Wie selbstbewusst sind Sie?

Selbstbewusstsein Test-Selbstbewusstsein aufbauen-Selbstbewusstsein lernen-Selbstbewusstsein trainierenDieser kleine Test ist als Indiz gedacht: Natürlich kann er keine umfassende psychologische Beratung ersetzen. Aber er kann Ihnen bei der Selbsteinschätzung behilflich sein.

Beantworten Sie für sich folgende Aussagen beziehungsweise Fragen:

  1. Sie haben sich einem neuen Styling unterzogen und kommen erstmals mit neuer Frisur zur Arbeit. Einige äußern sich eher kritisch. Wie gehen Sie damit um?
    • Sie überhören das geflissentlich - schließlich müssen Sie sich gefallen. (2P.)
    • Sie überlegen, ob vielleicht etwas dran sein könnte, vielleicht war die alte Frisur wirklich vorteilhafter. (1P.)
    • Sie ärgern sich über einige Kollegen, glauben aber, dass sich bald keiner mehr dazu äußert. (0P.)
  2. "Jeder ist seines Glückes Schmied." - Stimmen Sie zu?
    • Auf jeden Fall. (2P.)
    • Na ja. Manchmal hat man Glück, manchmal hat man Pech im Leben. (1P.)
    • Das stimmt für andere. Für mich hat das noch nie funktioniert. (0P.)
  3. Sie sind in einem Meeting und es wird angeregt diskutiert. Ihrer Meinung nach wird ein entscheidender Punkt übersehen - wie reagieren Sie?
    • Sie halten sich zurück, die anderen werden es besser wissen. (0P.)
    • Sie sprechen Ihren Kollegen neben sich an und geben zu bedenken, dass es vielleicht sein könnte, dass etwas nicht beachtet wurde. (1P.)
    • Sie unterbrechen die Diskussion und erklären, dass einige auf dem Holzweg seien, da ein wichtiger Punkt nicht berücksichtigt wurde. (2P.)
  4. Ihr Rat ist geschätzt bei Familie und Freunden, aber auch auf der Arbeit bei den Kollegen.
    • Ja, wenn jemand eine Frage hat, helfe ich gerne. (2P.)
    • Nein, eigentlich werde ich kaum um Rat gebeten. (0P.)
    • Manchmal kommt es vor, dass Leute mich fragen. (1P.)
  5. Sie müssen alleine auf eine Veranstaltungen wie einen Kongress, ins Theater oder ins Konzert gehen. Wie kommen Sie damit zurecht?
    • Ich bin schon immer gerne allein auf Partys gegangen, da lernt man neue Leute kennen. Und bei Kongressen trifft man sowieso meistens Bekannte - so richtig neu und ungewohnt ist es nie. (2P.)
    • Ich hasse es, alleine irgendwo hingehen zu müssen, man steht meistens irgendwie doof herum, hält sich an einem Glas Sekt fest und kennt niemanden. (0P.)
    • Hängt immer ein bisschen von der Tagesverfassung ab. Klar gehe ich gerne mit Kollegen oder Freunde wohin, aber allein kann auch ganz spannend sein. (1P.)
  6. Sie sollen spontan eine Abschiedsrede für einen ausscheidenden Kollegen halten - wie reagieren Sie?
    • Sie sind eine kleine Rampensau und genießen es, im Mittelpunkt zu stehen. (2P.)
    • Ein Albtraum. Reden vor anderen Leuten und dann noch spontan, das geht nicht. (0P.)
    • Wenn es ein netter Kollege ist, dann werden Ihnen wohl ein paar Punkte einfallen. (1P.)
  7. Sie haben noch einige berufliche Ziele vor sich und werden noch sehr viele davon schaffen.
    • Oh je. Ziele? Haben Sie vielleicht früher mal als Schüler gehabt. (0P.)
    • Allerdings. Hier können sich einige warm anziehen, Sie beenden nämlich nächsten Monat Ihre Fortbildung und dann mal schauen, wie es mit einer Gehaltserhöhung/Beförderung aussieht. (2P.)
    • Sie sehen das realistisch: Sie haben schon recht viel erreicht und noch einige Pläne, aber man muss auch mal die Kirche im Dorf lassen. (1P.)
  8. Sie müssen in einem Meeting eine Präsentation halten. Machen Sie sowas gerne?
    • Das ist eine gute Gelegenheit für mich, mich zu profilieren. Außerdem lege ich großen Wert auf eine gute Diskussion anschließend. (2P.)
    • Es gehört halt zum Job dazu, ich bin aber froh, wenn es vorbei ist. (1P.)
    • Präsentationen sind mir ein Gräuel, ich drücke mich nach Möglichkeit. (0P.)
  9. Wenn Sie an Ihre Arbeitsstelle denken, fühlen Sie sich dort fest im Sattel?
    • Sie finden, dass es super läuft - Kollegen, Chef, Kunden - meistens kommen Sie mit allen gut aus und fühlen sich den Anforderungen gewachsen. (2P.)
    • Manchmal nerven die Kunden und die Routine hat sich ehrlicherweise auch eingeschlichen. Aber was soll’s. (1P.)
    • Sie geben sich größte Mühe, allerdings immer mit dem Gefühl, dass es vielleicht doch nicht so ganz reichen könnte. (0P.)
  10. Wenn Sie eine neue Arbeitsstelle antreten, fürchten Sie sich vor Ablehnung?
    • Ein bisschen nervös ist man ja immer, wenn man neu anfängt, aber das ist normal. (1P.)
    • Ach, ich komme mit allen Leuten gut zurecht. Und wer mit mir nicht klarkommt - sein Problem. (2P.)
    • Ich bin auf der alten Arbeitsstelle schon so ausgegrenzt worden, von daher graust es mir vor einer neuen. (0P.)
  11. Sie arbeiten gerade einen neuen Kollegen ein, da werden Sie von einem anderen unterbrochen, der Sie auf einen Fehler hinweist. Wie reagieren Sie?
    • Ich weise ihn sofort darauf hin, dass er mich bitte nicht zu unterbrechen habe, da das Thema komplex sei. Außerdem hätte ich keineswegs einen Fehler gemacht, aber zu viele Informationen an diesem Punkt würden zu Irritationen führen. (2P.)
    • Ich entschuldige mich und frage, ob er vielleicht besser die Einarbeitung übernehmen möchte. (0P.)
    • Ich kläre kurz den Sachverhalt und wende mich danach wieder der Einarbeitung zu. (1P.)
  12. Ein Kollege macht sich über Sie lustig. Können Sie damit umgehen?
    • Der kriegt was zu hören - den haue ich bei nächster Gelegenheit in die Pfanne! (2P.)
    • Ein bisschen Spaß muss sein, ich kann gut damit umgehen, wenn es nicht Überhand nimmt. (1P.)
    • Nein, das finde ich nicht lustig. Immer wird auf mir herumgehackt. (0P.)
  13. Sie sitzen im Restaurant, das Essen wird lauwarm serviert und ist nicht gut. Beschweren Sie sich?
    • Selbstverständlich, schließlich ist das mein gutes Geld und wenn man nichts sagt, dann ändern die auch nichts. (2P.)
    • Sowas ist mir eher unangenehm, der Kellner kann ja auch nichts dafür und so schlimm war es auch gar nicht. (0P.)
    • Ich mache sowas nicht gerne, hängt auch davon ab, wie nett die Bedienung ist. (1P.)

Selbstbewusstsein Test: Auflösung

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Bonus Video: Selbstbewusstsein stärken

[Bildnachweis: mangostock by Shutterstock.com]

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