Selbstvertrauen Definition
Selbstvertrauen bezeichnet den Glauben an die eigenen Fähigkeiten, Stärken und die Richtigkeit der Entscheidungen. Es beschreibt die innere Überzeugung, Herausforderungen bewältigen und Ziele erreichen zu können. Menschen mit ausgeprägtem Selbstvertrauen treten selbstsicherer auf und lassen sich weniger von Zweifeln oder Kritik verunsichern. Dieses Vertrauen entsteht meist durch positive Erfahrungen, Erfolge und die bewusste Auseinandersetzung mit den eigenen Kompetenzen. Gleichzeitig ist Selbstvertrauen kein statischer Zustand, sondern kann sich im Laufe des Lebens entwickeln und lässt sich trainieren und stärken.
4 Quellen des Selbstvertrauens nach Albert Bandura (1977):
- Erfolgserlebnisse: Eigene, reale Erfolgserfahrungen
- Stellvertretende Erfahrungen: Beobachtung von Vorbildern
- Verbale Überzeugung: Zuspruch von außen und Affirmationen
- Physiologische Interpretation: Herzklopfen als Vorfreude statt als Angst
Wortherkunft
Das Wort Selbstvertrauen setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen: „Selbst“ und „Vertrauen“. „Selbst“ stammt aus dem Althochdeutschen „selb“ und bedeutet so viel wie „die eigene Person“ oder „das eigene Ich“. „Vertrauen“ wiederum geht auf das Mittelhochdeutsche „vertrūwen“ zurück – den festen Glauben oder „sich auf etwas verlassen“. Ursprünglich steckt darin der Gedanke von „Treue“ und „Festigkeit“. Zusammen beschreibt der Begriff das feste Zutrauen auf die eigenen Fähigkeiten und Talente.
Synonyme
Selbstakzeptanz, Selbstachtung, Selbstbewusstsein, Selbstwirksamkeit, Selbstwertgefühl, Selbstsicherheit, Selbstglaube, Selbstverantwortung, Selbstachtung, innere Kraft, Mut, Resilienz, Autarkie
Englisch: self-confidence, self-trust, self-reliance, poise
Abgrenzung
Vor allem die Begriffe Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein werden oft synonym verwendet. Der Unterschied liegt jedoch im Fokus:
- Selbstbewusstsein blickt auf die Gegenwart und bedeutet, sich seiner selbst bewusst zu sein – also die eigenen Gefühle, Stärken, Schwächen und das eigene Verhalten genau zu kennen und zu reflektieren.
- Selbstvertrauen schaut nach vorn und versetzt Menschen in die Lage, persönliche Grenzen zu überwinden. Sie trauen sich dadurch mehr zu und haben in der Folge oft auch mehr Erfolg.
Selbstvertrauen Beschreibung
Laut Psychologie bildet Selbstvertrauen die Grundlage für ein gesundes Selbstwertgefühl und sicheres Auftreten. Genau genommen ist es jedoch ein Sammelbegriff, der mehrere Eigenschaften beinhaltet, wie geistige Unabhängigkeit, mentale Stärke, Selbsterkenntnis und Handlungskompetenz.
Wie ausgeprägt unser Selbstvertrauen ist, wird teilweise durch genetische Faktoren beeinflusst, das soziale Umfeld und die frühe Kindheit spielen laut Studien jedoch eine größere Rolle. Besonders Eltern prägen den Selbstglauben, indem sie ihrem Kind Wertschätzung und Liebe vermitteln. Wichtig ist außerdem die Erfahrung von Selbstwirksamkeit, also zu erleben, dass eigenes Handeln etwas bewirken kann. Auch spätere Bezugspersonen wie Lehrer, Freunde oder Kollegen beeinflussen das Selbstbild durch ihr Feedback.
Selbstvertrauen Merkmale
- Glaube an die eigenen Fähigkeiten
- Innere Sicherheit und Zuversicht
- Unabhängigkeit von der Meinung anderer
- Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen
- Umgang mit Fehlern ohne übermäßige Selbstzweifel
- Realistische Selbsteinschätzung
- Mut, neue Herausforderungen anzunehmen
- Standhaftigkeit bei Kritik oder Rückschlägen
Wie groß ist Ihr Selbstvertrauen? Absolvieren Sie dazu gleich unseren kompakten Test und haken Sie online im Browser ab, welchen Aussagen auf Sie zutreffen:
- Ich fühle mich in ungewohnten Situationen oft unwohl.
- Ich habe Angst davor, Fehler zu machen.
- Ich traue mich selten, meine Meinung zu äußern.
- Ich schlucke Probleme gerne herunter.
- Es fällt mir schwer, Nein zu sagen.
- Ich bin besonders harmoniebedürftig.
- Ich fürchte mich vor der Kritik anderer.
- Ich frage mich oft, wie ich bei anderen ankomme.
- Ich gehe Konflikten gerne aus dem Weg.
- Es fällt mir schwer, mich über Ungerechtigkeiten zu beschweren.
- Ich versuche meist, es anderen recht zu machen.
- Ich kann meine Forderungen schlecht durchsetzen.
- Ich kann Wünsche schlecht ablehnen.
- Ich denke viel nach und gerate oft ins Grübeln.
- Ich habe häufig Schuld- oder Schamgefühle.
- Ich tue mich schwer damit, Augenkontakt zu halten.
- Ich vergleiche mich viel mit anderen Menschen.
- Ich warte lieber ab, statt etwas zu unternehmen.
- Ich habe oft das Gefühl, anderen unterlegen zu sein.
Falls Sie mehr als 7 Aussagen angekreuzt haben, ist Ihr Selbstvertrauen noch schwach ausgeprägt und könnte eine Stärkung vertragen.
Selbstbewusstsein Bedeutung
Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein sind im Berufsleben eine zentrale Grundlage für Erfolg und Entwicklung. Sie helfen dabei, Aufgaben entschlossener anzugehen, Verantwortung zu übernehmen und eigene Entscheidungen zu treffen. Selbstsichere Menschen treten im Job souveräner auf und können ihre Fähigkeiten besser präsentieren. Dadurch erhöhen sich oft die Chancen auf eine Weiterentwicklung und Anerkennung durch Vorgesetzte und Kollegen. Gleichzeitig unterstützt Selbstvertrauen dabei, mit Rückschlägen und Herausforderungen konstruktiv umzugehen.
Umgekehrt entsteht mangelndes Selbstvertrauen häufig durch Angst vor Ablehnung oder Versagen, die auf ein negatives Selbstbild zurückgehen: Betroffene zweifeln an ihren Fähigkeiten und erleben, wie die innere Unsicherheit ihr Verhalten und ihre Beziehungen negativ beeinflusst. Oft suchen sie Bestätigung von außen, wodurch ihr Selbstwert instabil bleibt. Zusätzlich verstärken übermäßige Selbstkritik und negative Glaubenssätze wie „Ich bin nicht gut genug“ das Problem, weil Schwächen so stärker wahrgenommen werden als Stärken. Auch negative Erfahrungen wie Mobbing, Niederlagen oder hoher Leistungsdruck können das Selbstvertrauen schwächen und zu Selbstblockaden führen.
Unsere Tipps & Empfehlungen
Gesundes Selbstvertrauen verleiht innere und äußere Stärke sowie mentale Freiheit. Es ist ein wesentlicher Bestandteil für ein glückliches und erfülltes Leben – beruflich wie privat. Es entwickelt sich aber nicht passiv. Sie sollten es immer wieder aktiv fördern, indem Sie Ihre Eigenwahrnehmung verbessern und sich Ihre Qualitäten bewusst machen und als wertvoll bewerten (siehe: Reframing). Das braucht Geduld und ist ein wiederkehrender Prozess – insbesondere nach Rückschlägen. Sie gewinnen dadurch aber mehr Souveränität und strahlen diese auch zukünftig aus.
Selbstvertrauen stärken
Sie können Ihr Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen stärken. Dazu reichen oft schon einfache Übungen:
- Ängsten stellen
Erweitern Sie Ihre Komfortzone und trauen Sie sich schrittweise an neue Aufgaben heran. - Fehler zulassen
Betrachten Sie Fehler als Lernprozess, nicht als Schwäche oder persönliches Versagen. - Körpersprache nutzen (Power Posing)
Eine aufrechte Haltung stärkt die innere Sicherheit und signalisiert das auch nach außen. - Vergleiche vermeiden
Fokussieren Sie sich auf Ihre Stärken und den eigenen Weg statt auf Vergleiche mit anderen. - Selbstgespräche nutzen
Bringen Sie den inneren Kritiker zum Schweigen, indem Sie sich selbst positive Eigenschaften zusagen. - Humor entwickeln
Über sich selbst lachen zu können, nimmt Druck raus und wirkt sogar sympathisch. - Dankbarkeit üben
Wertschätzung des eigenen Lebens und realisierter Erfolge erhöht die Selbstzufriedenheit. - Umfeld wählen
Suchen Sie sich gezielt unterstützende Menschen – und meiden Sie negative. - Erfolge feiern
Dokumentieren Sie tägliche Erfolge – auch die kleinen –, um sich Ihre Kompetenzen bewusst zu machen.
Wie bei allem macht auch hier die Dosis das Gift: Zu viel davon und aus Selbstvertrauen wird Selbstgefälligkeit und Arroganz. Gesundes Selbstvertrauen ist nie aufgebläht, sondern das Fundament einer stabilen Persönlichkeit.
Sprüche & Zitate
- „Selbstvertrauen beginnt dort, wo Angst endet.“
- „Du bist stärker, als du denkst.“
- „Ob du glaubst, dass du es kannst, oder nicht – du wirst in beiden Fällen recht behalten.“ (Henry Ford)
- „Selbstvertrauen ist das erste Geheimnis des Erfolges.“ (Ralph Waldo Emerson)
- „Angst beginnt im Kopf. Erfolg auch.“ (Jochen Mai)
- „Kleine Schritte sind besser als keine Schritte.“
- „Wer sich selbst alles zutraut, wird andere übertreffen.“
- „Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe.“
Weiterführende Artikel & Quellen
- Selbstwertgefühl
- Selbstwirksamkeit
- Selbstakzeptanz
- Imposter-Syndrom
- Selbstbild vs. Fremdbild
- Charisma entwickeln
- Mut steigern