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Fluide und kristalline Intelligenz: Einfach erklärt + Beispiele

Laut der Zweikomponententheorie gibt es zwei Arten der Intelligenz: die fluide und kristalline Intelligenz. Beide lassen sich trainieren. Allerdings ist die fluide Intelligenz angeboren und nimmt bereits ab Mitte 20 wieder ab, während die kristalline Intelligenz im Alter eher noch zunimmt – und zur „Altersweisheit“ führt. Wie heißt es so schön: „Neue Besen fegen gut, aber die alten kennen die Ecken!“ Einfach erklärt: Beispiele und Unterschiede zwischen beiden Intelligenzen + Tipps, wie Sie diese trainieren…



Fluide und kristalline Intelligenz: Einfach erklärt + Beispiele

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Unterschied: Fluide Intelligenz oder kristalline Intelligenz?

Lernen, analysieren, schlussfolgern – diese kognitiven Fähigkeiten sind uns größtenteils in die Wiege gelegt. Komplexe Probleme lösen, Wissen übertragen, Querverbindungen ziehen – diese Fähigkeit dagegen wächst mit den Jahren. Genau das macht den größten Unterschied zwischen fluider und kristalliner Intelligenz:

Was ist fluide Intelligenz?

Die fluide Intelligenz (engl. General Fluid Ability) beschreibt in der Psychologie die Mechanik des Geistes. Also die Fähigkeit zu lernen, zu logischen Schlussfolgerungen oder zu abstraktem Denken. Laut Definition beinhaltet die fluide Intelligenz sowohl induktives wie deduktives Denken. Sie zeigt sich zum Beispiel in klassischen IQ Tests, beim Lerntempo in der Kindheit oder der Verarbeitung von Information. Man geht heute davon aus, dass die fluide Intelligenz angeboren ist und ab einem Alter von 25 Jahren abnimmt.

Was ist kristalline Intelligenz?

Die kristalline Intelligenz (engl. Crystallized Ability) wird auch als „Pragmatik des Geistes“ bezeichnet. Kristalline Intelligenz ist nicht angeboren und setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen:

  1. Explizites Wissen
    Allgemeinbildung, erlerntes Faktenwissen, Berufserfahrungen, historische Daten, Erinnerungen.
  2. Implizites Wissen
    Fähigkeiten wie das verbale Ausdrucksvermögen, soziale Kompetenzen sowie Menschenkenntnis.

Kristallines Denken ist die Fähigkeit, die gesammelte Lebenserfahrung auf verschiedene Bereiche anzuwenden. Laut dem US-Psychologen John L. Horn nimmt sie im Alter sogar zu. Umgangssprachlich wird sie auch als Altersweisheit bezeichnet.

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Die Jugend ist die Zeit, die Weisheit zu lernen. Das Alter ist die Zeit, sie auszuüben.“ (Jean-Jacques Rousseau)

Zweikomponententheorie nach Cattell

Das Intelligenzmodell hinter der fluiden und kristallinen Intelligenz geht auf Raymond Cattell zurück. Er entwickelte den Generalfaktor der Intelligenz (G), der sich aus beiden Intelligenzarten (Gf = fluid, Gc = crystalline) zusammensetzt und den Intelligenzquotienten (IQ) bildet, der aber aufgrund der Veränderungen im Alter nicht gleich bleibt.

Inzwischen gibt es verschiedene Arten, fluide Intelligenz zu messen: den Cattell Culture Fair IQ Test, den Raven Progressive Matrices (RPM) und die Leistung im WAIS Test. Der RPM zählt zu den meist genutzten Messungen fluider Fähigkeiten. Dabei handelt es sich um einen Multiple-Choice-Test. Die kristalline Intelligenz ist hingegen kaum messbar.


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Fluide und kristalline Intelligenz Beispiele

Zu welchem der Bereiche die Intuition zählt, ist bis heute strittig. Die Mehrheit ordnet sie der kristallinen Intelligenz zu. Schließlich basiert das Bauchgefühl vor allem auf Erfahrungswissen.

Als sicher gilt, dass sich beide Intelligenzarten gegenseitig benötigen und beeinflussen: Während die fluide Intelligenz abnimmt und das Denken und Lernen langsamer werden, bleibt die kristalline Intelligenz weitgehend konstant oder nimmt sogar noch zu und ist dadurch in der Lage, die abnehmende fluide Intelligenz auszugleichen oder gar zu überkompensieren. Erst ab einem Alter von 65 Jahren nimmt auch das kristalline Denken langsam ab.

Fluide Intelligenz Beispiel

Die Fähigkeit zu lernen und zu verstehen, logische Schlüsse zu ziehen sowie flexibel auf Neues zu reagieren – das ist der Kern der fluiden Intelligenz. Im Zentrum steht dabei das sogenannte Arbeitsgedächtnis. Das ist dafür zuständig, Informationen kurzfristig zu speichern und zu verarbeiten. Wir benutzen das Arbeitsgedächtnis zum Beispiel, wenn wir uns Telefonnummern, Geburtstage oder Namen merken sowie ein Spiel spielen. Je schneller es funktioniert, desto besser für uns und desto intelligenter.

Menschen mit ausgeprägter fluider Intelligenz sprechen wir zahlreiche positive Eigenschaften zu: Sie sind „blitz“-gescheit, können „schnell schalten“ und tun „instinktiv das Richtige.“ Oder sie können Unwichtiges von Wichtigen trennen und sind sofort im Bilde. Besonders der präfrontale Cortex und der Scheitellappen im Gehirn werden mit fluider Intelligenz in Verbindung gebracht. Sie sind in jungen Jahren plastischer. Das erklärt, warum Kinder und Jugendliche eine hohe Verarbeitungsgeschwindigkeit haben und sich neues Wissen besonders schnell aneignen können.

Kristalline Intelligenz Beispiel

Eines der besten Beispiele für kristalline Intelligenz ist das sog. Wunder von Manhattan: Chesley Sullenberger, damals schon 57, hatte geschafft, was in Pilotenkreisen als nahezu unmöglich galt: Ein Flugzeug zu notwassern, ohne dass es zerbricht. Und das auf dem New Yorker Hudson River! Es waren vor allem seine jahrelange Erfahrung als Kapitän, die ihm dabei half, binnen Sekunden die richtigen Manöver einzuleiten.

Bei einem Experiment der Universität von Illinois traten wiederum 60-jährige Fluglotsen gegen ihre 30 Jahre jüngeren Kollegen an. Wie erwartet, schnitten die Jüngeren bei den Tests zu Reaktionstempo, Merkfähigkeit oder Aufmerksamkeit besser ab. Dann sollten die Lotsen verschiedene Maschinen koordinieren und plötzlich auftretende Notfälle managen. Diesmal lagen die Älteren vorn: Sie brauchten nicht nur weniger Kommandos, um die Maschinen sicher durch den Himmel zu leiten, sie blieben auch cooler dabei.

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Ist Intelligenz angeboren?

Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass Intelligenz zu rund 40 Prozent angeboren ist, der größere Teil wird durch das Umfeld beeinflusst oder trainiert. Zwar nimmt die Plastizität des Gehirns ab einem Alter von rund 25 Jahren kontinuierlich ab, was aber nicht bedeutet, dass wir dümmer werden: Es fällt uns nur schwerer Neues zu lernen. Beschleunigt wird der Abbauprozess ebenfalls durch äußere Einflüsse – zum Beispiel Stress, schlechte Ernährung, viel Alkohol, wenig Sport.

Wie „beweglich“ unser Denken ist, lässt sich unter anderem an folgenden Merkmalen ablesen:

  • Schnelle Auffassungsgabe
  • Ausgeprägte Analysestärke
  • Hohe Problemlösungskompetenz
  • Rasches Kombinationsvermögen
  • Starkes Abstraktionsdenken
  • Logische Schlussfolgerungen
  • Gutes Gedächtnis
  • Vielseitige Kreativität

Alle diese Fähigkeiten sind gut zu messen und werden zum Beispiel beim Assessment Center oder Einstellungstest mithilfe von Brainteasern abgefragt und geprüft.

Fluide Intelligenz Test

Wollen Sie Ihr fluides Denken testen? Dann machen Sie unseren kostenlosen Test inklusive Lösungen. Die folgenden Bilderrätsel stammen aus typischen IQ-Tests und trainieren logisches, abstraktes und räumliches Denken. Zur Lösung gelangen Sie, indem Sie nach rechts klicken:

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Logikraetsel Symbole Vervollstaendigen

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Wie entwickeln sich fluide und kristalline Intelligenz im Alter?

Die Schweizer Neuropsychologin Susanne Jaeggi ist überzeugt, dass wir bis ins hohe Alter unsere Intelligenz trainieren können. Der überwiegende Teil der menschlichen Intelligenz – rund 60 Prozent – lasse sich durch Übungen ertüchtigen und fit halten. Bestätigt wird dies durch Untersuchungen an der Universität von Michigan: Bei den Versuchen ließen sich fluide Funktionen durch kognitive Trainings verbessern – auch bei Erwachsenen im fortgeschrittenen Alter.

Ebenso ist aus der Intelligenzforschung bekannt, dass Probanden IQ-Tests und logische Aufgaben schneller und leichter lösen, je öfter sie diese üben. Dasselbe passiert den regelmäßigen Nutzern von Kreuzworträtseln, Quizzes oder Puzzles. Laut Forschung lassen sich so bis zu 20 Prozent der Intelligenzleistung optimieren. Wer also sein Arbeitsgedächtnis schult, trainiert zugleich die fluide Intelligenz.

Im Alter immer besser

Im Alter wiederum nehmen nachweislich Sprachkompetenz und die soziale Intelligenz zu. Die meisten IQ-Tests fokussieren vor allem auf das logische Denken. Wenig berücksichtigt wird dabei der Erfahrungsschatz. Der ist für den persönlichen Erfolg aber genauso wichtig. Im Beruf sogar oft noch mehr.

Ebenso nimmt im Alter die Fähigkeit zu, sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren und Ablenkungen zu ignorieren. Das reife Gehirn braucht sogar weniger Blut und Sauerstoff, um optimal zu arbeiten. Der größte Vorteil aber ist sein komplexes Denken: Während Jüngere Probleme meist Schritt für Schritt lösen, finden Ältere die bessere Lösung, indem sie diese mit bewährten Mustern abgleichen und modifizieren.

Emotionale Weisheit im Alter

All diese Fähigkeiten versetzen Ältere in die Lage, sich besser in andere Menschen hineinzufühlen, ihre Motive zu verstehen und die eigenen Gefühle zu managen. An der Universität von Sydney wurden zum Beispiel Probanden Porträts von Menschen mit unterschiedlichen Emotionen gezeigt und ihre Hirnaktivität gemessen – Resultat: Das Frontalhirn der Älteren war beim Verarbeiten negativer Emotionen deutlich aktiver. Sie verfügten über emotionale Weisheit.

Bestätigt wird das durch die Forschungen von Wissenschaftlern der englischen Cranfield School of Management. Sie fanden heraus, dass ältere Vorgesetzte mehr emotionale Reife, Realismus und Toleranz zeigen.

Unsere Synapsen im Gehirn – salopp gesagt, die Verbindung von Erfahrungsschatz und Expertenwissen – sind „wie in Stein gemeißelt“, sagt der Neurowissenschaftler John Morrison von der Mount Sinai School of Medicine in New York. Sie seien damit hochgradig resistent gegen die körperlichen Effekte des Alterns.

Kristalline Intelligenz ist kulturell verschieden

Die kristalline Intelligenz ist allerdings stark mit unserer Bildung (Schulwissen, Ausbildung, Allgemeinwissen) verbunden. Dadurch gibt es starke kulturelle Unterschiede: Ein Deutscher weiß zum Beispiel mehr über die Wiedervereinigung als ein gleichaltriger US-Amerikaner; der wiederum weiß mehr über den Bürgerkrieg und die Bekämpfung der Sklaverei.

Andere Länder, andere Sitten: Europäer wiederum beginnen beim Zählen mit den Fingern fast immer beim Daumen der linken Hand. Chinesen dagegen nutzen zuerst die rechte Hand. Beide Varianten entsprechen der Leserichtung der Buchstaben. Auch Sprache, Wortschatz und kulturelle Gepflogenheiten wie Distanzzonen oder die Freiheit der Medien prägen unsere Intelligenz.


Wie kann ich fluide Intelligenz trainieren? 5 Ebenen

Auch wenn bis heute in der Wissenschaft strittig ist, wie groß der Einfluss von Gehirnjogging, Gedächtnistraining oder Kreuzworträtseln auf die Intelligenz ist: Fest steht, der geistige Verfall im Alter lässt sich durch gezieltes Training verlangsamen, teils sogar Alzheimer und Demenz vorbeugen.

Indem wir unser Gedächtnis trainieren, uns Dinge merken, kombinieren und neu verknüpfen, halten wir unseren Geist beweglich – „flüssig“ sozusagen. Beim Training sollten Sie allerdings Methoden und Übungen nutzen, die Ihre grauen Zellen auf fünf Ebenen anregen. Jüngsten Forschungsergebnissen zufolge bleiben Sie so motivierter bei der Sache und erreichen mehr.

Intelligenztraining in 5 Ebenen

  1. Ebene 1: Praktikabel
    Die gewählte Trainingsmethode sollte sich einfach und bequem in den Alltag integrieren lassen. Je geringer der Aufwand, desto leichter fällt es, durchzuhalten. Gut geeignet sind zum Beispiel Smartphone-Apps, die Sie in Pausen oder unterwegs nutzen können.
  2. Ebene 2: Abwechslungsreich
    Vermeiden Sie Langeweile und Routine. Langfristige Effekte zeigen sich nur, wenn Sie Ihren grauen Zellen regelmäßig abwechslungsreiche Aufgaben zumuten. Dieses Jahr eine neue Fremdsprache, nächstes Jahr eine Reise. Hauptsache, Sie bleiben abenteuerlustig!
  3. Ebene 3: Individuell
    Die Übungen sollten Ihrem jeweiligen Niveau entsprechen. Das größte Wachstum – das weiß man aus der Flow-Theorie – erzielen wir im Bereich minimaler Überforderung.
  4. Ebene 4: Zielgerichtet
    Bei aller Abwechslung sollten Sie das Lernziel nicht aus den Augen verlieren: Nur wer Ziele klar benennt, erreicht auch Resultate. Die kleinen Erfolgserlebnisse motivieren zusätzlich.
  5. Ebene 5: Ganzheitlich
    Fluide Intelligenz umfasst nicht nur einen Intelligenz-Bereich. Sie ist ganzheitlich und sollte auch so trainiert werden: umfassend, facettenreich, generell. Vermeiden Sie also eine Spezialisierung.

Wie kann ich kristalline Intelligenz trainieren?

Auch kristalline Intelligenz lässt sich gut trainieren und bis ins hohe Alter steigern. Allerdings betrifft das nicht nur einen einzelnen Bereich, sondern viele. Sie werden dazu kaum ein Webinar oder eine Fortbildung finden.

Ihren Erfahrungsschatz trainieren Sie am besten, indem Sie viele und möglichst verschiedene Erfahrungen im Alter sammeln. Die folgenden, praktischen Tipps dienen als Anregung, Ihren Geist aufs Neue herauszufordern, die Synapsen zu kitzeln oder neue zu bilden…

1. Offen bleiben

Wir leben gerne in unserer Filterblase. Umgeben uns mit Menschen, die unsere Meinungen teilen. Lesen, was unsere Weltanschauung bestätigt. Unser Geist stapft dabei wie durch Flüssigzement. Dabei kann Intelligenztraining so einfach sein: Öffnen Sie sich! Interessieren Sie sich wieder – für andere Gedanken und Impulse. Lesen Sie historische Romane oder Biographien. Verbinden Sie Geschichte und Moderne. Lesen Sie Blogs unbekannter Autoren. Oder rätseln Sie bei TV-Shows wie „Wer wird Millionär“ oder „Wer weiß denn sowas“ mit. Kurz: Verbessern Sie Ihre Allgemeinbildung und blicken Sie über den Tellerrand. Wer beim Denken und Bewerten neue Bahnen einschlägt, gewinnt nicht nur neue Einsichten, sondern trainiert seinen Geist.

2. Sinne schärfen

So wie auf einer Autobahn Spurrillen entstehen, weil die immer selben Stellen befahren werden, graben sich bei Routinen die Erfahrungen tiefer ins Gedächtnis. Das hat Vorteile, kann aber dazu führen, dass wir wie auf Autopilot durchs Leben irrlichtern. Um beim Bild zu bleiben: Fahren Sie neue Wege – buchstäblich! Erkunden Sie zu Fuß Abkürzungen und Schleichpfade – zur Arbeit, zum Sport oder zur Stammkneipe. Sorgen Sie für Abwechslung und Überraschung. Sie trainieren dabei nicht nur den Orientierungssinn, sondern fördern zugleich die Bildung neuer Synapsen.

3. Fremdsprache lernen

Erlernen Sie eine Fremdsprache. Das ermöglicht Ihnen nicht nur im nächsten Urlaub in der Landessprache zu parlieren, es beugt auch Alzheimer oder Demenz vor: Wer mehrere Sprachen beherrscht, bei dem sind alle Sprachen im Gehirn aktiv – unabhängig davon, welche gerade gebraucht wird. Dieser Prozess unterstützt Sie dabei, sich auf Wesentliches zu konzentrieren und fokussiert zu bleiben. Mehr noch: Sprache formt Bewusstsein. Was wir nicht in Worte fassen können, können wir nicht denken. Weil jede Sprache unterschiedliche Begriffe besitzt, werden Sie so differenzierter und komplexer denken.

4. Instrument üben

Ihre Sinne schärfen Sie auch, wenn Sie ein Musikinstrument erlernen. Die Haptik, das Hörvermögen und natürlich das musikalische Verständnis werden unterstützt und trainiert. Gerade das Hören spielt für die kristalline Intelligenz eine große Rolle: Forscher fanden heraus, dass Schwerhörigkeit kognitive Prozesse hemmt. Umgekehrt kann ein intaktes Hörvermögen das Verständnis steigern und die Kombinatorik unterstützen.

5. Aktiv bleiben

Wer rastet, der rostet. Ein wesentlicher Schlüssel zu kristalliner Intelligenz im Alter ist Bewegung – und ganz sicher nicht jeden Abend auf der Couch zu hocken. Gehen Sie öfter raus und spazieren sowie mit offenen Augen durchs Leben. Bewegung hilft. Wenn nicht jeden Tag, dann zumindest jede Woche.

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Dazu gehört zum Beispiel auch Reisen: andere Kulturen, anderes Essen, andere Menschen… Das ist vielleicht die schönste Art, seine kristalline Intelligenz zu trainieren. Sie erweitern so Ihren Horizont und entdecken Gemeinsamkeiten oder Unterschiede. Auch hier: Je abwechslungsreicher, desto besser. Tanzen lernen, macht zum Beispiel richtig intelligent!

6. Dosis steigern

Was auch immer Sie trainieren: Mit dem Gehirn ist es wie mit einem Muskel – wird er nicht gefordert, erschlafft er. Bedeutet: Am Anfang Ihres Trainings dürfen Sie sich an Ihrem persönlichen Niveau orientieren. Mit der Zeit aber sollten Sie der Oberstube mehr zumuten und noch ein paar „Gewichte“ auflegen. Natürlich nur langsam und dosiert. Permanente Unterforderung ist für die Intelligenz aber weitaus schädlicher als gelegentliche Überforderung.

Das Wichtigste ist: Behalten Sie den Spaß am Lernen und Trainieren! Tatsächlich finden die geistigen Abbauprozesse nur langsam statt. Nur weil Sie plötzlich 40, 50 oder 60 geworden sind, werden sie nicht verdummen. Die Denkleistung wächst mit ihren Aufgaben. Sie haben es also immer ein gutes Stück selbst in der Hand, Ihre fluide und kristalline Intelligenz fit zu halten.


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